P2.1, 6_Zündsysteme

Automobildiagnostiker, P2.1, 6_Zündsysteme

Automobildiagnostiker, P2.1, 6_Zündsysteme


C. S.
Diese Lernkarten behandeln Aufbau, Funktion und Regelung von Zündsystemen in Verbrennungsmotoren mit Fokus auf Zündspulen, Primär- und Sekundärstrom, Zündzeitpunkt sowie Klopf- und Ionenstrommessung. Sie erklären physikalische Grundlagen wie Magnetfelder, Funkenbrenndauer und Wärmeableitung, aber auch praktische Aspekte wie Steuergerätefunktionen, Fehlererkennung und Sicherheitsmechanismen. Ideal für Mechatroniker und Kfz-Mechatroniker, die Zündsysteme warten oder diagnostizieren müssen.
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Utilisateurs
1
Langue
Allemand
Catégorie
Mécatronique
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
25.04.2026 / 01.10.2026

Flashcards

Welche Hauptaufgabe hat die Zündanlage?

  • Kraftstoff-Luft-Gemisch im Ottomotor sicher entzünden
  • Zündspannung zum richtigen Zeitpunkt und mit ausreichender Energie bereitstellen
    • Spannung muss hoch genug sein, damit der Funke die Elektrodenstrecke der Zündkerze überspringt
    • Energie muss gross genug sein, damit der Funke das Gemisch zuverlässig entzündet und eine stabile Flammenausbreitung entsteht

Warum ist der Zündzeitpunkt so wichtig?

  • Der Zündzeitpunkt beeinflusst
    • Drehmoment
    • Verbrauch
    • Abgastemperatur, Emissionen
    • Motorschutz
  • maximale Verbrennungsdruck soll etwa 10–20° nach OT liegen
  • wird zu früh gezündet, steigt der Druck vor oder nahe OT stark an
    • Klopfen, Kolben- und Lagerschäden
  • Wird zu spät gezündet, sinkt der nutzbare Verbrennungsdruck
    • Leistung nimmt ab
    • die Abgastemperatur steigt

Was passiert bei Frühzündung?

  • Verbrennung beginnt zu früh. 
  • Druck steigt bereits stark an, während der Kolben noch Richtung OT läuft
  • Verbrennung wirkt dem Kolben entgegen
    • klopfende Verbrennung
    • hohe mechanische Belastung
    • Kolbenschäden
    • Lagerschäden
    • Leistungsverlust trotz früher Zündung

Was passiert bei Spätzündung?

  • Verbrennung beginnt zu spät
  • Druckmaximum entsteht zu weit nach OT. Dadurch kann weniger Arbeit auf den Kolben übertragen werden
    • geringeres Drehmoment
    • höherer Kraftstoffverbrauch
    • höhere Abgastemperatur
    • thermische Belastung von Auslassventilen und Abgasanlage
    • mögliche Motorschäden

Warum wird der Zündzeitpunkt bei steigender Drehzahl Richtung früh verstellt?

  • Flammenausbreitung braucht eine gewisse Zeit.
  • Bei höherer Drehzahl steht pro Kurbelgrad weniger Zeit zur Verfügung.
  • Damit der maximale Verbrennungsdruck trotzdem etwa 10–20° nach OT erreicht wird, muss die Zündung früher eingeleitet werden.

Warum wird bei Teillast oft früher gezündet?

  • Im Teillastbereich ist das Gemisch häufig magerer und der Füllungsgrad geringer.
  • Dadurch läuft die Verbrennung langsamer ab. 

Was zeigt ein Zündkennfeld?

  • Zündkennfeld zeigt den optimalen Zündwinkel in Abhängigkeit von Betriebsgrössen,
    • hauptsächlich Drehzahl und Last.
  • Im Motorsteuergerät sind diese Werte gespeichert.
  • Das Steuergerät wählt daraus je nach Betriebszustand den passenden Zündzeitpunkt.

Wie wird in einer Zündspule Energie erzeugt?

  • Wenn der Primärstrom durch die Primärwicklung fliesst, baut sich ein Magnetfeld auf.
  • Die Energie wird magnetisch im Eisenkern beziehungsweise im magnetischen Kreis gespeichert.
  • Wird der Primärstrom abgeschaltet, bricht das Magnetfeld zusammen und induziert eine hohe Spannung in der Sekundärwicklung.
    • Abhängig von:
      • Windungsverhältnis Primär/Sekundär
      • Windungsdurchmesser
      • Stromstärke
      • Geschwindigkeit des Magnetfeldabbaus

Was versteht man unter Ionisierungsspannung?

  • die Spannung, die nötig ist, um die Luft-Gas-Strecke zwischen den Elektroden der Zündkerze leitfähig zu machen.
  • Erst wenn diese Spannung erreicht ist, kann der Funke überspringen

Was ist die Brennspannung?

