Zoologie 3

Vögel & Säugetiere

Vögel & Säugetiere


L. M.
Diese Lernkarten vermitteln grundlegendes Wissen über Vögel, ihre Anatomie, Fortpflanzung und Lebensweise. Sie erklären Aufbau und Funktion von Federn, Flügeln und Atmungssystem, gehen auf Ernährung, Zugverhalten und verschiedene Vogelarten ein. Auch spezielle Anpassungen wie die Bürzeldrüse oder Gastrolithen werden behandelt. Ideal für Biologieinteressierte, die ihr Verständnis für diese Wirbeltiergruppe vertiefen möchten.
Karten
35
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
26.05.2026 / 27.05.2026

Lernkarten

1. Du kennst das Erkennungsmerkmal (Kennzeichen) aller Vögel.

Die Vögel (mit ca. 10'900 Arten) sind gleichwarme, befiederte Wirbeltiere. Alle Vögel haben Federn, und alle Wirbeltiere mit Federn sind Vögel!

2. Was sind die Vögel?

gleichwarm

3. Du kennst 6 Anpassungen der Vögel an das Fliegen.

 

1. Die Haut hat Federn (Kennzeichen der Vögel).
2. Das Skelett der besteht meist aus leichten und hohlen Knochen
3.Die vorderen Gliedmassen sind zu Flügeln umgebildet.
4. Verzicht auf Zähne
5. Leistungsfähigste Atmungssystem aller Wirbeltiere.
6. Sehr gute Augen (die besten im Tierreich)

4. Du kennst 2 Vogelordnungen mit flugunfähigen Vögeln.

Die afrikanischen Strausse sind hoch spezialisierte Laufvögel geworden, die auf viele (aber nicht alle) Fluganpassungen wieder verzichtet haben.
Die ebenfalls flugunfähigen Pinguine haben ihre Flügel in kurze, kräftige Ruderbeine umgewandelt, mit denen sie vorzüglich schwimmen können.

5. Du kennst das Brückentier Archäopteryx und kennst je 2 Vogel- und 3 Reptilienmerkmale.

 

Vogelmerkmale:
- echte Federn
- Vorderbeine waren in Flügeln umgewandelt
Reptilienmerkmale:
- Zähne im Ober- und Unterkiefer
- Langer knöcherner Schwanz
- Flaches Brustbein ohne Kamm

6. Du kennst und erkennst folgende Vögel: Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Haussperling (Spatz), Buntspecht, Star, Singdrossel, Elster, Stockente, Turmfalke, Blässhuhn, Rotkehlchen, Mauersegler, Buchfink, Zaunkönig, Gimpel, Bartgeier und Bachstelze.

Vögel der Schweiz:

7. Du weisst, wozu der Kropf vieler Vögel dient.

Für die Speicherung (u. a. für die Nestlingsfütterung) und erste Aufweichung der Nahrung ist die Speiseröhre bei vielen Vögeln (ausser z.B. Eulen) zu einem Kropf (Ingluvies) erweitert.
 

8. Du weisst, wie man das Wechseln des Federkleides nennt.
 

Das Erneuern des Federkleides nennt man mausern.

 

9. Du weisst, wozu die Bürzeldrüse dient.

 

Mit dem Schnabel entnehmen sie dieser Bürzeldrüse (Glandula uropygialis) ihr öliges Sekret und überziehen damit die Federn.

 

10. Du weisst, wieso flugfähige Vögel eine Kielbrust (Brustbeinkamm, Carina) haben.

Flugfähige Vögel haben eine Kielbrust, damit ihre starken Flugmuskeln genügend Platz und eine stabile Ansatzfläche haben.
 

11. Du weisst, weshalb ein Auftrieb am Vogelflügel entsteht.

Ein Auftrieb entsteht, weil die spezielle Form und Schrägstellung des Flügels dafür sorgt, dass oben ein Unterdruck und unten ein Überdruck entsteht – der Vogel wird dadurch nach oben gehoben.

 

12. Du verstehst die Begriffe «Zugvögel», «Strichvögel», «Standvögel» und «Teilzieher».

Zugvögel
Zugvögel verlassen ihr Brutgebiet im Winter, weil dort zu wenig Nahrung vorhanden ist.
Beispiele im Skript: Schwalben, Stare, einige Greifvögel.
→ Sie fliegen oft sehr weite Strecken (bis nach Afrika).

