P2.2, 6_Ansaug- und Aufladeverfahren
Automobil-Diagnostiker, P2.2, 6_Ansaug- und Aufladeverfahren
Automobil-Diagnostiker, P2.2, 6_Ansaug- und Aufladeverfahren
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Lernkarten
Warum benötigt man Aufladung?
- Kraftstoffverbrauch
- Optimaler Lastbereich
- Optimaler Thermodynamischer Bereich / Lastpunktverschiebung
- Leistungssteigerung
- Höherer Mittlerer Kolbendruck
- Höhen Kompensation
Was macht die Aufladung im Motor?
- Aufladung zur verbesserten Füllung des Motors (Liefergrad) erhöhen
- Mittlerer Kolbendruck erhöhen
Welche Arten von Aufladung gibt es?
- Dynamische Aufladung
- Saugrohr
- Fremdaufladung
- Turbo
- E-Lader
- Kompressor
- Scroll
- VTG
Welche drei grundsätzlichen Möglichkeiten bestehen, die Leistung eines Verbrennungsmotors zu erhöhen?
- Hubraum vergrössern
- grösserer Zylinderdurchmesser
- längerer Hub
- mehr Luft und Kraftstoff können umgesetzt werden
- Drehzahl erhöhen
- mehr Arbeitstakte pro Zeiteinheit
- begrenzt durch Massenkräfte und mechanische Belastung
- Zylinderfüllung verbessern
- mehr Luftmasse gelangt in den Brennraum
- dadurch kann mehr Kraftstoff verbrannt werden
- heute die wichtigste Methode (Aufladung)
Merksatz: Leistung = Hubraum × Drehzahl × Füllungsgrad
Warum führt eine bessere Zylinderfüllung unmittelbar zu einer höheren Motorleistung?
- Die Motorleistung hängt direkt von der Luftmasse (Sauerstoff) im Brennraum ab.
- Je mehr Sauerstoff vorhanden ist,
- desto mehr Kraftstoff kann eingespritzt werden,
- desto höher ist die freigesetzte Energie,
- desto höher wird der mittlere Verbrennungsdruck,
- desto höher ist Drehmoment und Leistung.
- Entscheidend ist die Luftmasse, nicht das Luftvolumen.
Warum wird nicht einfach mehr Kraftstoff eingespritzt?
→ Weil ohne zusätzlichen Sauerstoff die Verbrennung unvollständig wird:
- Russbildung
- HC-Emissionen
- Leistungsverlust
- hohe Abgastemperaturen
Welche Bauteile verursachen Druckverluste im Ansaugsystem und welche Auswirkungen haben diese?
- Druckverluste entstehen durch:
- Luftfilter
- Luftmassenmesser
- Ansaugrohre
- Drosselklappe
- Luftsammler
- Ansaugkrümmer
- Einlassventile
- Je grösser die Druckverluste,
- desto kleiner der Druck am Einlassventil,
- desto schlechter die Zylinderfüllung,
- desto weniger Sauerstoff gelangt in den Brennraum,
- desto geringer sind Drehmoment und Leistung.
- Auch die Höhenlage beeinflusst den Luftdruck und reduziert dadurch die Motorleistung. (Turbo bessere Kompensatition)
Was versteht man unter einer dynamischen Aufladung?
- Bei der dynamischen Aufladung wird keine zusätzliche Energie eingesetzt.
- Stattdessen werden die natürlichen Druck- und Schwingungsvorgänge der Ansaugluft genutzt.
- Dadurch kann:
- die Zylinderfüllung verbessert werden,
- ohne Turbolader oder Kompressor
- das Drehmoment erhöht werden.
- Zur dynamischen Aufladung gehören:
- Schwingrohraufladung
- Resonanzrohraufladung
- Kombination beider Systeme
Erklären Sie die Funktionsweise der Schwingrohraufladung.
- Beim Ansaugen bewegt sich die Luftsäule mit hoher Geschwindigkeit durch das Ansaugrohr.
- Nach dem Schliessen des Einlassventils:
- wird die Luftsäule gestaut,
- schwingt zurück,
- schwingt anschliessend erneut Richtung Ventil.
- Trifft diese Druckwelle genau beim nächsten Öffnen des Einlassventils ein, entsteht ein Aufladeeffekt.
- Dadurch gelangt zusätzliche Luft in den Zylinder.
