Mathematik PHTG

Mathematik 2. Semester

Mathematik 2. Semester


B. K.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen des mathematischen Lernens im universitären Kontext, insbesondere zum Thema Größen und Sachrechnen. Im Fokus stehen didaktische Prinzipien wie das EIS-Modell, Lösungsstrategien, Repräsentantenbildung und der Aufbau von Größenvorstellungen. Studierende erhalten praxisnahe Einblicke in Unterrichtsgestaltung, Modellierungsprozesse und die Verbindung von Mathematik mit Alltagsbezügen. Ideal für Lehramtsstudierende, die fundierte Methoden zur Förderung mathematischer Kompetenzen erlernen möchten.
Flashcards
76
Students
10
Language
Deutsch
Category
Mathematik
Level
Universität
Created / Updated
20.04.2026 / 06.05.2026

Flashcards

Welche Bereiche gehören alles zu den Zahlvorstellungen?

- Zahlbedeutung verstehen / Zahlaspekte

- Anzahlerfassung

- Zählen

- Zahlbeziehungen

- Stellenwertverständnis

- Didaktische Materialien zu Zahlen

Was sind Teilkompetenzen in der Bearbeitung der Zahlvorstellung?

- Zählen

- Zahlen darstellen

- Anzahlen vergleichen

- Zahlen ordnen

- Bündeln, Stellenwerte

- Grundoperationen verstehen

Welches sind die Zahlaspekte (Formen)?

- Kardinalzahlaspekt

- Ordinalzahlaspekt

- Masszahlaspekt

- Operatoraspekt

- Rechenzahlaspekt

- Codierzahlaspekt

Was ist der Kardinalzahlaspekt? Fragestellung für Kinder?

Mengenlehre --> Es sind 4 Kinder anwesend

Fragestellung: Wie viel ...?

Was ist der Ordinalzahlaspekt? Mögliche Fragestellung?

Rangplatz --> Ich lese auf Seite 9, ich wurde 5., ...

Fragestellung: Wievielte/r ...?

Was ist der Masszahlaspekt? Mögliche Fragestellung?

Grössen (Gewicht, Grösse, Volumen, Temperatur, ...) wird in Masseinheit angegeben

Fragestellung: Wie warm / schwer / ...?

Was ist der Operatoraspekt? Mögliche Fragestellung?

Vielfacheinheit einer Handlung oder Vorgang --> Ich muss noch 3x schlafen

Fragestellung: Wie oft?

Was ist der Rechenzahlaspekt? Mögliche Fragestellung?

Ich kann mit Zahlen rechnen --> 3x3=9

Fragestellung: Wie viel ... zusammen?

Was ist der Codierzahlaspekt? Mögliche Fragestellung?

Zahlen und Ziffern dienen dazu, Dinge zu benennen und unterscheiden (PLZ, Telefonnummer, Hausnummer, ...)

Fragestellung: Welche ...?

Was bedeutet eine Anzahl simultan erfassen zu können?

Bis zur Zahl 4 kann ein Mensch eine Anzahl gleichzeitig / auf einen Blick wahrnehmen. Er muss dazu nicht rechnen

Was bedeutet Quasisimultan?

Eine Menge mental in Teilmengen zu zerlegen, damit diese erfassbar ist.

Welche Zählprinzipien gibt es? --> Das müssen wir den Kindern in Bezug auf das Zählen beibringen

- Eindeutigkeitsprinzip (Eins-zu-eins-Zuordnung)

- Prinzip der stabilen Ordnung

- Kardinalzahlprinzip

- Prinzip der beliebigen Reihenfolge

- Abstraktionsprinzip (Generalisierung des Zählvorgangs)

Was ist mit dem Eindeutigkeitsprinzip gemeint? (Zählprinzipien)

Ich kann jede Zahl einem Objekt zuordnen (z. B. jedes Kind bekommt eine Zahl)

Was ist mit dem Prinzip der stabilen Ordnung gemeint? (Zählprinzipien)

Jede Zahl hat einen festen Platz beispielsweise auf dem Zahlenstreifen. Beispielsweise kommt die 5 immer nach der 4. Dies gibt Sicherheit

Was ist mit dem Kardinalzahlprinzip gemeint? (Zählprinzipien)

Ich weiss, dass die letzt genannte Zahl beim Durchzählen die Menge ist. Dafür muss ein Grundverständnis fürs Zählen bestehen

Was ist mit dem Prinzip der beliebigen Reihenfolge gemeint? (Zählprinzipien)

Es spielt keine Rolle, bei welcher Zahl ich mit zählen beginne. Ich kann vorwärts, rückwärts zählen

Was ist mit dem Abstraktionsprinzip gemeint? (Zählprinzipien)

Alles ist zählbar, unabhängig von dessen Eigenschaften

Was ist mit dem Teil-Ganzen-Schema gemeint?

