2 GM 02 Pathologie, Magen-Darm-Trakt
Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Divertikulitis, Appendizitis, Proktitis und Hämorroiden
Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Divertikulitis, Appendizitis, Proktitis und Hämorroiden
-
- 1 / 38
-
Cartes-fiches
Definition:
Morbus Crohn
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des gesamten Gastrointestinaltraktes
1. Lokalisation:
2. Befall:
Morbus Crohn
- Betrifft den ganzen Magen-Darm-Trakt.
- Der Befall ist diskontinuierlich
Ursache:
Morbus Crohn
Unklare Ätiologie
Symtome:
Morbus Crohn
Der Morbus Crohn beginnt meist beim jungen Erwachsenen mit unspezifischen Symptomen; dazu gehören Müdigkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen im rechten Unterbauch sowie (meist unblutige) Durchfälle. Daneben können Fieber, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Es treten Analfissuren und Fisteln auf. Häufig sind auch schmerzhafte Ulcera und Aphten in der Mundhöhle.
Diagnose:
Morbus Crohn
Laboruntersuchung: CRP, BSG (Entzündungsparameter sind erhöht)
Abdomen-Sonographie
Röntgen: durch das Kontrastmittel werden Fisteln sichtbar
Koloskopie mit Biopsieentnahme
Therapie:
Morbus Crohn
- Die Therapie besteht zum einen in der Einhaltung einer speziellen Diät.
- Ist der Dickdarm befallen, werden Aminosalicylate in Verbindung mit Kortison eingesetzt.
- Bei Dünndarmbefall wirkt Kortison im akuten Schub.
- Zusätzlich werden in schweren Fällen auch Antibiotika und Immunsuppressiva (Medikamente, welche das Immunsystem unterdrücken) verabreicht.
Komplikationen:
Morbus Crohn
- Fisteln
- Stenose
- Abszesse
- Strikturen
Prophylaxe:
Morbus Crohn
Angepasste Ernährung und gute medizinische (auch psychologische) Betreuung können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen, ein Verhindern der Erkrankung ist damit allerdings nicht möglich. Immunmodulierende Massnahmen (mit Darmparasiten) befinden sich noch in der Testphase, könnten jedoch eine Schlüsselrolle beim Eingreifen in den Entstehungsmechanismus spielen.
Verlauf/Prognose:
Morbus Crohn
Morbus Crohn ist eine chronische und Rezidivierende Erkrankung,
Mit einhaltung einer Diät und guter Medizinischer behandlung kann der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden.
Definition:
Colitis Ulcerosa
Colitis Ulcerosa ist eine chronisch residierende, nur die Schleimhaut betreffende Entzündung, die nur den Dickdarm (Colon) befällt
1. Lokalisation:
2. Befall:
Colitis Ulcerosa
- Betrifft nur den Dickdarm (beginnt immer im Rectum (Enddarm))
- Kontinuierlicher Befall
Ursache:
Colitis Ulcerosa
Unklare Ätiologie
Schweregrade und Symtome:
Colitis Ulcerosa
- Leichter Schub
- bis zu 5 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
- kein Fieber
- kein herabgesetzter Allgemeinzustand (AZ)
- Mittelschwerer Schub
- bis zu 8 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
- Tenesmen (Schmerzhaften Stuhlgang)
- Leichtes Fieber
- Schwerer Schub
- über 8 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
- hohes Fieber (>38°C)
- Tachycardie
- Druckschmerzhaftes Abdomen
- Schlechter AZ
Diagnose:
Colitis Ulcerosa
- Anamnese und Klinik
- Digital-rektale Untersuchung
- Labor
- Blutbild, CRP, BSG
- Stuhl auf pathogene Keime
- Koloskopie und Biopsie des Dickdarms
- Sonographie
Therapie:
Colitis Ulcerosa
Medikamentös:
- Entzündungshemmende Medikamente (
- Bei schweren Schüben Kortison intravenös, als Tabletten, Zäpfchen oder Einlauf.
- Bei schwerem Verlauf evtl. Immunsuppressiva oder Immunmodulatoren.
- Probiotika: die zusätzliche Einnahme von nicht-krankmachenden Bakterien scheinen die Darmflora zu beruhigen und zu verbessern.
- Eisenpräparate, Kalzium, Vitamin D (zur Verminderung der Knochenschäden durch kortisonhaltige Medikamente).
Operativ:
Bei sehr schweren Fällen und bei Komplikationen muss der Dickdarm entfernt werden. (wird heutzutage nur noch selten gemacht)
Komplikationen:
Colitis Ulcerosa
- Toxisches Megacolon
- Schwere Blutungen
- Kolonkarzinom
Prognose:
Colitis Ulcerosa
Ausschließlicher Rektumbefall: keine Einschränkung der Lebenserwartung
Definition:
Divertikulitis
Entzündung von Darmdivertikel (Ausstülpung der Darmwand)
Ursachen:
Divertikulitis
Eine Divertikulitis entsteht vermutlich dadurch, dass Stuhl bzw. schwer verdauliche Nahrungsreste Druckläsionen der verdünnten Divertikelwand erzeugen.
