P1, 3 & 3.1_Bremskraftübertragung & Bremskraftverstärkung

Diagnostiker, P1, 3 & 3.1_Bremskraftübertragung & Bremskraftverstärkung

Diagnostiker, P1, 3 & 3.1_Bremskraftübertragung & Bremskraftverstärkung


C. S.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen und Details zur Bremskraftübertragung sowie zur Funktion und Verstärkung von Bremskräften in Fahrzeugen. Im Fokus stehen Unterdruck- und hydraulische Bremskraftverstärker, deren Aufbau, Wirkungsweise und Vorteile, ebenso wie die Aufgaben des Hauptbremszylinders und die Bedeutung der Bremsflüssigkeit. Mechaniker und Technikinteressierte profitieren von diesem Überblick, um Systemzusammenhänge zu verstehen und Fehlerquellen zu erkennen.
Karten
32
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Mechatronik
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
03.04.2026 / 03.10.2026

Lernkarten

Erklären Sie das Pascalsche Gesetz in Bezug auf die Bremse.

  • Druck wird in einer Flüssigkeit gleichmässig übertragen, wodurch Kräfte über unterschiedliche Kolbenflächen verstärkt werden können.

Nennen Sie Vorteile und Nachteile der hydraulischen Bremskraftübertragung.

  • Vorteile
    • Hohe Kraftübertragung
    • schnelle Wirkung
    • gleichmässige Bremskraftverteilung
    • hoher Wirkungsgrad
  • Nachteile
    • Bremsflüssigkeit hygroskopisch
    • Korrosion möglich
    • Leck = Ausfall eines Bremskreises

Warum ist ein Zweikreis-Bremssystem vorgeschrieben?

  • Damit bei Ausfall eines Kreises noch eine Restbremswirkung vorhanden ist.

 Welche Bremskreisaufteilung ist heute üblich und warum?

  •  X-Aufteilung
    • da bessere Fahrstabilität bei Ausfall eines Kreises.

Erklären Sie die Funktion des Tandem-Hauptbremszylinders beim Bremsen.

  • Beide Kolben bewegen sich, verschliessen die Ausgleichsbohrungen und bauen Druck in zwei getrennten Bremskreisen auf.

Unterschied Hauptbremszylinder mit Ausgleichsbohrung vs. Zentralventil?

  • Ausgleichsbohrung: einfacher, aber hoher Verschleiss, nicht ABS-tauglich
  • Zentralventil: präziser, weniger Verschleiss, ABS-tauglich
    • Geringer Primärmanschettenverschleiss, voll ABS Tauglich!

Erkläre die Funktionsweise eines Hauptbremszylinders mit Zentralventil. 

  • Ruhestellung
    • Spannstift öffnet das Kolbenventil
    • Volumenausgleich zwischen Druckraum und Vorratsbehälter möglich
  • Bremsen
    • Durch die einsetzende Kolbenbewegung wird das Ventil geschlossen
    • = Druckaufbau
  • Bremse lösen
    • Beim schnellen Lösen des Bremspedals die Drosselbohrung einen kleinen Unterdruck im Druckraum.
    • Dieser öffnet das Kolbenventil gegen die Kraft der schwachen Schliessfeder.
    • Die Bremsflüssigkeit strömt vom Vorratsbehälter durch den Spannstift und das offene Kolbenventil in den Druckraum. 

Warum darf man keine Kupferleitungen für Bremsleitungen verwenden?

  • Wegen Kaltverfestigung → Bruchgefahr, besonders bei Biegungen.

Warum nimmt Bremsflüssigkeit Wasser auf und wo ist die Hauptquelle?

  • Hygroskopisch → nimmt Feuchtigkeit auf
  • hauptsächlich über Bremsschläuche (Permeation).

Was passiert, wenn der Siedepunkt der Bremsflüssigkeit unterschritten wird?

  • Dampfblasenbildung
    • → kompressibel
    • → Pedal fällt durch
    • → Bremswirkung stark reduziert.

Welche Bremsflüssigkeiten dürfen gemischt oder nicht gemischt werden und weshalb? 

  • (DOT 3, 4 und 5.1) Bremsflüssigkeiten auf Glykolbasis 
    • sind untereinander mischbar, da sie die gleiche chemische Grundlage haben.
  • DOT 5 auf Silikonbasis
    • darf nicht gemischt werden, da es zu Phasentrennung, veränderten Druckverhältnissen und Schäden an Dichtungen kommen kann.

Warum wird ein Bremskraftverstärker eingesetzt?

  • Zur Reduktion der Pedalkraft und zur Verbesserung der Dosierbarkeit.
    • ohne BKV = 500N für Vollbremsung
    • mit BKV = 200N-250N für Vollbremsung

Nennen Sie die drei Hauptarten von Bremskraftverstärkern.

  • Unterdruck BKV
    • Standard 
  • hydraulischer BKV
    • oft kombiniert mit Servolenkung
  • elektromechanischer BKV
    • ideal für Elektro-/Hybridfahrzeuge
    • Rekuperation integrierbar
    • automatische Bremsungen möglich (ACC!)

Warum benötigt ein Dieselmotor eine Unterdruckpumpe?

  • Weil kein ausreichender Saugrohrunterdruck vorhanden ist, da keine Drosselklappe

Was ist der Vorteil eines Doppelmembran-BKV?

