2GM01 APPP Nervensystem Pharma

Karteikarten zu Pharma Nervensystem

Karteikarten zu Pharma Nervensystem


Moritz Rolli
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Pharmakologie des Nervensystems, mit Fokus auf Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sowie deren Rolle bei der Wirkung von Psychopharmaka. Sie erklären die Funktionsweise von Antidepressiva, Neuroleptika und anderen Medikamenten, die auf das zentrale Nervensystem wirken, und deren Einsatz bei psychischen Erkrankungen. Ideal für Medizinstudenten und Pharmazeuten, die sich mit den Grundlagen und Anwendungen von Psychopharmaka vertraut machen möchten.
Karten
22
Lernende
42
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin/Pharmazie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.11.2015 / 13.02.2025

Lernkarten

Nenne die Definition von Neuroleptika. Welche Wirkungen können diese haben?

Neuroleptika sind Arzneimittel, die - je nach Wirkstoff - mehr oder weniger stark antipsychotisch sowie unterschiedlich ausgeprägt beruhigend bis dämpfen wirken.

Wirkung entweder antipsychotisch (Realitätsverlustbekämpfend) oder Beruhigend.

 

Welche psychiatrischen Indikationen haben Neuroleptika?

  • Psychosen (Schizophrenie)
  • bipolare Störungen
  • manisch-depressive Zustände
  • Alterpsychosen
  • hirnorganische Psychosen
  • starke Erregung im Alter
  • Zu anderen Narkosezwecken.

Wie sieht die Hauptwirkung auf den Körper bei Neuroleptika aus?

Alle Neuroleptika blockieren die Dopamin-Rezeptoren im lymischen System und dämpfen so die überschiessenden Dopamin vermittelten Nerventätigkeiten.

Die Neuroleptika können nach ihrer Potenz in vier Gruppen unterteilt. Nenne diese 4 Gruppen.

  1. Schwache Neuroleptika mit geringer antipsychotischer und mässig sedierender Wirkung
  2. Mittelstarke Neuroleptika mit mässig antipsychotischer und stark sedierender Wirkung
  3. mittelstarke Neuroleptika mit mässig antipsychotischer und antriebssteigender Wirkung
  4. starke Neuroleptika mit starker antipsychotischer und wenig sedierender Wirkung

Nenne die wichtigsten & einschneidensten Nebenwirkungen von Neuroleptika.

  • Frühdyskinesie = Frühe Bewegungsstörungen = Spontane, unwillkürliche Muskelbewegungen im Gesicht. Bilden sich meist nach reduktion oder Gabe von Parkinsonmedikamenten zurück.
  • Neuroleptika induziertes Parkinson-Syndrom/extrapyramidale Symptome (EPS) = Typische Parkinsonsymptomatik
  • Bewegungsunruhe = Akathasie = Unfähigkeit still zu sitzen/allgemeiner Bewegungsdrang
  • Spätdyskinesien 

Was sind extrapyramidale Symptome?

Störung im Bewegungsablauf. Dabei kommt es zu einer Zunahme oder Verminderung der Bewegungen, verbunden mit erhöhtem oder vermindertem Spannungszustand der Muskeln.

Nenne das allgemeine Ziel von Antidepressiva.

Mehr Neurotransmitter (Serotonin, Noradrenalin), verhindern die Rückaufnahme der Neurotransmitter in ihre Speicher.

Welche 3 Wirkungen haben Antidepressiva auf die Psyche?

  • vorwiegend dämpfend
  • vorwiegend depressionslösend und stimmungsaufhellend
  • vorwiegend aktivierende und antriebssteigernde Wirkung

Welche sind die Hauptwirkungsmechanismen von Antidepressiva?

Alle Antidepressiva sorgen dafür, dass die Neurotransmitter an ihren Wirkorten länger zu Verfügung stehen.

Folgende Wirkungsweisen haben Antidepressiva:

  • verhindern die Rück-Aufnahme der Neurotransmitter in ihre Speicher
  • blockieren ihren Abbau
  • bewirken, dass der Neurotransmitter vermehrt aus den Speichern ausgeschüttet wird. 

Wieso ist, bei Beginn einer Therapie mit Antidepressiva, die Gefahr von Suizid erhöht?

Da die Antidepressiva zu Beginn antriebssteigernd wirken, finden die Depressiven die "Kraft" einen Suizid zu Vollziehen. Diese Kraft kann bei einer Unbehandelten Depression kaum aufgebracht werden.

Was sind, bzw. wie wirken Tri- (und Tetrazyklische) Antidepressiva (TZA). Nenne Medikamentenbeispiele.

Sie haben sehr unterschiedliche Wirkungen. Sie können

  • sowohl die Wiederaufnahme von Serotonin und Dopamin in Ihre Spreicher hemmen, was sich positiv auf die Stimmung auswirken kann
  •  können den Histamin-Spiegel beeinflussen, was entspannend wirkt
  • oder in den Noradrenalin-Haushalt eingreiffen, was den Antriebt stärkt.

Medikamentöse Beispiele:

  • Anafranil
  • Saroten
  • Sinquan

Was sind, bzw. wie wirken Selektive Wiederaufnahmehemmer, welche Unterschieden werden in:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • Serotonin und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

 

Nenne Medikamentöse Beispiele.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Sie wirken speziell auf den Neurotransmitter Serotonin. Sie führen dazu, dass Serotonin nicht wieder in die Nervenzellen aufgenommen werden kann und so inaktiv gemacht wird. 

z.B. Citalopram, Cipralex, Sertal, Paronex

Serotonin und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)

Sie hemmen sowohl Wiederaufnahme von Serotonin, als auch von Noradrenalin. Werden spezifisch im Hinblick dieses Mangels angewendet.

Efexor, Dalcirpran, Cymbalta

Welche Wirkung hat Lithium auf die Psyche?

Mildert die manischen Phasen und Verlängern die Krankheitsfreien Phasen.

Was sind Tranquilanzien und welche Wirkungen haben sie?

Tranquilanzien sind Substanzen ohne Antipsychotischen Effekt

Sie wirken: 

  • beruhigend
  • Angst und Spannungslösend
  • ausgleichend
  • z.T. muskelrelaxierend
  • wenig beeinflussend auf Denkvermögen und Leistungsfähigkeit

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