  • Die Spannung, die während der Funkenbrenndauer nötig ist, um den Funken aufrechtzuerhalten.
  • Sie ist deutlich niedriger als die Ionisierungsspannung.

Was bedeutet Funkenbrenndauer?

  • Die Zeit, während der der Zündfunke tatsächlich brennt.
  • Typische Werte von etwa 1–2,5 ms genannt.
  • Eine ausreichende Brenndauer ist wichtig für eine sichere Entzündung des Gemisches.

Welche Hauptbauteile besitzt eine Zündspule?

  • Primärwicklung
    • Die Primärwicklung hat wenige Windungen aus dickem Draht. 
  • Sekundärwicklung
    • Die Sekundärwicklung hat viele Windungen aus dünnem Draht.
  • Eisenkern
  • Isolierung, häufig Epoxidharz
  • Gehäuse
  • elektrischen Anschlüssen

Welche typischen Werte hat die Primärwicklung und Sekundärwicklung?

  • Primärwicklung
    • 100–200 Windungen
    • Widerstand 0,2–0,8 Ω
    • Induktivität 3–8 mH
    • Primärstrom 7–15 A
    • Ladezeit bis Nennstrom 1,5–4 ms
  • Sekundärwicklung:
    • 8’000–20’000 Windungen
    • Widerstand 3–8 kΩ
    • Induktivität 10–35 H
    • Sekundärspannung bis etwa 30 kV
    • Funkenenergie 40–100 mJ

Warum hat eine Zündspule mit Hochspannungsdiode eine Diode?

  • Die Hochspannungsdiode verhindert einen unerwünschten Einschaltfunken beim Aufbau des Magnetfeldes.
  • Sie blockiert die Einschaltspannung, lässt aber die hohe Zündspannung beim Abschalten durch.

Was ist der Schliesswinkel und warum muss dieser geregelt werden? 

  • Schliesswinkel:
    • den Zeitraum bzw. Kurbelwinkel, während dem der Primärstrom eingeschaltet ist. In dieser Zeit wird das Magnetfeld der Zündspule aufgebaut.
  • Regelung:
    • muss so angepasst werden, dass der Primärstrom sicher seinen Sollwert erreicht.
    • Bei hoher Drehzahl ist weniger Zeit vorhanden, daher muss früher eingeschaltet werden.
    • Bei niedriger Batteriespannung steigt der Strom langsamer an, deshalb muss ebenfalls länger geladen werden.

  • Berechne die Steluung der Kurbelwelle bei Schlissbeginn (Magnetfeldaufbau) bei folgenden Angaben. 
    • 4 Zylinder mit 4 Einfunken-Zündspulen
    • Zündzeitpunkt: 30° vor OT
    • Schliesswinkel: 15%

15% von 720° KW = 108° KW

ZZP: 30° vor OT - 108° KW = 138° vor OT

UT = 180° vor OT / 180° - 138° = 42° n. UT

Was ist eine Primärstrombegrenzung?

  • Primärstrombegrenzung verhindert, dass der Primärstrom zu hoch wird.
  • Ohne Begrenzung könnten Zündspule und Endstufe thermisch überlastet werden.
  • Die Regelung begrenzt den Strom zum Beispiel auf etwa 12 A.

Was ist die Ruhestromabschaltung?

  • Die Ruhestromabschaltung verhindert, dass bei eingeschalteter Zündung und stehendem Motor dauerhaft Strom durch die Zündspule fliesst.
  • Dadurch werden Batterie, Zündspule und Endstufe geschützt.

Wie erkennt das Steuergerät Zündaussetzer?

  • Das Steuergerät kann Zündaussetzer über verschiedene Methoden erkennen:
    • Laufunruhe der Kurbelwelle
    • Auswertung der Verbrennung über Ionenstrommessung
    • Vergleich von Drehzahlschwankungen
    • Katalysator-Temperaturmodell

Wie funktioniert eine Ionenstrommessung? 

  • Nach der Zündung entsteht im Brennraum ein ionisiertes Gasgemisch (Plasma).
  • Dieses enthält geladene Teilchen (Ionen und Elektronen) → es wird elektrisch leitfähig.
    • Genau das nutzt das Steuergerät:
      • Die Zündkerze wird nach dem Funken als Sensor verwendet
      • Es wird eine kleine Messspannung (ca. 80–100 V) angelegt
      • Es fliesst ein sehr kleiner Strom (Ionenstrom) durch das ionisierte Gas

Zeichne mir Primär und Sekundärbild einer Zündspule auf. 

Was ist klopfende Verbrennung?

  • Klopfende Verbrennung entsteht, wenn sich ein Teil des Gemisches selbst entzündet, meist im Endgasbereich.
  • Dadurch entstehen sehr schnelle Druckanstiege und Druckschwingungen im Brennraum.
    • Diese können mechanische Schäden verursachen.
  • Das klopfen entsteht durch die zwei Flammfronten, welche mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten aufeinander treffen. 

