41520 Finanzintermediation und Bankmanagement KE5
FernUni Hagen SS2014 - in Arbeit
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Lernkarten
5.1 Risiko
Möglichkeit der negativen Abweichung einer Zielgröße vo eniem Referenzwert
5.1 Risikomanagement
Identifikation, Messung bzw. Bewertung und Steuerung von Risiken
5.1 Steuerung
Reaktion au ein bestimmtes Risiko nach dessen Identifikation und Messung bzw. Bewertung
- bewusste Inkaufnahme
- Vermeidung des Risikos
- Treffen von Vorsorgemaßnahmen
- Absicherung (Hedging, Versicherungen)
5.1 Wertbeitrag des Risikomanagments
In einer idealisiertenModellwerlt mit vollkommenen Märkten is finanzielles Risikomanagement nicht wertsteigernd.
Es geht eine Reduktion des Risikos mit einer wertgleichen Reduktion von Chancen einher, sodass per Saldo keine Wertsteigerung duch Risikomanagement erzielt werden kann.
Gründe für Risikomanagement liegen in den Unvollkommenheiten des Marktes:
- Insolvenzkosten
- erhebliche Wertverluste
- direkte Insolvenzkosten (Anwälte, Insolvenzverwalter, ...)
- indirekte Insolvenzkosten bei Gefahr einer Insolvenz
- eingeschränkte Geschäftsmöglichkeiten
- weniger Kunden
- Deadweight Costs der Außenfinanzierung
- Außenfinanzierung ist teurer als Innenfinanzierung
- zusätzliche Kosten wie Transaktionskosten, Informationskosten, ..
- Nichtlineare Steuern
- vorteilhaft, gleichmäßig moderat hohe Gewinne anstatt abwechselnd große Gewinne und Verluste
5.2 Marktpreisrisiken
Möglickeit von Verlusten aufgrund der Änderung von Marktpreisen von Finanztiteln, die nicht originär auf Zinsänderungen (oder Bonitätsänderungen) zurückzuführen sind.
5.2 Value-at-Risk
Maximaler Verlust, der innerhalb einer vorgegebenen haltedauer mit einer vorgegebenen Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird.
Verlust = x0 - XT
x0 .. Referenzwert
XT .. Wert am Ende der Halteperiode T
Vorgegeebne Wahrscheinlichkeit 1-alpha .. Konfidenzniveau
Value-At-Risk VaR(XT): P(x0 - XT >= VaR(XT)) = alpha
alpha-Quantil der Verteilung .. bei welchem Portfoliowert x die Wahrscheinlikeit, dass der tatsächlich realisierte Wert XT kleiner ist, gerade alpha beträgt.
5.2 Value-at-Risk bei Normalverteilung
R(T) .. zufällige Rendite des Aktienprotfolios bis zum Planungshorizont T
XT = X0 (1+R(T))
E[XT] .. Erwartungswert
µ(T) .. Erwartungswert (Normalverteilung)
E[XT] = X0 (1 + µ(T))
Std[XT] .. Standardabweichung
sigma(T) .. Standardabweichung (Normalverteilung)
Std[XT] = X0 * sigma(T)
zalpha = - N-1(alpha)
VaR(XT) = xo - E[XT] + zalpha * Std[XT]
5.2 Schätzung der Standardabweichung aus Zeitreihen
tägliche Aktienkursänderung
rj,i = (Sj,i - Sj,i-1) / Sj,i-1
Mittelwert der Aktienkursrenditen
µ^j = 1/n * Summe i=-n+1..0: rj,i
Schätzer für die Standardabweichung
sigma^j = ( 1/(n-1) * Summe i=-n+1..0:(rj,i - µ^j)2) 1/2
Schätzung von Erwartungswerten aus Aktienkurszeitreihen in der Regel unbrauchbar!
Praktikable Vereinfachung: Erwartungswert µ^j = 0
sigma^j ~= ( 1/(n-1) * Summe i=-n+1..0:(rj,i)2) 1/2
... Für Planungshorizont von einem Tag
T-Perioden: sigma(T) = T1/2 * sigma(1)
5.2 Schätzung von Korrelationen
rho1,2 = (1/(n-1) * Summe i=-n+1..0: (r1,i * r2,i) ) / sigma^1 * sigma^2
5.2 Varianz-Kovarianz-Methode
Berechnung des Value-at-Risk auf Basis der Parameterschätzung
Nachteil:
- unterstellt eine Normalverteilung aller Risikofaktoren.
- stößt bei größeren Portfolios an ihre Grenzen
- bei 100 Aktien eine Matrix mit 4950 Einträgen
- bei 1000 Aktien eine Matrix mit 499500 Einträgen
Für andere Verteilungen ist man auf Simulationsverfahren angewiesen.
5.2 Monte-Carlo-Simulation
Vorbereitung
- Identifikation der risikofaktoren
- Aufstellen einer Beziehung zwischen risikofaktoren und Zielgröße: mathematisch modelliert
- Festlegen der Stochastik der Risikofaktoren: welcher Verteilung gehorchen sie?
Durchführung
- Für jeden Risikofaktor wird ein zufälliger Wert generiert, der der jeweils unterstellten Verteilung entspricht
- Damit auf zufälligen Wert der Zielgröße schließen
- sehr oft wiederholen
- Gesamtheit aller Werte für die Zielgröße ist eine Annäherung an deren statistische Verteilung
- Qualität abhängig von der Qualität der Vorbereitungen/Annahmen
Auswertung
- Histogramm: Grafische Veranschaulichung der Verteilung in einem Säulendiagramm
- Value-at-Risk: maximaler Verlust, der in einer bestimmten Anzahl der Fälle nicht überschritten wird.
mehr oder weniger gute Schätzung
5.2 Historische Simulation
Anstelle von zufällig generierten Risikofaktoren werden historische Daten herangezogen.
