Fachgesprächfragen
mögliche Fragen für die AP2, selbst zusammengestellt
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Lernkarten
Welche Wirkprinzipien gibt es und welche haben Sie in Ihrer Arbeit angewandt ?
- Formschlüssige Verbindung, z.Bsp: Passfeder, Keilwelle
- Kraftschlüssige Verbindung, z.Bsp. Schraubverbindungen, Druckhülsen
- Stoffschlüssige Verbindung, z.Bsp. geschweißte oder geklebte Verbindung
Ich habe hauptsächlich geschweißt und geschraubt
Welche Schweißverfahren werden in Ihrer Firma angewandt und kennen Sie den Unterschied ?
- Metall-Aktivgas-Schweißen (kurz MAG) Prozessnummer: 135
- Metall-Inertgas-Schweißen (kurz MIG) Prozessnummer: 131
Allen gemein ist das Prinzip
- eines Gleich- oder Wechselstrom Lichtbogens
- abschmelzende Drahtelektrode
- Hohe Schweißqualität
- Hand- oder automatisches Schweißen
- Nachteil: Spritzerbildung
Unterschied:
Gas:
- Aktivgas (z.Bsp. CO₂ = Kohlendioxid), hat oxidierende Wirkung auf das Schweißbad
- Inertgas (z.Bsp. Ar = Argon), hat reaktionsträge (inerte) Wirkung
Anwendung:
- MAG: unlegierte und legierte Stähle
- MIG: Aluminium und hoch legierte Stähle (nichtrostende)
Was gibt es noch für Schweißverfahren ?
WIG => nicht abschmelzende Wolframelektrode => für hochwertige Verbindungen vor allem im Dünnblechbereich => Prozessnummer: 141
Lichtbogenhandschweißen => Handschweißverfahren => im Baustellenbereich => Prozessnummer: 111
Was für Nahtarten gibt es ?
Im Maschinenbau sehr häufig Stumpfnähte und Kehlnähte:
- Stumpfnähte verbinden Bauteile in einer Ebene,
- Kehlnähte werden bei T-, Eck- und Überlappstößen eingesetzt.
Was bezeichnet man als einen Stoß ?
Ein Stoß ist die Art der Anordnung bzw. Verbindungsstelle von Bauteilen vor dem Fügen oder Schweißen,
- z.Bsp. Stumpfstoß – 2 Bleche liegen aneinander
- oder T-Stoß – ein Bauteil steht senkrecht auf einem anderen.
Zu welcher Hauptgruppe der Fertigungsverfahren kann man Schweißen zählen ?
Fügen (Verbinden von Werkstücken)
(eventuell noch beschichten (Beim Auftragsschweißen))
Welche DIN legt die Hauptgruppen der Fertigungsverfahren fest ?
DIN 8580
Was heißt DIN ? Und welche anderen Bezeichnungen gibt es noch in der Normung ?
DIN: Deutsches Institut für Normung
ISO: International Standardization Organization
EN: Europäische Norm
Welche Hauptgruppen der Fertigungsverfahren gibt es noch ? Nennen Sie Beispiele.
- Urformen: Herstellen eines Körpers aus formlosen Stoffen (Gießen, 3D-Druck, …)
- Umformen: Formänderung ohne Änderung der Masse (Biegen, Walzen, Tiefziehen, …)
- Trennen: Formänderung durch Stoffzusammenhalt vermindern (Drehen, Fräsen, …)
- Fügen: Verbinden mehrerer Werkstücke (Schweißen, Verschrauben, Kleben, …)
- Beschichten: Aufbringen einer fest haftenden Schicht (Lackieren, Pulverbeschichten, …)
- Stoffeigenschaften ändern: Ändern der Werkstoffeigenschaften (Härten, Nitrieren, …)
Welche dieser Verfahren der DIN 8580 werden für Ihr Projekt angewendet ? Nennen Sie Beispiele ?
Umformen: Biegen der Aufnahme für den Span-Sammelbehälter
Trennen: Drehen / Fräsen der Buchse für den Niederhalter Laserschneiden der Blechteile (nicht bei Rotte)
Fügen: Schweißen des Tischgestells und Komponenten Verschrauben der Teile miteinander z.Bsp.