Nenne Ursachen für klopfende Verbrennung.

  • schlechte Kraftstoffqualität
  • zu früher Zündzeitpunkt
  • hohe Verdichtung
  • hohe Ansauglufttemperatur
  • hohe Motortemperatur
  • Ablagerungen im Brennraum
  • ungünstige Brennraumform

Wie arbeitet die Klopfregelung?

  • erkennt Klopfen über Klopfsensoren.
  • Wird Klopfen erkannt, stellt das Steuergerät den Zündzeitpunkt des betroffenen Zylinders Richtung spät.
  • Danach wird der Zündzeitpunkt schrittweise wieder Richtung früh zurückgeführt, bis die Klopfgrenze erneut erreicht wird.

Was ist ein Klopfsensor?

  • Ein piezoelektrischer Körperschallsensor.
  • Er misst Schwingungen am Motorblock.
  • Klopfende Verbrennung erzeugt charakteristische hochfrequente Schwingungen, die vom Steuergerät ausgewertet werden.
  • Anzugsdrehmoment sehr wichtig, da es sonst zu Signalverfälschungen kommen kann. 

Welche Bedeutung hat der Wärmewert einer Zündkerze?

  • Wie gut die Zündkerze Wärme aus dem Brennraum ableitet.
  • Eine Kerze mit hohem Wärmewert hat eine längere Isolatorfussstrecke und leitet Wärme schlechter ab.
  • Eine Kerze mit niedrigem Wärmewert leitet Wärme besser ab und bleibt kühler.
  • Die richtige Kerze ist wichtig, um Verrussung, Glühzündung und Überhitzung zu vermeiden.

Was ist der Zündverzug? 

  • Die Zeit bzw. ca. 30° KW n. OT, damit das Gemisch vollständig entzündet ist, wenn der Pleuel 90° zur KW steht.
    • Ziel: max. Kraft auf Pleuel

Wie werden die Motorfunktionen am besten Überprüft und was muss überprüft sein?

  • OBD, sämtliche Abgasrelevanten Teile
  • Drehzahl-Erkennung
  • Klopfsensoren
  • Lambda-Sonde
  • Zündspule Anschluss 4b, Ionenstrom-Messung

Was beeinflusst die Klopfgrenze bezüglich Kraftstoff? 

  • Kraftstoffzusammensetzung
  • Hohe Oktanzahl = hohe Klopffestigkeit 

Was ist die Aufgabe der Steuerung / Regelung des Primärstromes? 

  • STG und Zündspule vor thermischer Überlastung schützen
  • Sicherstellen, dass Zündspule in jedem Betriebszustand Zündspannung zur Verfügung stellt.
  • Tiefer Primär-Widerstand zur schnellen Sättigung der Spule
    • Da hoher Stromfluss, Hohe Leistung, viel Wärme
    • Primärstrom begrenzen durch Antakten des Transistors (nicht ganz durchsteuern)

Was sind die Hauptgrössen für die Schliesswinkelbestimmung? 

  • Batteriespannung
  • Drehzahl
  • (Regelgrösse: Primärstrommessung)
    • Verschleiss
    • Wärmeentwicklung
  • Merke:
    • Die Zündspule, muss auf max, Drehzahl ausgelegt sein.
    • Sämtliche weiteren Drehzahlen werden durch Primär-Strombegrenzung geregelt.
      • Um unnötige Wärmeentwicklung in der Spule zu verhindern

Was passiert mit den Lambda-Werten, wenn man Verbrennungssaussetzer hat? 

  • HC steigt
  • CO steigt
  • O2 steigt

Wie geht die Zündaussetzer-Überwachung über Messwiderstand? 

  • Sekundärseitig, Masse über Messwiderstand im STG
  • Bei Zündung gibt es einen Spannungsabfall über Widerstand
  • Reproduzierbar, welcher Zylinder nicht gezündet hat

Was sind die Vorteile und Nachteile von Einzelfunken-Spulen? 

  • Vorteile:
    • Hohe Zündleistung (hohe Zündspannung und lange Funkenbrenndauer) auch bei hoher Drehzahl. 
    • geringerer elektomagnetischer Störpegel, da kein offener Funken (kein Zündverteiler)
    • keine rotierende Teile
    • weniger Hochspannungsverbindungen
    • geringere Geräuschentwicklung
  • Nachteile: 
    • Preis 

Was ist LSPI (Low Speed Pre Ignition) ? 

  • Downsizing Motoren
  • Hohe Last bei tiefer Drehzahl
  • Ablagerungen im Motor welche sich plötzliche entzünden könnten (800-1000 m/s)
  • Schäden von Kolben, Ringen, Pleuel, Pleuellager treten auf
  • Daher geben einiger Fahrzeughersteller bei Servicearbeiten Aditive zum Kraftstoff, welche die Brenntemperatur erhöhen und Ablagerungen lösen sollen

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