Jede Zahl (ganzes) besteht aus Teilzahlen. Das heisst, man kann diese ganze Zahl in Teilzahlen zerlegen.

--> Wichtig, dass Kinder verstehen, dass Zahlen aus anderen Zahlen aufgebaut sind, respektive zerlegt werden können. Grundlage des Rechnens.

 

Gesetze:

- Ein Ganzes kann in Teile geglieder werden

- Ein Ganzes, das in Teile zerlegt wurde, ist nicht mehr und nicht weniger geworden

- Ein Teil ist weniger als ein Ganzes

- Wird ein Teil verkleinert, vergrössert, dann wird auch das Ganze kleiner, grösser

- Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Zahl zu zerlegen

Was versteht man unter Zahlen vergleichen?

Beide Zahlen (die zuvor ausgerechnet wurden) nebeneinander legen und direkt vergleichen. Die Differenz kann dann erfasst werden

Was bringt es, wenn die Kinder die Zahlen bündeln und daraus Stellenwerte ablesen können?

Gebündelte Zahlen sind einfacher und schneller lesbar --> (Quasi) Simultan

Vor allem wenn später grössere Zahlen mit mehr Stellenwerten kommen, ist es einfacher, wenn die Basis bereits vorhanden ist.

Welches didaktische Material gibt es?

- Zehner-, Zwanziger-, Hunderterfeld und Tausenderbuch (kardinal und strukturiert)

- Zahlenstrahl (ordinal)

- Systemmaterial Dienes (kardinal und strukturiert)

- Stellenwerttafel (kardinal und strukturiert)

- Zahlen- und Ziffernkarten

Was ist der Nutzen von didaktischem Material?

- Spiralprinzip

- Hilfe bei Denkhandlungen der Kinder

- Entdeckung bestimmter Strukturen und Beziehungen

- Material muss eingeführt werden

- Kinder müssen Zahlen in unterschiedlichen Darstellungsformen erkennen und ableiten können

- EIS Prinzip (enaktiv, ikonisch, symbolisch)

Was ist das Problem beim zählenden Rechnen?

- Anzahl Finger reichen irgendwann nicht mehr

- Fehleranfällig

- Verständnis für Grundoperationen fehlt

Wieso unterrichten wir das zählende Rechnen trotzdem?

- Kompetenz des Lehrplan 21

- Zahlbegriff klären --> was ist eine Zahl?

- Umwelterschliessung

Was brauchen die Kinder, um ein Verständnis der vier Grundoperationen zu entwickeln?

- Verschiedene Darstellungsformen (EIS-Prinzip)

- Zahlbeziehungen verstehen (Vorgänger, Nachfolger, Umkehrrechnungen) --> Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?

- Handelnder Mathematikunterricht

Erkläre das EIS-Prinzip

E: Enaktiv = Handeln am konkreten Objekt

I: Ikonisch = Sachverhalte im Bild darstellen

S: Symbolisch = Arbeiten auf abstrakter Ebene (Unterscheidung verbal-symbolisch und formal-symbolisch)

 

--> Ziel ist es, eine tragfähige, mentale Vorstellung (Bilder im Kopf) aufzubauen, die der Verinnerlichung dient

-->  Es ist kein statisches Prinzip, sondern es sollte immer wieder in den Ebenen gewechselt werden, so entsteht ein intermodularer Transfer

--> Beteiligung der Sprache ist wesentlich

Grundvorstellungen Addition

- Hinzufügen (Einer Menge wird eine weitere hinzugefügt (dynamisch))

- Vergleichen (Zwei Mengen werden durch Addition verglichen (statisch))

- Zusammenfassen (Zwei Mengen werden zusammengelegt (statisch))

Grundvorstellungen Subtraktion

- Abziehen (Von einer Gesamtmenge werden Objekte weggenommen, sodass ein Rest entsteht (dynamisch))

- Ergänzen (Es wird ein Unterschied zwischen Ausgangslage und Endmenge bestimmt (dynamisch))

- Vergleichen (Unterschied zwischen zwei Teilmengen bestimmen (statisch))

Grundvorstellungen Multiplikation

- Wiederholen (Tätigkeiten gelichen Umfangs werden wiederholt ausgeführt (zeitlich-sukzessiv)) --> Hole mir 3x3 Bücher. wie viele hast du geholt?

- Zusammenfassen (Anzahlen gleicher Grössen werden gruppiert und deren Gesamtzahl ermittelt (räumlich-simultan))

- Vergleichen (Zwischen Anzahlen oder Grössen werden multiplikative Vergleiche hergestellt)

 

--> Multiplikation ist eine fortlaufende Addition mit gleichen Summanden.