Gibt es ein Symbol speziell für Laserschneiden ?
Nein, aus dem Symbol für den thermischen Schnitt geht nicht hervor, ob die Kante durch Laser-, Plasma- oder Brennschneiden hergestellt werden soll. (Ggfs. muss ein zusätzlicher Hinweis gemacht werden)
Was bedeutet die Notiz „Zeichnungsnummer angepulst“ auf Ihren Zeichnungen ?
Beim Pulsen sendet der Laser nur kurze Energieimpulse aus.
Dadurch wird die Oberfläche nur leicht angeschmolzen oder verfärbt, ohne tief Material abzutragen.
Es entsteht eine dauerhafte, aber dezente Kennzeichnung.
Was bedeutet Rz63 ?
Rz63 ist ein Kennwert für die Oberflächenrauheit.
Die Angabe legt fest, dass die mittlere Rautiefe der Oberfläche von 63 µm nicht überschritten werden darf.
Was bedeutet mittlere Rautiefe ?
Zur Ermittlung der Rautiefe Rz wird in einer Einzelmessstrecke der Abstand zwischen der höchsten Spitze und dem tiefsten Tal gemessen.
Danach wird der Rz-Wert in der Regel aus 5 Einzelstrecken arithmetisch gemittelt.
(Falls mehr Messtrecken herangezogen werden, wird die Anzahl dieser dem Wert hinzugefügt, z.Bsp: RZ16 10 für 10 Messtrecken)
Gibt es noch eine andere Möglichkeit die Rauheit anzugeben als Rz ?
Ja, als arithmetischer Mittelwert Ra => auch Mittenrauheitswert genannt.
Er ist der durchschnittliche „Höhenunterschied“ der Oberflächenunebenheiten, gemessen von der Mittellinie.
Er wird wie die Rautiefe Rz in einer Einzelmessstrecke gemessen und danach, auch wieder in der Regel aus 5 Einzelstrecken arithmetisch gemittelt.
(Falls mehr Messtrecken herangezogen werden, wird auch hier die Anzahl dieser dem Wert hinzugefügt, z.Bsp: Ra16 10 für 10 Messtrecken)
Gibt es noch andere Gestaltsabweichungen ?
Ja, es gibt z.Bsp. Formabweichung oder Welligkeit
Wir haben eben von verschiedenen Linien in technischen Zeichnungen gesprochen. Welche gibt es noch, was bezeichnen sie und welche Dicken haben sie ?
Linien stehen meist im Verhältnis 1:2 zueinander.
Je nach Zeichnungsart und Anforderung Stärken üblicherweise:
- dicke Linien: 0,5 oder 0,7 mm
- dünne Linien: 0,25 oder 0,35 mm
Verwendung:
- Volllinie, breit => sichtbare Kanten und Umrisse, Rändel, …
- Volllinie schmal => Maßhilfslinien, Schraffuren, Bezugslinien, …
- Strichlinie, breit => Bereich mit Wärmebehandlung.
- Strichlinie, schmal => verdeckte Kanten oder Umrisse.
- Strich-Punktlinie, breit => Wärmebehandlung, Schnittebenen.
- Strich-Punktlinie, schmal => Mittellinien, Symmetrielinien, …
- Strich-Zwei-Punktlinie, schmal => Umrisse benachbarter Teile oder Fertigteile, …
Was regelt die DIN EN ISO 128 ?
Sie legt die allgemeinen Darstellungsregeln für technische Zeichnungen fest, insbesondere
- Linienarten,
- Linienstärken,
- Ansichten,
- Schnitte und
- Schraffuren.
Das Schriftfeld in Ihrer Zeichnung enthält eine Angabe DIN ISO 5456-2, was bedeutet sie ?
Diese DIN legt die Anordnung der Ansichten und die Projektionsmethode fest.
Was bedeutet auf Ihrer Zeichnung „Schutzvermerk ISO 16016 beachten“ ?