Strichvögel
Strichvögel wandern nur kurze Distanzen, z. B. in etwas wärmere Regionen innerhalb Europas.
Beispiele im Skript: Spechte, Meisen.
→ Sie bleiben grundsätzlich in der Nähe ihres Brutgebiets.

Standvögel
Standvögel bleiben das ganze Jahr über im gleichen Gebiet.
Beispiele im Skript: Spatzen (Sperlinge), Eichelhäher, Habicht.
→ Sie sind orts¬treu und ziehen nicht weg.

Teilzieher
Teilzieher sind Arten, bei denen nur ein Teil der Population wegzieht.
Beispiele im Skript: Amseln, Buchfinken, Rotkehlchen.
→ Oft ziehen nur Weibchen oder Jungvögel, andere bleiben im Brutgebiet.

 

13. Du verstehst das Atemsystem der Vögel.

Die Lunge wird von einem Netzwerk feinster Kanälchen durchzogen, die nicht blind enden, sondern die Luft durch die Lunge hindurch zu grossen Luftsäcken dahinterführen.
Diese Luftsäcke wirken als «Blasebälge», welche die Luft durch die Lunge ansaugen und durch die Lunge wieder nach aussen pressen effizienterer Gasaustausch.
Die Luftsäcke dringen in viele Knochen ein und setzen deren Gewicht erheblich herab.
Sie schmiegen sich auch den Flugmuskeln an und verhindern durch diese Luftkühlung eine Überhitzung während des Fluges.

 

14. Du weisst, was für eine Herzscheidewand die Vögel haben:

eine vollständig ausgebildete Herzscheidewand

15. Haben die Vögel Zähne?

16. Du weisst, wozu die Steinchen (Gastrolithen) im Magen vieler Vögel dienen.

Bei der ‚Magen‑Kauarbeit‘ werden Steinchen und Körner aneinander gerieben, so dass die Nahrung wie zwischen Mahlsteinen zerrieben wird.

Die Steinchen (Gastrolithen) helfen im Kaumagen, die Nahrung mechanisch zu zerkleinern, da Vögel keine Zähne haben.

 

 

17. Du weisst, wie sich Vögel fortpflanzen.

Innere Befruchtung:
Die Eizelle wird im Körper des Weibchens befruchtet, bevor sie mit Eiweiss und Schale umgeben wird.
Die meisten Vogelmännchen haben keinen Penis; bei der Paarung werden die Kloaken aneinandergepresst („Kloakenkuss“).

Bildung des Eis
Im Eileiter passiert Folgendes:
- Die Dotterkugel (Eigelb) wird gebildet.
- Sie wird mit Eiklar (Eiweiss) umhüllt.
- Danach entstehen Schalenhaut und Kalkschale.

Eiablage (Oviparie)
Alle Vögel sind Eierleger.
Eine Entwicklung im Körper wäre zu schwer für ein Flugtier.

Brüten
- Die Eier müssen gewärmt werden, damit der Embryo nicht stirbt.
- Deshalb werden sie bebrütet.
- Die meisten Arten bauen dafür Nester.

Entwicklung im Ei
Der Embryo liegt auf der Keimscheibe oben auf dem Dotter.
„Hagelschnüre“ halten ihn immer oben, damit er beim Brüten warm bleibt.

6. Schlüpfen – drei Jungvogeltypen
- Nestflüchter: kommen mit Federn zur Welt, können laufen und selbst Nahrung aufnehmen (z. B. Enten, Hühner).
- Nesthocker: nackt, blind, hilflos – müssen gefüttert und gewärmt werden (z. B. Singvögel, Eulen).
- Platzhocker: voll befiedert, sehend, bleiben aber im Nestbereich und müssen gefüttert werden (z. B. Möwen, Pinguine).

18. Du verstehst die Begriffe «Nestflüchter», «Nesthocker» und «Platzhocker».

Je nach Art schlüpfen die Jungen in einem recht unterschiedlichen Entwicklungszustand: 
Die Nestflüchter besitzen bereits ein Federkleid, können ihre Nahrung selbst aufnehmen und verlassen das Nest nach dem Schlüpfen. Zu den Nestflüchtern gehören viele Bodenbrüter, so Hühner, Enten, Gänse, Kraniche und Laufvögel. 

