M2: Sarrar
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Lernkarten
Entwicklungsmeilensteine: Motorik
- Fähigkeit, frei zu laufen bzw. aufrecht ohne Hilfe zu gehen sollte ab 1 1/2 Jahre (18 Monate) funktionieren
Entwicklungsmeilensteine: Sprache
- Sensible Phase des Spracherwerbs zwischen 2.-5. Lj
- Erste Lallphase auch ohne Hörvermögen
- Nur weil Kind lallt, heißt es nicht, dass es hören kann
Visuelle & kognitive Perspektivenübernahme mit Experiment
Visuell
- Was ein anderer sieht (mit 2 Jahren), wie ein anderer sieht (nach 3. oder 4. Lj)
- Drei-Berge-Versuch
- Das eigene Wissen wird nicht dem anderen unterstellt (zwischen 3 und 5 Lj)
- False-belief-Aufgabe
Emotionale Perspektivenübernahme
- Gefühle werden nicht nachempfunden (Empathie), sondern gedanklich erschlossen (zwischen 3 und 5 Lj)
Soziale Perspektivenübernahme entsteht durch...?
- Simulationstheorie
- Unmittelbarer Zugang nach innen, per Simulation ist die Perspektive des anderen möglich
- Lernen in dyadischen Beziehungen
- Affektspiegelung, Affektregulation, Bindung, Mentalisierung und ToM
- Lernen über Identifizierung in triadischen Situationen: Triangulierung
Affektregulation: wie entwickelt sie sich
- Wenn Bindungsperson Affekt des Kindes angemessen wahrnimmt und spiegelt, entsteht ein stimmiges selbst
Affektregulation: wie kommt es zum "fremden selbst"?
- Wenn Spiegelung wiederholt unpassend ist, entsteht ein "fremdes selbst" - verzerrte Selbstrepräsentation, die dem Kind keine psychische Geburt ermöglicht
- Nicht Kontingente Repräsentation: das, was zurück gespiegelt wird, passt nicht zum inneren Zustand des Kindes
- Kind entwickelt innere Bilder über sich, die fremd, verzerrt oder nicht stimmig sind
- Somit bleibt innere Erregung bestehen oder steigt an - Es kann seine Gefühle nicht regulieren, weil ihm das passende gegenüber fehlt
Was reduziert den negativen Affekt?
- Kontingenzentdeckung durch den Säugling
- Containment durch Bezugsperson
- Zunehmender repräsentationaler Zugriff auf den Affekt und das selbst (Grundlage der Affekt- und Selbstregulation)
Folgen nicht markierter Spiegelung
- Die realistische Version verstärkt den Affekt des Kindes (Mini-Traumatisierung)
- Ohne Markierung wird der Affekt der Bezugsperson zugeschrieben und nicht dem eigenen Selbst
- Erwachsene Menschen können affekte von sich selbst und anderen nicht benennen
- Keine Entwicklung einer inneren Steuerungsstruktur
- Langfristige Defizite in der Affektkontrolle und Selbstwahrnehmung
Folgen inkongruenter Spiegelung
- Säugling schreibt falschen Affekt sich selbst zu
- Aufgrund der Markierung erfolgt referentielle Entkoppelung und der Säugling schreibt sich den Affekt selbst zu
- --> verzerrte Selbstrepräsentanzen
- --> langfristig die Entwicklung eines "falschen Selbst"
Keine affektspiegelung - dissoziiert - folgen fehlender Spiegelung
- Dissoziiertes oder angsterregendes Verhalten der Bezugsperson
- Kind lernt, dass es sicherer ist, keine affekte zu zeigen
- Eigene Affekte sind Gefahrensignale, weil es riskiert, allein gelassen zu werden
- Kein innerer Zugang zu den eigenen affekten
- Verinnerlicht das Bild, ein "monströses", nicht liebenswertes Wesen zu sein
- Desorganisierte Bindung
- Still Face Experiment
Entwickeln von Bindungsrepräsentationen
- Vorphase (0-3 Monate):
- Signale werden personenunspezifisch an soziale Umwelt gerichtet
- Phase der personenbezogenen Ansprechbarkeit (3-7 Monate)
- Signale gehen an bestimmte Person
