2 Arzneimittel auf der Intensivstation
Ilaria & Kathi
Ilaria & Kathi
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Cartes-fiches
Welche wichtigen Medikamentengruppen werden zur Behandlung pulmonaler Probleme eingesetzt?
- β₂-Sympathomimetika → z. B. Salbutamol
- Parasympatholytika → z. B. Ipratropium
- Schleimlöser → z. B. Ambroxol
- Glukokortikoide → z. B. Methylprednisolon
- Antihistaminika → z. B. Clemastin
- zusätzlich je nach Situation Sauerstoff.
Wie wirken β₂-Sympathomimetika an der Lunge und welche Medikamente kennst du?
Sie stimulieren β₂-Adrenozeptoren an der Bronchialmuskulatur.
→ glatte Muskulatur entspannt sich
→ Bronchodilatation
→ Atemwegswiderstand ↓
→ Atmung wird erleichtert.
Medikamente:
Salbutamol (Ventolin®)
Salmeterol (Serevent®)
Terbutalin (Bricanyl®)
Fenoterol (Berodual®).
Vor allem bei Asthma und COPD, um eine Bronchodilatation zu erreichen
Welche Parasympatholytika für die Lunge sollte man kennen?
Ipratropiumbromid (Atrovent®/Ipramol®) und Tiotropiumbromid (Spiriva®).
Scopolamin (Scopoderm®) wird auf der Folie insbesondere zur Reduktion von Sekret/Salivation genannt.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Salbutamol und Ipratropium?
Salbutamol:
→ β₂-Sympathomimetikum
→ stimuliert den Sympathikus → Bronchien weit
Ipratropium:
→ Parasympatholytikum
→ hemmt den Parasympathikus → Bronchien weit
Beide machen die Bronchien weit – aber über unterschiedliche Wege.
Merksätze/ Überblick zu Medis der Lunge.
Salbutamol → β₂ → Bronchien WEIT
Ipratropium → Parasympathikus AUS → Bronchien WEIT + Sekret ↓
Ambroxol → SCHLEIM RAUS
Steroide → ENTZÜNDUNG ↓
Clemastin → HISTAMIN ↓ → Allergie ↓
Was sind Diuretika und wie wirken sie grundsätzlich?
Diuretika steigern die Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten über die Niere. Dadurch nimmt das Blut- bzw. Extrazellulärvolumen ab.
Welche vier wichtigen Diuretikagruppen gibt es? Nenne jeweils ein Beispiel.
→ Schleifendiuretika: Furosemid
→ Thiazide: HCT
→ Carboanhydrase-Hemmer: Acetazolamid
→ K⁺-sparende Diuretika/MRA: Spironolacton
Erkläre Furosemid hinsichtlich Wirkort, Wirkung und wichtigen Nebenwirkungen.
wirkt in der Henle-Schleife → hemmt Na⁺/K⁺/2Cl⁻-Cotransporter → starke Diurese.
→ Wichtig: Hypovolämie, Hypotonie, Hypokaliämie, Hyponatriämie.
Wie wirkt Spironolacton und welche wichtige Nebenwirkung hat es?
->blockiert den Aldosteron-Rezeptor → Na⁺ und Wasser raus, K⁺ bleibt.
→ Gefahr einer Hyperkaliämie.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Furosemid und Spironolacton?
→ Furosemid: K⁺ ↓ → Hypokaliämie
→ Spironolacton: K⁺ ↑ → Hyperkaliämie
Was muss bei einer Diuretikatherapie überwacht werden?
Ein-/Ausfuhr, Diurese, Gewicht, Blutdruck, Volumenstatus, Elektrolyte (Na⁺/K⁺) und Nierenfunktion.
Wie wirken Thiazid-Diuretika und welche Elektrolytstörungen können auftreten?
→ Distaler Tubulus → NaCl-Rückresorption ↓.
→ Hypokaliämie und Hyponatriämie möglich
Was ist der Unterschied zwischen enteraler und parenteraler Ernährung?
→ Enteral: Ernährung erfolgt über den Magen-Darm-Trakt, z. B. über eine Magensonde.
→ Parenteral: Nährstoffe werden intravenös gegeben und der Magen-Darm-Trakt wird umgangen.
Welche wichtigen Bestandteile benötigt der Körper über die Ernährung?
→ Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe/Spurenelemente und Elektrolyte.