Die Nesthocker sind dagegen nach dem Schlüpfen hilflos, vielfach völlig nackte und blinde Geschöpfe, die von den Eltern abhängig sind und von ihnen ernährt und gewärmt (gehudert) werden müssen. Nesthocker sind zum Beispiel Tauben, Greifvögel, Spechte, Sperlingsvögel, Segler, Eulen, Schreitvögel und alle Singvögel. 

Die Platzhocker (z. B. Möwen, Seeschwalben, Nachtschwalben, Pinguine, …) bilden eine Zwischenform zwischen Nesthocker und Nestflüchter. Die Jungvögel sind zum Zeitpunkt des Schlupfes wie die Nestflüchter voll befiedert und sehend, auch ihr Gehör ist voll entwickelt. Sie sind beweglicher als die Nesthocker, halten sich aber im Nest oder in dessen unmittelbarer Umgebung auf. Hier werden sie von den Altvögeln mit Futter versorgt. Da sie (wie die Nesthocker) lange Zeit nicht dazu in der Lage sind, ihre Körpertemperatur selbstständig zu regulieren, müssen sie von den Altvögel gehudert (mit dem Körper gewärmt) werden. Ihre Flugfähigkeit erlangen sie spät.

 

19. Du kennst 2 Erkennungsmerkmale (Kennzeichen) aller Säugetiere

Säugetiere sind gleichwarm, haben Haare und die Weibchen säugen ihre Jungen.

20. Was sind Säugetiere?

gleichwarm

21. Du weisst, welche Säugetiere Eier legen.

Eier legen nur die Kloakentiere: das Schnabeltier und die Ameisenigel.

 

22. Du kennst einen Unterschied zwischen den niederen Säugetieren (Kloakentiere und Beuteltiere) und den höheren Säugetieren.

Niedere Säugetiere legen Eier oder gebären sehr unreife Junge (Beuteltiere), während höhere Säugetiere eine Plazenta besitzen und ihre Jungen vollständig im Mutterleib entwickeln.

 

23. Du weisst, wozu die Plazenta dient (inkl. welche Stoffe von wo nach wo ausgetauscht werden).

Die Plazenta versorgt den Embryo mit Sauerstoff und Nährstoffen und entsorgt CO₂ und Abfallstoffe – ohne dass sich das Blut von Mutter und Kind mischt.

 

24. Du kennst folgende Ordnungen der höheren Säugetiere und jeweils ein Beispiel dazu: 

Rüsseltiere: Afrikanischer Elefant, Asiatischer Elefant
Seekühe: Rundschwanz-Seekühe, Gabelschwanz-Seekühe
Herrentiere (Primaten): Mensch, Gorilla, Gibbon, usw.
Nagetiere: Mäuse, Ratten, Biber, usw.
Hasenartige: Hase, Kaninchen, Pfeifhase
Raubtiere: Hunde, Katze, Fuchse, usw.
Unpaarhufer: Pferde, Esel, Nashörner, usw.
Paarhufer: Schweine, Ziegen, Rinder, Schafe, usw.
Waltiere: Bartwale, Pottwale, Delphine, Tümmler, usw.

 

25. Du kennst 2 Unterschiede zwischen einem Geweih und einem Gehörn.

Geweih:
- Wird jedes Jahr vollständig abgeworfen und danach neu gebildet.
- Das Geweih ist ein knöcherner Auswuchs des Stirnbeins
- Geweihe tragen vorwiegend nur die Männchen… Ausnahme: Rentiere

Gehörn:
- Wird nie abgestossen, sondern wächst lebenslang weiter.
- Hörner enthalten einen Knochenzapfen, der von einer festen Hornscheide überzogen ist.
- Beide Geschlechter tragen Hörner (z. B. Rinder, Ziegen, Gämsen).
 

26. Du kennst einen Sohlen-, einen Zehen- und einen Zehenspitzengänger.

Sohlengänger: Dachsen, Hasen, Igel, Bären, Primaten (z.B. Menschen)
Zehengänger: Hunde, Fuchs und viele andere Raubtiere
Zehenspitzengänger: Pferd, Gazelle und andere Steppenrenner

27. Du weisst, woraus Haare bestehen.

Haare sind Hornbildungen der Oberhaut.

