Ilaria & Kathi

Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen zu häufig eingesetzten Medikamenten auf Intensivstationen, insbesondere zu Diuretika, Sympathomimetika und Gerinnungsfaktoren. Sie erklären Wirkmechanismen, Nebenwirkungen und Unterschiede zwischen Substanzen wie Furosemid, Spironolacton oder Dopamin sowie deren klinische Anwendung bei Störungen der Hämostase oder Lungenfunktion. Ideal für Medizinstudierende und Pflegekräfte, die ihr Wissen zu intensivmedizinischen Therapien vertiefen möchten.
Karten
82
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
03.06.2026 / 15.08.2026

Lernkarten

Unterschiede Analgesie, Sedation und Relaxation. 

Analgetika: Schmerzstillende oder -lindernde Arzneimittel, zur Behandlung chron. oder akuter Schmerzen

Sedation: Dämpfung von Fkt. des zentralen Nervensystems durch ein Beruhigungsmittel 

                -> zur Narkoseeinleitung, totale intravenöse Anästehsie (TIVA) 

Relaxation: Entspannung und Tonussenkung der quergestreiften Skelettmuskulatur

                 -> zur Narkoseeinleitung, intraoperativ, Ausnahme auf ICU (bsp. Beatmung)

Welche Einteilung kennst du bei den Analgetika´s inkl. Medikamentenbeispiele ? 

  • Nicht Opiode
  • Opioide

 

Benenne die zentrale wirkung von Opioiden.

Analgetisch
-
Atemdepressiv
-
Hyperalgesie
-
Miosis (Pupillen eng)
-
Sedativ (Vigilanzminderung)
-
Antitussiv
-
Abhängigkeit
-
Nausea/Emesis
-
Obstipation

Welche Einteilung der Analgetika nach Wirkstärke kennst du? 

Schwach wirksame Analgetika : Paracetamol, Metamizol NSAR (Diclo und Ibu)

Schwach zentral wirksame Analgetika: Niederpotente Opiate ( Codein, Tramadol)

Stark zentral wirksame Analgetika: Hochpotente Opiate (Morphin, Oxycodon, Hydromorphon) 

Nenne mir die gebräuchlichen Sedativa.

  • Propofol
  • Barbiturate
  • Etomidat
  • Ketamin
  • Benzodiazipine: Midazolam (Dormicum), Diazepam (Valum)

Erläute mir kurz das Medikament Propofol und seine Wirkung.

Propofol = „schnell und gut steuerbar“
Wirkt hypnotisch und sedierend, aber nicht analgetisch. Schneller Wirkungseintritt und kurze Wirkdauer. daher gut geeigent für Narkoseeinleitung

Wirkung: Bindet im Gehirn an GABA-A-Rezeptoren -> Hyperpolarisation-> Nervenzellen-Blockade

Wichtigste Nebenwirkungen sind Hypotonie und Atemdepression. Bei längerer hochdosierter Anwendung Gefahr eines Propofol-Infusionssyndroms (PRIS).
HWZ: Eliminations-HWZ ca. 30–60 Min. 
KI/Besonderheiten: Überempfindlichkeit gegen Propofol/Bestandteile; Vorsicht bei hämodynamischer Instabilität. PRIS bei längerer hochdosierter Gabe beachten.

Erläutere kurz das Medikament Ketamin und seine Wirkung.

Ketamin = „Sedierung + Analgesie + Kreislaufstimulation“
Wirkt sedierend und stark analgetisch. Typischerweise ↑ Blutdruck und ↑ Herzfrequenz; Spontanatmung und Schutzreflexe bleiben vergleichsweise gut erhalten. Daher oft für kleine chirugische Eingriffe oder zur Narkoseeinleitung im Schock (Sedation und Analgesie) angewendet

Typisch sind Halluzinationen/Aufwachreaktionen und vermehrte Speichelsekretion.


HWZ: Beginn nach ca 50 sek / dauer ca 15 min. 
KI/Besonderheiten: Vorsicht bzw. kontraindiziert, wenn ein Blutdruckanstieg ein ernstes Risiko (aHT)  darstellt; Cave bei schwerer KHK.

Besonderheit: mit  Sedation ausgeprägter Analgesie.

Übersicht der wichtigsten Sedation Medikamente

Erläutere kurz das Medikament Midazolam und seine Wirkung.

