Customer Insights

Customer Insights Fragen und Antworten

Customer Insights Fragen und Antworten

Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Marktforschung und Kundendatenanalyse mit Fokus auf Farbwirkung, Preisgestaltung und Kundentypen wie Stammkunden oder Gelegenheitskäufer. Theorien zu Stichproben, Variablen und Systemen werden anhand praktischer Beispiele erklärt, etwa zur Datenaufbereitung oder automatisierten Kommentaranalyse. Besonders relevant sind Methoden zur Messung von Zufriedenheit und Fehlerquellen in Befragungen. Ideal für Studierende, die empirische Marktforschung oder Datenanalyse vertiefen möchten.
Karten
46
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Marketing
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.06.2026 / 05.06.2026

Lernkarten

Was bedeutet Customer Insingts?

Während Marketing Intelligence alle relevanten Informationen über Kunden, Wettbewerber und Märkte umfasst, konzentrieren sich Customer Insights explizit auf die Daten über (potenzielle) Kunden. Ziel ist es, durch die systematische Sammlung und Analyse dieser Informationen eine Verbindung zwischen dem Anbieter und den Konsumenten herzustellen, um Marketingchancen zu identifizieren und Maßnahmen fundiert zu entscheiden

Was sind Anwendungsfelder um Customer Insights anzuwenden?

  • Diagnose und Prognose der künftigen Markt-und Produktentwicklung
  • Neuproduktplanung
  • Erarbeitung kommunikationspolitischer Einzelmaßnahmen
  • Preistests
  • Marktsegmentierung
  • Erfassung Kundenzufriedenheit, Markenimage, etc…

Wer ist alles Akteur in der Marktforschung, es sind nicht nur Martforschungsinstitute.

  • Marktforschungs-Institute
  • BetrieblicheMarktforschung
  • Feld-Institute
  • Hochschulen
  • Forschungsinstitute
  • Informationsanbieter
  • Banken
  • Verbände
  • Verlag

Was sind Vorteile von betrieblicher Marktforschung und was sind Vorteile von MArktforschungsinstituten?

 

 

Nach welchen Kriterien können Marktforschunginstitute ausgewählt werden?

  • Branchenkenntnis
  • Leistungsspektrum
  • Methodenkenntnis
  • Kapazitäten
  • Qualitätsmanagement
  • Datensicherheit
  • Image
  • Zeitbedarf
  • Kosten
  • Etc.

Erlätere den Marktforschungsprozess.

  • Definition des Untersuchungsproblems
  • Festlegung der Untersuchungsziele
  • Festlegung des Untersuchungsdesigns
  • Entwicklung der Messinstrumente
  • Datensammlung
  • Datenanalyse
  • Ergebnisbericht und Massnahmenableitung

Was ist der Unterschied zwischen einem Entscheidungsproblem und einem Untersuchungsproblem?

Was sind Anforderungen an Marktforschungsprojekte (Gütekriterien)?

  • Objektivität: Die Ergebnisse müssen unabhängig von der durchführenden Person sein.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Die Messung muss präzise und stabil sein. Bei wiederholter Messung unter gleichen Bedingungen müssen identische Ergebnisse erzielt werden (keine Zufallsfehler).
  • Validität (Gültigkeit): Das Instrument misst tatsächlich das, was es messen soll (keine systematischen Fehler). Reliabilität ist eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für Validitä

Erläutere den Unterschied zwischen Induktion und Deduktion.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Durch Induktion werden Theorien entdeckt, während sie durch Deduktion systematisch überprüft werden.

