2.11 Sozialversicherungen

2.11 Sozialversicherungen (Claude)

2.11 Sozialversicherungen (Claude)


D. S.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen zu Sozialversicherungen in der Schweiz, insbesondere AHV/IV/EO, ALV, BVG, UVG, EL und Familienzulagen. Sie erklären Beitragspflichten, Grenzwerte, Rentenberechnungen, Leistungsansprüche sowie spezifische Regelungen wie Splitting, Freizügigkeit oder Vorsorgeausgleich. Ideal für Arbeitnehmende, Arbeitgebende und Selbstständige, die sich zu Pflichten, Rechten und Optimierungsmöglichkeiten informieren möchten.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Finances
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
13.07.2026 / 13.09.2026

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Wie wird die Überbrückungsrente der PENSIONSKASSE behandelt?

Kein Lohn – reglementarische Vorsorgeleistung (Art. 6 Abs. 2 lit. h AHVV). Sie zählt aber als Renteneinkommen und wird beim Nichterwerbstätigen-Beitrag mit Faktor 20 kapitalisiert.

Der Arbeitgeber zahlt CHF 100'000 als 'Einkauf fehlender Beitragsjahre' direkt in die PK eines Kadermitarbeiters. AHV-Folge?

Es ist Lohn an den Arbeitnehmer, nur direkt in die PK umgeleitet: AHV-Beiträge sind geschuldet; wenn keine AN-Beiträge abgezogen wurden, liegt Nettolohn vor → ins Brutto hochrechnen. Steuerlich neutral (Abzug beim AN).

Der Arbeitgeber überweist zulasten des Gewinns CHF 500'000 in die FREIEN MITTEL der Pensionskasse. Zulässig?

Ja – steuerlich und sozialversicherungsrechtlich unbedenklich, sofern die Zuweisung der GESAMTHEIT der Versicherten zugutekommt und nicht einzelnen Personen.

Ein Bonus wird in ein Wertschriftendepot gebucht, über das der Mitarbeitende nicht verfügen kann. Wann ist es Lohn?

Erst im Zeitpunkt der Realisierung/Freigabe. Lohn im AHV-Sinne setzt voraus, dass die geldwerte Leistung realisiert bzw. verfügbar ist.

Wie werden Mitarbeiterbeteiligungen AHV-rechtlich behandelt?

Beitragspflichtig (Art. 7 lit. cbis AHVV); die AHV folgt der steuerlichen Bewertung (Art. 17b DBG: Diskont bei Sperrfristen). Der geldwerte Vorteil = Verkehrswert ./. Kaufpreis; bei Nettozuwendung ins Brutto aufrechnen.

Der Arbeitgeber übernimmt die Krippenkosten der Mitarbeitenden. AHV-pflichtig?

Ja, Beiträge an externe KITA-Kosten sind geldwerte Leistung und AHV-pflichtig (BGer 9C_466/2022). Eine BETRIEBSEIGENE Krippe wird in der Praxis wegen des Sozialleistungscharakters nicht verabgabt.

Die Firma bezahlt das Auto der nicht mitarbeitenden Ehefrau des Aktionärs. AHV-Folge?

Keine – es fehlt der Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis. Es handelt sich um eine geldwerte Leistung/Gewinnvorwegnahme an eine nahestehende Person: Steuerfolgen ja, AHV-rechtlich ohne Belang.

Wie rechnet man Nettolohn ins Brutto um?

Brutto = Netto / (100% – Arbeitnehmerbeitragssatz) x 100. AN-Anteil: 5.3% AHV/IV/EO + 1.1% ALV (bis 148'200) = 6.4%. Beispiel: 200'000 / 93.6 x 100 = ca. CHF 213'675 (Art. 7 lit. p AHVV).

Bis zu welchem Betrag ist ein geringfügiger Lohn beitragsfrei?

