2. Semester


A. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die juristische Methodik auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie die Anwendung von Gesetzen, die Struktur von Urteilen, die Rolle des Bundesgerichts und die Unterschiede zwischen verschiedenen Rechtsnormen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Jurastudierende und Rechtsanwälte, die ihre Kenntnisse in rechtlicher Argumentation und Fallbearbeitung vertiefen möchten.
Karten
240
Lernende
115
Sprache
Deutsch
Kategorie
Recht
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
10.04.2014 / 07.01.2025

Lernkarten

Nennen Sie mir Vorteile von Individuell-konkret.

  • Einzelfallgerechtigkeit
  • Subsumtion des Einzelfalls

Wie sorgt das Recht für Konfliktbereinigung?

  • Organe -> Eleminierung der Selbsthilfe
    • Verwaltungsbehörden
    • Polizei
    • Zivil-, Straf-, Verwaltungsgerichte
    • Betreibungs- und Konkursämter
    • ...
  • Verfahren -> Streitigkeiten vollstänig abschliessen
    • Verjährung/Verwirkung
    • Novenrecht (Behauptungen nur bis zu einem bestimmten Zeitpunk zugelassen
    • ...

Was ist eine rechtliche Fiktion?

Fiktion = Das Recht nimmt fiktive Fälle und wendet das Recht daraus ab.

Sind vorgegeben und unumstösslich

Bsp.: Wenn man den Mangel nicht rügt, nimmt man den Mangel an.

Was ist eine Rechtsvermutung (praesumtion juris)?

Das Recht stellt Vermutungen auf. Können umgestossen oder widerlegt werden

Bsp.: Recht nimmt an, dass der Ehemann der Vater des neugeborenen Kindes ist.

Was ist ein naturalistischer Fehlschluss?

Man sollte im Idealfall vom "Sein" (Tatsachen) auf "Soll" (Recht) schliessen.

Bsp.: Sein = Anstieg von Drogentoten, Soll = Verbot von Drogen

Hier kommt der naturalistische Fehlschluss zur Anwendung. Man kann nicht immer vom Sein auf Sollen schliessen, da die Politik auch noch eine Rolle spielt.

Bsp.: Es werden stärkere Strafen erlassen oder nur bestimmte Drogen werden verboten.

Welche Rechtssetzer gibt es?

  • Staat: staatliches Recht
    • Verfassung, Gesetze, Verordnungen
    • Gewohnheitsrecht
    • Richterrecht
  • Private: privatautonom geschaffenes Recht
    • Verträge, Testamente
    • Regelungen von Berufs-, Fach-, oder Interessenvereinigungen
    • Gesamtarbeitsverträge
    • AGB's

Welche Inhaltlichen Grenzen gibt es bei staatlichem Recht?

Grundrechtsschutz

Welche inhaltlichen Grenzen gibt es bei privatautonomen geschaffenen Rechten?

Schranken der objektiven Rechtsordnung: zwingendes (staatliches) Recht

Was macht ein Rechtsstaat im formellen Sinn aus?

  • Legalitätsprinzip (Art. 5 Abs. 1 BV)
  • Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative)
  • Qualifizierter Rechtsschutz (Art. 29 ff. BV, Rechtswertgarantie)

Was macht den Rechtsstaat im materiellen Sinn aus?

  • Grundrechtsstchutz (Art. 7 ff. BV; Freiheitsrechte, Rechtsgleichheit, Willkürverbot)
  • Staatliche Organe handeln im öffentlichen Interesse, verhältnismässig und nach Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 2 und 3 BV)

  • Beachtung des Völkerrechts (Art. 5 Abs. 4 BV)

Wie sieht es aus mit der Verfassungsgerichtbarkeit von Bundesgesetzen?

Gesetzgeber ist selbst an die Gesetze gebunden.
Bundesgesetze und Völkerrechte sind massgebend.
Gesetze müssen auch angewendet werden, wenn sie gegen die Verfassung verstossen.
Verfassungsgerichtsbarkeit, existiert in der Schweiz für Bundesgesetze nicht.

