Professional Judgement Wirtschaftsprüfung
Diverse Fragen zu OR, IFRS, SGF, PS, HWP und div. Steuerthemen
Diverse Fragen zu OR, IFRS, SGF, PS, HWP und div. Steuerthemen
-
- 1 / 235
-
Cartes-fiches
Finanzinstrumente mit Eigenschaften von Eigenkapital. Problembsp.: Ewige Anleihe, ewig, also ohne Rückzahlung (FK-Kriterium) aber trotzdem verzinst. Ziel: Stringentere Merkmale zur Klassifizierung von EK und FK.
Was ist ein BIAS?
systematischer Denkfehler, der dazu führt, dass ein Entscheid von der akzeptierten Norm oder vom formallogischen Resultat abweicht. Bsp. Confirmation Bias = Tendenz Informationen zu verwenden, die konsistent mit Erwartung, Vorgeschichte und Position des Mgmt.
Was sind Gründe für Trend von IFRS zu Swiss GAAP FER wechseln?
- Einfachere administrative Abläufe
- weniger hohe Komplexität
- Goodwill mit EK verrechenbar
- Verzicht auf IAS 19 Gutachten
IFRS und FER: Retrospektives Restatement (=Anpassung VJ).OR: falls EK verändert, keine Anpassung des VJ, sondern Korrektur über laufendes ErgebnisFür beide gilt Offenlegungspflicht im Anhang.
selbst erarbeiteter GoodwillAus- und WeiterbildungskostenRestrukturierungskostenKnow-howKosten für Grundlagen- und angewandte ForschungGründungs- und Organisationskostenselbsterstellte Markenselbsterstellte Kundenlisten
Immaterieller Wert: Def. und Ansatzkriterien
- identifizierbar
- nicht-monetär
- und ohne physische Existenz
- erworben oder selbst erarbeitet in Verfügungsmacht des UG
- künftiger wirtschaftlicher Nutzen wahrscheinlich
- AHK zuverlässig messbar
wer direkt oder indirekt einen bedeutenden Einfluss auf Entscheidungen hatBsp.: VR, GL (und deren nahe Angehörige); Beteiligungen; Aktionäre >20%; Organisationen von nahestehender Person kontrolliert, Vorsorgeinrichtungen
Gemeinnützige Nonprofit-Organisation:
Standard nach SGF?
3 Charakteristiken von NPO?
FER 21;
- unabhängig von Rechtsform gemeinnützig = sozial
- öffentlich = Spenden von Allgemeinheit und Staat
- Wichtig: Kreis der Leistungsempfänger nicht gleich Kreis der Leistungserbringer
Bestandteile JR einer Nonprofit-Organisation (5+1)
- Bilanz
- Betriebsrechnung
- Geldflussrechnung (falls nicht kleine Organisation (<2m Bilanz; <1m Umsatz; <10 FTE)
- Rechnung über Veränderung des Kapitals
- Anhang
- Leistungsbericht
Wie gliedern sich Passiven einer Nonprofit-Organisation? (3 Positionen)
- Verbindlichkeiten (FK),
- Fondskapital (zweckgebundener Fonds, eigene, neutrale Position zw. FK und EK; bei OR 725 als FK)
- Organisationskapital (EK)
Was ist besonders offenzulegen im Anhang einer Nonprofit-Organisation? (4)
- administrativer Aufwand (inkl. Personal)
- Fundraising- und allg. Werbeaufwand (inkl. Personal)
- unentgeltlich erhaltene Zuwendungen (Sachen, DL, Freiwilligenarbeit)
- Gesamtvergütung an oberstes Leitungsorgan sowie an Geschäftsleitung (alle Vergütungen inkl. pauschale Spesen, Sitzungsgelder etc.)
Voraussetzungen POC gem. FER (4) und gem. IFRS (3)
FER kumulativ:
- vertragliche Grundlage
- wahrscheinlicher Nutzenzufluss
- geeignete Auftragsorganisation
- zuverlässige Ermittlung Auftragserlöse, -aufwand und Fertigstellungsgrad falls erfüllt, Anwendung POC Pflicht für FER;
OR Wahlrecht
IFRS 15: Schritt 5 - Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtung: Kontrollübergang Zeitraumbezogene Umsatzerfassung, falls einer der Punkte:
- bei zeitgleichem Verbrauch des Nutzenzuflusses (z.B. Reinigung)
- Verbesserung am Vermögenswert, obwohl Kunde über Kontrolle verfügt (z.B. Bau)
- Vermögenswert ohne alternative Nutzung (Spezieskauf) und durchsetzbares Recht auf Vergütung inkl. Marge (insb. Werkvertrag)
+ verlässliche Feststellung des Fertigstellungsgrads
=> POC sonst mod. CCM
zwei Kriterien in zwei Jahren nicht überschritten: Bilanz 10m; Umsatz 20m; 50 FTE
Retrospektive Anpassung als ob Standard schon immer angewendet wurde. Präsentation inkl. angepasster VJ-Bilanz
Wenn 20% des Grundkapitals (bzw. bei Verein und Genossenschaft 10%) es verlangenWenn für eine zuverlässige Beurteilung der wirtsch. Lage notwendigWenn zwei Kriterien in 2 Jahren aufeinanderfolgenden Jahren überschritten (20m Bilanz, 40m Umsatz, 250 FTE)
Welcher Grundsatz gilt bei Konsolidierung?