Bis CHF 2'500 pro Jahr und Arbeitgeber (Art. 34d AHVV); Beiträge werden nur erhoben, wenn der Arbeitnehmer es verlangt.

Welche Sonderregel gilt für Löhne im Privathaushalt?

Jeder Lohn ist beitragspflichtig – die Geringfügigkeitsgrenze gilt NICHT (Art. 34d Abs. 2 lit. a AHVV). Ausnahme: junge Hausangestellte bis 25 Jahre bis CHF 750 pro Arbeitgeber/Jahr (z.B. Babysitting).

Was ist das vereinfachte Abrechnungsverfahren?

Verfahren nach BGSA für kleine Löhne: Einzellohn höchstens BVG-Eintrittsschwelle (CHF 22'680), gesamte Lohnsumme höchstens CHF 60'480. Die Ausgleichskasse rechnet auch die Quellensteuer ab. Unfallversicherung separat abschliessen.

Welche Kriterien sprechen für selbständige Erwerbstätigkeit?

Handeln in eigenem Namen und auf eigene Rechnung; Unternehmerrisiko (Investitionen, Inkassorisiko); keine arbeitsorganisatorische Abhängigkeit; eigene Akquisition, mehrere Kunden, eigene Infrastruktur, eigener Marktauftritt.

Welche Umstände sind für die Abgrenzung SE/USE NICHT entscheidend?

Rechtsnatur/Bezeichnung des Vertrags, Abreden der Parteien über die AHV-Stellung, Haupt- oder Nebenberuf, Zugehörigkeit zu einer Ausgleichskasse, Qualifikation durch die Steuer-/MWST-Behörden. Massgebend ist die Gesamtwürdigung.

Dozententätigkeit im Nebenerwerb – selbständig oder unselbständig?

Nach herrschender Praxis IMMER unselbständige Erwerbstätigkeit.

Wie wird das beitragspflichtige Einkommen eines Selbständigerwerbenden ermittelt?

Steuerlich gemeldetes Erwerbseinkommen + Aufrechnung der persönlichen AHV-Beiträge (Art. 9 Abs. 4 AHVG: Meldung gilt als Nettomeldung) ./. Zins auf dem investierten Eigenkapital ./. Verlustvortrag (nur Vorjahr).

Wie lange dürfen Selbständigerwerbende Verluste AHV-rechtlich verrechnen?

Nur über 2 Jahre: laufendes Jahr und Vorjahr (Art. 18 Abs. 1bis AHVV). Ältere Verluste verfallen – im Unterschied zum Steuerrecht (7 Jahre).

Wie hoch ist der Beitragssatz der Selbständigerwerbenden?

Maximal 10.0% ab einem Jahreseinkommen von CHF 60'500; darunter gilt die sinkende Beitragsskala bis zum unteren Grenzbetrag (CHF 10'100); Mindestbeitrag CHF 530. Dazu Verwaltungskosten bis 5%.

Was sind 'auszugleichende Beiträge' und wann drohen Verzugszinsen?

Differenz zwischen Akontobeiträgen und definitiver Verfügung aufgrund der Steuermeldung (Art. 25 AHVV). Übersteigen sie 25% der geschuldeten Beiträge, werden Verzugszinsen (5%) erhoben, wenn nicht innert 1 Jahr nach Ablauf des Geschäftsjahres bezahlt wird (Art. 41bis Abs. 1 lit. f AHVV).

Warum sind Erträge aus Geschäftsliegenschaften AHV-pflichtig, obwohl sie systematisch Vermögensertrag sind?

Weil Erträge und Kapitalgewinne auf GESCHÄFTSVERMÖGEN sowohl steuerlich (Art. 18 Abs. 2 DBG) als auch AHV-rechtlich (Art. 17 AHVV) Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit darstellen. Schuldzinsen sind abziehbar.

Welche Indizien sprechen für Geschäftsvermögen?