 

28. Du kennst 4 verschiedene Hautdrüsen und je eine Funktion deren Sekrete.

1. Talgdrüsen:
- Der Talg hält Haut und Haare geschmeidig.
- Er schützt vor Austrocknung, indem er die Wasserverdunstung reduziert.
2. Schweissdrüsen:
- Der Schweiss dient der Stoffausscheidung (Abfallstoffe).
- Durch Verdunstung sorgt er für Abkühlung → wichtig für die Temperaturregulation.
3. Milchdrüsen:
- Die Milch ernährt die Jungen mit einem nährstoffreichen Sekret.
- Sie ist das entscheidende Säugetiermerkmal.
4. Duftdrüsen:
- Das Duftsekret dient zur Reviermarkierung.
- Es setzt Warn- oder Orientierungsmarken.
- Es macht Männchen während der Fortpflanzungszeit (Brunft) attraktiv.

 

29. Du kennst die 4 Teile des Wiederkäuermagens.

 

Pansen (Wanst, Rumen):
-
ist der grösste Magen
- Hier leben Bakterien, die das Gras zerkleinern
- das Futter wird weich gemacht
- Netzmagen (Haube, Reticulum):
- sortiert das Futter
- er macht daraus Wiederkaugut
- Die Kuh würgt es hoch und kaut es nochmals
Blättermagen (Omasum, Psalter):
- hat viele Blätter (dünne Häute)
- er presst Wasser heraus
- das Futter wird dicker
Labmagen (Abomasum, Drüsenmagen):
- das ist der richtige Magen, wie bei uns Menschen
- hier kommen Magensaft und Enzyme dazu
- das Futter wird verdaut

 

30. Du weisst, was im Pansen wiederkäuender Säuger geschieht und weisst, was den Pansen bei nicht wiederkäuenden, Pflanzen fressenden Säuger ersetzt.

- Im Pansen wird Gras von Bakterien zerkleinert.
- Wiederkäuer brauchen den Pansen, weil sie Zellulose nicht selbst verdauen können.
- Pferde und Kaninchen haben keinen Pansen, sondern einen grossen Blinddarm, der die gleiche Aufgabe hat.

 

31. Du weisst, wo Lab vorkommt und wozu es dient.

- Lab ist im Magen von Tierbabys.
- Lab macht Milch fest, damit sie gut verdaut werden kann.
- Lab wird auch für Käse benutzt.

 

32. Du weisst, was die Lungenatmung der Säugetiere unterstützt.

 

Säugetiere atmen mit Rippen und Zwerchfell. Beides hilft, die Luft in die Lunge hinein und wieder hinauszubewegen.

33. Du weisst, weshalb das Gehirn der Säugetiere (insbesondere des Menschen) so stark gefaltet ist.

Das Gehirn der Säugetiere, besonders beim Menschen, ist stark gefaltet, damit mehr Platz für die Hirnrinde entsteht. Die Hirnrinde ist der Teil des Gehirns, der für Denken, Lernen, Erinnern und Planen wichtig ist. Weil das Gehirn im Schädel nur wenig Platz hat, wird die Oberfläche durch viele Falten vergrößert. So passen viel mehr Nervenzellen hinein, und das Tier kann besser lernen und denken.

34. Du verstehst die BERGMANN’sche Grössenregel und die ALLEN’sche Proportionsregel.

- Bergmann‑Regel: Kalte Länder = grosse Tiere. Warme Länder = kleine Tiere.
- Allen‑Regel: Kalte Länder = kurze Ohren/Beine. Warme Länder = lange Ohren/Beine.

 

35. Du kennst den Unterschied zwischen Winterschlaf und Winterruhe.

Einige Tiere halten im Winter Winterschlaf, andere nur Winterruhe.
Beim Winterschlaf schlafen die Tiere sehr tief und lange. Ihre Körpertemperatur sinkt stark ab, der Herzschlag wird langsam und sie wachen fast nie auf. So sparen sie viel Energie.
Beim Winterruhe schlafen die Tiere nur leicht. Ihre Körpertemperatur bleibt fast normal und sie wachen immer wieder auf, bewegen sich oder fressen etwas. Deshalb ist Winterruhe weniger tief als Winterschlaf.

Étudier