Kalkulation 2
Sanitärmeister
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Wie lange ist ein Unternehmen an sein Angebot gebunden?
30 Tage
Darf der Unternehmer die Ausschreibungsunterlagen veränder?
Offene Positionen: Hier fehlen wichtige Parameter wie beispielsweise die Grösse oder die Leistung eines Artikels. Diese Parameter müssen von den Anwendenden zwingend ergänzt werden.
- Geschlossene Positionen: Diese enthalten bereits sämtliche Parameter, die für die genaue Bezeichnung des Artikels benötigt werden.
Kann ein Werkvertrag nachträglich geändert werden?
Ja, ein Werkvertrag kann nachträglich geändert werden. Im Schweizer Vertragsrecht (Obligationenrecht, OR) gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Das bedeutet: Was die Parteien gemeinsam vereinbart haben, können sie auch gemeinsam wieder ändern.
Darf der Unternehmer ohne Zustimmung der Bauleitung Regiearbeiten ausführen?
Anordnungspflicht (Art. 44): Regiearbeiten müssen von der Bauleitung vor Beginn der Ausführung angeordnet oder zumindest genehmigt werden.
Tägliche Rapporte (Art. 47): Der Unternehmer muss über die geleisteten Stunden und das Material täglich Rapporte ausfüllen. Die Bauleitung muss diese innert kurzer Frist (meistens 7 Tage) prüfen und visieren.
Ausser bei Notfällen
Wie häufig erstellt der Unternehmer REgierapporte und innert welcher frist werden sie geprüft?
Gemäss Art. 47 Abs. 1 SIA-Norm 118 ist der Unternehmer verpflichtet, die Rapporte über den Aufwand an Arbeitszeit, Material, Maschinen und Transporten für jeden Tag separat auszufüllen. Er darf also nicht die Arbeiten einer ganzen Woche auf einem einzigen Zettel sammeln.
Einreichen durch den Unternehmer: Der Unternehmer muss die täglichen Rapporte der Bauleitung wöchentlich (oder in anderen im Vertrag vereinbarten kurzen Abständen) übergeben.
Prüfung durch die Bauleitung: Die Bauleitung muss die Rapporte innert 7 Tagen nach Erhalt prüfen, allfällige Korrekturen anbringen und visieren.
Gilt ein gesamthaft gewärter Rabatt auch für die Regiearbeiten?
Grundsätzlich gilt: Ein gesamthaft gewärter Rabatt (Gesamtrabatt) auf die Vertragssumme gilt nicht automatisch für die Regiearbeiten.
Das ist ein klassischer Streitpunkt am Bau der im Schweizer Recht und in den gängigen Normen recht präzise geregelt ist. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Natur der Preisarten.
Welches ist der Zweck des Rückbehalt?
Der Rückbehalt (oft auch als Rücklass bezeichnet) erfüllt im Werkvertragsrecht eine doppelte Schutzfunktion für den Bauherrn beziehungsweise Besteller. Er ist quasi das finanzielle Sicherheitsnetz des Bauherrn während der wohl kritischsten Phase eines Bauprojekts: der Fertigstellung und der Garantiezeit
Wie hoch ist der Rückbehalt?
Gemäss der Norm SIA 118 (Art. 150) hängt die Höhe des Rückbehalts vom sogenannten Leistungswert am Ende des jeweiligen Rechnungsmonats ab. Es gelten dabei folgende Abstufungen:
- Regelfall (10 %): Grundsätzlich beträgt der Rückbehalt 10 % des Leistungswertes.
- Ab CHF 500'000.– (5 %): Übersteigt der Leistungswert einen Betrag von CHF 500'000.–, sinkt der prozentuale Rückbehalt auf 5 % des Wertes. Er muss in diesem Fall jedoch mindestens CHF 50'000.– betragen.
- Sonderfall Schätzung (20 %): Wenn bei Global- oder Pauschalpreisen ein Teil der erbrachten Leistungen nur durch eine grobe Schätzung ermittelt wird, beträgt der Rückbehalt für genau diesen geschätzten Teil 20 % – und zwar unabhängig davon, wie hoch der gesamte Leistungswert ist.
- Maximalbetrag: Sofern vertraglich nichts anderes vereinbart wurde, ist der Rückbehalt auf einen absoluten Maximalbetrag von CHF 2'000'000.– limitiert
Was ist der BKP?