Der Schutzvermerk nach ISO 16016 weist darauf hin, dass die Zeichnung urheberrechtlich geschützt ist.
Sie darf ohne Zustimmung des Rechteinhabers weder vervielfältigt noch an Dritte weitergegeben oder für andere Zwecke verwendet werden.
Was bedeutet auf Ihrer Zeichnung „Allgemeintoleranzen nach DIN ISO 2768 mK“ ?
DIN ISO 2768-mK legt Allgemeintoleranzen für nicht einzeln tolerierte Maße, Winkel sowie Form- und Lageabweichungen fest:
- Kleine Buchstaben: Allgemeintoleranzen für Maße und Winkel: Toleranzklasse m = mittel
- Große Buchstaben: Allgemeintoleranzen für Form- und Lagetoleranzen: Toleranzklasse K = mittel
Auf meiner Zeichnung sind zudem auch auszugsweise Längenangaben angegeben…
Sie haben auf einigen Zeichnung etwas mit Schraffur dargestellt? Was können Sie über Schraffuren erzählen ?
- Werden bei Schnitten eingesetzt
- Mit parallelen schmalen Volllinien unter 45° oder 135° zur Mittellinie oder Hauptumrissen
- Unterschiedliche Richtung bei angrenzenden Teilen
- In Längsrichtung nicht geschnitten werden Teile ohne Hohlräume, wie Wellen, Schrauben
- Schnittflächen werden im Allgemeinen mit der Grundschraffur (////) gekennzeichnet
- Es gibt aber auch besondere Schraffuren, wenn etwas hervorgehoben werden soll (XXXX)
Auf Ihrer Zeichnung „Buchse Niederhalter“ findet sich die Angabe Ø16,2 H9 können Sie mir das erklären ?
Was für Passungssysteme gibt es ?
Die Passungssysteme Einheitsbohrung und Einheitswelle dienen dazu, Passungen wirtschaftlich herzustellen. Dabei wird entweder die Bohrung oder die Welle mit einem festen Toleranzfeld beibehalten und nur das Gegenstück angepasst
- Einheitsbohrung: Alle Bohrungsmaße besitzen das Grundmaß „H“, Welle wird angepasst
- Einheitswelle: Alle Wellenmaße besitzen das Grundmaß „h“, Bohrung wird angepasst
Dadurch werden Werkzeugkosten und Fertigungsaufwand reduziert, da Standardwerkzeuge und Standardmaße verwendet werden können
Wie hoch sind die Schrifthöhen auf einer technischen Zeichnung ?
Bei uns in Inventor verwenden wir sie so:
- Maßzahlen / andere Schrift: 3,5 mm
- Pos-Nr.: 5 mm
Stichwort Biegen – was müssen Sie dabei beachten ?
Beim Biegen müssen insbesondere beachtet werden:
- Mindestbiegeradius,
- Rückfederung,
- Biegeverkürzung bzw. Zuschnittslänge
- sowie Werkstoff, Materialdicke und Walzrichtung
Was müssen Sie beim Bemaßen beachten ?
Die Bemaßung und Toleranzangabe von Werkstücken kann auf verschiedene Weisen durchgeführt werden:
- Funktionsbezogen: Maße und Toleranzen werden so angegeben, dass die Funktion des Bauteils und das Zusammenwirken mit anderen Bauteilen sichergestellt sind.
- Fertigungsbezogen: Die Bemaßung orientiert sich an der Herstellung des Bauteils, um die Fertigung zu vereinfachen und Fehler zu vermeiden
- Prüfbezogen: Maße und Bezugselemente werden so angegeben, dass das Bauteil einfach und eindeutig geprüft bzw. gemessen werden kann.
Welche Konstruktionsrichtlinien bzw. Methoden kennen Sie ?
Im CAD werden häufig die Konstruktionsmethoden Bottom-up, Top-down und Middle-out verwendet.
- Beim Bottom-up werden zunächst Einzelteile konstruiert und anschließend zur Baugruppe zusammengefügt.
- Beim Top-down wird von der Gesamtbaugruppe ausgegangen und die Einzelteile daraus abgeleitet.
