AISM

ISM

ISM


H. L.
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in das Informationssicherheits-Management (ISMS) und richten sich an Grundschüler. Sie decken Themen wie Risikoanalyse, Sicherheitsstandards (ISO 27001/27002), Schutzmaßnahmen und Bedrohungen ab. Die Karteikarten helfen dabei, grundlegende Konzepte der Informationssicherheit zu verstehen und anzuwenden, was für den Einstieg in dieses wichtige Thema essenziell ist.
Flashcards
141
Students
2
Language
German
Category
Biology
Created / Updated
02.01.2026 / 02.01.2026

Cartes-fiches

Einführung ISMS Motivation, Zweck

1) Sicherheit erhalten, dass Vermögenswerte und Informationen der Unternehmung («Assets») angemessen geschützt sind; 2) Rechtliche und regulatorische, aber auch Branchen- und
Marktanforderungen erfüllen

Einführung ISMS Vorgehen

Einen Prozess unterhalten, mit dem Informationssicherheitsrisiken identifiziert, bewertet, sowie Kontrollen bestimmt, eingeführt und kontinuierlich verbessert werden können
- Dies setzt voraus, dass der Schutzbedarf von Vermögenswerten
bestimmt, Schutzmassnahmen eingeführt und Kontrollen definiert werden
- Verschiedene Standards machen Vorgaben für den Aufbau eines ISMS

Übersicht über ISO-Standards (27000 - 27005)

ISO 27000 ISMS – Overview and vocabulary
ISO 27001: ISMS – Requirements
ISO 27002: Information security controls
ISO 27003: ISMS – Guidance
 ISO 27004: ISM – Monitoring, measurement, analysis and evaluation
ISO 27005: Information security risk management

Weitere Standards und Leitfäden

- IT-Grundschutz-Standards und IT-Grundschutz-Kompendium vom BSI
- Cybersecurity Framework (CSF) von NIST
- NIS-2-Richlinie zur Stärkung der Cybersicherheit in der EU
- DORA (Digital Operational Resilience Act) zur Stärkung der digitalen Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors
gegenüber IT-Risiken und Cyberangriffen
- COBIT (IT-Governance) und ITIL (IT-Service-Management);
- Informationssicherheitsgesetz (ISG) regelt die Sicherheit von Informationen und Informatikmitteln des
Bundes
IKT-Minimalstandards (BACS);
- Informationssicherheitshandbuch für die Praxis: sihb.ch

Nutzen von Standards: Vorteile

Kostensenkung, Einführung eines angemessenen Sicherheitniveaus, Wettbewerbsvorteile

Nutzen von Standards: Vorteile Kostensenkung

• Nutzung vorhandener und praxiserprobter Vorgehensmodelle
• Methodische Vereinheitlichung und Nachvollziehbarkeit
• Ressourceneinsparung durch Kontinuität und einheitliche Qualifikation
• Interoperabilität

Nutzen von Standards: Vorteile Einführung eines angemessenen Sicherheitsniveaus

• Orientierung am Stand der Technik und Wissenschaft
• Gewährleistung der Aktualität
• Verbesserung des Sicherheitsniveaus durch die Notwendigkeit der zyklischen Bewertung

Nutzen von Standards: Vorteile Wettbewerbsvorteile

• Zertifizierung des Unternehmens sowie von Produkten
• Nachweisfähigkeit bei öffentlichen und privatwirtschaftlichen Vergabeverfahren
• Verbesserung des Unternehmensimage
• Stärkung der Rechtssicherheit

ISO 27001ISMS – Requirements Definiert

- Definiert Einführung, Betrieb, Überwachung, Wartung und Verbesserung
eines dokumentierten Informationssicherheits-Managementsystems
- Definiert den Sicherheitsprozess nach dem Prozess-Ansatz «Plan – Do –
Check – Act» (PDCA)
- Dieses Vorgehensmodell wird ab ISO 27001:2013 nicht mehr explizit erwähnt, da es
auch andere Ansätze gibt, um einen Sicherheitsprozess zu modellieren
- Stellvertretend für solche Ansätze wird der PDCA-Ansatz in der Vorlesung aber
trotzdem vorgestellt
- Definiert in Anhang A Ziele und Massnahmen zur Verbesserung der
Informationssicherheit (die Ziele und Massnahmen sind aus ISO 27002
entlehnt)

Kan eine Firma kann sich nach ISO 27001 zertifizieren lassen?

