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Humoralmedizin P2

Humoralmedizin P2

Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über medizinische Themen, insbesondere zu Erkrankungen wie Endometriose, SIBO und Autoimmunerkrankungen. Sie behandeln Symptome, Diagnosen und Therapien, wobei Schwerpunkte auf Patientinnen mit spezifischen Beschwerden wie Polydipsie, Muskelschwäche und hormonellen Störungen liegen. Besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen in der klinischen Praxis anwenden möchten.
Flashcards
33
Students
1
Language
German
Category
Medical
Level
Other
Created / Updated
24.01.2026 / 01.02.2026

Flashcards

Welche Diagnostik führen Sie in der Praxis sofort durch und ab welchem Wert weisen Sie die Patientin als Notfall ein?

Kapillare Blutzuckermessung und Urinstix (Glukose + Ketone). oRed Flag: Bei BZ > 13.9 mmol/l (250 mg/dl) + Ketonurie + Symptomen (Erbrechen, Benommenheit, Kußmaul-Atmung) → Sofortige Hospitalisation (Gefahr des diabetischen Komas).

Nennen Sie zwei weitere Differenzialdiagnosen für Polydipsie (Vieltrinken) und grenzen Sie diese ab.

1.Diabetes insipidus: Mangel an ADH (Adiuretin). Urin ist hell/wässrig, keine Glukose im Urin. 2.Psychogene Polydipsie: Zwanghaftes Trinken ohne organische Ursache. Labor: Elektrolyte oft verdünnt (Hyponatriämie), Osmolarität niedrig. 3. Hyperkalzämie:

Nennen Sie zwei weitere Differenzialdiagnosen für Polydipsie (Vieltrinken) und grenzen Sie diese ab

1.Diabetes insipidus: Mangel an ADH (Adiuretin ist ein im Hypothalamus gebildetes Peptidhormon, das den Wasserhaushalt reguliert). Urin ist hell/wässrig, keine Glukose im Urin.

2. Psychogene Polydipsie: Zwanghaftes Trinken ohne organische Ursache. Labor: Elektrolyte oft verdünnt (Hyponatriämie), Osmolarität niedrig.

3.Hyperkalzämie: Z.B. bei Nebenschilddrüsenüberfunktion ("Stein-, Bein- und Magenpein").

Im CT wurde ein persistierender Thymus gefunden. Was bedeutet das physiologisch bei einer 33-Jährigen und an welche Autoimmunerkrankung müssen Sie denken, wenn die Patientin über Muskelschwäche klagt?

Normalerweise bildet sich der Thymus nach der Pubertät in Fettgewebe um (Involution). Eine Persistenz (Thymushyperplasie) oder ein Thymom ist eng assoziiert mit Myasthenia gravis.

Definieren Sie SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) schulmedizinisch exakt. Wo liegt das anatomische Problem?

Pathologische Vermehrung von Dickdarmbakterien (> 105 KBE/ml) im Dünndarm. Anatomisch oft verursacht durch eine Insuffizienz der Ileozökalklappe (Bauhin-Klappe) oder Motilitätsstörungen (Bakterien werden nicht "weggespült").

2. Frage (Red Flag): Welche Diagnostik führen Sie in der Praxis sofort durch bei verdacht auch Diabetes und ab welchem Wert weisen Sie die Patientin als Notfall ein?

  • Kapillare Blutzuckermessung und Urinstix (Glukose + Ketone).
  • Red Flag: Bei BZ > 13.9 mmol/l (250 mg/dl) + Ketonurie + Symptomen (Erbrechen, Benommenheit, Kußmaul-Atmung) 
  • Sofortige Hospitalisation (Gefahr des diabetischen Komas).

Im CT wurde ein persistierender Thymus gefunden. Was bedeutet das physiologisch bei einer 33-Jährigen und an welche Autoimmunerkrankung müssen Sie denken, wenn die Patientin über Muskelschwäche klagt?