- Phase der eigentlich Bindung (7-8 Monate)
- Fremdeln
- Ängstliches Verhalten ggü Unbekannten
- Ist gut da es Zeichen dafür ist dass Kind enge Bindung zu Bezugsperson & diese von fremden unterscheiden kann
- Grundlage: Objektpermanenz und Lokomotion
- Fremdeln
- Phase der zielkorrigierten Partnerschaft (ab 3 Jahren)
- Erkenntnis, dass der andere auch Bedürfnisse hat
- Möglichkeiten des Aushandelns und Aufschiebens
Bildungsstile
- Sicher
- Als erwachsener: sicher (autonom)
- 58%
- Unsicher-vermeidend
- Als erwachsener: Bindungsdistanziert
- 23%
- Unsicher-ambivalent
- Als erwachsener: Bindungsverstrickt
- 19%
- Desorganisiert
- Als erwachsener: Ungelöste Bindungstrauma
- 18%
Sicher gebundene Kinder haben/sind:
- Sozial anpassungsfähiger, erfolgreicher in sozialen Beziehungen
- Reflektierter (Mentalisierung)
- Weniger anfällig für Psychopathologien
- Bessere kognitive Fähigkeiten (Gedächtnis)
- Positiveres Selbstkonzept
Sichere Bindung als Resilienzfaktor & wie muss Bezugsperson dafür reagieren
- Sichere Bindung fungiert als Schutzfaktor
- Dazu muss die Bezugsperson prompt, angemessen und feinfühlig reagieren
- Mind-Mindedness (Psyche des Kindes erkennen können)
- Mentalisierung (Verhalten bekommt Sinn auf der Grundlage psychischer Befindlichkeiten)
Theory of Mind
- Enge Definition: Fähigkeit, Bewusstseinsinhalte als Ergebnis mentaler Akte und somit als subjektiv zu erkennen (Metarepräsentation)
- Rationale Vergegenwärtigung des motivationalen/emotionalen Zustand eines anderen (auch wenn es von eigenen Reaktionen abweicht)
- Entwickelt sich zwischen 3-5 Lj
- Kinder aus großen Familien haben Entwicklungsfortschritt
- Entwicklung der ToM korreliert mit schulischer Anpassung, sozialer Kompetenz und dem Status in der Gruppe der Gleichaltrigen
- --> False belief Aufgabe
Mentalisierung
- Fähigkeit, sich innerpsychische Zustände in sich selbst und anderen Menschen vorzustellen
- Man kann über sich selbst nachdenken
- Zwischen 3-5 Lj
- Kinder aus großen Familien haben Entwicklungsfortschritt
- Mentalisierung wird im Gegensatz zu kognitiven Theorien nicht als theoretisches Bewusstsein/Simulationsleistung verstanden, sondern als Art und Weise, wie Bindungsbeziehungen interpretiert werden
- Mentalisierendes selbst ist erworbene Fähigkeit, die über wiederholte Bedeutungszuweisung d primären Bezugsperson vermittelt wird
- Man verliert die Fähigkeit zur Mentalisierung in Belastungssituationen
Hypermentalisierung
- Tendenz, anderen psychische Zustände zuzuschreiben, die über das tatsächlich beobachtbare hinausgehen
Bedeutsamkeit von Mentalisierung
- Verhalten wird vorhersehbar
- Unterstützt sichere Bindung ("earned Secure", transgenerational)
- Realitätsprüfung
- Wird durch Mentalisierung unterstützt, "Es gibt Grund dafür dass Person x so gehandelt hat"
- Ermöglicht zwischenmenschlische Kommunikation
Entwicklung von Mentalisierung: Modus des "als ob"/Pretend Mode
- Symbolische Repräsentationen
- Abkopplung von Repräsentation und Realität
- Man erkennt fehlende Mentalisierung z.B. an gestörter Spielfähigkeit, "mit Banane kann man doch nicht spielen"
- Spielunlust vs Spielunfähigkeit
- Spielunlust vs Spielunfähigkeit
- Spielunlust = Hauptmerkmal klinischer Depression
- Spielunfähigkeit = fehlende Mentalisierung
Triangulierung
- Beginnt in ödipaler Phase, geht los, wenn dritte Person mitgedacht wird (also quasi schon in Schwangerschaft)
