Human Factors Grundlagen

Prüfungsvorbereitung

Prüfungsvorbereitung


P. R.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Human Factors mit Fokus auf Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeit und Automatisierung im technischen Umfeld. Sie erklären Modelle wie das SEEV- oder das Stufenmodell der Informationsverarbeitung, analysieren menschliche Wahrnehmung, Entscheidungsprozesse und Fehlerquellen sowie Prinzipien für nutzerfreundliche Systemgestaltung. Studierende und Praktiker profitieren davon, da sie fundierte Einblicke in die Interaktion zwischen Mensch, Technik und Aufgabenkontext erhalten.
Karten
179
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.07.2026 / 23.07.2026

Flashcards

Die 3 Hauptziele (Nennen) Was sind die drei zentralen Ziele bei der Gestaltung von Mensch-System-Interaktionen?

Leistung, Sicherheit und Nutzendenzufriedenheit

Informationsverarbeitung (Modell) Nenne die drei Blöcke, die im Modell zwischen der „Sensorischen Verarbeitung“ und der „Ausführung“ liegen.

Wahrnehmung (Perception), 2. Arbeitsgedächtnis/Kognition, 3. Handlungsauswahl (Response Selection).

Effektivität vs. Effizienz (Zuordnung) Ordne zu: Welches Maß gehört zu welcher Kategorie? A) Zeit Time B) Fehleranzahl

A = Effizienz (Aufwand/Zeit), B = Effektivität (Genauigkeit/Vollständigkeit)

Bedürfnisse nach Jordan (Reihenfolge) Bringe die Ebenen von unten (Basis) nach oben (Ziel) in die richtige Reihenfolge: Usability, Functionality, Values, Pleasure.

1. Functionality, 2. Usability, 3. Pleasure, 4. Values.

Wie nennt man eine Variable, deren Einfluss man bei der Datenauswertung aktiv berücksichtigt?

Kontrollvariable.

Realismus & Probanden (Denkaufgabe) Was benötigen Versuchspersonen (Vp) im Vergleich zum Labor eher, wenn eine Studie im realen Feld stattfindet?

Mehr Expertise oder Training.

Statistik-Kritik (Nennen) Was ist das Hauptproblem bei der strikten Interpretation des p-Wertes (z. B. 0.04 vs. 0.06)?

Die „Alles-oder-Nichts“-Interpretation (p-Wert ist eigentlich kontinuierlich)

Human-Centered Design (Prozess) Nenne die 4 iterativen Schritte des HCD-Zyklus.

1. Nutzungskontext, 2. Anforderungen, 3. Entwurf (Gestaltungslösung), 4. Evaluation.

Nenne die vier Felder der SDT-Matrix, die das Ergebnis einer Entscheidung beschreiben.

Treffer (Hit), Verpasser (Miss), Falscher Alarm (FA) und Korrekte Zurückweisung (CR).

Welches Maß beschreibt die sensorische Fähigkeit zur Reizunterscheidung und welches das gewählte Antwortverhalten?

d‘ steht für die Sensitivität (Abstand der Verteilungen), β (oder Xc) für das Antwortkriterium.

ROC-Kurve (Modell) Was bedeutet es, wenn zwei Punkte auf derselben ROC-Kurve liegen?

Die Person hat die gleiche Sensitivität (d‘), nutzt aber unterschiedliche Antwortkriterien (β).

as liberale Kriterium (Logik) Was ist die Folge eines sehr liberalen Kriteriums (β < 1)?

Man sagt häufiger „Ja“: Die Trefferrate steigt, aber die Anzahl der Falschen Alarme nimmt ebenfalls zu.

Payoffs & Beta (Denkaufgabe) Ein Verpasser (Miss) hat katastrophale Folgen (z. B. Bombe im Koffer). Wie sollte der Designer den Schwellenwert Xc für ein Alarmsystem einstellen?

Sehr niedrig / liberal, um Verpasser fast unmöglich zu machen (Kompensation durch hohe Kosten)
 

„Sluggish Beta“ (Definition) Warum verhalten sich Menschen in der Realität oft „träge“ (sluggish) gegenüber optimalen Werten?

Weil sie geringe Wahrscheinlichkeiten überschätzen oder nicht zu oft hintereinander dieselbe Antwort geben wollen.

Vigilanz-Verlauf (Modell) Wie entwickelt sich die Daueraufmerksamkeit (Vigilanz) typischerweise bei einer Überwachungsaufgabe?

Sie fällt nach Beginn der Aufgabe sehr stark ab und pendelt sich dann auf niedrigem Niveau ein.

Absoluturteile (Definition) Was ist das Kernproblem bei Absoluturteilen auf einer einzelnen Reizdimension (z. B. 10 verschiedene Tonhöhen)?

Informationsverlust (Hloss), da die menschliche Kapazität zur feinen Unterscheidung begrenzt ist.

orrelierte Dimensionen (Nutzen) Welchen Vorteil hat die „redundante Kodierung“ (z. B. Ampel: Rot ist immer oben UND farbig)?

Sie verhindert Informationsverlust und stärkt die Sicherheit der Übertragung.

Der „Cry Wolf Effect“ (Anwendung) Was passiert, wenn ein technisches Alarmsystem eine zu niedrige Schwelle hat?

Es entstehen zu viele Falsche Alarme, was dazu führt, dass Menschen dem Alarm nicht mehr vertrauen / ihn ignorieren.

Das SEEV-Modell (Nennen) Nenne die vier Faktoren, die laut Modell die Wahrscheinlichkeit bestimmen, mit der eine Information (AoI) fixiert wird.