Symtome:
Divertikulitis
- Abdominalschmerzen (meist linker Unterbauch)
- Fieber
- Leukozytose
- Nausea
- Diarrhoe aber auch Obstipation
Diagnose:
Divertikulitis
- Labor
- Endoskopie
- Dickdarm-Doppelkontrast-Röntgen
Therapie:
Divertikulitis
Konservativ:
- Ballaststoffreiche Kost
- Parenterale Ernährung
Medikamentös:
- Antibiotika
Operativ:
- Abszesse operativ entfernen
Prognose:
Divertikulitis
- Konservative Therapie 1/3 d. F Rezidive
- Die Schwere der Symptome nimmt mit der Zeit zu
- Dies lässt sich evtl. durch die frühzeitige Ernährungsumstellung auf faserreiche Kost verhindern, nicht selten muss der betroffene Abschnitt jedoch chirurgisch reseziert werden.
Definition:
Appendizitis
Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix)
Ursache:
Appendizitis
- werden durch Keime der bereits vorhandenen Darmflora, z.B. bei Verlegung des Darmlumens (Kotsteine, unverdauliche Nahrungsmittelbestandteile, Verwachsungen, usw)
- oder werden durch Erreger, die auf dem Blutweg einwandern
Symtome:
Appendizitis
Eine Appendizitis beginnt meist unspezifisch mit:
- Übelkeit
- Erbrechen
- diffusen Oberbauchbeschwerden
Im weiteren Verlauf
- akuten Abdomen (mit Druckschmerzen, Loslassschmerzen, Abwehrspannung und Leukozytose)
Diagnose:
Appendizitis
- Fiebermessung (axillär-rektaler Temperaturunterschied > 1 Grad)
- Blutbild
- Sonographie des Abdomens (verdickte Appendix > 6mm)
- Farbdoppler-Sonografie (Hyperämie)
- MRT, CT
Therapie:
Appendizitis
Konservativ:
- Bettruhe
- Nahrungskarenz
- Antibiotika
Operativ:
- Apendix entfernung (Wurmfortsatz wird entfernt)
Definition:
Proktitis
Schmerzhafte Entzündung der Rektumschleimhaut
Ursache:
Proktitis
Infektionen:
Eine infektiös bedingte Proktitis kommt vor allem im Rahmen von Geschlechtskrankheiten vor, z.B. bei
- Gonorrhö (Tripper): eitrige Proktitis
- Infektion mit Chlamydia trachomatis
- Herpes-simplex-Virus-Infektionen
- Ulcus molle: äußerst schmerzhafte weiche Ulzera
- AIDS: Infekte, die nicht abheilen oder nässen und zu Fisteln neigen
Ein häufige Ursache ist dabei ungeschützter, rezeptiver Analverkehr.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen:
- Colitis ulcerosa
- Morbus Crohn
Allergische oder toxische Reaktionen:
- Allergisches Exanthem durch Inhaltsstoffe von Zäpfchen (Medikamente, Abführmittel), Kondomen oder Gleitmitteln
- Ergotismus gangraenosus cutaneus (perianale Ulzerationen durch Ergotamin-Zäpfchen z. B. bei Migränepatienten)
Sonstige Ursachen:
- Traumen
- Strahlentherapie
Symtome:
Proktitis
- wässrige und/oder blutig-eitrige Sekretion (Ausfluss)
- blutig-eitrige Stuhlbeimengungen
- Pruritus
- ständiger Stuhldrang
- Schmerzen und Krämpfe
- Tenesmen
Diagnose:
Proktitis
- Inspektion des Anus
- Digital-rektale Untersuchung
- Rektoskopie
Therapie:
Proktitis
Die Therapie ist abhängig von der auslösenden Ursache. Symptomatisch können entzündungshemmende Zäpfchen oder Klistiere Linderung bringen.
Definition:
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind erweiterte, arteriovenöse Blutgefässpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut am After vorkommen. Diese Gefässpolster dienen dem Feinverschluss des Afters. Man unterscheidet zwischen inneren (im Afterkanal) und äusseren Hämorrhoiden.
Ursache:
Hämorrhoiden
- Erbliche Disposition
- Sitzende Lebensweise
- chronische Obstipation
- portale Hypertension
- Adipositas
Symtome:
Hämorrhoiden
- Quälende Schmerzen und Juckreiz im Analbereich
- Hellrotes Blit am Toilettenpapier
- In manchen fällen kann es zu Stuhlinkontinenz kommen da sich der Schliessmuskel nicht mehr richtig schliessen kann
Diagnose:
Hämorrhoiden
- Analinspektion
- Anal-rektale Untersuchung
- Proktoskopie
Therapie:
Hämorrhoiden
Allgemeinmassnahme:
- Stuhlregulierung
- Gewichtsreduktion
- Körperliche Betätigung
Lokalmassnahmen:
- lokale Applikation antiphlogistischer Salben und Suppositorien
- Sitzbädern
Bei schwerwiegenden Beschwerden:
- Sklerosierung
- Gummibandligatur
- Infrarotkoagulation
- submuköse Hämorrhoidektomie