31671 Planung I - Kap. 3
Script 1. Ab Kapitel 3
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3.1 Unternehmensverfassung
Zweck: die innere Ordnung des Unternehmens festlegen und als Grundgesetz beschreiben.
Inhalt
- Regeln, die die Zusammenarbeit von Individuen in einem Unternehmen betreffen.
- Frage, wie die Eigentümer an der Leitung und Kontrolle des Unternehmens beteiligs sein sollen
- Verbindlicher Handlungsrahmen für die Unternehmensleitung
- Mechanismen zur Konfliktregelung
Satzungen, Geschäftsordnungen, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen.
3.1 Staatsverfassung
Zweck: Bewusst gestaltete, dauerhafte regelung von Verhaltensweisen der Bürger und des Staats zu verankern.
3.1 Corporate Governance
Gesamtkonzept der Führung und Überwachung von Unternehmen.
Weitere Aspekte zusätzlich zur Unternehmensverfassung
- Führung oder Gestaltung von Managementvergütungssystemen
3.1 Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG)
1998 angesichts Managementskandale, Unternehmenskrisen, Interessenskonflikten von Aufsichtsräten eingeführt.
Ziel:
- Kontrollfunktion von Aufsichtsrat und Hauptversammlung stärken
- Qualität der Abschlussprüfung verbessern
- Einfluss der Banken reduzieren
- Unternehmen zu Risikomanagement und Frühwarnsystem verpflichten
3.1 Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK)
Beginn 2002
Umfass wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Unternehmen zusammen.
Vorstände sind verpflichtet auf Basis des Transparenz- und Publizitätsgesetzes (TransPubG) jährlich zu erklären, inwieweit sie den Verhaltensregeln des DCGK entsprechen.
3.2 Vision
Bild für die angestrebte zukünftige Entwicklung
In wenigen Worten beschrieben, wohin sich das Unternehmen langfristig entwickeln will.
Soll auch Wirkung auf Menschen außerhalb des Unternehmens entfalten.
- sinnstiftend
Gibt sowohl für den Einzelnen als auch der Einheit als Ganzes Ordnung und Orientierung - motivierend
Ein besonders wünschenswertes Ziel plastisch vor Augen führen. Realisierbar aber entfernt um Begeisterung zu erwecken. - handlungsleitend
Arbeitsteilige Handlung des Einzelnen als auch der Einheit als Ganzes aufeinander abgestimmt
3.2 Mission
- Häufig nur unschaft von der Vision unterschieden.
- Beschreibt die grundlegende, auch gesellschaftlich als wertvoll erachtete Unternehmensaufgabe.
- Kann längerfristig unverändert bleiben
- Beantwortet die Frage "Was ist der Auftrag des Unternehmens".
- Aussage zu grundlegenden Wertvorstellungen
3.2 Leitbild
- Konkreter und mit deutlichem Gegenwartsbezug als Vision und Mission
- Beschreibt die angestrebte Identität eines Unternehmens und gibt den Orientierungsrahmen vor
- Muss dokumentiert und die Einhaltung überwacht werden
- Möglichst prägnant verfasst
- Angemessene Operationalisierung sichergestellt sein.
Prozess der Leitbildentwiclung muss vom Management angestoßen werden, das später auch für die Verfolgung des Leitbilds verantwortlich ist.
3.2 Unternehmensgrundsätze
Aspekte
- wirtschaftliche Grundfunktion des Unternehmens
Welche Art von Gütern und Dienstleistungen das Unternehmen erstellen und anbieten möchte - Verhaltensgrundsätze
Normen und Richtlinien für die Interaktion mit den zahlreichen Anspruchsgruppen des Unternehmens
3.2 Unternehmenskultur
Stellt durch die in ihr enthaltenen Artefakte, Symbole, Werthaltungen, Basisannahmen ein Orientierungsmuster dar.