Verbuchung/Aktivierung in der Buchhaltung, vorgenommene Abschreibungen, planmässiger Kapitaleinsatz, betriebliche Nutzung, erheblicher Einsatz von Fremdkapital, enger geschäftlicher Zusammenhang, Bereitschaft zur Veräusserung.

Wie wird die Beteiligung an einer ausländischen Personengesellschaft (z.B. GmbH & Co. KG) qualifiziert?

Als selbständige Erwerbstätigkeit – nach CH-Praxis gilt die Fiktion, dass jeder Gesellschafter einer Personengesellschaft Selbständigerwerbender ist, auch wenn er nicht mitarbeitet und keine Entscheide trifft.

Zwei Geschwister erben deutsche Liegenschaften: eine in einer KG, eine im Miteigentum. Unterschied?

KG-Beteiligung = selbständige Erwerbstätigkeit (Koordinationsfall!). Blosses Miteigentum ohne Gesellschaftsform = private Vermögensanlage, AHV-rechtlich irrelevant.

Welchen Einfluss hat die privilegierte Liquidationsbesteuerung (Art. 37b DBG) auf die AHV?

Keinen! Sie ist nur eine Tarifmassnahme. Die AHV knüpft am steueramtlich ermittelten GEWINN an – auch wenn steuerlich am Ende eine Null-Besteuerung resultiert, ist der Liquidationsgewinn voll AHV-pflichtig.

Was bewirkt Art. 18a DBG bei der Überführung einer Liegenschaft ins Privatvermögen?

Aufschub der Besteuerung des Wertzuwachses; sofort besteuert und AHV-verabgabt werden nur die wiedereingebrachten Abschreibungen (Differenz Anlagekosten ./. Buchwert). Bei der späteren Veräusserung aktualisieren sich Steuer- und AHV-Folgen.

Wann wird jemand zum gewerbsmässigen Liegenschaftenhändler?

Es braucht eine relevante HANDELSTÄTIGKEIT. 'Baunähe' und eine aktive, professionelle Verwaltung inkl. nachhaltigem Unterhalt genügen nach BGer nicht. Gegen eine Umqualifikation lohnt sich die Gegenwehr, da sie auch AHV-Folgen hat.

Ist die Steuermeldung für die Ausgleichskasse verbindlich?

Für die Höhe des Einkommens grundsätzlich ja; bei der Frage der Qualifikation (Erwerbseinkommen oder privater Vermögensertrag) darf und muss die Kasse bei gewichtigen Gründen abweichen.

Unter welchen Voraussetzungen darf eine Dividende zu Lohn umqualifiziert werden?

Kumulativ: (1) der ausbezahlte Lohn ist der Arbeitsleistung NICHT angemessen (Branchen-/Drittvergleich) UND (2) die Dividende ist unangemessen hoch – Faustregel: mehr als 10% des Vermögenssteuerwerts der Beteiligung.

Welche Argumente sprechen gegen die Umqualifikation einer Dividende zu Lohn?

Kein Lohn für keine Leistung (keine operative Mitarbeit); branchenübliche und angemessene Entlöhnung; Dividende stammt aus thesaurierter Substanz; nicht mitarbeitende Aktionäre erhalten die gleiche Dividende; Dividende unter 10% des Vermögenssteuerwerts.

Statutarisch wird die Dividende nach individuellem Leistungsbeitrag verteilt. Beurteilung?

Asymmetrische Dividenden sind zulässig – aber wenn die Bemessungsgrundlage explizit die ARBEITSLEISTUNG ist, gilt die ganze Dividende als Ergebnis der Arbeitsleistung und wird zu Lohn aufgerechnet (v.a. wenn der Grundlohn zu tief ist).

Sind Lizenzgebühren eines Erfinders AHV-pflichtig?

Ja – Lizenzgebühren/Royalties gehen auf eine Tätigkeit (die Erfindung) zurück und sind nach ständiger Praxis Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit. Anders beim Investor, der ein fremdes Patent kauft und lizenziert: AHV-freier Vermögensertrag.

