MWST
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Flashcards
Was ist der Unterschied zwischen Steuern und Naturallasten? Nenne mind. zwei Beispiele von Naturallasten.
Steuern werden in Geld bezahlt. Naturallasten werden durch persönliche Leistungen gegenüber dem Gemeinwesen erbracht. (z.B. Militärdienst, Zivildienst, Feuerwehrdienst, Pflicht zur Erstellung von Schutzräumen)
In welche Kategorien werden Kausalabgaben unterteilt?
Gebühren
- Gebühr für das Ausstellen von Ausweisen oder Pässen
- Gebühr für eine Baubewilligung
- Gebühr für einen Grundbucheintrag
- Kehrichtgebühren
Vorzugslasten
- Grundeigentümerbeiträge für Strassen
- Kanalisationsbeiträge
- Fischerpatent
Ersatzabgaben
- Militärpflichtersatz
- Feuerwehrpflichtersatz
Was sind Gebühren, welche unter die Kausalabgaben gehören?
Gebühren sind Abgaben für konkrete staatliche Leistungen oder Amtshandlungen.
Gebühren
- Gebühr für das Ausstellen von Ausweisen oder Pässen
- Gebühr für eine Baubewilligung
- Gebühr für einen Grundbucheintrag
- Kehrichtgebühren
Was sind Vorzugslasten, welche zur Gruppe Kausalabgaben gehören?
Vorzugslasten sind Beiträge von Personen, die durch öffentliche Einrichtungen oder Anlagen einen besonderen wirtschaftlichen Vorteil erhalten.
Vorzugslasten
- Grundeigentümerbeiträge für Strassen
- Kanalisationsbeiträge
- Fischerpatent
Was sind Ersatzabgaben, welche zur Gruppe Kausalabgaben gehören?
Ersatzabgaben sind Geldleistungen, die anstelle einer persönlich zu erfüllenden Pflicht bezahlt werden.
z.B. Militärpflichtersatz, Feuerwehrpflichtersatz
In welche Kategorien werden Steuern unterteilt? Nenne mir je zwei Beispiele.
Allgemeine Steuern
- Direkte Bundessteuer
- MWST (grösstenteils)
- Verrechnungssteuer
Zwecksteuern
- Spielbankenabgabe (Mitfinanzierung der AHV)
- Mineralölsteuer (Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur im Umfang von 50%)
- Tabaksteuer (Mitfinanzierung der AHV)
- Spirituosensteuer (Mitfinanzierung der AHV)
Lenkungssteuern
- CO2-Abgabe (Verringerung der Luftverschmutzung)
- Abgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOC-Abgabe; Verringerung der Luftverschmutzung)
- Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA; Abgabe auf schweren Nutzfahrzeugen mit dem Ziel, den Verkehr auf die Schiene zu verlagern und die Straßenbelastung zu reduzieren)
Was sind allgemeine Steuern?
Allgemeine Steuern dienen der allgemeinen Finanzierung staatlicher Aufgaben ohne Zweckbindung.
Was sind Zwecksteuern?
Zwecksteuern sind Steuern, deren Ertrag für einen bestimmten Zweck verwendet wird.
z.B. Tabaksteuer (Mitfinanzierung der AHV)
Was sind Lenkungssteuern?
Lenkungssteuern dienen der Beeinflussung des Verhaltens von Bevölkerung oder Wirtschaft.
z.B. CO2-Abgabe (Verringerung der Luftverschmutzung)
Was sind Gemengsteuern? Nenne mir Beispiele dazu.
Gemengsteuern enthalten sowohl Elemente von Kausalabgaben als auch von Steuern und stellen somit eine Mischform dieser beiden Abgabekategorien dar.
- Hundesteuer
- Motorfahrzeugsteuer
- Kurtaxe
- Schiffsteuer
- Autobahnvignette
Wie werden Gemengsteuern auch genannt?
Kostenanlastungssteuern oder Besitz- und Aufwandsteuern.
Warum gehört die Motorfahrzeugsteuer zu den Gemengsteuern?
Weil sie sowohl der Finanzierung staatlicher Aufgaben dient als auch mit der Nutzung der Verkehrsinfrastruktur zusammenhängt. Wenn man kein Auto hat, muss man diese auch nicht bezahlen.
Was ist das Steuerrechtsverhältnis?