- Die Frequenz hängt ab von:
- Saugrohrlänge
- Saugrohrvolumen
- Drehzahl
Warum besitzen moderne Motoren häufig ein Schaltsaugrohr?
- Ein langes Saugrohr erzeugt:
- hohe Strömungsgeschwindigkeit
- hohes Drehmoment bei tiefen Drehzahlen
- Ein kurzes Saugrohr ermöglicht:
- grossen Luftdurchsatz
- hohe Leistung bei hohen Drehzahlen
- Das Schaltsaugrohr kombiniert beide Vorteile.
- Unter ca. 4'000 min⁻¹
- lange Ansaugwege
- hoher Luftstrom
- Drehmomentoptimierung
- Über ca. 4'000 min⁻¹
- kurze Ansaugwege
- grosser Luftdurchsatz
- Leistungssteigerung
- Unter ca. 4'000 min⁻¹
Wie funktioniert die Resonanzrohraufladung?
- Bei der Resonanzrohraufladung werden die Druckschwingungen der Ansaugluft in einem Resonanzbehälter genutzt.
- Dabei entstehen Resonanzschwingungen.
- diese verstärken die Druckwellen,
- beschleunigen die Luftsäule,
- verbessern die Zylinderfüllung.
- Die Resonanz wirkt ähnlich wie der Resonanzkörper einer Gitarre.
- Dadurch wird der Aufladeeffekt stärker als bei einer reinen Schwingrohraufladung.
Warum werden Schwingrohr- und Resonanzaufladung kombiniert?
- Beide Systeme wirken in unterschiedlichen Drehzahlbereichen optimal.
- Bei niedrigen Drehzahlen:
- Resonanzsystem aktiv
- lange Ansaugwege
- hohes Drehmoment
- Bei hohen Drehzahlen:
- Umschaltklappe öffnet
- kurze Schwingrohre aktiv
- hohe Eigenfrequenz
- hohe Leistung
- Dadurch entsteht über einen grossen Drehzahlbereich eine gute Zylinderfüllung.
Welche Aufgaben erfüllen Wirbelklappen im Ansaugtrakt?
- Bei niedrigen Drehzahlen:
- Die Wirbelklappen verkleinern den Ansaugquerschnitt.
- höhere Luftgeschwindigkeit
- stärkere Verwirbelung
- bessere Gemischbildung
- Vorteile:
- ruhiger Leerlauf
- bessere Verbrennung
- geringerer Verbrauch
- tiefere Emissionen
- Die Wirbelklappen verkleinern den Ansaugquerschnitt.
- Bei hohen Drehzahlen:
- Die Klappen öffnen vollständig.
- maximaler Luftdurchsatz
- optimale Zylinderfüllung
- hohes Drehmoment und hohe Leistung
- Die Klappen öffnen vollständig.
Erklären Sie das Twinport-System von Opel (Kanalabschaltug).
- Das Twinport-System besitzt:
- einen Drallkanal
- einen Füllungskanal
- Teillast (<50 % Last):
- Füllungskanal geschlossen
- Luft strömt nur durch den Drallkanal
- hohe Strömungsgeschwindigkeit
- starke Verwirbelung
- bis 30 % AGR möglich
- ca. 6 % Verbrauchsreduktion
- Volllast (>50 % Last):
- Sperrklappe öffnet
- beide Kanäle aktiv
- maximaler Luftdurchsatz
- höchste Zylinderfüllung
- maximale Leistung
Was versteht man unter einer Fremdaufladung und welche Arten werden unterschieden?
- Bei der Fremdaufladung wird die Ansaugluft aktiv verdichtet, sodass mehr Luftmasse in den Brennraum gelangt.
- Dadurch können:
- mehr Kraftstoff eingespritzt werden,
- das Drehmoment erhöht werden,
- die Motorleistung gesteigert werden.
- 1. Mechanische Lader
- Roots-Kompressor
- Schraubenkompressor
- G-Lader
- → Antrieb durch den Motor.
- 2. Abgasturbolader
- → Antrieb durch die Energie der Abgase.
- 3. Kombinierte Systeme
- → z.B. Turbolader mit elektrischem Zusatzantrieb.
- 4. Druckwellenlader
- → Comprex-Lader.
Welche Arten der Fremdaufladung kennen Sie?