Normalerweise bildet sich der Thymus nach der Pubertät in Fettgewebe um (Involution). Eine Persistenz (Thymushyperplasie) oder ein Thymom ist eng assoziiert mit Myasthenia gravis. seltene, chronische Autoimmunerkrankung, die zu belastungsabhängiger Muskelschwäche führt. Antikörper blockieren dabei die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln.

Symptome: Belastungsabhängige Muskelschwäche, Ptosis (hängende Augenlider), Schluckbeschwerden.

Definieren Sie SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) schulmedizinisch exakt. Wo liegt das anatomische Problem?

Pathologische Vermehrung von Dickdarmbakterien (> 105 KBE/ml) im Dünndarm.

Anatomisch oft verursacht durch eine Insuffizienz der Ileozökalklappe (Bauhin-Klappe) oder Motilitätsstörungen (Bakterien werden nicht "weggespült"). Es kann auch zu wenig Magensäure vorhanden sein.

Warum führt die Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI, "Magenschoner") langfristig zu SIBO?

Magensäure ist die erste Barriere gegen Bakterien ("Sterilisation" des Speisebreis).

PPI erhöhen den pH-Wert im Magen → Bakterien überleben die Magenpassage und besiedeln den Dünndarm.

Erklären Sie den Zusammenhang zwischen der Anorexia nervosa in der Anamnese und der aktuellen Obstipation/SIBO

Chronische Mangelernährung führt zur Atrophie der Darmwandmuskulatur und Schädigung des enterischen Nervensystems.

Folge: Slow Transit Constipation (extrem verlangsamte Passage). Wenn der Speisebrei zu lange im Dünndarm liegt, vermehren sich Bakterien (Stauungs-Prinzip).

Mit welchem diagnostischen Goldstandard wird eine SIBO in der Praxis nachgewiesen und was genau wird gemessen?

Laktulose/- oder Glukose-Atemtest.

Bakterien fermentieren den Zucker zu Wasserstoff (H2) oder Methan. Da menschliche Zellen kein H2 produzieren, beweist ein Anstieg in der Ausatemluft bakterielle Aktivität.

Ein früher Anstieg spricht für Dünndarmbesiedlung (bevor der Zucker den Dickdarm erreicht).

Glukose: Kann eine Fehlbesiedlung im hinteren (distalen) Dünndarm oft nicht erkennen.

 

Welche schulmedizinische Therapie ist bei SIBO Mittel der Wahl (First Line) und warum wirkt dieses spezielle Antibiotikum nur dort?

Rifaximin

Es ist ein nicht-resorbierbares Antibiotikum, d.h. es wirkt nur im Darmlumen und gelangt kaum ins Blut. Es hat daher weniger systemische Nebenwirkungen.

In der Stuhlanalyse war Calprotectin niedrig.

Was schliessen Sie damit sicher aus?

Calprotectin ist ein Entzündungsmarker der neutrophilen Granulozyten im Darm.

Ein normaler Wert schliesst eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Es schliesst aber kein Reizdarmsyndrom oder SIBO aus (diese sind oft nicht-entzündlich).

Die Patientin klagt über Oberbauchschmerzen (epigastrisch).

Nennen Sie 4 organische DDs.

  1. Gastritis / Ulcus ventriculi (Magen)
  2. Cholezystolithiasis (Gallensteine)
  3. Pankreatitis (Bauchspeicheldrüse)
  4. Myokardinfarkt (Hinterwandinfarkt - strahlt in Oberbauch aus!)

Wann sprechen wir von einem "Akuten Abdomen"?

Nennen Sie 3 Leitsymptome

  • Lebensbedrohlicher Zustand der Bauchhöhle.
    1. Abwehrspannung ("brettharter Bauch").
    2. Starke Schmerzen (Vernichtungsschmerz).
    3. Schlechter Allgemeinzustand (Schock, Tachykardie, Blässe).