Midazolam = „Sedierung + Angstlösung + Amnesie“ ist ein Benzodiazepine
Wirkt sedierend, anxiolytisch, amnestisch und antikonvulsiv, aber nicht ausreichend analgetisch. Wichtig ist die Atemdepression, besonders zusammen mit Opioiden. Bei längerer Gabe Gefahr der Kumulation.


HWZ: ca. 1,5–3 Std., bei älteren oder kritisch kranken Patient:innen deutlich verlängert
KI/Besonderheiten: schwere Ateminsuffizienz bei Anwendung zur Sedierung beachten, Vorsicht bei Myasthenia gravis und schwerer Leberfunktionsstörung.
Antagonist: Flumazenil

Benenne die wichtigsten Charakteristika vom Methadon.

Lansgamer Wirkeintritt, lange Wirkdauer 8h bis mehreren Tagen, gut bei Niereninsuffizienz, hohe Bioverfügbarkeit.

Was sind Muskelrelaxanzien und wie wirken sie?

Muskelrelaxanzien sind Medikamente, die eine vorübergehende Entspannung bzw. Lähmung der Skelettmuskulatur bewirken.

Sie hemmen die Erregungsübertragung an der motorischen Endplatte, sodass keine Muskelkontraktion mehr möglich ist.

Sie wirken nicht sedierend oder analgetisch.

Wie funktioniert die normale Erregungsübertragung an der motorischen Endplatte?

→ Acetylcholin (ACh) wird freigesetzt → bindet an nikotinische ACh-Rezeptoren → Depolarisation → Muskelkontraktion. Anschließend wird ACh durch die Acetylcholinesterase abgebaut.

Was ist der Unterschied zwischen depolarisierenden und nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien?
 


Depolarisierend: aktiviert den ACh-Rezeptor dauerhaft → anhaltende Depolarisation → Lähmung.
Nicht-depolarisierend: blockiert den ACh-Rezeptor → keine Depolarisation → Lähmung.

Erklären Sie das Muskelrelaxans Succinylcholin hinsichtlich Wirkstoffgruppe, Wirkmechanismus, Dosierung, Wirkeintritt, Wirkdauer, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Besonderheiten.

Succinylcholin ist ein depolarisierendes Muskelrelaxans und wird zur Relaxation bei der Intubation eingesetzt.

  • Wirkmechanismus: Agonist am nikotinischen ACh-Rezeptor → anhaltende Depolarisation → zunächst Faszikulationen, anschließend schlaffe Lähmung
  • Dosierung: ca. 1 mg/kgKG i.v.
  • Wirkeintritt: ca. 30 Sekunden
  • Wirkdauer: ca. 8 Minuten
  • Wichtige Nebenwirkungen: Hyperkaliämie, Rhabdomyolyse, maligne Hyperthermie
  • Kontraindikationen: u. a. Hyperkaliämie, Prädisposition für maligne Hyperthermie und bestimmte neuromuskuläre Erkrankungen
  • Antagonisierung: kein spezifischer Antagonist
  • Besonderheit: Bei maligner Hyperthermie → Dantrolen

 Merksatz:
Succinylcholin = depolarisierend → schnell & kurz → Faszikulationen → K⁺ ↑ + maligne Hyperthermie

Erläutern sie kurz das Medikement Rocuronium.

Rocouronium ist ein nicht-depolarisierendes Muskelrelaxans, wird zur Intubation eingesetzt.

Wirkmechanismus- kompetitiver Antagonist am nikotinischen ACh-Rezeptor → ACh kann nicht wirken → keine Depolarisation → schlaffe Lähmung

Dosierung: laut Folie ca. 0,6–1 mg/kgKG i.v.

Wirkeintritt: ca. 60 Sekunden

Wirkdauer: ca. 45 Minuten

Nebenwirkungen: selten Tachykardie, Hypotonie und Bronchospasmus

Kontraindikation: insbesondere Überempfindlichkeit gegen Rocuronium

Antagonisierung: mit Sugammadex (Bridion®) oder Neostigmin + Atropin

Besonderheit: Sugammadex bindet Rocuronium direkt und hebt dadurch die neuromuskuläre Blockade auf.

Merksatz:
Rocuronium = nicht-depolarisierend → blockiert ACh-Rezeptor → längere Wirkung → mit Sugammadex antagonisierbar.

Übersicht Muskelrelaxanzien Suci und Rocuronium

Was ist eine maligne Hyperthermie und wodurch entsteht sie?

 Eine genetisch bedingte Fehlregulation des Calciumstoffwechsels der Skelettmuskulatur, die nach Kontakt mit bestimmten Triggern zu einer hypermetabolen Stoffwechselentgleisung führt.

