41500 Finanzwirtschaft: KE1 Grundlagen
FernUni Hagen SS2014
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Lernkarten
1.1 Begriff: Finanzkontrakt
Vertrag, demzufolge der Kapitalgeber dem Kapitalnehmer eine definierte Menge an finanziellen Mitteln für eine definierte Zeit überlässt und der Kapitalnehmer dafür ein definiertes Entgelt etwa in Form von Zinsen zahlt.
1.1 Begriff: Finanzmarkt
Formelle oder informelle Einrichtung, die Kapitalgeber und -nehmer zusammenführt, um den Abschluss von Finanzkontrakten zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen.
1.1 Finanzintermediäre im engeren Sinn
Betreiben einen eigenen Finanzmarkt, auf dem sie selbst sowohl als Anbieter und Nachfrager von Kapital, d. h. als Kapitalgeber und -nehmer auftreten.
1.1 Begriff: Finanzintermediäre im weiteren Sinn
Vermittler zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern auf, indem sie ihnen auf unterschiedliche Art helfen, einen Finanzkontrakt abzuschließen, ohne jedoch selbst in einen solchen einzutreten.
1.1 Begriff: Finanztitel
Bündel an Rechten und Pflichten, die in einem Finanzkontrakt vereinbart sind.
1.2 Anforderungen an Finanzmärkte bzw. Finanzintermediäre
Zentrale Anforderungen
- Informationsfunktion
- Koordinationsfunktion
Weitere Anforderungen
- Transformationsfunktion
1.2 Informationsproblematik
Informationsfunktion
- Kapitalgeber und Kapitalnehmer über gegenseitige Existenz informieren
Zuverlässigkeit
- Wie zuverlässig ist der Kontraktpartner?
1.2 Lösungsmöglichkeiten Verlässlichkeit Kontraktpartner
Marktzugangsbeschränkungen
- qualitative und quantitative Mindestanforderungen
Bsp. Prime-Standard Deutsche Börse
= Auswahl/Selektionsfunktion von (Finanz-)Märkten
Sicherheiten
- Zugriff für Kontraktpartner, wenn Zahlungen nicht vertragskonform geleistet werden.
Kontrakt mit Finanzintermediär abschließen
- Informationsbedarfstransformation
- Finanzintermediär unterliegt einer unabhängigen Aufsicht
1.2 Koordinationsfunktion
- passende Kontraktpartner zusammenführen
- Marktpreis als Koordinationsinstrument
1.2 Preisfindung Markt / Finanzintermediär
Markt
- Ziel: größtmöglicher Umsatz
Finanzintermediär
- Ziel: Gewinnmaximierung
- Konkurrenz zu anderen Finanzintermediären
1.2 Losgrößentransformation
- unterschiedliche Vorstellungen über Kapitalvolumina zusammenbringen
- Über Stückelung einfach
1.2 Fristentransformation Primärmarkt / Sekundärmarkt
Primärmarkt
- Prolongation - mehrere zeitlich aufeinanderfolgtende kurzfristige Kontrakte
Prolongationsrisiko - Konditionen der Kapitalüberlassungen können sich ändern - Forward-Kontrakt: zukünftige Kondition vorab festgelegt
Sekundärmarkt
- Fristenverkürzung - durch Verkauf vor Ende der Laufzeit am Sekundärmarkt
Preisrisiko
1.2 Fristentransfer Finanzintermediät
- Originäre Leistung einer Bank
- Risiko wird nicht entfernt, sondern von der Bank getragen
1.2 Goldene Bankenregel (Otto Hübner)
Die Fristigkeiten der Aktiva und Passiva stimmen zu 100% überein.
In der Praxis nicht eingehalten
1.2 Bodensatztheorie (Adolf Wagner)
Die kurzfristigen Einlagen unterliegen einer täglichen Schwankung. Trotzdem sinken die kurzfristigen Einlagen nie unter einem Bodensattz, der langfristig zur Verfügung steht.
Die Kapitalgeber prolongieren oder substituiern ihre Einzalungen.
Der Bodensatz steht (bzgl. Goldener Bankenregel) langfristig zur Verfügung.
Problem bei Vertrauensverlust der Bank: Abziehen von Einlagen - Bank run