3.3 Zielelmente
- Zielobjekt
Ausschnitt aus der Realität, für den das Ziel gilt bzw. innerhalb dessen die Zielerfüllung vorgenommen werden soll - Zielinhalt
Zentrales Element der Zielbestimmung. Präzisiert den angestrebten zukünftigen Zustand durch inhaltliche Beschreibung der Erwartungen- Sachziele
Beziehen sich auf den Leistungsprozess - Formalziel
in monetären Größen messbarer wirtschaftlicher Erfolg
- Sachziele
- Zielausmaß
Maßstab zur Bewertung der Zielinhalte. Zielerreichungsgrad- extremierende Ziele
Zielgröße maximieren - satisfizierende Ziele
Erreichen eines befriedigenden Wertes
- extremierende Ziele
- zeitlicher Zielbezug
Festlegung der zeitlichen Befristung- statische Zielformulierung
eine Bezugszeitgröße - dynamische Zielformulierung
unterschiedliche Bezugszeitgrößen
- statische Zielformulierung
3.3 Anforderungen an die Gestaltung von Zielsystemen
- Realitätsbezug
erreichbar und nicht im Widerspruch zu anderen autorisierten Zielen - Vollständigkeit
alle autorisierten Ziele des Unternehmens sind enthalten und Beziehungen zu ihnen offengelegt - Anpassungsfähigkeit
Integration von neuen Zielen möglich, ohne die Struktur des Zielsystems grundlegend zu ändern - Akzeptanz
abhängig vom Ausmaß, in dem die Aufgabenträger an dem Zielbildungsprozess partizipieren können. - Ziele eines organisatorischen Teilbereichs sind stets auf die übergeordneten Ziele des Unternehmens abzustimmen.
3.3 Kriterien von Zielbeziehungen (Interdependenzrelationen)
- Komplementarität
zwei Ziele unterstützen sich positiv - Konkurrenz
Erreichung von Ziel A erschwert das Erreichen des Ziels B - Neutralität
Zielneutralität bzw. Zielindifferenz
Sonderfälle
- Zielidentität
Ein Ziel kann vollständig durch ein anderes ersetzt werden. - Zielantinomie
Zwei Ziele schließen sich gegenseitig aus
3.3 Begriff: Instrumentalrelation (bzgl. Ziele)
Vertikale Differenzierung in Formeines Ziel-Mittel-Verhältnisses.
Es entsteht eine Rangordnung zwischen Zielen: Ober- und Unterziele.
Herausbildung einer Zielhierarchie im Sinn von Wirkungsketten.
Präferenzrelation
Ziele mit Gewichten versehen. Hauptziele - Nebenziele
3.4 Ausrichtung auf Shareholder Value
Steigerung des Unternehmenswerts für die Aktionäre als Ziel.
Interessen anderer Anspruchsgruppen haben lediglich instrumentelle Bedeutung.
Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen werden auf den Shareholder Value quantifiziert.
Zentrale Steuerungsgrößen
- Cashflow
- Kapitalkosten
Wegen einseitiger Orientierung kritisiert.
Stakeholder-Interessen müssen trotzdem berücksichtigt werden, da mittelfristig Nachteile (Kreditgeber, Lieferanten, ...) zu erwarten sind bzw. gesetzliche Regelungen (Mitarbeiter, Verbraucher) existieren.
3.4 Ausrichtung Stakeholder Ansatz
Neben den Ansprüchen von Eigentümern die Interessen anderer Gruppen, aber auch gesellschaftliche Ansprüche genau kennen und auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Anspruch des Stakeholders ergibt sich aus den zur Verfügung gestellten Ressourcen:
- Kapitalressource
- Vertrauensressource
- Informationen / Know-how
Kein Widerspruch zum Shareholder-Value-Ansatz, da zufriedene Mitarbeiter, Kapitalgeber, etc. zum Shareholder-Value beitragen können.
Kein Stakeholder-Value - keine messbare Größe.
