.
-
- 1 / 24
-
Cartes-fiches
Wiederholung eines Wortes am Vers- oder Satzanfang. Beispiel: „Was … Was …" (Es ist alles eitel, V5–6).
Anrede des Lesers oder einer abwesenden Person. Beispiel: „Du siehst, wohin du siehst …" (Es ist alles eitel, V1).
Unbelebtes erhält menschliche Eigenschaften. Beispiel: „lacht das Glück … donnern die Beschwerden" (Es ist alles eitel, V8).
Aufzählung, Anhäufung mehrerer Begriffe. Beispiel: „Feuer, Pest und Tod" (Tränen des Vaterlands, V8).
Bildlicher Ausdruck, verkürzter Vergleich ohne „wie". Beispiel: „das vom Blut fette Schwert" (Tränen des Vaterlands, V3).
Beziehung zweier Dinge mit „wie" oder „als". Beispiel: „muss wie ein Traum vergehn" (Es ist alles eitel, V9).
Frage, deren Antwort schon feststeht, dient dem Nachdruck. Beispiel: „Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?" (Es ist alles eitel, V10).
Umstellung der normalen Wortfolge (oft aus metrischen Gründen). Beispiel: „Der hohen Taten Ruhm" (Es ist alles eitel, V9).
Übertreibung. Beispiel: „ganz, ja mehr denn ganz verheeret" (Tränen des Vaterlands, V1) — „mehr als ganz" ist logisch unmöglich.
Umschreibung statt direkter Nennung. Beispiel: „Dreimal sind schon sechs Jahr" = 18 Jahre Krieg (Tränen des Vaterlands, V10).
Sonett: 2 Quartette + 2 Terzette = 14 Verse. Metrum: Alexandriner (sechshebiger Jambus mit Zäsur nach der 3. Hebung). Reimschema: abba abba ccd eed.
Vanitas: alles Irdische ist vergänglich, nur das Ewige (Gott/Jenseits) bleibt. Schluss (V14) = Vorwurf, dass kein Mensch das Ewige betrachtet.
Aus dem Buch Kohelet / Prediger (Luther-Bibel). „eitel" bedeutet hier vergänglich, nichtig.
Kriegsklage über den Dreißigjährigen Krieg. Wende am Schluss: das Schlimmste ist nicht der Tod, sondern der Verlust des Seelenheils („der Seelen Schatz").
Zerstörung der politischen, religiösen und sozialen Ordnung: Türme in Glut, Kirche und Rathaus zerstört, geschändete Jungfern, von Leichen verstopfte Flüsse.
ca. 1600–1720.
Dreißigjähriger Krieg (1618–1648): Tod, Pest, Hunger, ständige Unsicherheit → daraus das barocke Vergänglichkeitsgefühl.
Vanitas (Vergänglichkeit), Memento mori (bedenke, dass du sterben musst), Carpe diem (nutze den Tag).
Diesseits ↔ Jenseits: das Irdische vergeht, nur das Ewige (Gott) bleibt.
Gedichtform aus 2 Quartetten (je 4 Verse) und 2 Terzetten (je 3 Verse) = 14 Verse.
Sechshebiger Jambus mit Zäsur (Pause) nach der 3. Hebung, das Standardversmass des Barock.
1616–1664, schlesischer Protestant, verlor früh Eltern und Geschwister, Vergänglichkeit als gelebte Erfahrung.
Vanitas Definition
lateinisch für Nichtigkeit oder Vergänglichkeit: beschreibt die Sinnlosigkeit und Vergänglichkeit allen irdischen Strebens
memento mori definition
ein lateinischer Ausdruck, der wörtlich übersetzt „Bedenke, dass du sterben musst“ (oder „Bedenke, dass du sterben wirst“) bedeutet.