- Drehkolbenlader (Kompressor)
- Frischluft an den Aussenwänden entlang von der Saug- auf die Druckseite gefördert
- Spirallader (G-Lader)
- Innen und Aussenspirale
- Schwingbewegung, sichelförmige Arbeitsräume entstehen, in denen die Ansaugluft verdichtet wird
- Turbolader (Abgas)
- Abgase treibt eine Turbine an. Sie ist über einer Welle mit einem Verdichter rad verbunden
- E-Lader (Elektrisch)
- Kein Turbinenrad im Abgasstrom, sondern E-Motor
- Druckwellenlader (Comprex, veraltet, keine Serienproduktion)
- Abgase wird in Form von Druckwellen genutzt, die auf Ansaugluft übertragen und diese direkt verdichten
Welche Vor- und Nachteile besitzen mechanisch angetriebene Kompressoren?
- Vorteile
- sofortiger Ladedruck
- kein Turboloch
- hohes Drehmoment bereits im Leerlauf
- gutes Ansprechverhalten
- Nachteile
- benötigen Antriebsleistung vom Motor
- höherer Kraftstoffverbrauch
- schlechterer Gesamtwirkungsgrad
- höhere mechanische Belastung
- Merksatz
- Turbolader nutzt Abgasenergie.
- Kompressor benötigt Motorleistung.
Wie funktioniert ein Comprex-Lader?
Nennen Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile des Comprex-Laders.
- Vorteile
- praktisch kein Turboloch
- sehr gutes Ansprechverhalten
- hohes Drehmoment bereits bei tiefen Drehzahlen
- geringe Antriebsleistung
- Nachteile
- Russablagerungen
- hohe thermische Belastung
- Frischluft kann sich mit Abgas vermischen
- hoher Materialaufwand
- empfindlich gegenüber Gegendruck
- schlechter Wirkungsgrad ausserhalb eines engen Betriebsbereiches
Beschreiben Sie den Aufbau eines Abgasturboladers.
Wie entsteht beim Abgasturbolader der Ladedruck?
- Das Verdichterrad beschleunigt die Luft radial nach aussen.
- Dabei entsteht hohe Strömungsgeschwindigkeit
- Im Diffusor:
- wird die Geschwindigkeit reduziert,
- die Bewegungsenergie wird in Druck umgewandelt.
- Dadurch entsteht der eigentliche Ladedruck.
- Merksatz: Geschwindigkeit wird im Diffusor zu Druck.
Was versteht man unter dem Turboloch und wie wird es reduziert?
- Als Turboloch bezeichnet man die Verzögerung zwischen:
- Gaspedalbetätigung
- und Ladedruckaufbau.
- Ursachen:
- geringe Abgasenergie
- Massenträgheit des Laufzeugs
- Massnahmen:
- kleinere Turbolader
- leichtere Verdichterräder
- Titan- oder Keramikräder
- VTG
- Twin-Scroll
- elektrische Zusatzverdichter
Warum sind Lagerung und Kühlung beim Turbolader so wichtig?
- Der Turbolader erreicht:
- über 150'00 min⁻¹ (300'000 min⁻¹ Smart)
- Abgastemperaturen bis ca. 1000 °C (Ottomotor)
- Deshalb benötigt er:
- Schmierung
- hydrodynamische Gleitlager
- Motoröl verhindert Metallkontakt
- Kühlung
- Dieselmotor:
- meist Öl ausreichend
- Ottomotor:
- Öl- und Wasserkühlung erforderlich
- Beim Abstellen eines heissen Motors kann das Öl im Lagergehäuse verkoken.
- Deshalb sollte der Motor nach hoher Belastung kurz im Leerlauf nachlaufen.
Erklären Sie Pumpgrenze und Stopfgrenze im Verdichterkennfeld.
- Pumpgrenze
- Liegt der Luftdurchsatz zu tief und das Druckverhältnis zu hoch:
- Strömungsabriss
- Turbulenzen
- Verdichterpumpen
- Geräusche
- Förderleistung nimmt ab
- → untere Betriebsgrenze
- Liegt der Luftdurchsatz zu tief und das Druckverhältnis zu hoch:
- Stopfgrenze
- Liegt der Luftdurchsatz zu hoch:
- Eintrittsgeschwindigkeit erreicht Schallgeschwindigkeit
- weiterer Luftdurchsatz nicht möglich
- Wirkungsgrad sinkt
- → obere Betriebsgrenze
- Liegt der Luftdurchsatz zu hoch:
- Merksatz
- Pumpgrenze = zu wenig Luft → Strömungsabriss.
