Schriftspracherwerb I, II, III
Schriftsystem, Stufenmodell, Vorläuferfähigkeiten..
Schriftsystem, Stufenmodell, Vorläuferfähigkeiten..
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Lernkarten
Was ist Schriftspracherwerb?
Aneigung eines eigenständigen Schriftsystems:
Kinder lernen:
- Schrift zu verstehen
- zu lesen
- selbst zu produzieren
Phonologisches Prinzip
Laute bzw. Phoneme werden durch Grapheme abgebildet. Wichtig: Es ist keine reine Lautschrift
Phonem
Abstrakte Lautklasse, nicht der konkret gesprochene Einzellaut.
Graphem
Schriftliche Einheit für ein Phonem: kann aus einem oder mehreren Buchstaben bestehen z.b. "sch", "ch", "ei"
Graphem-Phonem-Korrespondenz
Zuordnung zwischen Lautklassen und Schriftzeichen: für Kinder anspruchsvoll, weil ein Laut mehrere Schreibungen haben kann
Silbisches Prinzip
Schrift markiert Silbenstrukturen und Silbengrenzen, z.b. gehen statt geen
Morphologisches Prinzip
Verwandte Wörter bzw. gleiche Morpheme werden gleich geschrieben: Bad -Bäder -Hund- Hunde
Grammatisches Prinzip
Statzstruktur wird sichtbar: Grossschreibung, Satzzeichen, Nominalgruppen
Valtin: Kritzeln
Kind entdeckt Schrift als handlung und Funktion: Schreiben hat eine Bedeutung, auch wenn noch keine Buchstaben genutzt werden.
Valtin: Malen von Buchstaben
Kind imitiert Schriftzeichen, schreibt Buchstabenreihen oder den eigenen Namen: Symbolcharakter wird entdeckt
Skelettschreiben
Kind verschriftet einzelne auffällige Lautelemente eines Wortes, oft ohne Vokale oder vollständige Lautfolge
phonetische Schreibung
kind schreibt nach dem Prinzip "ein Laut - ein Buchstabe" z.b. FARAT für Fahrrad
Orthographische Muster
Kind nutzt erste Muster wie "sch" -"ch" -"ei" -"sp"- "st" - "ie" Grossschreibung - aber noch nicht konsequent
Entwickelte Rechtschreibfähigkeit
Bekannte Regeln werden zunehmend automatisiert, Fehler können trotzdem noch vorkommen
Vorläuferfähigkeit: Literalität
- Schriftkontakt
- Vorlesen
- Schreiben beobachten
- eigene Schreibversuche
- unterschützende Begleitung
Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn
- Reime
- Silben
- Wortlänge
- Betonung
- klangmerkmale erkennen
- vergleichen
Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn
- Einzellaute isolieren
- lokalisieren
- artikulieren
- manipulieren
Kognitive ressourcen
- Arbeitsgedächtnis
- Zugriffsgeschwindigkeit
- automatisierte Graphomotorik entlasten Lesen und Schreiben
Schriftliche Kommunikation
- schreiben enkodiert Sinn in Schrift
- Lesen dekodiert Schrift zu Sinn
Beide brauchen Schrift-, Sprach und Textwissen.
Sprache verschriften
- Wort aussprechen
- in Silben zerlegen
- Laute isolieren
- Buchstaben zuordnen
- Buchstaben schreiben
schrift entziffern
- Buchstaben erkennen
- Lautwerte zuordnen
- Laute zu Silben verbinden
- Silben verbinden
- Wort verstehen
Fibelansatz
Lehrgangsorientiert:
- einzelne Buchstaben systematisch einführen, lesen und schreiben üben
- Graphem-Phonem-Korrespondenz systematisch aufbauen und festigen.
Sprechbewegungsbilder
Laute werden über bewusste Artikulation und Mundbilder eingeführt:
Ziel ist bewusste Lautbildung
Silbenanalytischer Ansatz
Wort- und Silbenstruktur analysieren:
- betonte/unbetonte Silben
- Vokallänge
- Silbengrenzen
Ziel der Silbenanalyse
Orthographisches Wissen früh aufbauen und Fehler durch Einsicht in Schriftstruktur vermeiden
Anlauttabelle
Werkzeug zum freien Schreiben: Kinder suchen Anlaute bzw. Laut-Buchstaben-Zuordnung selbständig
Lesen durch Schreiben
Offener Ansatz
Kinder schreiben eigene Wörter lautierend und sollen dabei beiläufig lesen lernen
Spracherfahrungsansatz
Kinder bauen Schriftwissen begleitet selbst auf, nutzen Schriftkultur und schreiben/lesen nach eigenen interessen
Lehrgangsorientiert vs. lernwegorientiert
Lehrgangsorientiert:
- stark gesteuer
Lernwegorientiert:
- offen
- kind und interessenbezogen
Keine Methode ist allein überlegen
Forschung zeigt keine eindeutige Überlegenheit einer Methode. Entscheidend sind Klarheit, Beziehung und adaptive Unterstützung.
Fehlerdiagnose
Fehler sind Fenster in den Lernprozess und zeigen, welche Strategie ein Kind gerade nutzt
Phonetische Strategie
Kind orientiert sich eng an gehörten Lauten z.B Baom für Baum
Alphabetische Strategie
Kind nutzt Laut-Buchstaben-Korrespondenzen zunehmend systematischer z.B Farat für Fahrrad
Orthographische Strategie
Kind bezieht morphologische und grammatische Regeln ein, manchmal mit Übergeneralisierungen.
Ziel der Schriftdidaktik
Eine leserliche, flüssige und persönliche Handschrift entwickeln, ergänzt durch Tastaturschreiben
Graphomotorische Basis
- Sitzhaltung
- Stifthaltung
- Feinmotorik
- Fingerbewegung
- Schreibdruck
- räumliche Steuerung
Sitzhaltung
- Füsse auf dem Boden
- aufrecht sitzen
- Schultern locker
- Schreibrm frei beweglich
Stifthaltung
nicht die perfekte Griffposition ist entscheidend, sondern lockere, bewegliche Finger und angemessener Druck
Schreibdruck
Zu hoher Druck kann durch weiche Unterlage, passende Stift und Fingerbewegung reduziert werden
Grundbewegungen
Wiederholbare Bewegungsmuster wie Linien, Bögen, Kreise, Zickzack
Grundlage für Buchstaben