Wirtschaft 2
Prüfung: Montag, 23.2.2026
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Flashcards
Warum braucht es Recht?
• Menschen leben zusammen und haben unterschiedliche Interessen. • Damit das Zusammenleben funktioniert, braucht es verbindliche Regeln, die für alle gelten. • Das Recht sorgt für Ordnung, Sicherheit und Gerechtigkeit.
Was ist Recht?
• Recht ist die Gesamtheit aller staatlich festgelegten Regeln, die das Verhalten der Menschen ordnen. • Diese Regeln sind verbindlich und können vom Staat durchgesetzt werden (z. B. durch Polizei, Gerichte).
Unterschied zu Sitte und Moral
• Sitte: gesellschaftliche Umgangsformen (z. B. Grüssen, Kleidung). • Moral: innere Werte und Gewissen (z. B. Ehrlichkeit, Fürsorge). • Recht: staatlich festgelegte, erzwingbare Regeln. • Sitte und Moral sind nicht erzwingbar, Recht hingegen schon.
was ist Rechtsordnung?
• Die Rechtsordnung umfasst alle geltenden Rechtsnormen eines Staates. • Sie legt fest, was erlaubt, verboten oder vorgeschrieben ist.
Warum braucht eine Gesellschaft Regeln?
• Menschen leben zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. • Damit das Zusammenleben funktioniert, braucht es Verhaltensregeln. • Diese Regeln sorgen für Ordnung, Sicherheit und Gerechtigkeit.
Demokratie vs. Diktatur
• Demokratie: Die Gesellschaft bestimmt die Regeln selbst (z. B. durch Wahlen, Abstimmungen). • Diktatur: Regeln werden von einer Person oder einer kleinen Gruppe mit uneingeschränkter Macht festgelegt.
Die drei Haupt-Rechtsquellen:
- geschriebenes Recht - Gewohnheitsrecht - Rechtslehre und Rechtslehre und Rechtsprechung
was ist geschriebenes Recht?
• Wichtigste Rechtsquelle. • Umfasst Verfassung, Gesetze und Verordnungen. • Regeln sind schriftlich festgehalten und vom Staat erlassen. • Gerichte müssen sich in erster Linie daran orientieren.
was ist Gewohnheitsrecht?
• Ungeschriebene Regeln, die durch lange Anwendung entstanden sind.
• Gilt nur, wenn:
○ es lange und einheitlich angewendet wurde
○ die Gesellschaft es als rechtlich verbindlich anerkennt
• Beispiel: Finderlohn von 10 %, obwohl das Gesetz keine genaue Höhe nennt.
was ist eine Gerichtspraxis?
• Wenn ein Gesetz Lücken hat oder unklar ist, müssen Gerichte entscheiden.
• Höhere Gerichte (z. B. Bundesgericht) schaffen durch ihre Urteile wegweisende Regeln.
• Untere Gerichte orientieren sich an diesen Entscheiden.
• Bundesgerichtsurteile sind endgültig und können nicht weiter angefochten werden.
zusammenspiel der Rechtsquellen:
• Zuerst gilt geschriebenes Recht.
• Wenn dieses unklar oder lückenhaft ist, wird Gewohnheitsrecht herangezogen.
• Wenn beides nicht hilft, entscheidet das Gericht nach:
○ Richterrecht
○ anerkannter Rechtslehre
○ allgemeinen Rechtsgrundsätzen
was ist die Verfassung?
Verfassung (höchste Stufe) • Die Bundesverfassung (BV) steht an oberster Stelle. • Sie legt die Grundordnung des Staates, die Grundrechte und die Kompetenzen von Bund und Kantonen fest. • Kantonsverfassungen müssen der Bundesverfassung entsprechen.
was sind Gesetze?
Gesetze (mittlere Stufe) • Gesetze konkretisieren die Verfassung. • Auf Bundesebene werden sie vom National- und Ständerat beschlossen. • Beispiele: ZGB, OR, StGB, SVG, ArG. • Gegen Bundesgesetze kann das fakultative Referendum ergriffen werden.
was sind Verordnungen?
• Verordnungen enthalten Detailregeln zur Umsetzung der Gesetze. • Sie werden von der Regierung (Bundesrat oder kantonale Regierungen) erlassen. • Sie dürfen nicht im Widerspruch zu Gesetzen oder Verfassung stehen.
wie ist das Verhältnis der Stufen zueinander?
Verhältnis der Stufen zueinander • Verfassung > Gesetz > Verordnung • Wenn zwei Regelungen sich widersprechen, gilt immer die höherstehende Norm. Beispiel: Eine Verordnung darf ein Gesetz nicht ändern.
was ist der Zweck der Rangordnung der Rechtserlasse?
Zweck der Rangordnung • Sie sorgt für Rechtssicherheit, Klarheit und Einheitlichkeit. • Sie verhindert, dass untergeordnete Behörden eigenmächtig Regeln schaffen, die übergeordnetes Recht verletzen.
Definition des öffentlichem Recht:
Das öffentliche Recht regelt die Beziehung zwischen Staat und Privatpersonen. Der Staat tritt dabei übergeordnet auf (Hoheitsgewalt).