Ansonsten gleicher Ablauf wie bei der Monte-Carlo-Simulation.
Vorteil: keine Verteilungsannahmen notwendig
Nachteil:
- historische Daten nur begrenzt verfügbar
- dadurch kann der Simulationsfehler groß werden
- man unterstellt, dass die Verteilung der Vergangenheit uach in der Zukunft gilt
Ist eine Ergänzung zu anderen Verfahren. Wesentlicher Zweck: Backtesting
5.2 Indexmodelle
Risiko einer Aktie wird über einen oder mehrere Akteinindizes erklärt.
Indizes als Risikofaktoren in Varianz-Kovarianz-Methode modelliert
Nachteil
- Datenproblem: prozentuale Abhängigkeit von Indizes ermitteln
- Ergebnisse grundsätzlich ungenauer als bei Verwendung der einzelnen Aktien
5.2 leptokurtische Verteilung - Fat Tails
Value-at-Risk auf Basis der Normalverteilungsannahme unterschätzt das Risiko.
extreme Ereignisse kommen häufiger vor als durch Normalverteilung antizipiert.
5.2 Expected Shortfall
Der durchschnittliche Verlust innerhalb der alpha schlechtesten Szenarien.
Eine bessere Näherung als bei Value-at-Risk, da dort nur der "beste der alpha schlechtesten" ermittelt wird.
5.2 Hedging des Marktrisikos
Absicherung von Marktrisiken durch das Abschließen von Termingeschäften
5.2 Termingeschäft
Kontrakt, der den Kauf bzw. Verkauf eines Finanztitels zu einem späteren Zeitpunkt regelt.
Der zugrundeliegende Finanztitel wird Basiswert oder Underlying des Termingeschäfts genannt.
unbedingtes Termingeschäft
- Forward
- Future
bednigtes Termingeschäft (Option)
- Kaufoption
- Verkaufsoption
5.2 Forward
individuell vereinbartes unbedingtes Termingeschäft
- Forward-Preis
- späterer Verkäufer hat eine Short-Position
- späterer Verkäufer hat eine Long-Position
- physical settlement .. realer Verkauf, selten
- cash settlement .. Ausgleichszahlung, üblich
Nachteile
- Suche nach geeignetem Kontraktpartner kann aufwändig sein.
- Verträge mit Kosten und rechtlicher Unsicherheit
- Kontrahentenrisiko (Insolvenz, ...)
5.2 Future
- Standardisierte, börsengehandelte Forwards
- Börsenhandel und Clearinghaus (Terminbörse)
- Clearinghaus ist zentraler Kontraktpartner
- Standardisierung: wichtige Merkmale seitens der Börse standardisiert
- Margin .. Kontrahentenrisiko ausgeschalten durch Hinterlegen vno Margins - Margin-Konto
Nachteil
- Aufgrund der Margin kann die Zahlung bereits vor der Fälligkeit erfolgen
Überrollen
- Futurelaufzeit durch Abschluss eines weiteren Futures verlängern
Glattstellen
- Futurelaufzeit vorzeitig kürzen, durch Abschluss einer Gegenposition
5.2 Einsatz des Future zum Hedging
- Portfolio hat in t=T einen Wert von a*ST
- Forward generiert eine Zahlung a*(F-ST)
- Zusammen ergibt sich ein Wert von a*F
keinerlei Unsicherheit für Zeitpunkt T
perfekter Hedge
5.2 Minimum-Varianz-Hedge
Anzahl der Futures-Kontrakte ermitteln, der die Varianz des Protfolios ermittelt.
x = -a1 * rho * sigma1 * S1,0 / sigma2 / S2,0
rho .. Korrelation zwischen den beiden Renditen.
Wenn die Korrelation <1 ist, ist der Hedge begrenzt.
5.2 Option
Inhaber hat das Recht, aber nicht die Pflcht, das Unterlying zum Basispreis (Strike) kaufen.
Der Stillhalter hat die Pflicht, bei Ausübung der Option dei Transaktion zu den Konditionen durchzuführen.
Gegenleistung: Optionsprämie zum Zeitpunkt t=0: f0
- europäische Option .. auschließlich am Fälligkeitstrag ausüben
- amerikanische Option .. bis zur Fälligkeit ausüben
Optionsarten
- Kauf einer Kaufoption (Long Call)
- Verkauf einer Kaufoption (Short Call)
- Kauf einer Verkaufsoption (Long Put)
- Verkauf einer Verkaufsoption (Short Put)
Auszahlungsprofil LongCall: max{ ST - B ; 0 }
Auszahlungsprofil ShortCall: - max{ ST - B ; 0 }
Auszahlungsprofil LongPut: max{ B - ST ; 0 }
Auszahlungsprofil ShortPut: - max{ B - ST ; 0 }
5.2 Hedging mit Long Puts
Wert: XT = - f0 + max{ B ; ST }
maximaler Verlust: x0 - (B - f0)
- aus dem Geld ... bei unverändertem Aktienkurs keine Auszahlung
- am Geld .. Aktienkurs entspricht dem Basispreis
- im Geld .. Basispreis deutlich größer als der Aktienkurs bei Optionsabschluss
5.2 Hedging mit Short Calls
Wert: XT = f0 + min{ B ; ST }
Gesamtverlust wirt abgeschwächt, die Gewinnmöglichkeiten begrenzt.
Verschiebung des Referenzwertes um die Höhe der Optionsprämie.