- Beim Middle-out wird zunächst eine Grundstruktur erstellt, an dem sich anschließend Baugruppe und Einzelteile orientieren.
Für mein Projekt habe ich überwiegend Top-down bzw. Middle-out gearbeitet, da sich viele Bauteile wie Wangen, Keil und Prisma direkt aus den Randbedingungen der Gesamtbaugruppe ergeben haben.
Sie haben für Ihre Konstruktion den Werkstoff S235JR gewählt. Erläutern Sie die Bedeutung der Streckgrenze von 235 N/mm² anhand eines Spannungs-Dehnungs-Diagramms und kennzeichnen Sie die wichtigsten Bereiche
- Rm: Zugfestigkeit (360…510 N/mm²)
- Re,H: obere Streckgrenze 235 N/mm² (bei Dicke <=16 mm)
- Re,L: untere Streckgrenze
- AL: Lüdersdehnung = Fließbereich zwischen oberer und unterer Streckgrenze, in dem sich der Werkstoff ohne wesentlichen Spannungsanstieg plastisch verformt
- A: Bruchdehnung
- Hookesche Gesetz: mit:σ = Spannungε = Dehnung E = Elastizitätsmodul 210 kN/mm² (Stahl)
Was ist die Dehngrenze und wie wird sie bestimmt ?
- Die Dehngrenze Rp0,2 wird bei Materialien ohne ausgeprägte Streckgrenze (z.Bsp. Alu-Legierungen) verwendet.
- Bei Rp0,2 bleibt nach Entlastung 0,2 % bleibende Dehnung, bezogen auf die Anfangslänge, zurück
- (Bsp: der Werkstoff ist zu Beginn L0=100 mm und bei Rp0,2 um 0,2 mm länger als zuvor)
- Die Dehngrenze muss aus dem Spannungs-Dehnungs-Diagramm ermittelt werden.
- Zur Bestimmung verschiebt man eine Gerade um 0,2 % der maximalen Dehnung parallel zur Hookeschen Gerade.
- Der Schnittpunkt mit der Spannungs-Dehnungs-Kurve ist dann die Dehngrenze Rp0,2
Was ist Unterschied zwischen Streckgrenze und Zugfestigkeit ?
- Ab Streckgrenze Re: Beginn der plastischen Verformung
- Ab Zugfestigkeit Rm: Versagen des Werkstoffs
Was wissen Sie über Passschrauben (Stückliste Pos. 31)?
Passschrauben mit Ansatz können mehr als gewöhnliche Schrauben:
- Sie gelten als „Konstruktionselement“ für vielfältige Aufgaben.
- Häufig führen sie zur wirtschaftlichsten Lösung, weil sie komplizierte Konstruktionen vereinfachen.
- Passschrauben mit Ansatz ermöglichen die heute ausschlaggebenden Rationalisierungseffekte.
Können Sie die Schraubenbezeichnung in der Stückliste Pos.30 näher erläutern?
Zylinderschraube M8x1x20 / 8.8 / DIN EN ISO 4762
- 20 mm Zylinderschraube mit Innensechskant
- M8x1: metrisches Feingewinde Nenndurchmesser 8 mm, Steigung = 1 mm
- 8.8: Festigkeitsklasse (bei unlegiert/legiert – A2-70 bei NiRosta )
- Streckgrenze Re = 8 x 8 x 10 N/mm² = 640 N/mm²
- Zugfestigkeit Rm = 8 x 100 N/mm² = 800 N/mm²
Können Sie die Schraubenbezeichnung in der Stückliste Pos.17 näher erläutern?
Blechschraube ST 4,8x16 / C-Z / DIN EN ISO 7049
- 16 mm Linsenkopf-Blechschraube mit Kreuzschlitz
- ST Festigkeitsklasse Stahl
- 4,8 Gewinde Nenndurchmesser 4,8 mm
- Form C: mit Spitze
- Form Z: Kreuzschlitzform Z (sieht aus wie ein +)
Die Blechschrauben dienen zur Befestigung der Behälterauflag