  • Induktion (Theoriebildung): Dieser Prozess führt von der empirischen Beobachtung zur abstrakten Theorie. Man beobachtet Regelmäßigkeiten in der Realität und verallgemeinert diese zu einer Theorie. Wenn man beispielsweise bei vielen verschiedenen Werbekampagnen feststellt, dass Bilder eine stärkere emotionale Wirkung haben als Texte, leitet man daraus die allgemeine Theorie ab, dass ein systematischer Zusammenhang zwischen Bildanteilen und emotionaler Werbewirkung besteht.
  • Deduktion (Theorieprüfung): Dieser Prozess verläuft umgekehrt von der abstrakten Theorie zur empirischen Beobachtung. Aus einer bestehenden Theorie werden konkrete, überprüfbare Vermutungen (Hypothesen) abgeleitet. Diese Hypothesen werden dann in der Realität getestet, indem man die erwarteten Ergebnisse mit den tatsächlichen Beobachtungen vergleicht. Stimmen sie überein, gilt die Theorie als bestätigt; wenn nicht, wird sie modifiziert oder falsifiziert.

Wann ist Generalisierbarkeit gegeben?

Generalisierbarkeit ist gegeben, wenn die Ergebnisse hinsichtlich …

… der Grundgesamtheit

… der Untersuchungsgegenstände 

… anderer Zeitpunkte

… anderer Kontexte

… anderer Methoden

verallgemeinert werden können

Welche drei grundlegenden Untersuchungszielen werden unterschieden und spezifischen Designs zugeordne?

  • Explorativ („entdecken“): Identifikation von relevanten Variablen bei wenig Vorwissen. Design: Vor allem qualitative Untersuchungen wie Fokusgruppen oder Tiefeninterviews.
  • Deskriptiv („beschreiben“): Genaue Beschreibung von Marktmerkmalen oder Zielgruppen. Design: Querschnitts-Untersuchungen (Punktmessung) oder Längsschnitt-Untersuchungen (Messung über Zeiträume, z. B. Panels).
  • Kausal („begründen“): Überprüfung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Design: Primär durch Experimente, bei denen eine unabhängige Variable manipuliert wird, um die Wirkung auf eine abhängige Variable zu messen.

Welche Untersuchungsdesigns gibt es?

 

  • Qualitative UntersuchungenGruppendiskussionen bzw. Fokusgruppen
    • Tiefeninterviews
    • Fallstudien
    • Ethnografische Studien
    • SocialMedia-Analysen
    • Online Communities
  • Querschnitts-Untersuchungen
  • Längsschnitt-Untersuchungen
  • Experimente

Was ist Primärforschung?

«AlsPrimärforschungbezeichnet man die Neu Erhebung von Daten für ein anstehendes Untersuchungsproblem. 

Was ist Sekundärforschung?

Desk Research aus bestehenden Daten und internen und externen Quellen.

Vorteile:

  • Kosten
  • Zeitaufwand
  • Stichprobenfehler
  • Vergangenheitsbezug

Nachteile

  • Aktualität
  • Erhältlichkeit
  • Genauigkeit
  • Repräsentativität
  • Aggregationsgrad

 

Externe Quellen:

  • Statistische Ämter
  • Banken
  • Verbände
  • Informationsanbieter
  • Beratungsunternehmen
  • Zeitungen
  • Fachzeitschriften
  • Unternehmensveröffentlichungen
  • Marktforschungsinstitute
  • Wissenschaftliche Institute 
  • Internationale Organisationen
  • Datenbanken
  • Suchmaschinen

Welche Untersuchungsdesigns sind für Explorative Untersuchungsziele besonders geeignet?

Explorative Untersuchungsziele dienen dazu, bei geringem Vorwissen durch vorwiegend qualitative Methoden neue Einsichten, relevante Einflussfaktoren und Zusammenhänge zu entdecken sowie Hypothesen für weiterführende Studien zu generieren.
«Welche Probleme haben Kunden mit dem iPhone 13?» oder Das Herausfinden von Wünschen und Entscheidungskriterien bei Urlaubsreisen.

Qualitative Forschung

Externe Quellen

Interne Quellen

Welche Untersuchungsdesigns sind bei Deskreptiven Untersuchungszielen besonders geeignet?

Deskriptive Untersuchungen haben das Ziel, eine bestimmte Grundgesamtheit (z. B. alle Smartphone-Nutzer) hinsichtlich relevanter Merkmale wie Kaufabsichten, Markenpräferenzen oder Alter genau zu beschreiben und zu kennzeichnen.

