Manuel

Diese Lernkarten vermitteln klinische Grundlagen zur Beurteilung von Herz und Gefäßen, besonders bei Notfällen wie Schock, Herzinsuffizienz oder ACS. Sie erklären zentrale Zeichen wie Hautfarbe, Bewusstsein, Diurese und EKG-Befunde sowie deren pathophysiologische Zusammenhänge. Ideal für Mediziner, die Notfallsituationen schnell und strukturiert einschätzen müssen.
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Allemand
Catégorie
Médecine
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Autres
Créé / Mis à jour
20.08.2026 / 12.09.2026

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Aus welchen drei Schichten besteht die Herzwand?

Endokard, Myokard und Epikard. Das Epikard ist zugleich das viszerale Blatt des serösen Perikards

Welche Klappen liegen zwischen Vorhöfen und Ventrikeln?

Rechts die Trikuspidalklappe, links die Mitralklappe. Beide sind Atrioventrikularklappen und Segelklappen.

Welche Klappen liegen an den Ausstrombahnen der Ventrikel?

Rechts die Pulmonalklappe, links die Aortenklappe. Beide sind Taschenklappen.

Welche Klappen sind während der Ventrikelfüllung geöffnet?

Mitral- und Trikuspidalklappe sind geöffnet; Aorten- und Pulmonalklappe sind geschlossen.

Welche Klappen sind während der ventrikulären Auswurfphase geöffnet?

Aorten- und Pulmonalklappe sind geöffnet; Mitral- und Trikuspidalklappe sind geschlossen.

Was ist eine Klappenstenose und was eine Klappeninsuffizienz?

Stenose: Die Klappe öffnet nicht ausreichend und behindert den Vorwärtsfluss. Insuffizienz: Die Klappe schließt nicht vollständig und ermöglicht Rückfluss.

Was bedeutet Herzzeitvolumen?

Das Herzzeitvolumen ist die pro Minute ausgeworfene Blutmenge: HZV = Herzfrequenz × Schlagvolumen. In Ruhe beträgt es bei Erwachsenen grob 4-8 l/min und ist von Körpergröße und Stoffwechselbedarf abhängig.

Wovon hängt das Schlagvolumen hauptsächlich ab?

Von Vorlast, Nachlast und Kontraktilität; zusätzlich beeinflussen Herzfrequenz und Rhythmus die Füllung und damit das Schlagvolumen.

Was beschreibt der Frank-Starling-Mechanismus?

Innerhalb physiologischer Grenzen führt eine stärkere enddiastolische Füllung bzw. Dehnung der Myokardfasern zu einer kräftigeren Kontraktion und einem größeren Schlagvolumen.

Was bedeutet Vorlast?

Die enddiastolische Dehnung bzw. Füllung des Ventrikels vor der Kontraktion. Klinisch wird sie durch venösen Rückstrom, Volumenstatus und Füllungsdrücke beeinflusst.

Was bedeutet Nachlast?

Der Widerstand bzw. Druck, gegen den der Ventrikel Blut auswerfen muss. Für den linken Ventrikel ist vor allem der arterielle Widerstand/Aortendruck, für den rechten der pulmonalvaskuläre Widerstand relevant.

Was bedeutet Kontraktilität?

Die intrinsische Fähigkeit des Myokards, unabhängig von Vor- und Nachlast Kraft zu entwickeln.

Wann wird das linke Myokard überwiegend durchblutet?

Überwiegend in der Diastole, weil die intramyokardialen Gefäße während der Systole komprimiert werden. Entscheidend ist besonders der diastolische Aortendruck im Verhältnis zum linksventrikulären enddiastolischen Druck.

Wovon hängt die Koronarperfusion ab?

Vor allem vom diastolischen Perfusionsdruck, der Dauer der Diastole, dem Koronargefäßwiderstand und der Durchgängigkeit der Koronararterien. Tachykardie verkürzt die Diastole.

Welche Koronararterie versorgt häufig große Teile des Reizleitungssystems?

Meist die rechte Koronararterie: Der Sinusknotenast entspringt jedoch variabel, der AV-Knotenast bei Rechtsdominanz meist aus der RCA. Die Versorgung ist anatomisch nicht bei allen Menschen gleich.

Welche Bedeutung hat der Sinus coronarius?

Er sammelt den größten Teil des venösen Blutes des Myokards und mündet in den rechten Vorhof.

Was ist die Ejektionsfraktion und welcher Bereich gilt meist als erhalten?

Die EF ist der prozentuale Anteil des enddiastolischen Ventrikelvolumens, der pro Schlag ausgeworfen wird. Eine linksventrikuläre EF ab etwa 50 % gilt im Herzinsuffizienz-Kontext als erhalten; der Referenzbereich hängt von Methode, Geschlecht und Labor ab.

Welche Inhalte gehören zur kardiovaskulären Anamnese?

Hauptbeschwerde und Verlauf, Vor- und Familienanamnese, Medikamente, Allergien, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Gesundheitsverhalten sowie relevante Sozialanamnese.

Welche Symptome werden in der kardiovaskulären Systemanamnese gezielt erfragt?

Leistungsabfall, Müdigkeit, Thoraxschmerz und Ausstrahlung, Dyspnoe/Orthopnoe, nächtliche Dyspnoe, Husten, Palpitationen, Schwindel/Synkope, Beinbeschwerden, Ödeme, Nykturie und Gewichtsverlauf.

Wie wird Thoraxschmerz strukturiert erfragt?

Beginn, Auslöser, Lokalisation, Charakter, Intensität, Dauer, Ausstrahlung, lindernde/verschlechternde Faktoren und Begleitsymptome; z. B. nach OPQRST/SAMPLER.

