2 GM 02 Pathologie, Magen-Darm-Trakt

Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Divertikulitis, Appendizitis, Proktitis und Hämorroiden

Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Divertikulitis, Appendizitis, Proktitis und Hämorroiden


L. E.
Diese Lernkarten behandeln die Pathologie des Magen-Darm-Trakts und richten sich an medizinische Fachkräfte. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Proktitis, wobei Symptome, Ursachen, Diagnosen, Therapien und Prognosen detailliert erläutert werden. Besonders hervorgehoben werden entzündliche Prozesse, medikamentöse Behandlungen und chirurgische Eingriffe. Die Karteikarten bieten wertvolle Einblicke für Ärzte und Pflegepersonal, die Patienten mit diesen Erkrankungen behandeln.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
15.06.2015 / 16.07.2023

Cartes-fiches

Definition:

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des gesamten Gastrointestinaltraktes

1. Lokalisation:

2. Befall:

Morbus Crohn

  1. Betrifft den ganzen Magen-Darm-Trakt.
  2. Der Befall ist diskontinuierlich 

Ursache:

Morbus Crohn

Unklare Ätiologie

Symtome: 

Morbus Crohn

Der Morbus Crohn beginnt meist beim jungen Erwachsenen mit unspezifischen Symptomen; dazu gehören Müdigkeit, Gewichtsverlust und Schmerzen im rechten Unterbauch sowie (meist unblutige) Durchfälle. Daneben können Fieber, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Es treten Analfissuren und Fisteln auf. Häufig sind auch schmerzhafte Ulcera und Aphten in der Mundhöhle.

Diagnose:

Morbus Crohn

Laboruntersuchung: CRP, BSG (Entzündungsparameter sind erhöht)

Abdomen-Sonographie

Röntgen: durch das Kontrastmittel werden Fisteln sichtbar

Koloskopie mit Biopsieentnahme 

 

Therapie:

Morbus Crohn

  • Die Therapie besteht zum einen in der Einhaltung einer speziellen Diät.
  • Ist der Dickdarm befallen, werden Aminosalicylate in Verbindung mit Kortison eingesetzt.
  • Bei Dünndarmbefall wirkt Kortison im akuten Schub.
  • Zusätzlich werden in schweren Fällen auch Antibiotika und Immunsuppressiva (Medikamente, welche das Immunsystem unterdrücken) verabreicht.

Komplikationen:

Morbus Crohn

  • Fisteln
  • Stenose
  • Abszesse
  • Strikturen

Prophylaxe:

Morbus Crohn

Angepasste Ernährung und gute medizinische (auch psychologische) Betreuung können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen, ein Verhindern der Erkrankung ist damit allerdings nicht möglich. Immunmodulierende Massnahmen (mit Darmparasiten) befinden sich noch in der Testphase, könnten jedoch eine Schlüsselrolle beim Eingreifen in den Entstehungsmechanismus spielen.

Verlauf/Prognose:

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische und Rezidivierende Erkrankung,

Mit einhaltung einer Diät und guter Medizinischer behandlung kann der Krankheitsverlauf günstig beeinflusst werden.

Definition:

Colitis Ulcerosa 

Colitis Ulcerosa ist eine chronisch residierende, nur die Schleimhaut betreffende Entzündung, die nur den Dickdarm (Colon) befällt

1. Lokalisation:

2. Befall: 

Colitis Ulcerosa

  1. Betrifft nur den Dickdarm (beginnt immer im Rectum (Enddarm))
  2. Kontinuierlicher Befall

Ursache:

Colitis Ulcerosa

Unklare Ätiologie

Schweregrade und Symtome:

Colitis Ulcerosa 

  • Leichter Schub
    • bis zu 5 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
    • kein Fieber
    • kein herabgesetzter Allgemeinzustand (AZ)
  • Mittelschwerer Schub
    • bis zu 8 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
    • Tenesmen (Schmerzhaften Stuhlgang)
    • Leichtes Fieber
  • Schwerer Schub
    • über 8 blutig-schleimige Stuhlentleerungen/Tag
    • hohes Fieber (>38°C)
    • Tachycardie 
    • Druckschmerzhaftes Abdomen
    • Schlechter AZ

Diagnose:

Colitis Ulcerosa

  • Anamnese und Klinik
  • Digital-rektale Untersuchung
  • Labor
    • Blutbild, CRP, BSG
    • Stuhl auf pathogene Keime
  • Koloskopie und Biopsie des Dickdarms 
  • Sonographie

Therapie:

Colitis Ulcerosa 

Medikamentös:

  • Entzündungshemmende Medikamente (
  • Bei schweren Schüben Kortison intravenös, als Tabletten, Zäpfchen oder Einlauf. 
  • Bei schwerem Verlauf evtl. Immunsuppressiva oder Immunmodulatoren. 
  • Probiotika: die zusätzliche Einnahme von nicht-krankmachenden Bakterien scheinen die Darmflora zu beruhigen und zu verbessern. 
  • Eisenpräparate, Kalzium, Vitamin D (zur Verminderung der Knochenschäden durch kortisonhaltige Medikamente).

Operativ:

Bei sehr schweren Fällen und bei Komplikationen muss der Dickdarm entfernt werden. (wird heutzutage nur noch selten gemacht) 

 

Komplikationen:

Colitis Ulcerosa 

  • Toxisches Megacolon
  • Schwere Blutungen
  • Kolonkarzinom

Prognose:

Colitis Ulcerosa 

Ausschließlicher Rektumbefall: keine Einschränkung der Lebenserwartung

Definition:

Divertikulitis

Entzündung von Darmdivertikel (Ausstülpung der Darmwand)

Ursachen:

Divertikulitis

Eine Divertikulitis entsteht vermutlich dadurch, dass Stuhl bzw. schwer verdauliche Nahrungsreste Druckläsionen der verdünnten Divertikelwand erzeugen.