Grundsatz der Einheitlichkeit:
- einheitliche Kontierung und Gliederung
- einheitliche Bewertung
- einheitlicher Abschlussstichtag (max. 3 Mt. Differenz; Berücksichtigen von wesentlichen Ereignissen)
Wann kommt die Erwerbsmethode (Acquisition method) zur Anwendung? Nenne die 4 Schritte und den dazugehörigen IFRS/FER Standard.
Bei der Akquisition und somit erstmaligen Konsolidierung eines Tochterunternehmens.
- Identifizierung des Erwerbers
- Bestimmung des Erwerbszeitpunkt
- PPA: Ansatz und Bewertung der identifizierten VW und Schulden
- Ansatz Goodwill (Diff. Kaufpreis - Fair Value übernommene Nettoaktiven), Achtung: 2 verschiedene Methoden: Full Goodwill oder klassisches Goodwill Acc. (Unterschied ist, ob auch ein Goodwill für die Minderheiten angesetzt werden soll oder nicht. FER erlaubt Full Goodwill nicht, IFRS Wahlrecht; US GAAP nur Full Goodwill) Standard: IFRS 3; FER 30
Goodwill ist bezahlter Mehrwert für Vermögenswerte, die nicht einzeln identifizierbar und angesetzt werden konnten (
Impairment only: IFRS und US GAAPAktivierung und Abschreibung (5y, max. 20y): FERVerrechnung mit EK (Gewinnres.) und Schattenrechnung: FER
Wenn zwei der Kriterien (10m Assets, 20m Umsatz und 50 FTE) in zwei aufeinander folgenden Jahren nicht überschritten sind.Kern-FER = Rahmenkonzept + FER 1-6
vollständigwahrheitsgetreusystematischBelegnachweisklarzweckmässignachprüfbar
Grundsätze ordnungsmässiger Rechnungslegung gem. OR (7 Pkte)
OR 958c:
- Klarheit und Verständlichkeit;
- Vollständigkeit
- Verlässlichkeit
- Wesentlichkeit
- Vorsicht
- Stetigkeit
- Verrechnungsverbot
Welche VW müssen einzeln bewertet werden? Was sind die zwei Ausnahmen nach OR?
Grundsätzlich gilt Einzelbewertung, ausser nicht wesentlich oder aufgrund der Gleichartigkeit für Bewertung üblicherweise als Gruppe zusammengefasst (z.B. Debitoren ohne individ. WB-Bedarf => Pauschales Delkredere oder Lager ohne individ. WB-Bedarf => Warendrittel). Bei IFRS und FER gilt strenge Einzelbewertung
impari (ital. = ungleich)Gewinne dürfen nur erfasst werden, wenn sie bereits realisiert sind, aber Verluste müssen berücksichtigt werden, auch wenn sie noch nicht realisiert sind
Was bedeutet das Realisationsprinzip?
Matching principle: Aufwendungen, die dazu dienen Erträge zu erwirtschaften, sollen in der Periode des Ertragsanfalls realisiert werden
grössere Unternehmen sind Unternehmen die eine ordentliche Revision durchführen müssenneben den allgemeinen Pflichtbestandteilen (Bilanz, ER, Anhang) sind zusätzliche Angaben im Anhang (lfr.. verzins. Verb. nach Fälligkeit, Honorar der Rev.stell), eine Geldflussrechnung und ein Lagebericht zu erstellenAusser Mutterunternehmen erstellt Konzernrechnung nach anerkanntem Standard
Was muss in einen Lagebericht (6)?
Erläuterung der wichtigste Einflussfaktoren auf Geschäftsgang:
- Zukunftaussichten
- Anzahl FTE im Schnitt;
- durchgeführte Risikobeurteilung;
- Bestell- und Auftragslage;
- F&E-Tätigkeit;
- Aussergewöhnliche Ereignisse Falls kein Lagebericht erstellt: Gesetzesverstoss gegen OR 961
Lagebericht ist other information, nicht Teil der JR, nicht Prüfungsgegenstand. Darf aber nicht unstimmig sein. Gem. PS 720 muss RS diesen lesen und wesentliche Unstimmigkeiten feststellen.Bericht: Falls wesentliche Unstimmigkeit vorhanden: Hinweis auf sonst. Sachverhalt, RSB zurückhalten oder Mandat niederlegen.