  • Repräsentativität: Die Ergebnisse müssen von einer Stichprobe auf die gesamte Zielgruppe hochrechenbar sein.
  • Methodische Strenge: Es werden meist standardisierte, repräsentative Befragungen durchgeführt, um systematische Fehler zu minimieren und exakte Prozentwerte oder Mittelwerte zu liefern

Umfragen

Welche Methoden eigen sich, um die Kausalität von Untersuchungszielen zu erforschen?

Experimente 

Kausale Untersuchungsziele dienen dazu, systematische Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen Variablen zu identifizieren und empirisch zu belegen, um nachzuweisen, dass die Änderung einer Variable (Ursache) direkt die Änderung einer anderen Variable (Wirkung) herbeiführt

Was ist mit Querschnittsuntersuchung gemeint?

Werden zu einem gewissen Zeitpunkt aufgenommen. Man kann nur Unterschieden zwischen Gruppen feststellen aber nicht Veränderungen im Zeitablauf.

Welche beiden Querschnittuntersuchungen der Primärforschung werden unterschieden?

Befragungne und Beobachtungen

Welche Befragungsformen gibt es?

Kriterien für die Beurteilung:

  • RepräsentanzStichprobenausschöpfung
  • Identitätsproblem
  •  
  • QualitätundUmfangderzuerhebendenDaten
  • Organisatorischer,zeitlicher,finanziellerAufwand

Wie haben sich die Befragungsformen im Verlaufe der Zeit entwickel?

Immer weniger persönliche un dtelefonische Befragungen und immer mehr online Befragungen.

Welche Perobleme gibt es bei Befragungen?

Repräsentanzprobleme (Generalisierbarkeit): Hierbei geht es um die Frage, ob die Ergebnisse einer Untersuchung von einer kleinen Gruppe (Stichprobe) auf die gesamte interessierende Zielgruppe (Grundgesamtheit) übertragen werden können. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die ausgewählten Teilnehmer die Merkmale der breiten Masse korrekt widerspiegelt.

Messprobleme (Validität & Reliabilität): Diese beziehen sich auf Fehler im Erhebungsvorgang, die dazu führen, dass das Ergebnis vom „wahren Wert“ abweicht. Typische Ursachen sind Erinnerungslücken der Befragten, bewusste Falschangaben oder die sogenannte Reaktivität, bei der Personen ihr Verhalten ändern, nur weil sie wissen, dass sie untersucht werden

Wann sollten Stichproben und wann sollte eine Vollerhebung gemacht werden?

Wenn die Stichprobe räpresentativ in Bezug auf die intressierenden Merkmale der Grundgseamtheit sind.

EineStichprobeistrepräsentativ,wennsieeinexaktes,lediglichverkleinertesstrukturellesAbbildderGrundgesamtheitdarstellt.ZieleinerRepräsentativ-Stichprobeistes,anhandeinerkleinenZahlvonUntersuchungseinheitenAussagenüberdieGrundgesamtheitzutreffen.

Vorteile Stichprobe vs. Vollerhebung:

  • GeringererZeitaufwand
  • GeringereKosten
  • SorgfältigereDurchführung
  • GeringereBeeinflussungdesUntersuchungs-gegenstands

Nachteile Stichprobe vs. Vollerhebung

  • Stichprobenfehler
  • Begrenzte Möglichkeiten zur Ergebnisaufgliederung

Auf was sollte bei der Frageformulierung geachtet werden?

1. Verständlichkeit und Präzision

  • Vermeidung von Fachbegriffen: Wörter wie „Involvement“ oder „Annuitätendarlehen“ sollten vermieden oder erklärt werden, um die Teilnehmer nicht zu überfordern.
  • Konkrete Zeitbezüge: Statt unpräziser Begriffe wie „in letzter Zeit“ sollten spezifische Zeiträume (z. B. „in den letzten 6 Monaten“) genannt werden.
  • Einfache Satzstruktur: Fragen sollten in kurzen, grammatikalisch einfachen Sätzen in Alltagssprache formuliert sein.
  • Keine Doppel-Fragen: Es darf nicht nach zwei Sachverhalten gleichzeitig gefragt werden (z. B. „Oper oder Konzert“), da die Antwort sonst nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

2. Unterstützung der Erinnerung

  • Angemessener Zeithorizont: Alltägliche Einkäufe werden oft nach wenigen Tagen vergessen, während herausragende Ereignisse wie Urlaubsreisen über Jahre erinnerlich bleiben.
  • Gedächtnisstützen: Die Vorgabe von Antwortkategorien oder Beispielen kann helfen, die Erinnerung zu aktivieren.

