P2.1, 4_Aktoren
Automobildiagnostiker, P2.1, 4_Aktoren Motorenmanagement
Automobildiagnostiker, P2.1, 4_Aktoren Motorenmanagement
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Lernkarten
Welche wichtigen Aktoren werden vom Motorsteuergerät angesteuert?
- Einspritzventile
- Zündspulen
- Kraftstoffpumpe
- Nockenwellensteller
- Tankentlüftungsventil
- AGR-Ventil
- Ladedruckregelventil
- Zusatzluftpumpe
- Saugrohrumschaltung
- Lambdasondenheizung
- Kühlerlüfter
- Klimakompressor
- Drosselklappe bzw. Leerlaufsteller
Das Motorsteuergerät berechnet aus den Sensorsignalen die erforderlichen Ausgangssignale für diese Aktoren.
Welche drei Ansteuerungsarten von Saugrohreinspritzventilen gibt es?
- Spannungsgesteuert
- Spannungsgesteuert mit Vorschaltwiderstand
- Stromgesteuert – analog oder getaktet
Der wesentliche Unterschied liegt in Wicklungswiderstand, Induktivität, Strombegrenzung und Ansprechgeschwindigkeit.
Warum öffnet ein niederohmiges Einspritzventil schneller?
Durch den dickeren Draht und die geringere Windungszahl besitzt die Spule eine kleinere Induktivität.
Der Strom kann schneller ansteigen und das erforderliche Magnetfeld schneller aufgebaut werden.
Warum benötigt ein niederohmiges Einspritzventil einen Vorschaltwiderstand bzw. eine Strombegrenzung?
- Der Wicklungswiderstand beträgt nur etwa 1–4 Ω. Ohne Strombegrenzung würde bei Bordspannung ein sehr hoher Strom fliessen.
- Der Vorschaltwiderstand bzw. die elektronische Stromregelung begrenzt deshalb den Strom und schützt Einspritzventil und Endstufe.
Vorteil der niederohmigen Wicklung ist die kleine Induktivität und damit kurze Anzugsverzögerung.
Was versteht man unter Anzugs- und Abfallverzögerung eines Einspritzventils?
Anzugsverzögerung:
- Das Einspritzventil öffnet nach Beginn des elektrischen Signals verzögert. Ursachen sind insbesondere:
- Induktivität
- Massenträgheit der Düsennadel
- Schliessfeder
Abfallverzögerung:
- Nach Abschalten der Ansteuerung benötigt die Düsennadel ebenfalls Zeit, bis sie wieder geschlossen ist.
Deshalb entspricht das elektrische Signal nicht exakt der tatsächlichen mechanischen Öffnungszeit.
Was ist der Unterschied zwischen Einspritzsignalzeit, unwirksamer und wirksamer Einspritzzeit?
Einspritzsignalzeit = unwirksame Einspritzzeit + wirksame Einspritzzeit
Die unwirksame Einspritzzeit umfasst vereinfacht die Zeit, während der das Einspritzventil elektrisch bereits angesteuert wird, mechanisch aber noch nicht entsprechend wirksam geöffnet ist.
Die wirksame Einspritzzeit ist die für die tatsächliche Kraftstoffdosierung wirksame Öffnungszeit.
Warum muss die Einspritzzeit abhängig von der Batteriespannung korrigiert werden?
- Bei niedriger Batteriespannung baut sich der Strom in der Magnetspule langsamer auf. Dadurch öffnet das Einspritzventil später.
- Das Motorsteuergerät kompensiert diesen Effekt durch eine spannungsabhängige Verlängerung der Ansteuerzeit.
- Damit bleibt die eingespritzte Kraftstoffmenge möglichst konstant.
- Insbesondere bei Motorstart revelant!
Wie wird ein Hochdruckeinspritzventil einer Benzin-Direkteinspritzung angesteuert?
- Die Bordnetzspannung reicht für die gewünschte schnelle Betätigung nicht aus.
- Eine Endstufe mit Hochleistungskondensatoren erzeugt deshalb etwa 85–100 V.
- Die Ansteuerung besteht vereinfacht aus:
- Vormagnetisierung → Anzugsphase → Haltephase
- Beim Öffnen wird ein hoher Strom benötigt. Ist das Ventil geöffnet, wird auf einen deutlich niedrigeren Haltestrom reduziert.
Warum wird beim Hochdruckeinspritzventil zwischen Anzugsstrom und Haltestrom unterschieden?
- Zum schnellen Öffnen muss zunächst eine hohe elektromagnetische Kraft erzeugt werden. Deshalb werden hohe Spannung und hoher Strom verwendet.
- Ist die Düsennadel geöffnet, benötigt man wesentlich weniger Kraft, um sie dort zu halten.
- Daher wird anschließend auf einen niedrigeren Haltestrom reduziert.
- Das reduziert:
- Verlustleistung
- Erwärmung der Spule
- Belastung der Endstufe.
Welche Aufgaben besitzt die Leerlaufregelung?
Welche inneren und äusseren Belastungen beeinflussen die Leerlaufdrehzahl?
