3GM06- Chemotherapeutika
BZ-Pflege
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Flashcards
Nebenwirkungen: Organspezifisch
- Myelosuppression
Stomatitis/ Enterokolitis
Übelkeit, Erbreche
Kardiotoxizität
Pulmonale Toxizität
Hepatotoxizität
Nephrotoxizität
Neurotoxizität
Dermatologische NW: - Haarausfall u.v.m
Reproduktive Toxizität:- ♂: Azoospermie ‡ männliche Sterilität: - ♀: Fibrosierung der Ovarien‡ weibliche Sterilität - Mutagene und teratogene Wirkung auf Embryo/ Fötus
Gewebe mit schnellem Zellturnover:
Tumor (gewünschte Wirkung)
- Blutbildendes Knochenmark (!) (NW)
- Lymphatisches Gewebe (NW)
- Darmepithel (NW)
- Mundschleimhaut (NW)
- Samenepithel der Hoden (NW)
NW Zytostatikas (allgemein)
Zytostatika sind Proliferationsgifte‡Zytostatika schädigen JEDE Zelle, die sich im Proliferationszyklus (Zellteilung) befindet ‡ Tumorzellen werden geschädigt, ABER IMMER auch gesunde Zellen(!) ‡ Nebenwirkungen sind obligat(!)
- Zytostatika sind (leider) nicht spezifisch(!)
- Günstigster Fall einer zytostatischen Chemotherapie: Zytostatika mit hoher Spezifität einsetzen, damit möglichst mehr Tumorzellen als gesunde Zellen geschädigt werden!
Zytostatika verursachen also DNS-Schäden und sind somit selbst kanzerogen und teratogen(!)
Zytostatika als Proliferationsgifte schädigen ALLE sich teilende Zellen(!), besonders diejenigen mit schnellem Zellumsatz.
- Antimetabolite
og. Antimetabolite werden als ‚falsche‘ Bausteine in DNS eingebaut oder hemmen die Synthese essentieller DNS- Moleküle. Antimetaboliten wirken allerdings unspezifisch auf den Stoffwechsel aller Zellen, nicht nur auf Tumorzellen. Häufige Nebenwirkungen zeigen sich daher an anderen rasch wachsenden Geweben, zum Beispiel am blutbildenden Knochenmark oder den Schleimhäuten.
Mitosehemmstoffe
Wirken nur auf M-Phase des Proliferationszyklus. Blockieren den Spindelapparat der Zelle, so dass die Mitose in der Metaphase zum Stillstand kommt. Nebenwirkung: - Die meisten Mitosehemmer machen u.a. eine Polyneuropathie als häufige NW ‡ 1. klinisches Warnzeichen: Abnahme des Vibrationssinnes (Stimmgabeltest)
zytostatisch wirkende Antibiotika
- (Medikamente, die gegen Krankheitserreger gerichtet sind)
Alkylantien
Alkylantien entfalten eine zytotoxische Wirkung, indem sie Alkylgruppen in Amino-, Carboxyl-, Hydroxyl-, Phosphat- und Sulfhydrylgruppen der Ribonukleinsäuren der DNA einbauen. Dadurch wird die Zellteilung gehemmt. Die Schädigung der DNA trifft vor allem schnell wachsende Zellen wie Tumorzellen, leider aber auch andere rasch wachsende Zellen wie Schleimhautzellen, Haarwurzeln oder Knochenmarkszellen. Kanzerogene (krebserregend) und teratogene (embrioschädigend) Wirkung von Alkylantien NW: -Nephrotoxizität - Ototoxizität- Polyneuropathie
Wie werden Zytostatikas eingeteilt/ unterteilt?
1. Nach Herkunft:
- Pflanzliche Tumorhemmstoffe
- Synthethische Zytostatika
2. Nach Wirkung:
Alkylantien
zytostatisch wirkende Antibiotika
Mitosehemmstoffe
Antimetabolite
Andere
Was ist die Regionale Chemotherapie ?
Bsp: Intrathekale, intrapleurale, intraperitoneale Applikation von Zytostatika
- Selektive Perfusion von Organen mittels Katheter (Bsp: Leber)
Was ist der Vorteil der Extrakorporale Perfusionstherapie (Chemotherapie)?
Temporärer extrakorporaler Kreislauf (Bsp: Extremitätentumor) ‡ Zytostatika können in ultrahohen Dosen appliziert werden, OHNE systemische Toxizität
Remission (Definition)
bedeutet in der Medizin das temporäre oder dauerhafte Nachlassen von Krankheitssymptomen körperlicher bzw. psychischer Natur, jedoch ohne Erreichen der Genesung.