Symtome: 

Divertikulitis

  • Abdominalschmerzen (meist linker Unterbauch)
  • Fieber
  • Leukozytose
  • Nausea 
  • Diarrhoe aber auch Obstipation

Diagnose:

Divertikulitis

  • Labor
  • Endoskopie 
  • Dickdarm-Doppelkontrast-Röntgen

Therapie:

Divertikulitis

Konservativ:

  • Ballaststoffreiche Kost
  • Parenterale Ernährung

Medikamentös:

  • Antibiotika

Operativ:

  • Abszesse operativ entfernen

Prognose:

Divertikulitis 

  • Konservative Therapie  1/3 d. F Rezidive 
  • Die Schwere der Symptome nimmt mit der Zeit zu 
  • Dies lässt sich evtl. durch die frühzeitige Ernährungsumstellung auf faserreiche Kost verhindern, nicht selten muss der betroffene Abschnitt jedoch chirurgisch reseziert werden. 

Definition:

Appendizitis

Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix)

Ursache:

Appendizitis 

  • werden durch Keime der bereits vorhandenen Darmflora, z.B. bei Verlegung des Darmlumens (Kotsteine, unverdauliche Nahrungsmittelbestandteile, Verwachsungen, usw)
  • oder werden durch Erreger, die auf dem Blutweg einwandern

Symtome: 

Appendizitis 

Eine Appendizitis beginnt meist unspezifisch mit:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • diffusen Oberbauchbeschwerden

Im weiteren Verlauf

  • akuten Abdomen (mit Druckschmerzen, Loslassschmerzen, Abwehrspannung und Leukozytose)

Diagnose:

Appendizitis 

  • Fiebermessung (axillär-rektaler Temperaturunterschied > 1 Grad)
  • Blutbild
  • Sonographie des Abdomens (verdickte Appendix > 6mm)
  • Farbdoppler-Sonografie (Hyperämie)
  • MRT, CT

Therapie:

Appendizitis

Konservativ:

  • Bettruhe
  • Nahrungskarenz
  • Antibiotika

Operativ:

  • Apendix entfernung (Wurmfortsatz wird entfernt)

Definition:

Proktitis 

Schmerzhafte Entzündung der Rektumschleimhaut

Ursache:

Proktitis 

Infektionen:

Eine infektiös bedingte Proktitis kommt vor allem im Rahmen von Geschlechtskrankheiten vor, z.B. bei

  • Gonorrhö (Tripper): eitrige Proktitis
  • Infektion mit Chlamydia trachomatis
  • Herpes-simplex-Virus-Infektionen
  • Ulcus molle: äußerst schmerzhafte weiche Ulzera
  • AIDS: Infekte, die nicht abheilen oder nässen und zu Fisteln neigen

Ein häufige Ursache ist dabei ungeschützter, rezeptiver Analverkehr.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen:

  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

 

Allergische oder toxische Reaktionen:

  • Allergisches Exanthem durch Inhaltsstoffe von Zäpfchen (Medikamente, Abführmittel), Kondomen oder Gleitmitteln
  • Ergotismus gangraenosus cutaneus (perianale Ulzerationen durch Ergotamin-Zäpfchen z. B. bei Migränepatienten)

Sonstige Ursachen:

  • Traumen
  • Strahlentherapie

Symtome:

Proktitis

  • wässrige und/oder blutig-eitrige Sekretion (Ausfluss)
  • blutig-eitrige Stuhlbeimengungen
  • Pruritus
  • ständiger Stuhldrang 
  • Schmerzen und Krämpfe
  • Tenesmen

Diagnose:

Proktitis 

  • Inspektion des Anus
  • Digital-rektale Untersuchung
  • Rektoskopie

Therapie:

Proktitis

Die Therapie ist abhängig von der auslösenden Ursache. Symptomatisch können entzündungshemmende Zäpfchen oder Klistiere Linderung bringen.

Definition:

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden sind erweiterte, arteriovenöse Blutgefässpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut am After vorkommen. Diese Gefässpolster dienen dem Feinverschluss des Afters. Man unterscheidet zwischen inneren (im Afterkanal) und äusseren Hämorrhoiden.

Ursache:

Hämorrhoiden

  • Erbliche Disposition
  • Sitzende Lebensweise
  • chronische Obstipation
  • portale Hypertension
  • Adipositas

Symtome:

Hämorrhoiden

  • Quälende Schmerzen und Juckreiz im Analbereich
  • Hellrotes Blit am Toilettenpapier
  • In manchen fällen kann es zu Stuhlinkontinenz kommen da sich der Schliessmuskel nicht mehr richtig schliessen kann

Diagnose:

Hämorrhoiden

  • Analinspektion
  • Anal-rektale Untersuchung
  • Proktoskopie 

Therapie:

Hämorrhoiden

Allgemeinmassnahme:

  • Stuhlregulierung
  • Gewichtsreduktion
  • Körperliche Betätigung

Lokalmassnahmen:

  • lokale Applikation antiphlogistischer Salben und Suppositorien
  • Sitzbädern

Bei schwerwiegenden Beschwerden:

  • Sklerosierung
  • Gummibandligatur 
  • Infrarotkoagulation
  • submuköse Hämorrhoidektomie 

Étudier