Die Abkürzung BKP steht für Baukostenplan.
Er ist ein genormter Plan, der alle anfallenden Kosten eines Bauprojekts erfasst und ordnet. Er hilft allen beteiligten Unternehmen, eine genaue Übersicht über die Kosten zu behalten und diese dem jeweiligen Gebäude zuzuordnen. Ein Beispiel dafür ist die Gruppe 25, welche die Kosten für Sanitäranlagen abdeckt
Wozu dient der BKP?
Er ist ein genormter Plan, der alle anfallenden Kosten eines Bauprojekts erfasst und ordnet. Er hilft allen beteiligten Unternehmen, eine genaue Übersicht über die Kosten zu behalten und diese dem jeweiligen Gebäude zuzuordnen. Ein Beispiel dafür ist die Gruppe 25, welche die Kosten für Sanitäranlagen abdeckt
Was ist der NPK?
Die Abkürzung NPK steht für Normpositionskatalog
Wozu dient der NPK?
Die Abkürzung NPK steht für Normpositionskatalog. Er ist ein standardisierter Katalog, der dazu dient, Bauleistungen einheitlich und klar zu beschreiben, was Angebote besser vergleichbar macht.
Der Katalog ist in zwei Positionsarten unterteilt:
- Geschlossene Positionen: Diese enthalten bereits alle nötigen Parameter und sind vollständig beschrieben.
- Offene Positionen: Hier fehlen noch wichtige Details (wie z.B. die Grösse), die der Anwender selbst ergänzen muss.
Welche Kosten werden den LGK zugeordnet?
- Personalaufwand Büro
- Raumaufwand Büro
- Maschinen und Geräte
- Fahrzeugaufwand
- Sach- und Bauversicherung
- Spenden/Beiträge
- Verwaltungsaufwand
- Spesen Kundenbetreuung
- Werbeaufwand
- Übriger Betriebsaufwand
- Abschreibung Fahrzeug/Maschinen
Was gehört alles zu den Soziallasten?
- AHV/IV/EO/ALV/FAK
- BVK
- Unfall-/Krankentaggeldversicherung
- Ferien/Feiertage
Was gehört zu den Materialgemeinkosten?
- Personalaufwand Lager
- Raumaufwand Werkstatt/Lager
- Finazaufwand/Zinsaufwand
- Finanzertrag
- Steuern
Was verstehen sie unter einem Einheitspreis?
Ein Einheitspreis ist ein festgelegter Preis für eine einzelne Leistung pro Mengeneinheit (z. B. pro Stück, Laufmeter oder Quadratmeter).
Die endgültige Bezahlung berechnet sich am Schluss, indem dieser feste Preis mit der tatsächlich erbrachten Menge multipliziert wird. Im Gegensatz zu Pauschalpreisen dürfen Einheitspreise bei einer allgemeinen Teuerung nachträglich angepasst werden
Was verstehen sie unter einem Globalpreis?
Ein Globalpreis ist ein fest vereinbarter Geldbetrag für eine einzelne Leistung, einen bestimmten Teil des Bauwerks oder das gesamte Werk.
Im Gegensatz zum Einheitspreis hängt die endgültige Bezahlung bei einem Globalpreis nicht von der tatsächlich erbrachten oder ausgemessenen Menge ab. Ähnlich wie der Einheitspreis ist der Globalpreis jedoch teuerungsberechtigt, er darf also bei veränderten Kostengrundlagen nachträglich angepasst werden
Was verstehen sie unter einem Pauschalpreis?
Ein Pauschalpreis ist ein fest vereinbarter Geldbetrag für eine Leistung, einen Werkteil oder das gesamte Bauwerk, bei dem die endgültige Bezahlung nicht von der tatsächlich erbrachten Menge abhängt.
Der entscheidende Unterschied zum Globalpreis besteht darin, dass ein Pauschalpreis nicht teuerungsberechtigt ist. Das bedeutet, er darf im Nachhinein bei veränderten Kostengrundlagen (wie allgemeiner Teuerung) nicht mehr angepasst werden
Welche Teurungsabrechnungsberfahren kennen SIe ?
Gemäss den Quellen gibt es hauptsächlich zwei Verfahren für die Teuerungsabrechnung:
- Das Mengennachweisverfahren: Hierbei müssen Preisänderungen (z. B. beim Material) genau belegt werden. Dieses Verfahren wird oft bei öffentlichen Bauten für Bund, Kantone oder Gemeinden (nach KBOB) verlangt.