Welche Vor-/Nachteile hat die Einzelfirma gegenüber der AG/GmbH aus Sicht der Sozialversicherungen?

Einzelfirma: keine BVG-/UVG-/ALV-Pflicht, tendenziell tiefere Beitragslast, Gewinnsteuerung über Abschreibungen/Rückstellungen. AG/GmbH: kein Umqualifikationsrisiko, ALV/UVG/BVG-Schutz, Gewinne bleiben ausserhalb der AHV (Dividende), bessere Vorsorge- und Ausschüttungsplanung.

Wie bemessen sich die Beiträge der Nichterwerbstätigen?

Nach dem Reinvermögen PLUS dem mit 20 multiplizierten jährlichen Renteneinkommen (Art. 10 AHVG, Art. 28 AHVV). Beitrag gemäss Beitragstabelle: von CHF 530 bis CHF 26'500.

Wie werden die NE-Beiträge bei Verheirateten berechnet?

Jeder Ehegatte zahlt auf der HÄLFTE des ehelichen Vermögens und der Hälfte des ehelichen Renteneinkommens (x20) – unabhängig vom Güterstand.

Zählt das BVG-/Freizügigkeitsguthaben zum massgebenden Vermögen der Nichterwerbstätigen?

Nein.

Wann gelten die Beiträge des nichterwerbstätigen Ehegatten als bezahlt?

Art. 3 Abs. 3 lit. a AHVG: wenn der andere Ehegatte im Sinne des Gesetzes ERWERBSTÄTIG ist und mindestens den doppelten Mindestbeitrag (CHF 1'060) an die AHV entrichtet.

Falle: Der Ehemann ist Grenzgänger und in Frankreich unterstellt. Muss die nichterwerbstätige Ehefrau in der CH Beiträge zahlen?

Ja! Art. 3 Abs. 3 AHVG greift nur, wenn der Ehegatte in der SCHWEIZ Beiträge zahlt. Sie ist wegen Wohnsitz versichert und zahlt NE-Beiträge; als Renteneinkommen wird praxisgemäss die Hälfte des Erwerbseinkommens des Ehegatten angerechnet (WSN 2078).

Was ist die Vergleichsrechnung nach Art. 28bis AHVV?

Wer weniger als 9 Monate im Jahr ODER weniger als 50% der üblichen Arbeitszeit erwerbstätig ist, gilt als Nichterwerbstätiger, wenn die Beiträge aus Erwerbstätigkeit (inkl. Arbeitgeberanteil) WENIGER ALS DIE HÄLFTE des NE-Beitrags ausmachen. Bezahlte Beiträge werden angerechnet.

Coiffeuse mit Vollzeitsalon (Einkommen 60'000) erbt 7 Mio. Muss sie NE-Beiträge zahlen?

Nein – sie ist dauernd und voll erwerbstätig; Art. 28bis AHVV greift nicht. Reduziert sie aber ihre Tätigkeit (z.B. nur 5 Monate), wird die Vergleichsrechnung angestellt und sie gilt als Nichterwerbstätige.

Welche Beiträge zahlt ein 26-jähriger Student mit Vermögen von 2.3 Mio.?

Er ist wegen Wohnsitz versichert und gilt als Nichterwerbstätiger. Der Mindestbeitrag für Studierende gilt nur bis Alter 25 (Art. 10 Abs. 2 lit. a AHVG) – ab 26 ordentlicher NE-Beitrag gemäss Beitragstabelle.

Wie werden Aufwandbesteuerte AHV-rechtlich erfasst?

Art. 29 Abs. 5 AHVV: Der steuerliche Aufwand gilt als Renteneinkommen; mit Faktor 20 kapitalisiert ergibt sich meist ein rechnerisches Vermögen, das zum Maximalbeitrag (CHF 26'500) führt.

Étudier