- Wechselwirkung Kind mit Vater/Mutter/Andere - Kind betrachtet sich selbst und andere als in einer Beziehung
- Dreierkonstellatuon wird verstanden und integriert
- "Die Beziehung meiner Eltern existiert unabhängig von meiner Beziehung zu meiner Mutter"
- Triangulierung dient: Bildung von Repräsentanzen
- Dreierkonstellatuon wird verstanden und integriert
Bildung von Repräsentanzen (Erinnerungsstrukturen von Interaktionen)
- Triangulierung als Kompetenz der Reflektion (Relativierung und Distanzierung) von Repräsentanzen
- Es entsteht erstes erleben von Beziehungsdistanzen und -grenzen
- Triangulierung fördert die Ausgestaltung und Vielseitigkeit von Repräsentanzen
- Damit Verbesserung von Ich-Funktionen (Affektwahrnehmung, Affektdifferenzierung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Konfliktbewältigung
Was entwickelt sich durch Mentalisieren/Triangulation
- Stärkung von Ich-Funktionen
- Beziehungen aktiv gestalten (nicht nur Anpassung oder Protest dagegen)
- In Gegenwart anderer für sich sein können
- Autonomie
- Belastungen ("Stress") besser bewältigen (innere Distanz)
- Ermöglicht Ausstieg auf selbst erlebten Muster über die "Mentalisierung" von Erlebnissen
Triadifikation
- Interpersonaler Prozess, eine triade zu bilden
- Kind wird in Beziehungskonflikt der Eltern hineingezogen
- Triade ist hier nicht reifend, sondern belastend
- Typische Formen:
- Parentifizierung
- Koalitionsbildung
Triangulation
- Intrapsychischer Prozess, eine triade zu erfahren (z.B. Eltern denken für 3. Person mit)
- Gesunde Einbeziehung eines Dritten Elements, das zur Reifung des selbst und der Beziehungen beiträgt
- Gesellschaftliche Entwicklung fördert dyadische Muster, daher:
- Den "Dritten" einbeziehen in der Vorstellung
- Aufgaben von pädagogischen Fachkräften
- Den "Dritten" einbeziehen in der Vorstellung
Behaviorismus
- Im Behaviorismus stehen direkt beobachtbare Ereignisse (Reize und Reaktionen) im Mittelpunkt der Forschung
- Metapher der "Black Box": kognitive Prozesse sind nicht messbar
- Idee: Umwelt statt Anlagen ist entscheidend
- Vor allem Lernerfahrungen sind von großer Bedeutung
Behaviorismus: verschiedene Lernformen
- Klassisches konditionieren
- Funktioniert gut bis Grundschulalter
- Operantes konditionieren
- Gut bei Enuresis
- Beobachtungslernen
- Soziale Lerntheorie
Klassisches konditionieren
- Bereits vorhandene Reiz-Reaktions-Verbindung wird mit neuem Auslösereiz gekoppelt
- Funktioniert gut bis ins Grundschulalter
Operantes konditionieren
- Kind zeigt mehr oder weniger zufälliges Verhalten, das durch entsprechende Reaktionen aus der Umwelt verstärkt wird (z.B. Belohnung)
- Durch Verstärkung wird Auftrittswahrscheinlichkeit des Verhaltens erhöht
- s --> R --> C
- Stimulus --> Response --> Consequence
- C wirkt positiv oder negativ Zurück auf R
- Auftrittswhk für die Abfolge S-R-C dank Belohnung erhöhen oder aufgrund Bestrafung vermeiden
Positive & negative Konsequenz, hinzufügen/entfernen
- Positive Konsequenz, hinzufügen
- Positive Verstärkung
- Positive Konsequenz, entfernen
- Bestrafung II
- Negative Konsequenz, hinzufügen
- Bestrafung I
- Negative Konsequenz, entfernen
- Negative Verstärkung
Positive Verstärkung
Nach dem Verhalten erfolgt als positiv bewertet Konsequenz
Jan darf nach dem quengeln Computer spielen
Negative Verstärkung
- Eine als negativ bewertet konsequenz fällt weg
- Jan muss nach dem Quengeln nicht mehr den Fernseher ausmachen
Intermittierende Verstärkung
- Löschungsresistenter!