- Stopfgrenze = zu viel Luft → Verdichter ist am Limit.
Warum wird die Ladeluft nach dem Verdichten gekühlt?
- Beim Verdichten steigt die Temperatur der Luft stark an.
- Warme Luft besitzt:
- geringere Dichte
- weniger Sauerstoff pro Volumen
- höhere Klopfneigung beim Ottomotor
- Durch die Ladeluftkühlung:
- steigt die Luftdichte,
- gelangt mehr Sauerstoff in den Brennraum,
- sinkt die Verbrennungstemperatur,
- erhöht sich die Motorleistung,
- verbessern sich Verbrauch und Emissionen.
- Merksatz: Kalte Luft ist dichter und enthält mehr Sauerstoff.
Welche Aufgabe hat das Wastegate?
- Das Wastegate begrenzt den maximalen Ladedruck.
- Steigt der Ladedruck über den Sollwert, öffnet das Wastegate.
- Dadurch:
- strömt ein Teil der Abgase an der Turbine vorbei,
- die Turbinendrehzahl sinkt,
- der Verdichter fördert weniger Luft,
- der Ladedruck bleibt konstant.
Welche Aufgabe erfüllt das Blow-off- bzw. Schubumluftventil?
- Beim plötzlichen Schliessen der Drosselklappe entsteht vor der Drosselklappe ein hoher Überdruck.
- Das Blow-off-Ventil:
- baut diesen Druck ab,
- verhindert Strömungsabriss am Verdichter,
- schützt Turbolader und Lager,
- verbessert das Ansprechverhalten beim erneuten Beschleunigen.
Was versteht man unter einer Registeraufladung?
- Bei der Registeraufladung arbeiten zwei unterschiedlich grosse Turbolader nacheinander.
- Tiefe Drehzahlen
- kleiner Turbolader aktiv
- schnelles Ansprechverhalten
- Mittlere Drehzahlen
- beide Turbolader arbeiten zusammen
- Hohe Drehzahlen
- grosser Turbolader übernimmt
- hohe Luftfördermenge
- maximale Leistung
- Vorteile:
- kaum Turboloch
- hohes Drehmoment
- hohe Spitzenleistung
Worin besteht der Unterschied zwischen Registeraufladung und Biturbo?
- Biturbo (Parallelaufladung)
- zwei gleich grosse Turbolader
- beide arbeiten gleichzeitig
- häufig bei V-Motoren
- jede Zylinderbank besitzt ihren eigenen Turbolader
- Registeraufladung
- zwei unterschiedlich grosse Turbolader
- arbeiten abhängig von der Drehzahl
- nacheinander zugeschaltet
- Merksatz
- Biturbo = parallel.
- Register = sequentiell.
Welche Aufgabe erfüllt ein elektrischer Zusatzverdichter?
- Der elektrische Verdichter unterstützt den Turbolader bei tiefen Drehzahlen.
- Da der Elektromotor unabhängig vom Abgasstrom arbeitet, steht der Ladedruck bereits beim Beschleunigen zur Verfügung.
- Vorteile:
- praktisch kein Turboloch
- sofortiges Ansprechverhalten
- bessere Beschleunigung
- geringere Emissionen
- Voraussetzung:
- leistungsfähiges 48-V-Bordnetz oder mehr
Ein Fahrzeug erreicht den Soll-Ladedruck nicht. Welche Bauteile prüfen Sie systematisch?
- Fehlerspeicher auslesen.
- Soll-/Ist-Ladedruck vergleichen.
- Ladeluftsystem auf Undichtigkeiten prüfen.
- Ladeluftkühler kontrollieren.
- Wastegate bzw. VTG-Verstellung prüfen.
- Unterdrucksystem oder elektrischen Stellantrieb prüfen.
- Ladedrucksensor prüfen.
- Luftmassenmesser plausibilisieren.
- Ansaugsystem kontrollieren.
- Turbolader mechanisch prüfen (Axial-/Radialspiel, Beschädigungen).
Nennen Sie typische Schadensursachen an einem Turbolader.
Häufige Ursachen:
- mangelnde Ölversorgung
- verschmutztes Motoröl
- verkokte Lager
- Fremdkörper auf Verdichterseite
- Fremdkörper auf Turbinenseite
- Überdrehzahl
- dauerhaft zu hohe Abgastemperatur
- defekte Kurbelgehäuseentlüftung
- verschmutzte oder schwergängige VTG
Erklären Sie die Funktionsweise der Stauaufladung sowie deren Vor- und Nachteile.