Welche Funktionen haben die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K?
→ Vitamin A: Sehvorgang
→ Vitamin D: Calcium-/Knochenstoffwechsel
→ Vitamin E: antioxidative Wirkung
→ Vitamin K: Blutgerinnung
Merke: E–D–K–A = fettlösliche Vitamine.
Welche Funktionen haben die Vitamine B1, B6, B12 und C?
→ B1 (Thiamin): wichtig für Energiestoffwechsel/Nervensystem
→ B6 (Pyridoxin): Aminosäurestoffwechsel
→ B12 (Cobalamin): Blutbildung und Nervensystem
→ Vitamin C: Kollagen/Bindegewebe und antioxidative Wirkung
Welche Ursachen können zu einer gestörten Darmperistaltik führen?
→ Resorptions- oder Sekretionsstörungen, metabolische Entgleisungen, lokale Durchblutungsstörungen sowie Medikamente. Besonders wichtig: Opiate vermindern die Darmperistaltik.
Was ist ProPeristaltik und wann wird es eingesetzt?
→ Medikamente zur Förderung der Darmperistaltik, insbesondere bei Obstipation oder paralytischem Ileus.
→ Beispiele sind u. a. Metoclopramid, Neostigmin und verschiedene Laxanzien.
⚠️ Bei einem mechanischen Ileus darf die Peristaltik nicht einfach medikamentös angeregt werden; warnt vor der Gefahr einer Darmperforation.
Was sind Antiemetika und welche wichtigen Wirkstoffe sollte man kennen?
→ Antiemetika behandeln Übelkeit und Erbrechen.
Wichtige Beispiele:
- Metoclopramid (Paspertin®) → Dopamin-Antagonist
- Ondansetron (Zofran®) → 5-HT₃-Antagonist
- Domperidon (Motilium®) → Dopamin-Antagonist
- Scopolamin (Buscopan®) → Anticholinergikum
Wie wirken Protonenpumpenhemmer und welche Beispiele gibt es?
→ Sie hemmen die H⁺/K⁺-ATPase der Belegzellen im Magen und reduzieren dadurch die Magensäuresekretion.
→ Beispiele: Esomeprazol, Omeprazol und Pantoprazol.
Zum Beispiel bei Refluxsymptomen, Magenbrennen bzw. saurem Aufstoßen sowie als Magenschutz in entsprechenden Risikosituationen. Vorallem die Gabe bei Steroiden oder NSAR
Wie läuft die Blutgerinnung grundsätzlich ab?
→ Zunächst entsteht durch die Thrombozytenaggregation ein Thrombozytenpfropf. Anschließend werden Gerinnungsfaktoren aktiviert und es entsteht Fibrin, das den Thrombus stabilisiert. Die Folie beschreibt die schrittweise Aktivierung der Gerinnungsfaktoren bis zur Bildung des Fibrinthrombus.
Was ist der Unterschied zwischen primärer und sekundärer Hämostase?
→ Primäre Hämostase: Thrombozyten haften und aggregieren → erster Thrombozytenpfropf.
→ Sekundäre Hämostase: Aktivierung der Gerinnungsfaktoren → Fibrinbildung und Stabilisierung des Thrombus.
Was ist die Fibrinolyse?
→ Die Fibrinolyse ist der Abbau eines bestehenden Fibrinthrombus. In der Präsentation wird als Beispiel die Auflösung eines Thrombus beim Stroke genannt.
erläutere die primäre Hämostase genauer.
→ Nach einem Endothelschaden wird Kollagen freigelegt. Mithilfe des von-Willebrand-Faktors adhärieren Thrombozyten an der verletzten Stelle. Sie werden aktiviert, verändern ihre Form und setzen unter anderem ADP und TXA₂ ((Adenosinphosphat, Serotonin, TXA2, Plättchenfaktor 3) frei. Dadurch werden weitere Thrombozyten aktiviert und es kommt zur Aggregation. Es entsteht ein vorläufiger Thrombozytenpfropf, der anschließend durch die sekundäre Hämostase stabilisiert wird.
Verletzung → Adhäsion → Aktivierung → Aggregation → Pfropf
Adhäsion = Thrombozyten docken an der Verletzung an
Aktivierung = Thrombozyten werden aktiv und rufen Verstärkung
Aggregation = Thrombozyten kleben zusammen
Erläutere genauer die sekundäre Hämostase.
