Röntgen Strahlenbiologie Kapitel K

Röntgen Strahlenbiologie Kapitel K für MPA EFZ

Röntgen Strahlenbiologie Kapitel K für MPA EFZ

Diese Lernkarten behandeln die biologischen Auswirkungen ionisierender Strahlung auf Zellen und Gewebe, insbesondere bei beruflicher Exposition. Sie erklären Phasen der Strahlenwirkung, Deterministische und stochastische Schäden, Gewebewichtungsfaktoren sowie akute und chronische Strahlenschäden. Medizinische Fachkräfte und Strahlenschutzbeauftragte profitieren davon, um Risiken zu verstehen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Flashcards
25
Students
2
Language
German
Category
Career Studies
Created / Updated
02.04.2026 / 10.05.2026

Flashcards

Definition Indirekte Strahleneinwirkung

Die ionisierenden Strahlen reagieren zuerst mit Wasser, dadurch entstehen Peroxide und Radikale (höchst reaktiv), welche durch die Zelle wandern und Zytotoxisch wirken. Es können die gleichen Schäden entstehen (Mutation, Fehlfunktion und Absterben)

Schäden an der DNS (Desoxyribonukleinsäure)

Basenveränderung (reparabel), Einzelstrangbrüche (reparabel), Doppelstrangbrüche (nur mit grossem zeitlichem Aufwand reparabel und dadurch häufigste Ursache für bleibende Zellschäden)

Definition Direkte Strahlenwirkung 

Ionisation erfolgt direkt im gleichen Molekül. Oft kann der Schaden von der Zelle wieder repariert werden, aber je nach Ort in der Zelle können auch bleibende Zellschäden (Mutation, Fehlfunktion oder Absterben der Zelle) entstehen.

Hochempfindliches Gewebe (Gewebewichtungsfaktor WT)

Embryo, Blutbildendens System (Knochenmark, Lymph), Magen-Darm Trakt, Augenlinsen, Brust, Lunge (0.12) (auch Krebszellen wegen der hohen Teilungsrate)

Letale Dosis des Menschen

4.5 Sv Ganzkörperdosis (es sterben 50% der betroffenen Menschen innerhalb der nächsten 30 Tagen, ohne medizinische Gegenmassnahmen)

Gewebe mit mittlerer Empfindlichkeit (Gewebewichtungsfaktor WT)

Schleimhäute, Leber, Schilddrüse, wachsender Knochen, Blase (0.04), Gonaden (0.08)

am wenigsten Empfindliches Gewebe (Gewebewichtungsfaktor WT)

Nieren, Haut, Gehirn (Nerven), Knochenoberfläche, Muskeln, Speicheldrüse (0.01)

Gewebewichtungsfaktor WT des ganzen Körpers

1.0

Einflussfaktoren Strahlenwirkung

relative Strahlenempfindlichkeit (Gewebewichtungsfaktor), Strahlenart, Gesamtdosis, Räumliche Dosisverteilung, Zeitliche Dosisverteilung, Milieufaktoren (Gesundheitsfaktoren, Genussmittel)

Somatische Strahlenschäden

Strahlenschäden am Körper des Bestrahlten (nie an den Keimzellen, nicht vererbbar)

Somatische Frühschäden 

sind Deterministisch = vorhersehbar, haben eine Schwellendosis. Treten Sekunden bis Tage od. Wochen nach Exposition auf (im Röntgen nicht möglich)

Somatische Spätschäden

zufällig (Stochastisch), ohne Schwellendosis aber Wahrscheinlichkeit erhöht sich mit der Dosis, man unterscheidet zwischen Krebs und Leukämie

Genetische Schäden

Schäden an Keimzellen (erst in der nächsten Generation bemerkbar), zufällig (Stochastisch), ohne Schwellendosis aber Wahrscheinlichkeit erhöht sich mit der Dosis, z.B. Missbildungen, Leukämie, Krebs, Erbkrankheiten

Deterministische Schäden

Akute Strahlenkrankheit, Akute Strahlenreaktionen an Organen und Gewebe, Alle teratogenen Fehlbildungen und Wachstumsbehinderungen

Somatische Frühschäden

0.25-0.5 Sv

Blutbildveränderungen (tiefe Lc und Tc)

Somatische Frühschäden 

ab 1 Sv

Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit (Strahlenkater)

Somatische Frühschäden

ab 2 Sv

Hautschäden (Rötung, Blasen usw.), ca. 20% Todesfälle innerhalb von 3-6 W ohne Behandlung, temporäre Sterilität

Somatische Frühschäden

ab 3 Sv

innere Blutungen, schwere Blutbildveränderungen, permanente Sterilität bei Frauen, Haarausfall

Somatische Frühschäden 

ab 4Sv

 

schwere Entzündungen, 50% Todesfälle in 5 Wochen (ohne med. Behandlung)

Somatische Frühschäden 

ab 6 Sv

mehr als 90% Todesfälle, Strahlenblitztod

Teratogene Strahlenschäden 

(stochastisch)

0-9d: Abort oder ungeschädigter Embryo (alles oder nichts), 10-60 d: Kleinwuchs, Skelettanomalie, geistige Retardierung, pränataler Fruchttod, 61 d-Geburt: Minderwuchs, Mikroenzephalie, IQ weniger als 70, Sterilität, Tod, erhöhtes Krebsrisiko

Strahlenterapie

Fraktionierte Bestrahlung

Gesamtdosis wird in kleine Fraktionen unterteilt und in 24h abständen durchgeführt

Strahlenterapie

Protrahierte Bestrahlung

Gesamtdosis wird in kleinen Mengen über Stunden und Tage abgegeben. Radioaktive Quellen werden in den Tumor gelegt. Das wird meist bei Körperhöhlen gemacht (Tumor in Lippe, Prostata od. Gebärmutter) die Radionukleide haben nur eine kleine Reichweite

Bestandteile Menschliche Zellen

Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Phosphor

Strahlenbiologische Wirkungskette

1. Physikalische Phase, 2. Chemische Phase, 3. Biochemische Phase, 4. Biologische Phase

Study