4.1.1 Entwicklungsphasen der strategischen Planung
- Finanz- und Investitionsplanung
Tendenziell stabile Umwelt. Technologische Neuerungen überschaubar. Planung um Gewinne und Kostenziele zu realisieren- Jahresbudget
- funktionaler Schwerpunkt
- Langfristplanung
Umfassende Planungssysteme um Ziele, Maßnahmen, Budgets für viele Jahre im Voraus zu bestimmen- Mehrjahresbudget
- Abweichungsanalyse
- Festlegung des Mittelbedarfs
- strategische Planung
Intensiverer Wettbewerb sowie Auseinandersetzung mit besonderen Umweltgegebenheiten
Immer wieder neue Anforderungen. Proaktiv handeln.- auf Wertsteigerung ausgerichtet
- auf nachhaltigen Wettbewerbsvorteil ausgerichtete Geschäftsfeldstrategien
- interaktiver Prozess der Strategieentwicklung
- Strategisches Management
Mögliche Strategien kontinuierlich auf Realisierbarkeit prüfen. Strategieformulierung. Strategieimplementierung. Abstimmung der Managementfunktionen mit der Strategie des Unternehmens im Vordergrund- Vision und Führung
- klar definierter strategischer Rahmen
- breit gestreute Fähigkeit, strategisch zu denken
- abgestimmte unterstützende Managementverfahren
- förderlichers Wertesystem und Unternehmenskultur
4.1.1 Interdependenzen zwischen Strategieformulierung und -implementierung
- die Abstimmung zwischen -formulierung und -implementierung muss in Form eines integrierten Prozesses erfolgen
- Ausrichtung der Aufbau- und Ablauforganisation auf die strategischen Ziele
- Unternehmenskultur gewinnt für das strategische Management an Bedeutung
- Anreizsystem sollen das strategische Denken und Handeln fördern
4.1.1 Strategisches Management
- Formulierung von Strategien
- mit Fragen zum organisatorischer Wandel auseinandersetzen
4.1.1 Forschung zur (strategischen) Planung
- kein einheitliches strategisches Forschungsparadigma
- wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Fragen der strategischen Planung in 50er/60er
- Strategiebegriff aus der Spieletheorie
- Standardwerk durch CHANDLER und ANSOFF
- Harward: unternehmensstrategische Disziplin der Business Policy
- umfassendes Modell zur strategischen Planung durch GILMORE/BRANDENBURG
- 70ern: empirsche Strategieforschung in den USA - ab hier 2. Generation strategischer Planungsansätze
- Zuständigkeit von verschiedenen Planungsebenen im Rahmen des Prozesses der Startegieformulierung regeln
- Ebene des Gesamtunternehmens, der Geschäftsbereiche, der Funktionsbereiche
- 77: Strategiekonferenz "Business policy and planning: The state of the Art"
- 80er: Strategie eine voll entfaltete Managementdisziplin
4.1.1 Begriff: Strategie (Spieltheorie)
Vollständiger Plan eines Spielers, der es ihm (vorausschauend) gestattet, in allen denkbaren Spielsituationen die richtige Entscheidung zu treffen
4.1.1 Business Policy
Setzt sich aus ganzheitlicher Perspektive mit unternehmerischer Grundsatzentscheidung auseinander.
Fragen der zukünftigen Unternehmensaktivitäten rücken in den Vordergrund.
Konzentriert sich auf die Bereitstellung von praktischen Problemlösungskonzepten.
4.1.1 Modell zur strategischen Planung (GILMORE/BRANDENBURG)
43 Einzelschritte in vier Hauptphasen zugeordnet:
- Definition der Marktaufgabe des Unternehmens
- Bestimmung der Wettbewerbsstrategie
- Spezifikation von Handlungsprogrammen
- Planrevision als Auftakte eines neuen Planungsprozesses
Anhand einer Umwelt- und Unternehmensanalyse mögliche Betätigungsfelder identifizieruen.
Bestimmung von Strategien steht im Vordergrund
4.1.2 Begriff: Planung (WILD)
Systematisch-methodischer Prozess der Erkenntnis und Lösung von Zukunftsproblemen
4.1.2 Begriff: Planung (SZYPERSKI/WINAND)
Planung ist eni willensbildender, informationsverarbeitender undprinzipiell systematischer Entscheidungsprozess mit dem ziel, zukünftige Entscheidungs- und Handlungsspielräume problemorientiert einzugrenzen und zu strukturieren.