Erkläre das Kongruenzprinzip? (Stichwort Eigenkapital)
= Konzept des clean surplus accounting, d.h. Veränderung des EK besteht aus Gewinn/Verlust +/- EK-Transaktionen mit Aktionären dieses Prinzip wir in IFRS tlw. durchbrochen, z.B. IFRS 9: OCI-Option für EK-Instrumente non-trading, bei Ausbuchung kein Recycling sondern Umbuchung direkt in Gewinnreserven
nur FK-Vermögenswerten @FVtOCI
Welche 3 Arten von Hedging gibt es? Wie werden die Sicherungsinstrumente grdstzl. behandelt gem. IFRS?
Fair Value Hedge (Absicherung eines Asset, Verbindl. gegen FV-Schwankungen) => zum FV, Wertänderungen über P&L
Cash Flow Hedge (Absicherung eines zukünft. Zahlungsstroms) => zum FV über OCI bis Cash Flow eintritt (effektive Teil), dann über P&L bzw. Aktivierung als Teil der AHK von Assets
Hedge einer Nettoinvestition in ausl. Geschäftsbetrieb (Absicherung der im OCI gesammelten Umrechnungsdiff.) => zum FV über OCI bis TU abgeht, dann über P&L
Y
Wie sollten Alternative Performance Measures bzw. Non-GAAP Kennzahlen publiziert werden? (6 Pkt.)
- Klar definiert und verständlich
- referenziert auf vergleichbare GAAP Kennzahlen
- nicht dominanter präsentiert als GAAP Kennzahlen
- VJ-Werte sind offenzulegen
- stetige Berechnung
- Referenz zu Detailangaben im Anhang
- an Börse kotiert- Genossenschaft mit mind. 2000 Mitgliedern- Stiftungen, die zu ord. Revision verpflichtet sindzudem:Gesellschafter mit mind. 20% Grundkapital10% der Genossenschafter und 20% der Vereinsmitglieder
IFRSIFRS for SMESwiss GAAP FER (allenf. Kern-FER)US GAAPIPSAS (Public sector)
Erkläre das Opting System und die entsprechenden Kriterien?
- Opting out:
- Gesellschaften mit weniger als 10 FTE und bei Zustimmung sämtlicher Aktionäre können auf die eingeschränkte Revision verzichten
- Opting in:
- Bei Gesellschaften, die auf Revision verzichtet haben, kann jeder Aktionär eine eingeschränkte Revision verlangen (spätestens 10 Tage vor GV ein verlangen, GV verschieben und Revision durchführen).
- Opting up:
- Gesellschaften können freiwillig eine ordentliche Revision durchführen, wenn 10% der Gesellschafter dies verlangen,
- wenn ein Gesellschafter mit Nachschusspflicht dies verlangt (GmbH/Genossenschaft), die Statuten das so vorsehen oder die GV dies gem. Mehrheitsbeschluss verlangt
Wer muss zwingend eine ordentliche Revision durchführen?
- Publikumsgesellschaften (Anleihensobligation ausstehend, an Börse kotiert oder mind. 20% der Assets/Umsatz eines der vorgenannten ausmacht)
- grössere Unternehmen, die in zwei der Grössen in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren überschreiten: - Bilanz 20m - Umsatz 40m - 250 FTE im Durchschnitt
- Gesellschaften die Konzernrechnungspflichtig sind
- GV/Statuten dies vorsehen 10% der Aktionäre dies wollen
Ja, Grossvereine (10m Bilanz, 20m Umsatz, 50 FTE) sind zur ordentlichen Revision verpflichtet.Aber keine Pflicht zur eingeschränkten Revision, ausser ein Vereinsmitglied mit Nachschusspflicht verlangt dies.
Ist eine Stiftung revisionspflichtig?
Ja, für Stiftung gilt Revisionspflicht, ausser Aufsichtsbehörde befreit Stiftung und Stiftung Bilanzsumme <200TCHF
Was regelt die Auftragsbestätigung? (8)
- Aussage zur Annahme des Mandats
- Ziel der Prüfung
- Verantwortlichkeiten klären (Erwartungslücke schliessen)
- Gegenstand und Umfang der Prüfung
- Form der Berichterstattung und Kommunikation
- Ausschluss von Fehler nicht 100% möglich
- Einwilligung zu uneingeschr. Informationszugang
- Schätzung des Honorars
Was sind die Wahlvoraussetzungen für eine RS? (4)
- Wählbarkeit (nP/jP, mind. 1 Pers. Sitz in CH, in HReg des Kunden eingetragen)
- Zulassung (vorhanden)
- Unabhängigkeit
- Voraussetzung des Unternehmens (Integrität des Mgmt, Bereitschaft des Mgmt zur Kooperation, Gefahren und Risiken des Mandats, ausreichende Ressourcen und Kompetenzen)