  • Grössere Kraft bei gleichem Bauraum
  • bzw. kleinere Bauweise.

Erklären Sie die Funktion eines Unterdruck-BKV.

  • Druckdifferenz zwischen Unterdruck und Atmosphäre erzeugt zusätzliche Kraft auf die Membran.

Erkläre die Funktion eines Unterdruck-BKV anhand des Bildes. 

  • Keine Bremsung:
    • In Ruhestellung liegt auf beiden Seiten der Membran Unterdruck an, wodurch keine Verstärkung entsteht.
  • Teilbremsung
    • Bei Teilbremsung wird durch Öffnen des Atmosphärenventils eine Druckdifferenz aufgebaut, die die Pedalkraft unterstützt.
    • Solange, bis Druckdifferenz der Pedalkraft entspricht und das Atmosphärdruckventil schliessen kann. 
  • Vollbremsung
    • Bei Vollbremsung ist die maximale Druckdifferenz erreicht, der Verstärker ist ausgesteuert und weitere Bremskraft kann nur durch zusätzliche Pedalkraft erzeugt werden.

Was passiert am Ansteuerpunkt? 

  • Maximale Verstärkung erreicht
  • → weitere Bremskraft nur durch Pedalkraft.

Was bedeutet „proportionale Bremskraft“?

  • Bremskraft steigt gleichmässig mit Pedalkraft.

Wie hoch ist der typische Verstärkungsfaktor?

  • Ca. Faktor 2 bis 6.

Was ist der Vorteil eines hydraulisches BKV?

  • Hohe Verstärkung, unabhängig vom Motorunterdruck.

Was passiert bei Motorausfall beim hydraulischen BKV?

  • Er besitzt immer einen Druckspeicher
  • Der Druckspeicher ermöglicht noch mehrere Bremsungen (~10)

Warum wird eBKV bei E-Fahrzeugen eingesetzt?

  •  Kein Unterdruck vorhanden
  • + Integration Rekuperation möglich

Was misst der eBKV zur Steuerung?

  • Pedalweg und Motorposition.

Was ist ein Vorteil eines eBKV gegenüber konventionellen Systemen?

  •  Aktiver Bremsdruckaufbau ohne Fahrer (Assistenzsysteme)

Wie erkennt der Notbremsassistent eine Notbremsung? 

  • Über die Geschwindigkeit der Pedalbetätigung des Fahrpedals
  • Über die Geschwindigkeit der Pedalbetätigung des Bremspedals
  • Druckanstieg

Was ist das Ziel eines Bremsassistenten? 

 

  • Maximale Verzögerung unabhängig vom Fahrer erreichen

Warum ist ein konventioneller BKV für Rekuperation ungeeignet?

  • Feste Übersetzung der Pedalkraft
  • → keine flexible Anpassung zwischen elektrischer und hydraulischer Bremsleistung.

Seit wann werden Bremskraftverstärkungen benötigt? 

  • Seit Scheibenbremsen verbaut wurden
    • Keine Selbstverstärkung mehr

Was für BAS Ausführungen gibt es? 

 

  • pneumatisch mechanische System (Bremspedalauslenkung)
    • Steuerteil des Unterdruckbremskraft-Verstärkers schaltet mit einer Feder, abhängig von der Pedalbetätigungsgeschwindigkeit eine grössere oder kleinere Verstärkung 
  • pneumatisch elektronische Systeme (Membranwegsensor / Pedalsensor)
    • Unterdruckbremskraft- Verstärker kann mit einem Magnetventil belüftet werden
  • hydraulisch elektronische Systeme (Bremsdrucksensor)
    • der benötigte Bremsdruck wird von der ASR/ESP- Rückförderpumpe erzeugt

Was für Zusatzfunktionen können beim hydraulischen Bremsassistenten realisiert werden? 

  • Bremskraftunterstützung bei normaler Vollbremsung (Maximal Brake Support)  
    • Wenn an der Vorderachse der ABS- Regelbereich erreicht wird, erhöht MBS den Druck an der Hinterachse, bis auch hier die ABS- Regelgrenze erreicht wird
  • Fading Brake Support (FBS)
    • gleicht den Bremskraftverlust durch Temperaturanstieg aus
  • Hold Funktion 
  • Brake Disc Wiping
    • Trockenbremsen 
  • Stauassistent
    • Automatisches Abbremsen in Stau
  • Hill Hold 
  • Hill Descent Control

Was ist die Anhänger Stabilisierungs Kontrolle? 

  • In Abhängigkeit vom Grad der Gier Geschwindigkeit erfolgt die Regelung in zwei Stufen
    • In der ersten Stufe werden die Räder asymmetrisch abgebremst. 
    • Dabei besteht das Ziel, das Gespann ohne große Längsverzögerung (max. ca. 1,5 m/s2) zu stabilisieren.  
  •  in der zweiten Stufe eine Abbremsung aller vier Räder mit dem Ziel, eine große Längsverzögerung zu erreichen (ca. 3,5 m/s2)
    • Abbremsungen erfolgen unterhalb der ABS-Regelschwelle
    • aktive Stabilisierung wird durch Blinken der ESP- Kontrollleuchte angezeigt

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