4.1.2 Grundmerkmale und -funktionen der Planung
- Zukunftsbezogenheit
Infomationen übr spätere Handlungen erhalten und diese zu antizipieren
zukunftsgerichtete Tätigkeit - Gestaltungsorientierung
Aufbau eines Handlungsspielraums - Informationsverarbeitung
mehrere Personen involviert. Verbreiterung der Wissensbasis des Unternehmens - Subjektivität
Von den individuellen Fähigkeiten abhängig, Probleme wahrzunehmen, voneinander abzugrenzen und diese einer Lösung zuzuführen - Rationalität
bewusstes zielgerichtetes Denken sowie methodisch-systematisches Vorgehen
auch die Beurteilungskriterien werden fortlaufend verbessert.
4.1.3 Funktionen der Planung
- Selektion
- Verarbeitung und reduktion der Komplexität
- auf relevante handlungen reduziert
- Selektion mit Risiko behaftet
- Flexibilisierung
- frühzeitig Handlungsmöglichkeiten generieren, die bei Eintritt von Ereignissen ohne vorheriger Planung nicht mehr realisierbar wären
- Ressourcenpotenziale notwendig, um die Varietät der Umwelteinflüsse verarbeiten können
- robuste Planung: Maßnahmen unter allen denbaren Bedingungen weitgehend zielkonform
- Eventualpläne erstellen
- potenziell notwendige Anpassungen von Beginn an mit Einbeziehungen und zeitnah, bei Vorliegen beserer Informationen treffen
- sachliche und zeitliche Koordination der verschiedenen Teilbereiche
4.1.4 Planungsträger
Personen, die bei der Erstellung von Plänen aktiv mitwirken oder an der Entwicklung des Planungssystems beteiligt sind.
Anforderungen strategische Planung:
- besonderes Abstraktionsvermögen
- hohes Informationsverarbeitungspotential
- Kreativität
Anforderungen operative Planung
- Kooperation
- Koordination
- Konfliktlösung
4.1.4 zeitliche Plankoordination
- starre Planung
Abfolge von Handlungsalternativen bereits zum Zeitpunkt t0 festgelegt - flexible Planung
im Zuge der zeitlichen Entwicklung werden zusätzliche Informationen berücksichtigt - rollende Planung
Konkretisierung unf Fortschreibung der Pläne um eine weitere Stufe am Ende der erhergehenden Stufe - revolvierende Planung
in einem bestimmten Rhytmus Aktualisierung von Plandaten.
Gesamthafte Überarbeitung der Pläne.
4.1.4 Plankoordination gemäß Rangfolge
- horizontale Koordination
Abstimmung zwischen den Geschäfts/Funktionsbereichen z.B. Produktions-, Absatzplan- Simultanplanung
Gesamtoptimum der Planung gewünscht. Unrealistisch, da sich nicht alle Interdependenzen erfassen lassen - Sukzessivplanung
Teilpläne aufeinander aufgebaut. Ausgangspunkt: Engpassbereich
- Simultanplanung
- vertikale Koordination
Differenzierung in über- und untergeordnete Planungsebenen
Es wird zwischen Ebenen der Geschäfts- bzw. Funktionsbereiche unterschieden- Top-Down-Planung
Koordination mit der Spitze beginnend
Erhebliche Probleme, da Kenntnisse aller Detailbereiche notwendig wären.
Problem der vertikalen Interdependenz der Planung - Bottom-Up-Planung
Ausgangspunkt Teilpläne der untersten Ebene
Problem: große Anzahl von Teilplänen; schwer in Bezug auf die übergeordneten Pläne verdichtbar
Hoher Koordinationsaufwand - Gegenstromverfahren
Synthese von Top-Down und Bottom-Up
Beginn mit Tob-Down als grober Rahmenplan (Entwurfscharakter)
In Untergeordneten Ebenen auf Erreichbarkeit prüfen und in Form vno Unterzielen sowie Teilplänen konkretisieren
Mehrere Planungsphasen
- Top-Down-Planung