Die sekundäre Hämostase dient der Stabilisierung des Thrombozytenpfropfs durch Fibrin. Die Gerinnung kann über einen extrinsischen oder intrinsischen Weg aktiviert werden. Beide Wege führen zur Aktivierung von Faktor X. Über den Prothrombinasekomplex wird anschließend Prothrombin (Faktor II) zu Thrombin (IIa) umgewandelt. Thrombin wandelt Fibrinogen (Faktor I) in Fibrin um. Faktor XIII stabilisiert das Fibrinnetz, sodass ein stabiles Gerinnsel entsteht.
Was ist FFP und wofür wird es eingesetzt?
→ FFP = Fresh Frozen Plasma. Es dient der Substitution von Gerinnungsfaktoren. Nach dem Auftauen soll es möglichst rasch verabreicht werden, da Gerinnungsfaktoren empfindlich sind.
Was ist die Besonderheit von Faktor V bei der Substitution?
→ Faktor V kann nur über FFP ersetzt werden. Andere Gerinnungsfaktoren können teilweise gezielt substituiert werden.
Warum werden bei einer Massivblutung neben Erythrozytenkonzentraten auch FFP gegeben?
→ Weil bei einer starken Blutung nicht nur Erythrozyten, sondern auch Gerinnungsfaktoren verloren gehen. Diese müssen ersetzt werden. Die Präsentation nennt als Orientierung 2 FFP pro 6–8 EK.
Welche zwei grundsätzlichen medikamentösen Ziele gibt es bei der Beeinflussung der Gerinnung?
→ Gerinnung hemmen → Thrombusbildung verhindern bzw. reduzieren.
→ Gerinnung fördern/Faktoren substituieren → Blutungen behandeln bzw. Gerinnungsfähigkeit wiederherstellen.
Nach welchen drei Kriterien können Antibiotika eingeteilt bzw. ausgewählt werden?
Nach Indikation, Erregerspektrum und Wirkstoffklasse.
Nach dem Erregerspektrum
- grampositive Kokken
- gramnegative Kokken
- grampositive Stäbchen
- gramnegative Stäbchen
Welche wichtigen Antibiotikaklassen werden unterschieden?
Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, Chinolone, Makrolide und Glykopeptide.
Nenne wichtige Vertreter der Penicilline.
Penicillin G,
Amoxicillin/Clavulansäure,
Flucloxacillin/Oxacillin und Piperacillin/Tazobactam.
Warum ist das Erregerspektrum bei der Auswahl eines Antibiotikums wichtig?
Weil Antibiotika gegen unterschiedliche Erreger wirksam sind. Unterschieden werden unter anderem grampositive/gramnegative Kokken und Stäbchen.
Was sind Antimykotika und welche drei Gruppen werden unterschieden?
Medikamente gegen Pilzinfektionen. Unterschieden werden Polyene, Azole und Echinocandine.
z.B. Amphotericin B, Nystatin, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Caspofungin und Anidulafungin.
Erkläre Adrenalin hinsichtlich Wirkung und wichtigen Einsatzgebieten.
→ Stimuliert α- und β-Rezeptoren → Vasokonstriktion, Herzfrequenz ↑, Kontraktilität ↑ und Bronchodilatation. Wichtig z. B. bei Reanimation und Anaphylaxie.
→ Führt vor allem zur Vasokonstriktion und Blutdrucksteigerung. Einsatz bei Kreislaufinstabilität bzw. Schock. Cave: periphere Minderperfusion.
Wie wirkt Dobutamin und wann wird es eingesetzt?
→ Steigert vor allem die Kontraktionskraft des Herzens und damit das Herzzeitvolumen. Einsatz bei unzureichender Pumpfunktion.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Noradrenalin und Dobutamin?
→ Noradrenalin = Gefäße enger → Druck ↑
→ Dobutamin = Herz kräftiger → Pumpkraft ↑
Wie wirkt Atropin am Herzen?
→ Parasympatholytisch → vagale Wirkung ↓ → Herzfrequenz ↑.
Was ist Amiodaron und wofür wird es eingesetzt?
→ Ein Antiarrhythmikum zur Behandlung bestimmter tachykarder Herzrhythmusstörungen.
Wie wirkt Adenosin?
→ Es unterbricht sehr kurz die AV-Überleitung und kann dadurch bestimmte supraventrikuläre Tachykardien terminieren.