Pflege HF


E. A.
Diese Lernkarten behandeln die Pathologie der Niere und richtet sich an medizinisches Fachpersonal. Sie konzentriert sich auf die Diagnostik und Behandlung von Nierenversagen, sowohl akut als auch chronisch, sowie auf damit verbundene Komplikationen wie Hyperkaliämie, Azidose und Urämie. Die Karteikarten decken auch die Ursachen und Symptome von Nierenschäden ab, einschließlich Nephropathien und Elektrolytstörungen. Pflege und Management von Patienten mit Niereninsuffizienz, einschließlich Ernährungsempfehlungen und Flüssigkeitsbilanzierung, sind ebenfalls Themen.
Karten
10
Lernende
95
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
15.11.2014 / 18.01.2025

Lernkarten

Definition "akutes Nierenversagen"

Plötzlicher, prinzipiell reversibler Funktionsausfall der Nieren bei vorher Nierengesunden.
Abnahme der Nierenfunktion innert 48 Stunden!

Wie entsteht akutes Nierenversagen

In 75% der fälle Prärenal (Zirkulatorisch-ischämische Störungen), also durch BD-Abfall unter 80mmHg, Schock, Nierengefässverschluss, Volumenmangel, Schwere Herzinssufizienz, kardiogener Schock etc. Die Durchblutungsminderung führt zum absinken der der glomerulären Filtrationsrate und später zum Untergang der Tubuluszellen, der die Nierenschädigung verstärkt.

In 20& der Fälle (intra)-renal, etwas als Folge einer toxischen Tubulusschädigung durch Medikamente, schwerer Nierenentzündungen, oder einer Gefässerkrankung in der Niere.

Beim Postrenalen Nierenversagen liegt primär eine Abflusstörung vor, die zum Harnverhalt mit Anurie führt.

Wie entsteht chronische Niereninsuffizienz

Häufigste Ursachen sind diabetische Nephropathie und vaskuläre Nephropathie durch Arteriosklerose, oder Bluthochdruck.

Es kommt in allen Fällen zum fortschreitenden Nephornenverlust. Intraglomerulärer Druck und Funktionsleistung der verfügbaren Nephronen steigen kompensatorisch an. Dies schädigt kurz-und langfristig die Niere zusätzlich.
 

Was ist eine Urämie und wann entsteht sie

Als Urämie bezeichnet man die Kontamination (Vergiftung) des Blutes mit harnpflichtigen Substanzen.

Eine Urämie kann als Folge einer Niereninsuffizienz oder eines akuten Nierenversagens auftreten. Die Nieren sind in beiden Fällen nicht mehr in der Lage, harnpflichtige Substanzen in ausreichender Menge mit dem Harn auszuscheiden.

Symptome und Diagnostik vom akuten Nierenversagen

Leitsymptome sind:

  • Oligo-und Anurie (Bei 30% der Pat. ist die Urinmenge jedoch anfangs normal oder erhöht)
  • Lungenödeme mit Luftnot und schneller Atmung, Hypertonie und Ödeme aufgrund eingeschränkter Kochsalz-und Wasserausscheidung
  • Herzrythusstörungen durch Hyperkaliämie
  • Metabolische Azidose
  • Bei längerem bestehen --> alle Urämiesymptome
  • Symptome der Grunderkrankung

Diagnostik:

  • Blutuntersuchung: Kreatinin, Harnsstoff, Cystatin C, Elektrolyte, Blutkultur etc.
  • Blutdruck, Pls, evtl. ZVD, Füllungszustand der Halsvene um evtl. Hyporvolämie oder Exsikkose festzustellen.
  • EKG
  • Röntgenaufnahme des Thorax

Symptome und Diagnostik von chronischer Niereninssufizienz

  • Allegemeinbefinden: Müdigkeit, Leistungsminderung
  • Herz/Kreislauf: Hypertonie, Überwässerung, Perikarditis, Herzrythmusstörung aufgrund Hyperkaliämie
  • Lunge: Lungenödem, Pleuritis, Vertiefte Atmung bei Azidose
  • MDT: Übelkeit, Erbrechen, Mundgeruch
  • Nervensystem: Verwirrtheit, Kopfschmerzen
  • Haut: Juckreiz
  • Renale Anämie

Diagnostik: Urinuntersuchung, BE (Anämie, Elektrolyte, Kreatinin, BZ), Sonografie

 

 

Komplikationen bei akutem Nierenversagen

  • Abhängig von Ursache
  • Dauer der Schädigung
  • Schwere der Schädigung
  • Alter und Erkrankungen des Patienten
  • 50% Gesamtletalität (Tödlichkeit)

Was gilt für die Pflege bei Pat. mit akutem Nierenversagen

  • Exakte Flüssigkeitsbilanzierung (inkl. Gewichtskontrolle, ZVD Messung)
  • Flüssigkeitszufuhr dem Flüssigkeitsverlust anpassen (Flüssigkeitsaufnahme:Flüssigkeitsverlust Vortag)
  • Gegen Durst: Mundpflege mit häufigem Ausspülen, Eiswürfel lutschen
  • Kalorisch ausreichende Ernährung (Eiweissredutiert, Kalium-und Natriumarm)
  • Vitalzeichenkontrolle
  • Rückfettende Hautpflege

Behandlung bei leich-und mässiggradiger Niereninsuffizienz

  • Hypertonieeinstellung optimieren
  • Bei Hyperlipidämie: Cholesterinspiegel senken
  • HWI konsequent behandeln
  • Serumelektrolyte senken
  • BZ optimieren
  • Nicht Rauchen
  • Phosphatarme Diäimetika

Pflege bei Pat. mit chron. Niereninsuffizienz

  • Regelmässige massvolle körperliche Ansterngung
  • Ernährung Eiweiss, Kalium- und Phosphatarm (Kaloriendeckend)
  • Flüssigkeits-und Kochsalzeinschränkung
  • Über Diät informieren
  • Vitalzeichenkontrolle
  • Psychisches Wohlbefinden fördern

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