3. Neutralität und Vermeidung von Verzerrungen

  • Keine Suggestivfragen: Formulierungen wie „Sind Sie auch der Meinung, dass...“ beeinflussen die Antwort und müssen unterbleiben.
  • Vermeidung von Fangfragen und Wertungen: Wörter mit starker positiver oder negativer Besetzung (z. B. „Gerechtigkeit“, „pedantisch“) sollten vermieden werden.
  • Keine doppelten Verneinungen: Fragen wie „Lehnen Sie es ab, dass der Bundesrat sich nicht um... kümmert?“ führen oft zu Missverständnissen.
  • Beachtung sozialer Erwünschtheit: Bei sensiblen Themen (z. B. Alkoholkonsum) neigen Befragte dazu, ihr Verhalten schöner darzustellen. Hier können längere Einleitungstexte, die das Verhalten „normalisieren“, oder offene Fragen helfen.

 

  • Eisbrecher-FragenzuBeginnstellenFragenzupersönlichenMerkmaleni.d.R.amEndestellen(z.B.Alter,Einkommen,etc.)
  • AuflogischeReihenfolgederFragenachten
  • InhaltlichzusammengehörendeFragenzusammenfassen
  • ÜberleitungenbeiThemenwechselverwenden
  • MitFilter-Fragenarbeiten
  •  

 

Der Streamingdienst Netzflitz möchte die Nutzerzufriedenheit erheben. Sie haben die Gesamtzufriedenheit auf einer Skala von 1 bis 6 gemessen (1 = sehr unzufrieden, 6 = sehr zufrieden), inklusive der Option „keine Angabe". Kunden, die 1–3 angegeben haben, wurden zusätzlich gefragt, welche Aspekte sie stören (Mehrfachauswahl): „Inhalt", „Benutzeroberfläche", „Preis" und „Technische Probleme" (inkl. offener Nennung „Sonstiges"). Wie könnte der Codeplan aussehen?

Die 3 Kernpunkte, die du dir merken musst:

  1. Mehrfachauswahl → immer separate Variablen pro Option (0/1)
  2. Keine Angabe → Code 9 (nie 0, da 0 schon „nicht angekreuzt" bedeutet)
  3. Filterbedingung angeben (nur wenn Frage 1 ≤ 3)

Der Onlineshop ShopEasy möchte eine Kundenbefragung durchführen. In der Stichprobenbasis befinden sich 400 männliche Stammkunden und 200 männliche Gelegenheitskäufer sowie 300 weibliche Stammkunden und 100 weibliche Gelegenheitskäufer. In der realisierten Stichprobe wurden hingegen jeweils 40 männliche Stammkunden und Gelegenheitskäufer sowie jeweils 30 weibliche Stammkunden und Gelegenheitskäufer befragt. Welche Gewichtungsfaktoren müssen angewendet werden, um die Stichprobenbasis korrekt abzubilden?

Interpretation: Stammkunden sind in der Stichprobe unterrepräsentiert (Faktor > 1 → hochgewichtet), Gelegenheitskäufer überrepräsentiert (Faktor < 1 → runtergewichtet). Dies liegt daran, dass in der Stichprobe Stamm- und Gelegenheitskäufer je gleich viele befragt wurden, obwohl Stammkunden in der Basis deutlich häufiger vertreten sind (700 vs. 300).