Was ist Endometriose anatomisch und histologisch?

Das Vorkommen von gebärmutterschleimhaut-ähnlichem Gewebe (Endometrium) ausserhalb des Uterus (Cavum uteri).

Häufige Orte: Ovarien, Douglas-Raum, Darmwand, Blase.

Das Gewebe reagiert zyklisch auf Hormone (blutet, kann aber nicht abfliessen → Zysten/Verklebungen).

Nennen Sie die drei klassischen Leitsymptome der Endometriose

  1. Dysmenorrhoe (sekundäre, sehr starke Regelschmerzen).
  2. Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr).
  3. Sterilität (Unerfüllter Kinderwunsch). (Evtl. auch Dyschezie = Schmerzen beim Stuhlgang).

Wie kann Endometriose sicher diagnostiziert werden?

Reicht der Ultraschall?

Nein, Ultraschall reicht oft nicht (sieht nur Zysten).

Goldstandard ist die Laparoskopie(Bauchspiegelung) mit histologischer Sicherung (Probeentnahme).

Die Patientin hat plötzlich stärkste, einseitige Unterbauchschmerzen und Übelkeit.

An welche Komplikation einer Ovarialzyste (auch Endometriosezyste) müssen Sie denken?

Der Eierstock dreht sich um die eigene Achse, die Blutzufuhr wird abgeschnürt.

Notfall-OP nötig, sonst Nekrose des Eierstocks.

Welche schulmedizinischen Therapieoptionen gibt es bei Endometriose (Stufenkonzept)?

  1. Schmerztherapie (NSAR).
  2. Hormonelle Therapie (Gestagene/Pille im Langzyklus, um die Blutung zu unterdrücken).
  3. Operative Sanierung (Entfernung der Herde).
  4. GnRH-Analoga (künstliche Menopause).

Die Patientin nimmt NSAR (Schmerzmittel) während der Mens.

Welche typischen Nebenwirkungen haben NSAR (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) auf den Magen und die Nieren?

  • Magen: Hemmung der Prostaglandinsynthese → weniger Schutzschleim → Gastritis / Ulcus.
  • Niere: Verringerte Nierendurchblutung → Gefahr der Niereninsuffizienz (v.a. bei schlechter Trinkmenge).

Sie haben der Patientin Activomin (Huminsäuren) verordnet.

Welche Interaktion mit schulmedizinischen Medikamenten (z.B. Pille oder Thyroxin) müssen Sie beachten?

Huminsäuren binden unspezifisch Stoffe im Darm. Sie können die Resorption von Medikamenten verhindern. Einnahmeabstand von mind. 2 Stunden ist zwingend, sonst wirkt z.B. die Pille nicht

Wie wirken Antibiotika wie Polymyxin/Gentamicin (die sie 2016 bekam) auf das Mikrobiom?

Sie wirken bakterizid, unterscheiden aber oft nicht zwischen pathogenen und physiologischen Keimen. Folge: Massive Reduktion der Diversität, Gefahr der Überwucherung durch resistente Keime (z.B. Clostridioides difficile) oder Pilze nach der Therapie.

Die Patientin reagierte auf Ihre microcare-Mischung mit Migräne.

Welche Inhaltsstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln können Migräne triggern?

Hochdosiertes Niacin (Vitamin B3) kann einen "Flush" (Gefässerweiterung) auslösen → Kopfschmerz. Auch Konservierungsstoffe, Histaminliberatoren oder Jod (bei Schilddrüsenautonomie) können Trigger sein.

Interpretieren Sie einen CRP-Wert von 50 mg/l (Norm <5) im Vergleich zu Leukozyten.

Was sagt was aus?

  • CRP: Reagiert langsamer (Anstieg nach 6-12h), sensitiv für bakterielle Entzündungen oder Gewebszerfall.
  • Leukozytose: Reagiert sehr schnell (Stress, akute Infektion).
  • Kombination: Hohes CRP + Leukozytose spricht stark für einen bakteriellen Infekt. Virale Infekte machen oft nur geringe CRP-Erhöhung.