- Das indexgebundene Verfahren: Die Abrechnung erfolgt pauschal über offizielle Indexzahlen. Zu den bekanntesten Methoden gehören hier die Gleitpreisformel (nach Norm SIA 122) und das Verfahren mit dem Produktionskostenindex (PKI).
Wie kann die Mehrwertsteuer definiert werden?
Indirekte Steuer: Das Unternehmen rechnet die Steuer mit dem Bund ab, aber der Endverbraucher bezahlt sie über den Kaufpreis.
Besteuerung des Mehrwerts: Unternehmen zahlen die MWST nur auf dem von ihnen geschaffenen Wertzuwachs. Die MWST auf den eigenen Einkäufen ziehen sie via Vorsteuerabzug wieder ab.
Sätze in der Schweiz: Normalsatz 8.1 % (z. B. für Handwerkerleistungen, Autos), reduzierter Satz 2.6 % (z. B. Nahrungsmittel) und Sondersatz 3.8 % (Hotellerie).
Was verstehen Sie unter em Begriff Vorsteuerabzug?
Der Vorsteuerabzug ist das Recht eines steuerpflichtigen Unternehmens, die MWST, die es selbst auf seinen Einkäufen (Material, Maschinen, Dienstleistungen) bezahlt hat, von der eingenommenen Umsatzsteuer abzuziehen.
Das sorgt dafür, dass Unternehmen die MWST nicht aus eigener Tasche zahlen müssen, sondern die Steuer als reiner Durchlaufposten komplett beim Endverbraucher landet.
Ist das Kostenelement MWSTgewinnberechtigt?
Nein, das Kostenelement Mehrwertsteuer ist nicht gewinnberechtigt.
Welche Abrechnungsarten der MWST kennen sie?
Es gibt in der Schweiz zwei grundlegende Unterscheidungen bei den Abrechnungsarten der MWST:
1. Nach der Abrechnungsmethode
Effektive Methode: Umsatzsteuer und Vorsteuer werden effektiv ermittelt und gegeneinander aufgerechnet. (Der Standard im Bauwesen).
Saldosteuersatz-Methode: Vereinfachtes Verfahren für kleinere Unternehmen. Es wird ein fixer, branchenspezifischer Satz auf den Bruttoumsatz angewendet, der Vorsteuerabzug fällt dafür weg.
2. Nach dem Abrechnungszeitpunkt
Nach vereinbarten Entgelten: Massgebend ist das Datum der Rechnungsstellung. (Der Normalfall).
Nach vereinnahmten Entgelten: Massgebend ist das Datum des tatsächlichen Zahlungseingangs auf dem Bankkonto. (Muss bei der ESTV beantragt werden).
Welche Merkmale muss eine Rechnung aufweisen, damit ein Vorsteuerabzug anerkannt wird?
Damit die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) den Vorsteuerabzug akzeptiert, muss eine Rechnung (ab CHF 400.–) folgende 7 Pflichtangaben aufweisen:
Name und Ort des Lieferanten (inklusive seiner MWST-Nummer mit dem Zusatz „MWST“, z. B. CHE-123.456.789 MWST)
Name und Ort des Empfängers (muss zwingend auf Ihr Unternehmen lauten)
Datum oder Zeitraum der Lieferung oder Dienstleistung
Art, Menge und Umfang der erbrachten Leistung
Das Entgelt (der geschuldete Geldbetrag)
Der angewendete Steuersatz (z. B. 8.1 %) und der geschuldete Steuerbetrag
Wenn die Steuer im Gesamtpreis enthalten ist: Der klare Hinweis „inkl. 8.1 % MWST“
Ausnahme bei Kleinbeträgen: Bei Quittungen und Rechnungen unter CHF 400.– darf die Angabe des Empfängers (Ihr Firmenname) fehlen. Alle anderen Angaben müssen trotzdem drauf sein.
In welchen zeitlichen Abständen wird die MWST abgerechnet?
Die zeitlichen Abstände (Abrechnungsperioden) hängen von der gewählten Abrechnungsmethode ab:
Effektive Methode (Standard): Die Abrechnung erfolgt vierteljährlich (alle 3 Monate).