Welche Vitalzeichen sind beim kardiovaskulären Assessment zentral?

Blutdruck/MAP, Herzfrequenz und Rhythmus, Atemfrequenz, SpO2, Temperatur und Bewusstseinslage. Werte werden immer im Verlauf und zusammen mit der Klinik beurteilt.

Welche Zeichen der peripheren Perfusion sind ohne Gerät beurteilbar?

Hautfarbe und Marmorierung, Hauttemperatur und Seitendifferenz, Rekapillarisierungszeit, periphere Pulse, Bewusstsein und Diurese als indirektes Organperfusionszeichen.

Was wird bei peripheren Pulsen beurteilt?

Vorhandensein, Seitenvergleich, Stärke/Amplitude und Regelmäßigkeit. Die Herzfrequenz wird zentral bzw. per EKG bestimmt; ein Pulsdefizit ist möglich.

Welche Pulse werden an der unteren Extremität untersucht?

A. femoralis, A. poplitea, A. tibialis posterior und A. dorsalis pedis, jeweils im Seitenvergleich.

Welche Befunde sprechen für venöse/systemische Stauung?

Gestaute Halsvenen, positiver hepatojugulärer Reflux, periphere oder sakrale Ödeme, Gewichtszunahme, Hepatomegalie und Aszites.

Wie wird der Jugularvenendruck grob klinisch beurteilt?

Mit etwa 30-45 Grad erhöhtem Oberkörper, ruhiger Atmung und Beurteilung der V. jugularis interna. Eine deutlich erhöhte sichtbare Pulsationshöhe spricht für erhöhten rechten Vorhofdruck; die Untersuchung ist fehleranfällig und kein alleiniger Volumenmarker.

Was ist der abdominojuguläre Reflux?

Ein anhaltender Anstieg der Jugularvenenfüllung bei gleichmäßigem Druck auf den Oberbauch. Er unterstützt den Verdacht auf erhöhte rechtsseitige Füllungsdrücke.

Wo liegen die klassischen Auskultationspunkte der Herzklappen?

Aortenklappe: 2. ICR rechts parasternal; Pulmonalklappe: 2. ICR links; Erb-Punkt: 3. ICR links; Trikuspidalklappe: unterer linker Sternalrand; Mitralklappe: 5. ICR links medioklavikulär/Herzspitze.

Was entspricht dem ersten und zweiten Herzton?

S1 entsteht zu Beginn der Systole im Zusammenhang mit dem Schluss der AV-Klappen; S2 beim Schluss von Aorten- und Pulmonalklappe am Ende der Systole.

Wofür kann ein dritter Herzton beim Erwachsenen sprechen?

Für rasche Ventrikelfüllung bei Volumenbelastung, z. B. Herzinsuffizienz. Bei Kindern, Jugendlichen und teils jungen Erwachsenen kann er physiologisch sein.

Wie wird ein Herzgeräusch beschrieben?

Zeitpunkt im Herzzyklus, Lautstärkegrad, Punctum maximum, Ausstrahlung, Frequenz/Klang und Verlauf wie Crescendo-Decrescendo oder holosystolisch.

Welche neuen Herzgeräusche sind besonders dringlich?

Ein neues Geräusch mit Kreislaufinstabilität, Lungenödem, Ischämiezeichen oder Fieber/Sepsis muss rasch ärztlich und echokardiographisch abgeklärt werden.

Was ist Herzinsuffizienz?

Ein klinisches Syndrom aus typischen Symptomen und Zeichen, verursacht durch eine strukturelle oder funktionelle Herzerkrankung, die zu erhöhten Füllungsdrücken und/oder unzureichendem Herzzeitvolumen führt.

Wie wird Herzinsuffizienz nach der linksventrikulären EF eingeteilt?

HFrEF: EF ≤40 %; HFmrEF: 41-49 %; HFpEF: ≥50 %. Für HFmrEF/HFpEF braucht es zusätzlich klinische und objektive Hinweise auf erhöhte Füllungsdrücke bzw. kardiale Dysfunktion.

Wie lautet die NYHA-Klassifikation?

I: keine Einschränkung

II: Beschwerden bei stärkerer/alltäglicher Belastung

III: Beschwerden bereits bei geringer Belastung

IV: Beschwerden in Ruhe.

Sie beschreibt Symptome, nicht direkt die EF.

Welche Zeichen sprechen für Linksherzinsuffizienz?

Belastungsdyspnoe, Orthopnoe, paroxysmale nächtliche Dyspnoe, Tachypnoe, pulmonale Rasselgeräusche, Hypoxämie und bei Dekompensation Lungenödem.

Welche Zeichen sprechen für Rechtsherzinsuffizienz?

Halsvenenstauung, periphere/sakrale Ödeme, Hepatomegalie, Aszites, Gewichtszunahme und venöse Stauung.

Warum entsteht bei Linksherzinsuffizienz ein Lungenödem?

Erhöhte linksatriale und pulmonalvenöse Drücke steigern den hydrostatischen Druck in den Lungenkapillaren. Flüssigkeit tritt ins Interstitium und später in die Alveolen über.

Welche Auslöser einer akuten kardialen Dekompensation sind häufig?

Ischämie/ACS, Arrhythmien, Infektion, hypertensive Entgleisung, Klappenereignis, Nierenfunktionsverschlechterung, Therapie- oder Ernährungsprobleme sowie Volumenüberlastung.

Welche Parameter werden bei akuter Herzinsuffizienz engmaschig überwacht?

Atemarbeit, AF, SpO2/BGA, Blutdruck/MAP, Herzfrequenz/Rhythmus, Bewusstsein, Perfusionszeichen, Diurese, Bilanz, Gewicht, Elektrolyte, Nierenfunktion und Stauungszeichen.

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