Merkmale des öffentlichem Recht:
• Staat bestimmt, was erlaubt ist • Ungleiches Verhältnis: Staat oben, Bürger unten • Regeln sind zwingend (nicht verhandelbar)
typische Bereiche des öffentlichen Recht:
• Strafrecht (StGB) • Verwaltungsrecht (z. B. Baubewilligungen, Steuern) • Staatsrecht (Verfassung, Grundrechte) • Strassenverkehrsrecht (SVG) • Öffentliches Arbeitsrecht (ArG)
Beipiel des öffentlichen Rechts:
Eine Person fährt zu schnell → der Staat bestraft sie mit einer Busse.
Definition privates Recht:
Das private Recht regelt die Beziehungen zwischen Privatpersonen (gleichberechtigte Parteien).
merkmale vom privaten Recht:
• Beide Parteien sind gleichgestellt • Viele Regeln sind dispositiv (können vertraglich abgeändert werden) • Staat greift nur ein, wenn jemand klagt
typische Bereiche des privaten Rechts:
Typische Bereiche • Zivilgesetzbuch (ZGB) ○ Personenrecht ○ Familienrecht ○ Erbrecht ○ Sachenrecht • Obligationenrecht (OR) ○ Verträge ○ Haftpflicht ○ Kauf, Miete, Arbeitsvertrag (privatrechtlich)
beispiel des privaten Recht (Zivilrecht)
Zwei Personen schliessen einen Kaufvertrag über ein Fahrrad. Kommt es zum Streit, entscheidet ein Zivilgericht.
definition zwingendes Recht:
Zwingendes Recht sind Rechtsvorschriften, die nicht abgeändert werden dürfen. Sie gelten immer, egal was die Parteien vereinbaren.
merkmale des zwingenden Recht:
Merkmale • Schutzfunktion (z. B. Schutz der Schwächeren) • Kann nicht vertraglich aufgehoben oder verändert werden • Verstösse sind ungültig
beispiele des zwingenden Recht:
Beispiele • Kündigungsschutz im Mietrecht • Arbeitszeitvorschriften im Arbeitsgesetz (ArG) • Bestimmungen zum Persönlichkeitsschutz im ZGB • Strafrechtliche Regeln (StGB)
definition von dispositives (nicht zwingendes) Recht:
Dispositives Recht gilt nur dann, wenn die Parteien nichts anderes vereinbart haben. Es ist also eine Auffangregel.
merkmale des nicht zwingenden Recht:
Merkmale • Kann durch Vertrag abgeändert werden • Gilt nur als „Ersatzregel“ • Gibt den Parteien Gestaltungsfreiheit
Beispiele des nicht zwingenden Recht:
Beispiele • Zahlungsfristen im Kaufvertrag (OR) • Ort der Vertragserfüllung • Gewährleistungsfristen, sofern nicht anders vereinbart
was sind Rechtsgrundsätze?
Rechtsgrundsätze sind Rechtsnormen, die wegen ihrer allgemeinen Tragweite von grosser Bedeutung für die Rechtsordnung sind.
bedeutung von Rechtgleichheit (BV 8):
Rechtsgleichheit bedeutet:
• Vor dem Gesetz sind alle gleich.
• Mann und Frau sind gleichberechtigt.
• Niemand darf, aufgrund der Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der Reli
gion der sozialen Stellung, sexuellen Orientierung oder geistiger oder körperlicher Ein
schränkungen diskriminiert werden.
Reihenfolge der Rechtsquellen (ZGB 1, vgl. S. 194):
Bei einem Rechtsfall prüft das Gericht zuerst das geschriebene Recht.
Gibt es dort keine passende Regel, wendet es Gewohnheitsrecht an.
Fehlt auch dieses, muss das Gericht die Lücke selbst füllen und so entscheiden, wie es ein Gesetzgeber tun würde – gestützt auf bewährte Lehre und Rechtsprechung.
Rechtsgrundsatz: Treu und Glauben
Definition:
Alle sollen sich ehrlich, fair und vertrauenswürdig verhalten. Niemand darf Rechte missbrauchen oder andere täuschen.
Rechtsgrundsatz: Treu und Glauben
Bedeutung:
• Verträge müssen redlich erfüllt werden. • Man darf sich nicht auf Regeln berufen, wenn dies offensichtlich unfair wäre.
Rechtsgrundsatz: Treu und Glauben
Beispiel:
Jemand reklamiert erst nach Monaten über einen kleinen Mangel, obwohl er ihn sofort bemerkt hat → rechtsmissbräuchlich.
Rechtsgrundsatz: Beweislast
Definition
Wer etwas behauptet, muss es beweisen.
Rechtsgrundsatz: Beweislast
Bedeutung:
• Jede Partei muss ihre eigenen Behauptungen belegen. • Ohne Beweise kann ein Anspruch nicht durchgesetzt werden.
Rechtsgrundsatz: Beweislast
Beispiel:
Wenn du sagst, jemand schuldet dir 200 Franken, musst du beweisen, dass die Schuld existiert.