Das Steuerrechtsverhältnis beschreibt die rechtliche Beziehung zwischen Staat und steuerpflichtiger Person.
Aus welchen fünf Elementen setzt sich das Steuerrechtsverhältnis zusammen?
- Steuerhoheit
- Steuersubjekt
- Steuerobjekt
- Steuerbemessungsgrundlage
- Steuermass
Was bedeutet Steuerhoheit?
Die Steuerhoheit ist das Recht eines Gemeinwesens, Steuern zu erheben. Dies ist der Bund, die Kantone und die Gemeinden.
Öffentlich rechtliche Körperschaften mit Gebietshoheit.
Was ist ein Steuersubjekt? Nenne Beispiele.
Das Steuersubjekt ist eine Person, welche die Steuer zu entrichten hat. Dies gibt Antwort auf die Frage: „Wer ist steuerpflichtig?“.
Steuersubjekte können beispielsweise sein: Hundehalter (Hundesteuer), Unternehmen (MWST), Verkäufer einer Liegenschaft (Grundstückgewinnsteuer)
Was ist ein Steuerobjekt? Nenne mir Beispiele.
Das Steuerobjekt ist der Tatbestand, welcher die Steuer auslöst. Gibt Antwort auf die Frage: „Was ist steuerbar?“
Steuerobjekte können beispielsweise sein:
• Vorhandensein von Vermögen (Vermögenssteuer)
• Erzielen eines Gewinns (Gewinnsteuer
• Verkauf einer Liegenschaft mit Gewinn (Grundstückgewinnsteuer)
• Verkauf einer Liegenschaft (Handänderungssteuer)
Was ist die Steuerbemessungsgrundlage?
Sie dient als Grundlage zur Berechnung der geschuldeten Steuer. Die Steuerbemessungsgrundlage ist die wertmässige Erfassung des Steuerobjekts. Auf ihrer Grundlage werden Steuern als Prozent- oder Promillesätze berechnet.
Was ist das Steuermass?
Das Steuermass ist der Massstab der Steuerbelastung und besteht aus Tarif (Steuersatz) und meistens auch dem Steuerfuss.
Steuersatz: gesetzliche Grundlage für die Berechnung der einfachen Steuer (proportional, progressiv, degressiv)
Steuerfuss: variabler Multiplikator zur Berechnung der effektiven Steuer
Was bedeutet progressiver Steuertarif?
Mit steigendem Einkommen oder Vermögen steigt auch der Steuersatz, jedoch nicht proportional. (z.B. Einkommenssteuer)
Alos je mehr Einkommen, je höher ist der Steuersatz.
Was bedeutet proportionaler Steuertarif?
Der Steuersatz bleibt unabhängig von der Höhe der Bemessungsgrundlage gleich. Also egal wie viel, der Steuersatz bleibt gleich und passt sich nicht an.
z.B. Gewinnsteuer bei der direkten Bundessteuer oder die Handänderungssteuer.
Wie wird die einfache Steuer berechnet?
Steuerbemessungsgrundlage × Steuersatz gemäss Tarif = einfache Steuer.
Über den gesetzlichen Tarif wird die einfache Steuer berechnet.
Wie wird die effektive Steuer berechnet?
Einfache Steuer × kantonaler bzw. kommunaler Steuerfuss = effektive Steuer.
Was ist der Steuerfuss?
Der Steuerfuss ist ein Multiplikator zur Berechnung der effektiv geschuldeten Steuer.
Was sind direkte Steuern? Nenne Beispiele.
Direkte Steuern liegen vor, wenn Steuerobjekt und Bemessungsgrundlage deckungsgleich sind.
z.B. Einkommenssteuer, Gewinnsteuer, Vermögenssteuer, Kapitalsteuer und Grundstückgewinnsteuer.
→ Das bedeutet, dass genau das besteuert wird, was gleichzeitig die Grundlage für die Berechnung der Steuer bildet.
Beispiel Vermögenssteuer:
- Steuerobjekt = Vermögen
- Bemessungsgrundlage = Höhe des Vermögens
Das gleiche Element wird also sowohl besteuert als auch zur Berechnung verwendet.
Was sind indirekte Steuern?
Indirekte Steuern liegen vor, wenn Steuerobjekt und Bemessungsgrundlage nicht deckungsgleich sind.
z.B. Mehrwertsteuer, Stempelsteuern sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern
→ Weil z.B. die MWST wirtschaftlich vom Endverbraucher getragen, aber von Unternehmen abgerechnet wird.