Phasen der Chemotherapie:
1. Induktionstherapie:
- Intensive Zytostatikatherapie
- Ziel: komplette Remission
2. Konsolidierungstherapie:
- Stabilisierung der Remission
3. Erhaltungstherapie:
- Verlängerung einer Remission
- a) Dauerchemotherapie
- b) intermittierende Therapiezyklen
3 mögliche Arten von Resistenzen gegenüber Zytostatika:
- Temporäre Resistenz: Ruhende G0-Zellen sind ‚resistent‘ gegenüber Zytostatika, da diese Proliferationsgifte sind.Treten G0-Zellen in den Zellproliferationszyklus ein, werden sie empfindlich gegenüber Zytostatika. Je grösser der Tumor, umso grösser die G0-Fraktion(!)
Primäre Resistenz: Resistente Zellklone, 1/100‘000 bis 1/1‘000‘000
Sekundäre Resistenz: Im Verlaufe der Zytostatikatherapie entstehend, whs Adaptation der Tumorzellen (Veränderung des Stoffwechsels, Repair- Mechanismen, MDR-1-Gen Überexpression)
Es gibt 5 Arten des Therapieerfolg
- Komplette Remission: Verschwinden aller Tumormanifestationen
- Partielle Remission: Rückbildung der Tumorherde um mind. 50%
- No-change: Abnahme der Tumorherde um weniger als 50%
- Progression: Neue Tumormanifestationen, oder Zunahme bestehender Tumormanifestationen
- Rezidiv: Erneute Tumormanifestation nach kompletter Remission
Definition Polychemotherapie
- Kombination verschiedener Zytostatika
- Meist der Monotherapie überlegen
- Weniger Resistenzen
Voraussetzung:
- Polychemotherapie muss der Monotherapie überlegen sein
- Effizientere Tumorvernichtung
- Nicht System-toxischer als Monotherapie
Was ist die Zelltodhypothese nach Skipper?
- Zytostatika wirken nach Kinetik 1. Ordnung: (zeitlichen Ablauf einer Reaktion)
- Es wird nicht eine absolute Zellzahl getötet, sondern immer ein konstanter Prozentsatz.
- Bsp: 1 Zytostatika vernichtet 90% der Gesamttumormasse von 1012 ‡ nach einmaliger Anwendung sind immer noch 1011 Tumorzellen vorhanden.
- ‡ Weitere
Chemotherapiezyklen oder
Polychemotherapie um
Tumorzellzahl weiter zu
reduzieren.
Wie entsteht ein Tumor?
MERKE:
- Ein Tumor kann aus einer einzigen entarteten Zelle entstehen(!)
Ein Tumor hat 4 funktionelle Zellkompartimente (Zytostatikas)
1. Proliferationspool:
- Wachstumsfraktion
- Aktiv sich teilende Zellen des Tumors im Zellzyklus (NICHT G0- Phase)
Zytostatika sind umso wirksamer, je kleiner der Tumor ist:
- Grosse Tumore: Chirurgische oder strahlentherapeutische Reduktion der Zellzahl um Wirksamkeit der Zytostatika zu erhöhen.
- Kleine Tumore: Wachstumsfraktion (Proliferationspool) ist relativ hoch‡gute Wirksamkeit der Zytostatika
2. Ruhepool:
- Zellen in G0, ruhende Zellen, KEINE Zellteilung
MERKE:
Zytostatika als Proliferationsgifte können Zellen in G0 NICHT eliminieren(!)
3. Nicht mehr teilungsfähige Tumorzellen
4. Tote Tumorzellen
Salvage Therapie (Zytostatikas)
Erneute intensive Therapie mit kurativer Zielsetzung bei Patienten mit Tumorrezidiven
Adjuvante Therapie (Zytostatika)
(ergänzende oder unterstützende Therapiemaßnahmen)
- Verhinderung von Rezidiven
- Verhinderung von Metastasen
Neoadjuvante Therapie (Zytostatika)
Präoperative Chemotherapie um Operabilität zu verbessern, bzw. um ein sog. Downstaging (TNM-Stadium!) zu erreichen, um Heilungschancen zu verbessern.
Palliative Therapie (Zytostatikas)
Verminderung des Tumorleidens, bzw. Verbesserung der
Lebensqualität, ohne Heilungschancen
Kurative Therapie (Zytostatikas)
Potentielle Heilung
Gewisse Maligne Lymphome, M. Hodgkin, ALL der Kinder, Hoden-CA, Chorion-CA, ...