- Bei der Stauaufladung (Constant Pressure Turbocharging) werden die Abgase zunächst in einem Sammelrohr oder Druckbehälter gesammelt und anschliessend mit möglichst konstantem Druck auf das Turbinenrad geleitet.
- Dadurch werden die Druckschwankungen der einzelnen Zylinder ausgeglichen.
- Vorteile
- ruhiger Turbinenlauf
- einfache Konstruktion
- geringer Abgasgegendruck bei hohen Drehzahlen
- Nachteile
- Pulsenergie der einzelnen Zylinder geht verloren
- schlechteres Ansprechverhalten
- grösseres Turboloch
- Merksatz: Stauaufladung = konstanter Abgasdruck.
Wie funktioniert die Stossaufladung?
- Bei der Stossaufladung werden die einzelnen Druckstösse der Auslassventile genutzt.
- Nach dem Öffnen des Auslassventils entsteht ein kurzer Druckimpuls.
- Dieser trifft möglichst verlustfrei auf das Turbinenrad.
- schnellerer Ladedruckaufbau
- besseres Drehmoment
- bessere Nutzung der Abgasenergie
- Damit sich die Druckstösse nicht gegenseitig beeinflussen, werden die Zylinder entsprechend zusammengefasst (z.B. 1+4 und 2+3).
Was versteht man unter einer kombinierten Aufladung?
- Die kombinierte Aufladung verbindet die Vorteile von:
- Stossaufladung
- Stauaufladung
- Resonanzbehälter erzeugen Druckschwingungen, welche den vom Turbolader erzeugten Ladedruck zusätzlich unterstützen.
- Dadurch ergeben sich:
- höheres Drehmoment bei tiefen Drehzahlen
- russfreies Anfahren (Diesel)
- geringerer Verbrauch
- besseres Ansprechverhalten
Worin liegt der Unterschied vom Single-Scroll zum Twin-Scroll-Lader?
- Single-Scroll
- ein gemeinsamer Abgaskanal
- Abgaspulse vermischen sich
- schlechteres Ansprechverhalten
- grösseres Turboloch
- einfacher Aufbau
- Twin-Scroll
- zwei getrennte Abgaskanäle
- Pulse bleiben getrennt
- schnellerer Ladedruckaufbau
- kleineres Turboloch
- komplexerer Aufbau
- Vorteile Twin-Scroll:
- bessere Nutzung der Pulsenergie
- höheres Drehmoment
- besserer Wirkungsgrad
- geringerer Verbrauch
Erklären Sie die Funktionsweise eines VTG-Laders und den Unterschied zwischen verstellbaren Leitschaufeln und einem Abgasmengenstellring.
- Der VTG-Lader verändert den Strömungsquerschnitt vor dem Turbinenrad.
- Dadurch wird die Geschwindigkeit der Abgase geregelt.
- Tiefe Drehzahl
- Leitschaufeln nahezu geschlossen
- kleiner Querschnitt
- hohe Strömungsgeschwindigkeit
- schneller Ladedruckaufbau
- Hohe Drehzahl
- Leitschaufeln geöffnet
- grosser Querschnitt
- geringerer Abgasgegendruck
- kontrollierter Ladedruck
- Unterschied
- Leitschaufeln
- jede einzelne Schaufel wird verstellt
- sehr präzise Regelung
- Abgasmengenstellring
- kompletter Ring verschiebt sich axial
- verändert den gesamten Querschnitt gleichzeitig
- einfacher aufgebaut
- Leitschaufeln
Was versteht man unter einem Turbocompound-System?
- Beim Turbocompound wird hinter dem eigentlichen Turbolader eine zweite Turbine angeordnet.
- Diese nutzt die verbleibende Abgasenergie und überträgt ihre Leistung über:
- Getriebe
- hydraulische Kupplung
- oder Generator
- auf die Kurbelwelle bzw. das Bordnetz.
- Vorteile
- höherer Gesamtwirkungsgrad
- geringerer Kraftstoffverbrauch
- bessere Nutzung der Restenergie
- Einsatz
- Nutzfahrzeuge
- Flugmotoren
- vereinzelt Hochleistungs-Dieselmotoren