Saldosteuersatz-Methode: Die Abrechnung erfolgt halbjährlich (alle 6 Monate).
Welche Eingabe und Zahlungsfirsten sind bei der MWST vorgeschrieben?
Die gesetzliche Frist für die Online-Eingabe der Abrechnung und die Zahlung der MWST-Schuld beträgt einheitlich:
60 Tage nach Ablauf der jeweiligen Abrechnungsperiode.
Bei vierteljährlicher Abrechnung bedeutet das beispielsweise: Das 1. Quartal (Januar bis März) muss spätestens am 30. Mai eingereicht und bezahlt sein. Bei Verspätung verrechnet die ESTV automatisch Verzugszinsen.
Wer rechnet die MWST ab?
Die MWST wird von den steuerpflichtigen Unternehmen abgerechnet, die im Register der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) eingetragen sind.
Grundsätzlich gilt: Jedes Unternehmen (ob Einzelfirma, GmbH oder AG), das im In- und Ausland pro Jahr mindestens CHF 100'000.– Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielt, muss sich registrieren und die MWST abrechnen.
wozu erstellen Sie eine Nachkalkulation?
Eine Nachkalkulation wird nach Abschluss eines Projekts erstellt, um den tatsächlichen Gewinn oder Verlust zu berechnen. Dabei werden die effektiv angefallenen Kosten den Einnahmen gegenübergestellt, wofür als wichtige Grundlage oft das sogenannte Nachausmass dient
Was sind externe Personaleinsätze?
Unter externen Personaleinsätzen versteht man den gezielten Beizug von Arbeitskräften, die nicht fest beim eigenen Unternehmen angestellt sind.
In der Praxis betrifft das meistens:
Temporärmitarbeitende (über eine Personalvermittlung bei Arbeitsspitzen)
Subunternehmer / Akkordanten (andere Firmen, die Teilgewerke übernehmen)
Freie Mitarbeiter / Freelancer (externe Spezialisten für bestimmte Projektaufgaben)
Diese Einsätze dienen dazu, personelle Engpässe flexibel zu überbrücken oder fehlendes Fachwissen für ein Projekt kurzfristig einzukaufen.
Wie berechnet man den Lohnfaktor?
LF = (KNL + SL + LGK) x R&G
Suisstec
KNL= 35.43
SL= 48.5%
Gemeinkosten= 115%
Risiko und Gewinn= 10%
Wie berechnet man den Materialfaktor?
MF = (1.000 + MGK) x R&G
MBK 1.000
Suisstec 18%
R&G 10%
Aus was setzen sich die Akkordverkaufskosten?
Die Akkordverkaufskosten (AVK) setzen sich aus zwei Teilen zusammen: den Materialverkaufskosten (MVK) und den Lohnverkaufskosten (LVK)
AVK = [(MK + Verschnitt) × MF] + [KNL × LF × MZ]
Zusammengefasst ergibt das: AVK = MVK + LVK
Was sin Materialbasiskosten?
Die Materialbasiskosten (MBK) bezeichnen die Materialkosten, bei denen Zuschläge, Konditionen sowie der Verschnitt (wie beispielsweise bei Rohren) bereits aufgerechnet sind.
Damit unterscheiden sie sich von den reinen Materialkosten (MK), welche die reinen Netto-Materialkosten ohne diese zusätzlichen Aufschläge und ohne den Verschnitt darstellen
Wozu dient Ihnen die Erfolgsrechnung?
Die Erfolgsrechnung (ER) dient dazu, den wirtschaftlichen Erfolg (Gewinn oder Verlust) eines Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum (z.B. ein Geschäftsjahr) zu ermitteln.
Sie ist eine Gegenüberstellung von:
$$\text{Erfolg} = \text{Ertrag (Einnahmen/Umsatz)} - \text{Aufwand (Kosten)}$$
Ihre Hauptaufgaben:
Ergebnisermittlung: Sie zeigt schwarz auf weiss, ob das Unternehmen profitabel wirtschaftet.
Ursachenanalyse: Sie legt offen, womit das Geld verdient wurde (z.B. Service oder Neubau) und welche Kosten (z.B. Personal oder Material) am höchsten waren.
Führungsinstrument: Sie liefert über wichtige Zwischenstufen (wie den Bruttogewinn oder das EBIT) die Basis für betriebliche Entscheidungen und die Steuerberechnung.