Vor allem volatile Inhalationsanästhetika und Succinylcholin

Es kommt zu einer massiven Calciumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum → anhaltende Muskelkontraktion → stark gesteigerter Stoffwechsel und Wärmeproduktion.

 

Merke: Trigger → Ca²⁺ ↑ → Muskelrigidität + Hypermetabolismus → CO₂ ↑ / Azidose / Temperatur ↑ → Dantrolen

Succinylcholin → maligne Hyperthermie → Dantrolen.

Welche klinischen Zeichen sind typisch für eine maligne Hyperthermie?

Herzfrequenz ↑, paCO₂ ↑, Muskelrigidität/Masseterspasmus, Hypoxie, Azidose, Rhabdomyolyse, Hyperthermie und Kreislaufinstabilität.

Was ist das wichtigste Grundprinzip bei der Behandlung eines Delirs

Zunächst muss die Ursache des Delirs erkannt und behandelt werden. Auslösende Medikamente sollten überprüft bzw. gestoppt und nicht-medikamentöse Maßnahmen eingesetzt werden.

Welche Medikamente können laut Folien zur medikamentösen Delirtherapie eingesetzt werden?

Unter anderem Quetiapin, Risperidon, Haloperidol, Olanzapin und Dexmedetomidin.

Was ist der Unterschied zwischen typischen und atypischen Neuroleptika?

Typische Neuroleptika wie Haloperidol wirken vor allem über einen stärkeren Dopamin-Antagonismus und verursachen häufiger extrapyramidale Nebenwirkungen.

Atypische Neuroleptika wie Quetiapin und Risperidon wirken unter anderem auf Dopamin- und Serotoninrezeptoren und haben tendenziell weniger extrapyramidale Nebenwirkungen.

Erklären Sie das Medikament Quetiapin (Seroquel®).

  • atypisches Neuroleptikum
  • antipsychotisch, antimanisch und dämpfend
  • v. a. Serotonin- und Dopamin-Antagonismus
  • HWZ: ca. 7–12 Stunden
  • NW: Müdigkeit, Blutdruckabfall, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Übelkeit
  •  

Erklären Sie das Medikament Risperidon (Risperdal®

  • atypisches Neuroleptikum
  • antipsychotisch, antimanisch und dämpfend
  • v. a. Serotonin- und Dopamin-Antagonismus
  • Wirkeintritt ca. 1–2 Stunden
  • HWZ laut Folie ca. 7–12 Stunden
  • NW: Parkinsonismus, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Blutdruck ↓, Herzfrequenz ↑
  • KI: u. a. Parkinson und Lewy-Körper-Demenz

Erklären Sie Dexmedetomidin (Dexdor®).

Antwort:
Dexmedetomidin ist ein selektiver α2-Rezeptor-Agonist mit sedierender/hypnotischer Wirkung.

Wichtige Nebenwirkungen sind:
Bradykardie
Hypotonie
→ laut Folie Atemdepression und metabolische Azidose

Besonders auf Herzfrequenz und Blutdruck achten.

Welche Nebenwirkungen sind bei Neuroleptika besonders prüfungsrelevant?

  • extrapyramidale Symptome
  • Dyskinesien
  • Parkinsonismus
  • Blutdruckabfall
  • Müdigkeit
  • QT-Zeit-Verlängerung
  • je nach Präparat metabolische Nebenwirkungen/Gewichtszunahme

Was bedeuten chronotrop, inotrop, dromotrop und lusitrop?

Chronotrop = Herzfrequenz
Inotrop = Kontraktionskraft
Dromotrop = Erregungsleitung
Lusitrop = Relaxation

Was sind Sympathomimetika und wie wirken sie grundsätzlich?

Sie aktivieren direkt oder indirekt α- und/oder β-Adrenozeptoren und verstärken dadurch sympathische Wirkungen, z. B. Herzfrequenz und Kontraktilität ↑, Vasokonstriktion oder Bronchodilatation.

z.B.

Herz: Noradrenalin, Adrenalin, Dobutamin

Lunge: Salbutamal (Ventolin)

 

Erklären Sie Noradrenalin hinsichtlich Wirkung und Indikation

Noradrenalin wirkt überwiegend vasokonstriktorisch → Gefäßwiderstand und Blutdruck steigen. Es wird insbesondere bei schwerer Hypotonie und septischem Schock eingesetzt.

cave: Auf eine zu starke periphere Vasokonstriktion und Minderperfusion ist zu achten. Haut, Finger und Zehen sowie die Organperfusion müssen beobachtet werden.