Was ist ein wichtiges Merkmal des schweizerischen Steuersystems?
Ein wichtiges Merkmal ist der Föderalismus. Das bedeutet, dass Bund, Kantone und Gemeinden eigene Steuern erheben dürfen. Deshalb bezahlt man in der Schweiz oft gleichzeitig Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern.
Im Art. 3 BV geregelt.
Warum dürfen Kantone eigene Steuern erheben?
Weil die Kantone laut Art. 3 BV grundsätzlich eigenverantwortlich sind. Sie dürfen deshalb eigene Steuergesetze und Steuerfüsse festlegen, solange die Bundesverfassung nichts anderes bestimmt.
Was bedeutet mehrere Steuerhoheiten für dasselbe Steuersubjekt?
Dieselbe Person oder Firma kann gleichzeitig vom Bund, vom Kanton und von der Gemeinde besteuert werden.
Beispiel:
Eine Person bezahlt:
- direkte Bundessteuer
- Kantonssteuer
- Gemeindesteuer
Was schränkt die Steuerautonomie (Selbständigkeit/Unabhängigkeit) der Kantone ein und warum?
Die Bundesverfassung, das Steuerharmonisierungsgesetz (StHG) und Doppelbesteuerungsabkommen setzen gewisse Grenzen und Regeln fest.
Das StHG sorgt dafür, dass gewisse steuerliche Regeln in allen Kantonen ähnlich sind, damit das System nicht völlig unterschiedlich wird.
Doppelbesteuerungsabkommen sind Verträge zwischen Staaten, damit Einkommen oder Vermögen nicht doppelt besteuert werden. (Staatsverträge)
Was ist ein weiteres Merkmal des schweizerischen Steuersystems?
In der Schweiz haben direkte Steuern insgesamt ein besonders grosses Gewicht.
Die Kantone & Gemeinde haben zum grössten Teil direkte Steuern und der Bund zum grössten Teil indirekte Steuern (MWST, Stempelsteuern, Zölle, Mineralölsteuer, etc.)
Warum spricht man in der Schweiz von einem Schwergewicht bei den direkten Steuern?
Weil Kantone und Gemeinden einen grossen Teil ihrer Einnahmen aus direkten Steuern erzielen und dies das gesamte Schweizer Steuersystem stark prägt.
Die zentralen Grundsätze der Besteuerung sind die folgenden:
• Rechtsgleichheit (BV Art. 8)
• Handels- und Gewerbefreiheit (BV Art. 27)
• Eigentumsgarantie (BV Art. 26)
• Glaubens- und Gewissensfreiheit (BV Art. 15)
• Verbot interkantonaler Doppelbesteuerung (BV Art. 127)
• Verbot ungerechtfertigter Steuerabkommen
• Steuergerechtigkeit (Steuern sollen gerecht sein)
Bezogen auf den Grundsatz der Steuergerechtigkeit sind
Erkläre mir die einzelnen Rechte kurz.
Rechtsgleichheit (BV Art. 8)
- Personen in gleicher Situation sollen steuerlich gleich behandelt werden.
Handels- und Gewerbefreiheit (BV Art. 27)
- Der Staat darf Unternehmen steuerlich nicht unfair behindern. Unternehmen sollen frei wirtschaften können
Eigentumsgarantie (BV Art. 26)
- Der Staat darf Eigentum nicht beliebig wegnehmen oder übermässig belasten. Steuern dürfen nicht „enteignend“ wirken.
Glaubens- und Gewissensfreiheit (BV Art. 15)
- Niemand darf wegen seiner Religion steuerlich benachteiligt werden.
Verbot interkantonaler Doppelbesteuerung (BV Art. 127)
- Eine Person darf nicht vom gleichen Einkommen/Vermögen gleichzeitig von mehreren Kantonen besteuert werden.
Verbot ungerechtfertigter Steuerabkommen
Steuergerechtigkeit (Steuern sollen gerecht sein)
- Die Besteuerung soll fair erfolgen und sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit orientieren.
Bezogen auf den Grundsatz der Steuergerechtigkeit sind
Was bedeutet Besteuerung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit?
Personen mit höherem Einkommen oder Vermögen bezahlen grundsätzlich mehr Steuern.