Der Streamingdienst Netzflitz erhält monatlich tausende offene Kommentare in seiner Kundenzufriedenheitsbefragung. Das Team entscheidet sich für eine automatisierte Analyse.

a) Erklären Sie den Unterschied zwischen Topic Analysis und Sentiment Analysis anhand je eines konkreten Beispiels aus dem Kontext eines Streamingdienstes.

b) Das System klassifiziert 20 Kommentare als „Preis-Thema". Davon gehören tatsächlich 15 dazu. Gleichzeitig gibt es insgesamt 25 Kommentare im Datensatz, die das Preis-Thema betreffen. Berechnen Sie Precision und Recall und interpretieren Sie das Ergebnis. 

Topic Analysis — Was wird gesagt?
Erkennt automatisch, über welches Thema ein Kommentar spricht.

  • Regelbasiert: z.B. „enthält das Wort Preis → Kategorie Preis"
  • Maschinelles Lernen: das System lernt selbst aus Beispielen, welche Kommentare zu welchem Thema gehören

Sentiment Analysis — Wie wird es gesagt? (positiv/negativ)
Erkennt die Stimmung hinter einem Kommentar.

  • Regelbasiert: z.B. „enthält das Wort teuer → negativ"
  • Maschinelles Lernen: das System lernt selbst, was positiv oder negativ klingt


Precision = 15/20 = 75% → 25% der gefundenen Treffer sind falsch klassifiziert
Recall = 15/25 = 60% → 40% der tatsächlichen Preis-Kommentare wurden vom System nicht erkannt
Interpretation: Das System ist weder besonders präzise noch vollständig. Es sollte verbessert werden, da sowohl Falschklassifikationen als auch Lücken gross sind.

Was ist der Unterschied von Univariat und Bivariat?

Univariat = eine Variable beschreiben → „Wie ist X verteilt?"

Bivariat = zwei Variablen in Beziehung setzen → „Hängen X und Y zusammen?" oder „Unterscheidet sich X je nach Y?"

 

 

Was ist das grundlegende Vorgehen im Rahmen der Datenaufbereitung?

1. Editierung der Fragebögen
Überprüfung und Korrektur der ausgefüllten Fragebögen auf Vollständigkeit, Lesbarkeit, Verständlichkeit, Konsistenz und Vergleichbarkeit der Angaben. Möglichst kurz nach der Erhebung, damit Fehler noch beim Interviewer geklärt werden können.

2. Codierung der Fragebögen
Übersetzung der Antworten in Zahlen gemäss Codeplan (z.B. Ja = 1, Nein = 2). Bei offenen Fragen müssen zuerst Kategorien gebildet werden.

3. Dateneingabe
Eingabe der codierten Daten ins Statistikprogramm (SPSS/PSPP).

4. Fehlerkontrolle (Plausibilitätstests)
Prüfung auf Werte ausserhalb des Codeplans, logische Inkonsistenzen und Ausreisser — z.B. durch Sichtung des Datenfensters, Häufigkeitsverteilungen und Kreuztabellen.

5. Ergänzung fehlender Daten
Umgang mit fehlenden Werten (z.B. Imputation oder Ausschluss).

6. Gewichtung
Falls nötig, Anpassung der Stichprobe an die Grundgesamtheit mittels Gewichtungsfaktoren.

Netzflitz möchte eine neue Benutzeroberfläche testen. Welchen Test würden Sie empfehlen, wenn nur die neue Suchfunktion bewertet werden soll — und warum?

Ein partialer Test, da nur ein einzelnes Merkmal (Suchfunktion) isoliert getestet wird — nicht das gesamte Produkt. Ein vollständiger Test würde das gesamte Streaming-Erlebnis inklusive aller Funktionen umfassen.

Partial bedeutet teilweise — also nur ein Teil des Produkts wird getestet, nicht das Ganze.

Netzflitz möchte wissen, ob der Markenname die wahrgenommene Qualität ihres neuen Features beeinflusst. Welchen Test würden Sie einsetzen und warum?

Einen Blindtest — der Markenname wird nicht genannt, damit die Probanden das Feature unvoreingenommen beurteilen. Beim identifizierten Test würde der Markenname das Erlebnis verzerren, da starke Marken Erwartungen wecken.