--> Die Kinder sollen lernen, in Sprünge, Pakete oder Reihen zu denken

Grundvorstellungen Division

- Aufteilen (Gesucht ist die Anzahl der Teilmengen, während die Gesamtmenge und die Gruppengrösse gegeben sind)

- Verteilen (Gesucht ist die Gruppengrösse, während die Gesamtmenge und die Anzahl an Teilnehmern gegeben sind)

 

--> Teilbarkeit bedeutet gleichmässig UND restloses teilen.

--> Division immer auch mit Rest bearbeiten

Wie kann die Multiplikation und Division optimal eingeführt werden?

- Als Zahlenblick mit gleich grossen Päckchen (räumlich-simultan oder zeitlich-sukzessiv) --> Zusammenfassen / Wiederholen

- Erarbeitung kleiner Reihen als Verdoppelung, Verzehnfachung, Halbierung --> Merkaufgaben

- Herleitung über andere Aufgaben, z. B. Addition

- Einführungd er Division als gleichmässiges Verteilen und aufteilen

Was sind die Unterschiede zwischen den Rechenmethoden aus traditioneller Sicht vs. relaktivierter / aktueller Sicht?

Traditionelle Sicht:
Kopfrechnen: Pflichtübung
Halbschriftliches Rechnen: unelegante Durchgangssituation zum schriftlichen Rechnen
Schriftliches Rechnen: Krönung und Höhepunkt
Taschenrechner: Vermeidungsgerät

Relaktive / aktuelle Sicht:
Kopfrechnen: Grundbaustein (Blitzrechnen)
Halbschrifliches Rechnen: ökonomische, zentrale Rechenart
Schrifliches Rechnen: Abrundung, weitere Rechenart
Taschenrechner: wichtiges Hilfsmittel

Welche Rechenverfahren gibt es?

Kopfrechnen

Halbschrifliches Rechnen

Schriftliches Rechnen

Taschenrechner

Was ist mit Kopfrechnen gemeint?

Rechnen erfolgt nur im Kopf, es wird nichts aufgeschrieben

Dient der Automatisierung

Voraussetzung für Kopfrechnen ist ein Zahlenblick

Was ist mit schriftlichem Rechnen gemeint?

Ausführen eines oft nicht verstandenen Algorhythmus

Kein Aufbau von Zahlenverständnis

Nur korrekte Anwendung führt zum korrekten Resultat (inkl. vorgegebener Sprechweise)

Man rechnet mit Ziffern und nicht mit Zahlenwerten

Grosse Faszination für Kinder

Kopfrechnung ist Voraussetzung dafür

Was ist mit Taschenrechner gemeint?

Entlastung der kognitiven Ressourcen zugunsten von grossen Problemlösungen

Um etwas beweisen zu können oder falls der Rechenweg komplex ist

Was ist mit halbschriftlichem Rechnen gemeint?

Einsichtsvolles Rechnen unter Nutzung von Zahlbeziehungen und Rechengesetzen

«Es ist flexibles, auf die Besonderheiten der vorliegenden Aufgaben und des Zahlenmaterials bezogenes Rechnen unter geeigneten Strategien. Zwischenschritte, -rechnungen und -ergebnisse werden notiert. Rechengesetze und -vorteile werden verwendet.»

Art und Weise der Notation nicht festgelegt

Gestütztes Kopfrechnen

Austausch im Unterricht, sodass alle Kinder voneinander profitieren können

--> Rechnung bequem lösen

Was ist mit dem Prinzip der minimalen Hilfe gemeint?

1. Impuls / Initiierung durch geeignete Aufgabenstellung

2. Entdecken lassen und fachlich unterstützen

3. Gemeinsamer Austausch über die Ergebnisse

 

--> Hauptfokus konstruktion von Wissen (Die verschiedenen Rechenwege sollen ausprobiert werden, aber nicht unter Zwang. Die Kinder sollen ihren individuellen Rechenweg gehen. Wichtig dabei ist der Austausch über die Rechenwege) --> Aktiv entdeckendes und soziales Lernen

Was sind heuristische Strategien in Kombination zum halbschriftlichen Rechnen?

Problemlösestrategien zum geschickten Rechnen

Welche heuristische Strategien gibt es beim halbschriflichen Rechnen?

- Tauschaufgaben (1+2=3  oder  2+1=3)

- Verdoppelungsaufgaben / Halbierungsaufgaben (4+1=5 oder 2+2+1=5)

- Nachbaraufgaben (7+6= 7+5+1)

- Gleichsinniges (Substraktion) / Gegengleichsinniges (Addition) Verändern / Vereinfachen (Konstanz der Summe und Differenz) (9+4= 10+3)

- Zerlegen (7+6= 7+3+3)

- Umkehraufgaben (7+?=12 über 12-7)

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