Die Bevölkerung entscheidet, was in der Bundesverfassung steht. Die Demokratie wird
somit untergraben, wenn die Bundesgesetze vorgehen. 

Was ist ein Innominatvertrag?

Innominatvertäge sind nicht ausdrücklich im Gestzt gereglet. Sie sind sui generis d.h. grundsätzlich gültig, wenn sie nicht gegen gesetzliche Verbote oder zwingendes Recht verstoßen. ein Vertrag sui generis eine bewusst eigenständige Vertragsart dar.

Ausdrücklich geregelt sind zum Beispiel: Kaufvertrag und Werkvertrag.

Nicht ausdrücklich geregelt sind zum Beispiel: Leasingverträge und Franchisingverträge.

Innerhalb der Innominatverträge werden einerseits die gemischten Verträge unterschieden, andererseits Verträge eigener Art. Gemischte Verträge vereinen Tatbestandselemente verschiedener Vertragstypen. Ein Vertrag eigener Art enthält zumindest ein Element, das sich keinem gesetzlich geordneten Vertragstyp zuordnen lässt.

Was ist das spezielle an einer Körperschaft?

Eine Körperschaft ist eine Personenverbindung. Es sind Gesellschaften mit eigener Rechtspersönlichkeit d.h. sie treten elbständig als Trägerin von Rechten und Pflichten auf.

Was ist das spezielle an einer Anstalt?

Eine Anstalt ist keine Personenverbindung wie die Körperschaft., sondern sind einem bestimmten Zweck gewidmete Vermögen.

Was beinhaltet das Ingress eines Gesetzes?

  • Der Regierungsrat
  • gestützt auf welche Rechtsnorm
  • Datum des Gesetzes

Was beinhaltet der Titel eines Gesetzes?

  • Um welche Form von Gesetz es sich handelt (Verordnung, Gesetz, Verfassung)
  • über welche Organisation es erlassen wurde
  • Datum des inkrafttretens

Was beinhaltet das Rubrum eines Urteils?

  • urteilende Abteilung
  • Urteilsdatum
  • der Spruchkörper
  • Gerichtsschreiber
  • Die Parteien mit ihren jeweiligen Vertretern
  • Streitobjekt

Für was ist das Bundesgericht zuständig?

Das Bundesgericht ist die oberste rechtsprechende Behörde. Es ist zuständig für die letztinstanzliche Beurteilung von straf-, zivil- und verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten.

Was ist der Unterschied zwischen der amtlichen Sammlung AS und systemmatischen Rechtssammlung SR?

  • Amtliche Sammlung
    • Bundesgesetzte sind chronologisch geordnet
    • Nur was in der AS veröffentlicht wird, ist tatsächlich geltendes Recht.
  • Systemmatische Rechtssammlung:
    • Bundesgesetze sind nach Fachgebiet geordnet

Wie entscheidet das Verwaltungsgricht?

  • als Vorinstanz des Bundesgerichts
  • in gewissen Rechtsgebieten als letzte bzw. einzige Instanz

Wer ist die erste Instanz im Zivil- und Strafrecht?

In der Regel ist es ein kantonales Gericht

Wer ist die erste Instanz beim Verwaltungsrecht?

Im Verwaltungsrecht ist die erste Instanz oft eine Behörde.

Wie ist ein Urteil aufgebaut?

  1. Urteilskopf (Rubrum)
  2. Sachverhalt (mit Prozessgeschichte und Anträgen)
  3. Urteilsbegründung (juristische Argumentation)
  4. Urteilsformel (Dispositiv)

Nennen Sie mir die zuständigen Gerichte bei der ersten, zweiten und dritten Instanz.

  1. Instanz: Bezirks- oder Kreisgericht bzw. eine Behörde
  2. Instanz: Ober- oder Kantonsgericht bzw. eine Oberbehöre oder Verwaltungsgericht
  3. Instanz: Bundesgericht

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