Ein Hersteller möchte testen, ob seine neue Handcreme nach regelmässiger Anwendung die Haut verbessert. Welcher Test ist geeignet?

Ein Langzeit-Test, da sich der Effekt erst nach mehrmaliger Anwendung zeigt. Ein Kurzzeitptest würde nur den ersten Eindruck erfassen und wäre nicht aussagekräftig für Langzeitwirkung.

Netzflitz hat zwei neue Benutzeroberflächen entwickelt und möchte entscheiden, welche besser ankommt. Welchen Test empfehlen Sie?

Einen nicht-monadischen Test (Vergleichstest) — die Probanden bewerten beide Oberflächen direkt im Vergleich. Ein monadischer Test wäre besser, wenn nur eine Version für sich alleine bewertet werden soll, ohne Beeinflussung durch die andere.

Präferenz- vs. Akzeptanz- vs. Diskriminations- vs. Evaluations-Tests

Frage: Ordnen Sie die folgenden vier Fragestellungen den korrekten Testarten zu:

a) Schmeckt das neue Rezept anders als das alte?
b) Welches der zwei Getränke mögen Sie lieber?
c) Würden Sie dieses Getränk kaufen?
d) Wie bewerten Sie Geschmack, Süsse und Abgang des Getränks?

a) Schmeckt es anders?Diskriminationstest — erkennen die Probanden einen Unterschied?
b) Welches mögen Sie lieber?
Präferenztest — Vergleich zwischen zwei Produkten
c) Würden Sie es kaufen?
Akzeptanztest — wird das Produkt grundsätzlich angenommen?
d) Wie bewerten Sie Geschmack etc.?
Evaluationstest — detaillierte Beurteilung einzelner Eigenschaften

Ein Hersteller von Raumluftreinigern möchte testen, ob sein neues Gerät die Luft zu Hause merklich verbessert.

Haushaltstest wäre hier besser — die Wirkung hängt von der individuellen Wohnsituation ab (Grösse des Raums, Haustiere, Raucher im Haushalt). Im Studio könnte man diese realen Bedingungen nicht nachbilden, das Ergebnis wäre wenig aussagekräftig.

  • Studio → wenn der Test keine reale Alltagsumgebung braucht, schnell geht und Beobachtung wichtig ist
  • Haushalt → wenn Alltagsbedingungen, Gewohnheiten oder Langzeitnutzung entscheidend sind

Nennen Sie die drei Arten von Werbemitteltests und erklären Sie kurz, was jeweils gemessen wird.

  • Momentane Reaktionen (was passiert während der Werbewahrnehmung)
  •  dauerhafter Gedächtnisreaktionen (was bleibt im Gedächtnis)
  • finale Verhaltensreaktionen (führt die Werbung zu Kaufverhalten).

Was ist der Unterschied zwischen Aided Recall und Unaided Recall?

Beim Aided Recall wird die Erinnerung mit Hilfsmitteln abgefragt (z.B. Markenname nennen). Beim Unaided Recall muss sich die Person ohne jede Hilfe erinnern — das ist anspruchsvoller und misst spontane Erinnerung.

Netzflitz möchte wissen, ob ihre neue TV-Werbung überhaupt wahrgenommen wird und welche Bildelemente die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Welches Verfahren empfehlen Sie?

Eye-Tracking (visuelle Informationsaufnahme) — es zeigt genau, welche Bereiche der Werbung wie lange betrachtet werden.

Was ist der Unterschied zwischen Recognition und Recall?

Beim Recognition wird die Werbung vorgelegt und gefragt «Haben Sie das gesehen?» — Wiedererkennen. Beim Recall muss die Werbung aus dem Gedächtnis abgerufen werden — aktive Erinnerung. Recognition ist leichter als Recall.

Auf welchen drei Ebenen kann Aktivierung gemessen werden? Nennen Sie je ein Beispiel.

Motorische Ebene (Mimik, z.B. Lächeln), physiologische Ebene (Hautwiderstand, Herzrate), subjektive Ebene (Selbstauskunft: «Wie aufgeregt fühlen Sie sich?»).

Lernen