Salience (Salienz), Effort (Aufwand), Expectancy (Erwartung), Value (Wert)

Bottom-up vs. Top-down (Zuordnung) Welche SEEV-Faktoren wirken reizgesteuert (Bottom-up) und welche basieren auf dem mentalen Modell (Top-down)?

Bottom-up = Salienz & Aufwand. Top-down = Erwartung & Wert

Blindheit-Typen (Definition) Was ist der Unterschied zwischen Change Blindness und Inattentional Blindness?

Change Blindness = Nicht-Erkennen von Veränderungen (z. B. nach Blinzeln). Inattentional Blindness = Übersehen eines Objekts trotz direktem Hinschauen (Gorilla-Effekt).

UFOV (Definition) Was beschreibt das „Useful Field of View“ (UFOV) bei der visuellen Suche?

Den kreisförmigen Bereich um den Fixationspunkt, aus dem Informationen gleichzeitig verarbeitet werden können (ca. 1° bis 4°)

Clutter-Check (Zuordnung) Wie nennt man Clutter, der durch zu viele potenzielle Distraktoren auf dem Display entsteht?

Numerosity Clutter.

Dwell Time (Denkaufgabe) Was signalisiert eine ungewöhnlich lange Fixationsdauer (Dwell Time) bei der Informationsaufnahme?

Eine erschwerte Extraktion der Information oder eine suboptimale Anzeigengestaltung.

Emergenz (Modell-Inhalt) Warum hilft es, Instrumente so zu rotieren, dass alle Zeiger im Normalzustand nach oben zeigen?

Es entsteht eine emergente Eigenschaft (gemeinsame Gestalt). Eine Abweichung führt zu einem schnellen „Pop-out“-Effekt.

Tunneling (Unterscheidung) Was unterscheidet Attentional Tunneling von Cognitive Tunneling?

Attentional = Fixierung durch hohe Salienz (Bottom-up). Cognitive = Fixierung durch falsche Hypothesen/mentale Modelle (Top-down)

Head-up Displays (Denkaufgabe) Was ist die größte Gefahr von HUDs, obwohl sie die geteilte Aufmerksamkeit unterstützen sollen?

Tunneling auf die Anzeige, wodurch unerwartete Ereignisse in der realen Umwelt übersehen werden.

Proximity Compatibility (PCP) Wann sollte man laut PCP eine hohe „Display Proximity“ (enge räumliche oder objektbasierte Nähe) wählen?

Wenn die Aufgabe eine Informationsintegration erfordert (geteilte Aufmerksamkeit nötig).

Stufen der Fortbewegung (Nennen) Welche vier Stufen der Informationsverarbeitung sind typischerweise an der Bewegung durch den Raum beteiligt?

1. Wahrnehmung der Szene, 2. Verständnis der Situation, 3. Auswahl von Richtung/Tempo, 4. Lokomotion,.

Bezugsrahmen (Zuordnung) Welcher Bezugsrahmen (Frame of Reference) nutzt Begriffe wie „links/rechts“ und welcher nutzt „Nord/Süd“?

„Links/rechts“ ist egozentrisch (selbstbezogen), „Nord/Süd“ ist exozentrisch (weltbezogen)

Kartenausrichtung (Denkaufgabe) Warum ist bei der Navigation eine „Track-up“ (oder Heading-up) Karte meist effektiver als eine eingenordete Karte?

Weil die Übereinstimmung von Karte und Blickrichtung die Kosten für die mentale Rotation (FORT) minimiert

Mentale Rotation (Modell-Inhalt) Bei welchem Drehwinkel sinken die Kosten der mentalen Rotation kurzzeitig ab, weil eine verbale Strategie („links ist rechts“) greift?

    Bei einer perfekten 180-Grad-Drehung

    Wissensformen (Definition) Wie nennt man das „Kartenwissen“, also eine interne kognitive Karte der topografischen Struktur einer Region?

    Survey knowledge

    teuerungstypen (Unterscheidung) Was unterscheidet Open-loop von Closed-loop control?

      Open-loop ist rückmeldungsunabhängig (z. B. Schnürsenkel binden), Closed-loop ist rückmeldungsabhängig (z. B. Fahrzeugführung)

      Fitts’ Law (Logik) Welche drei Variablen bestimmen laut Fitts’ Law die Schwierigkeit und Dauer einer gezielten Bewegung?

      Ausführungszeit, Genauigkeit (Zielgröße) und Distanz

      Phasen der Bewegung (Nennen) In welche zwei Phasen unterteilt man eine gezielte Bewegung (z. B. Mauszeiger auf Icon)?

      1. Initial ballistic phase (schnell), 2. Homing phase (langsame visuelle Korrektur)

      Tracking-Einschränkung (Definition) Was beschreibt die „Bandbreite“ beim Tracking?

      Die Frequenz der notwendigen Kursänderungen (Abweichung Ist- zu Sollzustand)

      Unterstützungssysteme (Denkaufgabe) Welchen entscheidenden Vorteil bieten „Predictor Displays“ bei der Steuerung verzögerter Systeme (z. B. Schiffe)?

      Sie berechnen den zukünftigen Zustand des Systems auf Basis aktueller Daten und entlasten so das Arbeitsgedächtnis.

      Line of Sight Ambiguity (Definition) Was beschreibt das Problem der „Line of Sight Ambiguity“ bei 3D-Displays?

      Die Schwierigkeit, Entfernungen und Positionen präzise zu bestimmen, die direkt entlang der Blickachse des Displays liegen.

      Was ist das wichtigste Designprinzip für Steuerbewegungen beim Tracking?

      Die räumliche Übereinstimmung (S-R-Kompatibilität): Eine Kursänderung des Objekts nach rechts sollte auch eine Steuerbewegung nach rechts erfordern.

      Study