Die Patientin hat 17 kg abgenommen.

Nennen Sie die "B-Symptomatik" und worauf sie hinweist.

  1. Fieber (unklar, oft abends).
  2. Nachtschweiss (nasses Pyjama).
  3. Ungewollter Gewichtsverlust (>10% in 6 Monaten).
  4. Verdacht: Malignom (Krebs, z.B. Lymphom), Tuberkulose oder chronische Infektionen (HIV).

Die Patientin ist ständig müde.

Nennen Sie 4 Laborwerte (ausser Hb), die Sie bei "Müdigkeit" bestimmen lassen.

  1. Ferritin (Eisenspeicher, DD Eisenmangelanämie).
  2. TSH (Schilddrüsenunterfunktion).
  3. Vitamin B12 / Folsäure (perniziöse Anämie, v.a. bei Darmproblemen!).
  4. Glukose / HbA1c (Diabetes).

Die Patientin bekommt plötzlich Atemnot und Brustschmerz.

Sie nimmt die Pille und raucht (siehe Anamnese).

Woran denken Sie sofort?

Risikofaktoren: 

Rauchen + Hormone (Pille) = stark erhöhtes Thromboserisiko.

Thrombus aus Beinvene löst sich → Lunge.

Was ist eine Osteopenie/Osteoporose und warum ist Ihre Patientin (St.n. Anorexie + Wirbelfraktur) eine Risikopatientin?

Verminderung der Knochendichte.

Anorexie führt oft zu Östrogenmangel (Amenorrhoe) und Nährstoffmangel (Calcium/Vit D) in der Jugend (Zeit des "Peak Bone Mass").

Folge: Knochen sind brüchig. Die Fraktur des Brustwirbels (Th5) nach einem "Motorradunfall" muss kritisch hinterfragt werden: War das Trauma adäquat oder war der Knochen zu schwach?

Wann ist Kopfschmerz ein Notfall ("Red Flag")?

  1. "Donnerschlagkopfschmerz" (Subarachnoidalblutung).
  2. Kopfschmerz + Fieber + Nackensteifigkeit (Meningitis).
  3. Neurologische Ausfälle (Lähmung, Sprachstörung → Stroke).
  4. Erstmals auftretender heftigster Kopfschmerz > 50 J.

Die Patientin hat "fettige Haut" und Akne.

Welche hormonelle Störung (androgen) könnte dahinter stecken?

PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom).

Symptome: 

Akne

Hirsutismus (männliche Behaarung)

Zyklusstörungen

Zysten in Ovarien

Insulinresistenz. (Wichtig: DD zur Endometriose!).

Was ist der Unterschied zwischen einer Lebensmittelallergie (IgE) und einer Intoleranz (z.B. Laktose)?

Allergie (IgE):

Immunsystem reagiert auf Proteine. Sofortreaktion (Anaphylaxie möglich). Z.B. Erdnuss.

Intoleranz:

Enzymmangel (z.B. Laktase) oder Transporterdefekt (Fruktose).

Keine Immunreaktion. Dosisabhängige Beschwerden (Blähungen, Durchfall).

Wie erkennen Sie, ob die Anorexie der Patientin wirklich "geheilt" ist oder ob sie eine "Orthorexie" entwickelt hat?

Orthorexia nervosa ist der zwanghafte Wahn, sich "gesund" zu ernähren.

Anzeichen: Exzessive Beschäftigung mit Inhaltsstoffen, strikte Vermeidung ganzer Lebensmittelgruppen (Gluten, Zucker, FODMAP) nicht aus medizinischer Notwendigkeit, sondern aus Angst/Kontrollzwang. Soziale Isolation wegen Essensregeln. Dies ist bei Rositas Patientin (strenge Diäten, "Sündigen") kritisch zu hinterfragen.

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