41550 - Materialwirtschaft - KE4


T. W.
Diese Lernkarten behandeln die innerbetriebliche Standortplanung und Materialbereitstellung auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Optimierung von Maschinenstandorten, Transportkosten und die Lösung von Standortproblemen unter verschiedenen Bedingungen. Die Karteikarten erklären Verfahren wie CRAFT zur optimalen Maschinenanordnung, verschiedene Abstandsmaße und heuristische Zuordnungsverfahren. Sie richten sich an Studierende und Fachleute, die sich mit der effizienten Gestaltung von Produktionsprozessen und der Minimierung von Transportwegen beschäftigen.
Karten
20
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
25.01.2014 / 05.09.2020

Lernkarten

1. Begriff: Betriebliche Standortplanung

An- und Abtransport der Güter zum bzw. vom Betrieb

Transportkosten nicht unbedingt dominierende Einflüsse.

Lokale Arbeitsmarktbedinungen, steuerliche Anzeize dominieren.

1. Begriff: Innerbetriebliche Standortplanung

Transporte, die innerhalb einer räumlich zusammengehörigen Betriebsstätte beginnen oder enden.

Im allgemeinen zwischen den Betriebsmitteln (Maschinen)

Transportkosten eindeutig dominierend

1. Begriff: Fließfertigung

Identische Maschinenfolge für alle Aufträge

Produktorientierte Standortentscheidung (product layout)

 

1. Begriff: Werkstattfertigung

In sehr kleinen Losen eine große Aunzahl beträchtlich voneinander abweichender Güter gefertigt.

Prozessorientierte oder funktionsorientierte Standortentscheidung.

 

1. Begriffe für Standortermittlung

  • Standort k, identifiziert mit Koordinaten (xk, yk)
  • Standort für Maschine k .. P(k)
  • Lösung des Standordproblems .. LM
  • Transportweg vom Standort k zum Standort l .. dkl
  • Transportzeit zwischen Maschine m und n .. tmn
  • Transportintensität zwischen Maschine m und n .. imn
  • Zeitkostensatz .. q
  • Transportkosten zwischen Manschine m und n .. kmn = knm
    kmn = knm = tmn*q*(imn+inm)

2. Prämissen zur Lösung des Standortproblems

  • Wahl des Standorts beeinflusst nicht die Betriebsleistung
  • Abstatzpreise unabhängig von den Fertigstellungsterminen
  • Nur Transportkosten problemabhängig
  • Konstante, identische Zeitkostensätze (q=1)
  • Transportzeiten proportional zu Stückzahl und Weglänge
  • Alle Maschinen und Aufträge mit Maschinenfolge bekannt
  • Zielkriterium: Kostenminimierung, damit Minimierung der Transportkosten

2. Minimax-Lösung

Minimieren der von einem Auftrag maximal zurückzulegenden Transportwege.

3. allgemeines Standortproblem

  • unbeschränkter Lösungsraum

3. Standortproblem mit Beschränkungen

  • Lösungsraum auf M ausgewählte Standorte beschränkt
  • quadratisches Zuordnungsproblem
  • binäre Problemvarialble: 0/1 je nachdem ob die Maschine an dem Standort ist oder nicht .. ykm

3. Euklidischer Abstand

  • Standort durch Koordinaten gegeben.
  • Weg euklidisch berechnet.

3. Rechtwinkliger Abstand

  • Standort durch Koordinaten gegeben
  • Weg durch rechtwinklige Wege ermittelt

4.1. Effektivitätsmaß

Maß mit variablen Transportkosten für einen Standort

4.1. Lösung zu allgemeinen Standortproblemen nach Bindschleder und Moore

  • Bestehender Standort mit einer Maschine
  • Eine Maschine soll hinzugefügt werden
  • Isokostenlinie auf Basis des Effektivitätsmaßes erstellen
  • Graphische Interpretation und vergleichende Bewertung der Standortvorschläge
  • E = d12 = Sqrt(x2 + y2)

 

4.1. Lösung zu allgemeinen Standortproblemen mit mehr bestehenden Maschinen

  • Bestehender Standort zwei oder mehreren Maschinen
  • Eine Maschine soll hinzugefügt werden
  • Isokostenlinie auf Basis des Effektivitätsmaßes erstellen
  • Graphische Interpretation und vergleichende Bewertung der Standortvorschläge
  • Näherungslösung

 

Vorgehen

  1. vermutete Näherungslösung x(1), y(1) festlegen
  2. x(2) errechnen aus dE/dx=0 mit y=y(1)
  3. y(2) errechnen aus dE/dy=0 mit x=x(1)
  4. Verfahren konvergiert zur optimalen Lösung

Eindeutige Lösung i.A. bei mehr als zwei existierenden Maschinen

4.1. Ermittlung der optimalen Standortkoordinaten

  • mehrere bestehende Maschinen
  • rechtwinkliges Abstandsmaß

 

  1. Intensitätensumme I ermiteln
  2. Intensitäten in x aufsummieren, bis i >= I/2 ergibt xopt
  3. Intensitäten in y aufsummieren, bis i >= I/2 ergibt yopt

Resumee

  • Ergibt ein Optimum, eventuell gibt es auch noch andere.
  • Zunehmend hoher Rechenaufwand wenn mehrere Maschinen gleichzeitig hinzukommen
  • Teilweise nicht realisierbare Ergebnisse (Standort ist schon belegt)

3. Quadratisches Zuordnungsproblem

Berücksichtigt, ob ein Standort schon vergeben ist oder nicht.

4.2. Lösungen zu quadratischen Zuordnungsproblemen

Zielfunktion ZT=SSSSdkl*imn*ykm*ykl

cklmn=dkl*imn

yklmn=ykm*yln

Anwendbar für lineare Programmierung durch

ykm+yln-2*yklmn>=0   und

SSSSyklmn=M2

 

4.3. Arten heuristischer Zuordnungsverfahren

  • konstruktive Verfahren
    sukzessives Aufbauen der Lösung
  • Iterationsverfahren
    Lösung durch Verschieben und Vertauschen ermitteln

 

4.3. Compoterized Relative Allication of Facilities Technique (CRAFT)

Iterationsverfahren zur optimalen Anordnung von Maschinen

  • kann unterschiedliche Standortflächen berücksichtigen
  • Transportwege als Abstände zwischen den Flächenzentren ermitteln

Flächentausch wenn (zumindest ein Kriterium muss erfüllt werden)

  • Die beiden Flächen eine gemeinsame Seite haben
  • Die beiden Flächen an eine gemeinsame dritte Maschine grenzen
  • Die beiden Flächen gleich groß sind

Nachteil

  • möglicherweise starke Umrissveränderungen der Maschinenstandorte

Best Practice

  • mit verschiedenen alternativen Ausgangslösungen beginnen

4.3. Ablauf CRAFT-Verfahren

  1. Eingabe Ausgangslösung
  2. Eingabe Transportintensitäten
  3. Bestimmung der zu vertauschenden Maschinen
  4. Berechnen der Flächenzentren und Transportwege
  5. Berechung des Ausgangs-Zielfunktionswertes ZT
  6. Berechnen des Zielfunktionswertes Z'T nach dem Tausch
  7. Prüfen: kann Zielfunktionswert gesenkt werden
    NEIN -> Ende
  8. Tausch der Maschinen für geringstem Z'T
  9. Schleife mit 3

 

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