Innere Motorbelastungen:
- Reibung von Kurbel- und Ventiltrieb
- Wasserpumpe
- Ölpumpe
- stark temperaturabhängig
Äussere Belastungen:
- Alternator
- Servolenkpumpe
- Klimakompressor
- Kühlerlüfter
- Getriebe
Für eine konstante Drehzahl muss das erzeugte Motordrehmoment mit der aktuellen Motorbelastung im Gleichgewicht stehen.
Über welche Grössen kann die Leerlaufdrehzahl geregelt werden?
Warum eignet sich der Zündwinkel besonders für schnelle Drehzahlkorrekturen?
- Weil das Motordrehmoment durch eine Änderung des Zündzeitpunkts praktisch von Arbeitsspiel zu Arbeitsspiel verändert werden kann.
- Eine Luftmassenänderung benötigt aufgrund von Drosselklappen-/Stellerbewegung und Saugrohrfüllung mehr Zeit.
Was bedeutet PWM bzw. variables Tastverhältnis?
Bei einer pulsweitenmodulierten Ansteuerung bleiben:
- Frequenz konstant
- Spannungshöhe konstant
Verändert wird das Verhältnis zwischen Ein-Zeit und Periodendauer.
Was ist der Unterschied zwischen bipolarer und unipolarer Ansteuerung eines Schrittmotors?
- Bipolar
- Der Strom durchfliesst die Wicklungen abwechselnd in beiden Richtungen.
- Vorteil:
- gesamte Wicklung wird genutzt
- bessere Leistungsausnutzung
- Nachteil:
- höherer Schaltungsaufwand zur Stromrichtungsumkehr
- Unipolar
- Die Wicklungen besitzen entsprechende Teilwicklungen bzw. Mittelanzapfungen. Die Magnetflussrichtung wird durch Umschalten zwischen den Teilwicklungen verändert.
- Vorteil:
- einfachere Endstufe
- Nachteil:
- schlechtere Ausnutzung des vorhandenen Kupfervolumens
Was ist ein Hubkolben-Leerlaufsteller, wie funktioniert er und was passiert bei einem elektrischen Ausfall?
Ein Hubkolbensteller ist ein elektromagnetisches Stellglied in der Fahrzeugtechnik. Er regelt die Luftzufuhr (Bypassluft) an Motoren, um den Leerlauf präzise zu stabilisieren. Ein bekannter Vertreter dieser Bauart ist das Leerlaufstabilisierungsventil.
- Der Hubkolben verändert den Bypassquerschnitt und damit die Luftmenge am geschlossenen Drosselorgan vorbei.
- Die Spule erhält plusseitige Versorgung; das Motorsteuergerät taktet die Masse.
- Über das Tastverhältnis wird der Strom geregelt ungefähr zwischen:
- 400 mA → kleiner Öffnungsquerschnitt
- 1'200 mA → grosser Öffnungsquerschnitt
- Eine Rückstellfeder bringt den Hubkolben in die Notlaufstellung. Eine Bohrung stellt einen definierten Notlaufquerschnitt bereit, sodass bei warmem Motor ein Notleerlauf möglich bleibt.
Was unterscheidet Einwicklungs- und Zweiwicklungsdrehsteller?
- Einwicklungsdrehsteller – EWD:
- Öffnen: Spulenstrom
- Schliessen: Rückstellfeder
- Ansteuerung: PWM
- Notlauf: mechanisch über Anschlag
- Zweiwicklungsdrehsteller – ZWD
- Öffnen: Spulenstrom der ersten Wicklung
- Schliessen: Spulenstrom der zweiten Wicklung
- Ansteuerung: zwei PWM-Signale
- Der ZWD kann somit aktiv elektrisch in beide Richtungen verstellt werden.
Welche Fehler kann die Eigendiagnose eines Leerlaufstellers erkennen?
- Typische elektrische Fehler:
- Kurzschluss nach Plus
- Unterbruch
- Kurzschluss nach Masse
- Mechanische Fehler können teilweise durch Plausibilisierung von Tastverhältnis und Luftmassensignal erkannt werden.
- Bei einem Windungsschluss steigt der Strom stark an; das Steuergerät kann daraufhin den Steller abschalten.
Wie funktioniert die elektronische Drosselklappenregelung bei E-Gas?
Erkläre mir die Leerlaufregelung als geschlossenen Regelkreis.
- Die Soll-Leerlaufdrehzahl ist die Führungsgrösse.
- Das Motorsteuergerät vergleicht diese mit der gemessenen Ist-Drehzahl.
- Aus der Regelabweichung berechnet es eine Stellgrösse und beeinflusst beispielsweise die Luftmenge über die Drosselklappe oder einen Leerlaufsteller.
- Zusätzlich kann der Zündwinkel für schnelle Korrekturen verändert werden.
- Störgrössen wie Klimakompressor, Alternator, Reibung oder Motortemperatur verändern die Motordrehzahl.
- Die tatsächliche Drehzahl wird wieder an das Steuergerät zurückgemeldet, wodurch ein geschlossener Regelkreis entsteht.
Was ist die Aufgabe der Leerlaufregelung?
- Stabiler Leerlauf bei möglichst tiefer Drehzahl ermöglichen
- Soll-Drehzahl einhalten
- Drehzahlschwankungen verhindern
- Optimale Startluftmenge bereitstellen
- Zusatzluft im Schiebebetrieb regeln
- Motorschleppmoment beeinflussen