Welche fünf Zielsetzungen hat man mit der Chemotherapie durch Zytostatikas?
1. Kurative Therapie:
2. Palliative Therapie:
3. Neoadjuvante Therapie:
4. Adjuvante Therapie:
5. Salvage Therapie:
Kontraindikation von Zytostatikas
Schwangerschaft und Stillzeit
Indikation Zytostatika
Zytostatika indiziert in der Tumortherapie, da Tumorzellen nicht der physiologischen Wachstumsregulation unterliegen und eine höhere Zellteilungsrate aufweisen als gesunde Körperzellen.
Definition Zytostatika
Zytostatika sind eine chemisch heterogene Gruppe zytotoxischer Substanzen, die das Zellwachstum, v.a die Zellteilung verhindern (Zellgifte).
MERKE:
‡ Zytostatika sind Proliferationsgifte(!): Sie wirken also nur auf die Zellen eines Tumors, die gerade aktiv im Zellzyklus sind, die also im Begriff sind, sich zu teilen(!)
Zytostatika stören den Zellteilungsapparat oder behindern die für die Zellvermehrung notwendige Verdoppelung des Erbmaterials oder andere Prozesse der Zellteilung auf unterschiedliche Art und Weise.
Was ist die Therapie mit Hormonantagonisten?
Medikamente welche die Andockstellen der Prostatazellen für Testosteron besetzen
Therapie des metastasierenden Prostata-CA: (Medikamente welche die Andockstellen der Prostatazellen für Testosteron besetzen- hat viele nebenwirkungen)
- Nichtsteroidale Antiandrogene (Flutamid)
- Steroidale Antiandrogene: (Cyproteronacetat -> hat zusätzliche gestagene Wirkung mit Senkung des Testorsteronspiegles). Anwendung von Cyproteronacetat auch bei Sexualverbrechern.
Therapie des metastasierenden Mamma-CA:
- Antiöstrogen (Tamoxifen)
- Aromatasehemmstoff
(Anastrozol, Letrozol)
- Östrogenrezeptorantagonist
(Fulvestrant)
Ovarektomie
chirurgische Entfernung der Eierstöcke
Orchiektomie
chirurgische Entfernung der Hoden
Was ist die Ablative Hormontherapie ?
Entzug von Hormonen
- - Bsp: Operative Kastration
- ♀: Ovarektomie bei metastasierendem Mamma-CA
- ♂: Orchiektomie bei metastasierendem Prostata-CA
2. - Bsp: medikamentöse Kastration: (Steuerhormon der Geschlechtshormone (GnRH) im Gehirn wird blockiert)
- Gabe von LH-RH-Agonisten oder LH-RH-Analoga (Buserelin, Goserelin, Triptorelin) bei metastasierendem Prostata- CA
Was ist die Additive Hormontherapien?
Zufuhr von Hormonen Bsp: Östrogengabe bei Prostata-CA
Welche drei Arten der Hormontherapie gibt es?
- Additive Hormontherapie
Ablative Hormontherapie
Therapie mit Hormonantagonisten
Nebenwirkungen der Hormontherapie:
Hormonzufuhr (Östrogen und Androgene): Wasserretention, Hyperkalzämie
- Hormonentzug: Endokrine Ausfallerscheinungen, Osteoporose
Voraussetzungen für eine Hormontherapie:
- Hormonabhängiges Wachstum eines Tumors‡v.a Mamma-CA, Prostata-CA, z. T Endometrium- CA
- Bestimmung der Hormonspiegel im Blut
- Bestimmung der Hormon- Rezeptoren im Tumorgewebe
- Einbindung der Hormontherapie in ein interdisziplinäres Gesamttherapiekonzept (‡ Oberstes Ziel jeder Tumortherapie!)
Onkologische Therapiemodalitäten: (Therapieplan)
1. Operation
- 2. Bestrahlung (Radiatio)
- 3. Hormontherapie
- 4. Chemotherapie
- a) regional
- b) systemisch
- 5. Immuntherapie
- 6. Gentherapie
- 7. Supportive Therapie
Voraussetzungen für eine onkologische Therapie
- Histologisch gesicherte Diagnose (‡ Biopsie) Stichwort: Grading 2.
- Staging:
- Stadieneinteilung eines Tumors
- Stichwort: TNM-Stadium