 Erklären Sie Dobutamin hinsichtlich Wirkung und Indikation.

Dobutamin steigert vor allem die Kontraktionskraft des Herzens und damit das Herzzeitvolumen. Es wird insbesondere bei Low-Output bzw. Herzinsuffizienz eingesetzt.

Dobutamin → Pumpe stärken.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Noradrenalin und Dobutamin?

Noradrenalin → Gefäße enger → Blutdruck ↑
Dobutamin → Herzkraft ↑ → Herzzeitvolumen ↑

Wie wirkt Vasopressin?

Über V1-Rezeptoren verursacht es Vasokonstriktion. Über V2-Rezeptoren erhöht es die Wasserrückresorption in der Niere und vermindert die Diurese.

Eingesetzt vor allem bei katecholaminrefraktärer Hypotonie bzw. Schock, wenn die Kreislaufstabilisierung mit Katecholaminen nicht ausreichend ist.

Durch die starke Vasokonstriktion können digitale Ischämien, Mesenterialischämien, Myokardischämien und Arrhythmien auftreten.

Wie wirkt Atropin und wann wird es eingesetzt?

Atropin ist ein Parasympatholytikum und blockiert muskarinische ACh-Rezeptoren. Dadurch wird die parasympathische Wirkung am Herzen reduziert und die Herzfrequenz steigt. Es wird insbesondere bei symptomatischer Bradykardie eingesetzt.

Welche wichtigen Gruppen von Antihypertensiva gibt es? 

  • β-Blocker → z. B. Bisoprolol, Carvedilol
  • Calciumkanalblocker → z. B. Amlodipin, Verapamil, Diltiazem
  • ACE-Hemmer → z. B. Ramipril
  • Sartane / AT₁-Blocker → z. B. Candesartan, Losartan, Valsartan
  • Diuretika → z. B. Furosemid, Torasemid, HCT

 Wie wirken β-Blocker?

Sie blockieren vor allem β₁-Rezeptoren am Herzen.

→ Herzfrequenz ↓
→ Kontraktionskraft ↓
→ Reninfreisetzung ↓
Blutdruck ↓

Merke: β-Blocker = Herz arbeitet langsamer und weniger kräftig.

 

Cave: Vor allem Bradykardie und Hypotonie. Bei nicht β₁-selektiven Wirkstoffen kann außerdem eine Bronchokonstriktion auftreten.

Wie wirken β₂-Sympathomimetika an der Lunge?

Sie aktivieren β₂-Rezeptoren → Bronchodilatation. Beispiele sind Salbutamol, Salmeterol, Terbutalin und Fenoterol.

Warum muss man auch bei inhalativen β₂-Sympathomimetika das Herz beobachten?

Weil Sympathomimetika nicht ausschließlich lokal wirken. Systemisch können sie unter anderem die Herzfrequenz erhöhen.

Wie wirken Schleifendiuretika wie Furosemid?

Sie steigern die Ausscheidung von Natrium und Wasser → Blutvolumen und Vorlast sinken. Wichtig sind Kontrollen von Elektrolyten, Flüssigkeitsbilanz und Nierenfunktion.

Was ist die Besonderheit von Spironolacton (Aldactone®)?

Es ist ein kaliumsparendes Diuretikum und spielt unter anderem bei der Behandlung der Herzinsuffizienz eine Rolle. 

Welcher Unterschied besteht zwischen Furosemid und Spironolacton?

Furosemid:
→ Schleifendiuretikum
→ starke Na⁺- und Wasserausscheidung
→ kann Kalium senken

Spironolacton:
→ Aldosteron-Antagonist / kaliumsparendes Diuretikum
→ kann Kalium erhöhen. Deine Präsentation ordnet Spironolacton entsprechend als kaliumsparendes Diuretikum bzw. Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten ein.

 Die 6 wichtigsten Merksätze

Noradrenalin → DRUCK: Gefäße zu → RR ↑
Dobutamin → PUMPE: Kontraktionskraft ↑
Adrenalin → ALLES: Herz ↑ + Gefäße + Bronchien weit
Vasopressin → GEFÄSSE + WASSER: Vasokonstriktion + Diurese ↓
Atropin → BREMSE WEG: Parasympathikus ↓ → HF ↑
Salbutamol → LUFT: β₂ → Bronchien weit

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