- Verstärkung nicht nach jedem zeigen des Verhaltens, sondern in zufälligen oder unregelmäßigen Abständen, im Gegensatz zur kontinuierlichen Verstärkung
- Dies für zu relativ stabiler Beibehaltung des Verhaltens
Soziale Lerntheorie
- Kinder müssen nicht unbedingt eine Erfahrung selbst machen, um daraus zu lernen, sie lernen auch von Erfahrungen anderer
- Modelle sind für den Verhaltenserwerb entscheidend (Modelllernen oder Beobachtungslernen)
- Mittlerweile nennt Bandura seine Theorie eine sozial kognitive Theorie und weist dem Kind aktive Rolle bei Auswahl von Modellen zu (Selbstwirksamkeitserwartungen)
Kognitive Theorie Piagets
- Schwerpunkt liegt auf der kognitiven Entwicklung
- Piaget geht von vier qualitativ unterschiedlichen Entwicklungsstadien aus
- Stadien werden universell durchlaufen
- Können unterschiedlich schnell durchlaufen werden, aber nicht übersprungen
- Piaget sieht Kinder als "kleine Wissenschaftler", die intrinsisch motiviert sind, neues Wissen zu erlangen
Piaget - Stufe 1
Sensumotorische Phase
- 0-2j
- Äußere Handlungen werden zunehmend verinnerlicht
- Kognitive Schemata werden gebildet, die zunehmend unabhängig von Handlung werden
- Kein Schema für Gegenstand --> dieser ist nicht mehr existent, sobald aus Blickfeld verschwunden
- Keine Objektpermanenz
- Im Alter von 4-8 Monaten zeigen sich erste Ansätze von Suchverhalten
- Experiment: A-Non-B-Suchfehler
Piaget: Stufe 2
Präoperationale Phase
- 2-6j
- Denken eng gebunden an konkretes und eigene Handlungen
- Weitere Kennzeichen:
- Egozentrismus der Perspektiven - Kind fällt es schwer, Perspektive andere Person einzunehmen
- Statisches, wenig prozesshafted Denken - Denken ist auf augenblicklichen Zustand gerichtet
- Problem der Mengenerhaltung (Experiment mit Glas Orangensaft)
- Egozentrismus des Denkens - Kind kann Wissen Gegenüber nicht berücksichtigen
- Unzureichende Beachtung mehrerer Dimensionen
- Verwechslung Erscheinung und Realität (z.B. Batmankostüm macht Angst)
- Fehlen logischer Operationen
- Experiment: Drei-Berge-Versuch
Piaget: Stufe 3
Konkret-Operationale Phase
- 7-11j
- Fähigkeit zum mehrdimensionalen Denken wird entwickelt
- Ablösung der Denkoperationrn von den beobachteten Abläufen
- Denkoperationen immer noch auf konkrete Handlungen bezogen
- Abstraktionsfähigkeit dementsprechend gering
- Beginnende soziale Perspektivenübernahme
- Menschen können anders handeln als sie fühlen
Piaget: Stufe 4
Formal-operationale Phase
- Ab 12j
- Zunehmend abstraktes Denken
- Systematisches Denken nach formal-logischen Regeln
- Schlussfolgerungen & Urteile nicht mehr nur aufgrund aktuell gegebener Infos, sondern mögliche weitere Infos miteinbezogen, die man zu gewinnen sucht
- Experiment: der Pendelversuch