Ja

Prozess ISMS nach ISO 27001:2005

• Plan – Informationssicherheits-Ziele festlegen, Risiken analysieren und ein ISMS konzipieren („Establish ISMS“).
• Do – Die geplanten Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und das ISMS im Betrieb anwenden („Implement and operate“).
• Check & Act – Wirksamkeit überwachen, bewerten und kontinuierlich verbessern („Monitor, review, maintain, improve“).

Prozess ISMS nach ISO 27001:2005

Plan-Do-Check-Act nach ISO 27001:2005

- Planen (Erstellung des ISMS)
Erstellung der jeweils für das Risikomanagement und zur Informationssicherheitsverbesserung
relevanten ISMS-Richtlinien, Zielsetzungen, Prozesse und Prozeduren zur Erzielung von Ergebnissen
gemäss den Gesamtrichtlinien und -zielsetzungen einer Organisation.
- Machen (Einführung und Durchführung des ISMS)
Einführung und Durchführung der ISMS-Richtlinien, -Kontrollen, -Prozessen und -Prozeduren.
- Prüfen (Überprüfung und Revision des ISMS)
Beurteilung und, wo massgebend, Messung des Prozesserfolgs gegenüber den ISMS-Richtlinien, -
Zielsetzungen und praktischen Erfahrungen, sowie Berichterstattung über die Ergebnisse an das
Management zwecks Revision.
- Handeln (Wartung und Verbesserung des ISMS)
Ergreifung korrigierender und vorbeugender Massnahmen, basierend auf den Ergebnissen des ISMS-
Audits und der Management-Revision oder anderen relevanten Informationen zur Erzielung einer
laufenden Verbesserung des ISMS.

PDCA-Zyklus abgebildet auf Kapitelstruktur vonISO 27001:2013

ISO 27002:2022Information security controls

- Standardwerk zum Thema Informationssicherheit
- Definiert 93 Kontrollen*) für den sicheren Umgang mit Informationen
- Zu jeder Kontrolle sind Umsetzungsanleitungen angegeben, allerdings
jeweils mit nur wenig Detailgrad
- Eine Zertifizierung nach ISO 27002 ist nicht möglich, da es keine harten
Forderungen gibt (nur «sollte»-Formulierungen)
- Der Standard eignet sich sehr gut zur Umsetzung eines sog. Grundschutzes
(Mindestanforderungen im Sicherheitsbereich)
*) auch Massnahmen oder Prüfpunkte genannt, engl. Controls

Kapitel in ISO 27002:2022

5 Organisatorische Maßnahmen
6 Personenbezogene Maßnahmen
7 Physische Maßnahmen
8 Technologische Maßnahmen

Kapitel Organisatorische Maßnahmen (SO/IEC 27002:2022, Kapitel 5)

5.1 Informationssicherheitspolitik und -richtlinien
5.2 Informationssicherheitsrollen und
-verantwortlichkeiten
5.3 Aufgabentrennung
5.37 Dokumentierte Betriebsabläufe

Regelt Führung, Organisation, Prozesse und Verantwortlichkeiten der Informationssicherheit

➡️ Fokus: Governance statt Technik

Kapitel 6 Personenbezogene Maßnahmen

6.1 Sicherheitsüberprüfung
6.2 Beschäftigungs- und Vertragsbedingungen
6.3 Informationssicherheitsbewusstsein,
-ausbildung und -schulung
6.8 Meldung von Informationssicherheitsereignissen

Kapitel 7 Physische Maßnahmen

7.1 Physische Sicherheitsperimeter
7.2 Physischer Zutritt
7.3 Sichern von Büros, Räumen und Einrichtungen
.. 7.14 Sichere Entsorgung oder Wiederverwendung
von Geräten und Betriebsmitteln

Kapitel 8 Technologische Maßnahmen

8.1 Endpunktgeräte des Benutzers
8.2 Privilegierte Zugangsrechte
8.3 Informationszugangsbeschränkung
... 8.34 Schutz der Informationssysteme während
Tests im Rahmen von Audits

Kapitelstruktur von ISO 27002:2022

Titel der Kontrolle, Attribute & Werte (z.B. Präventiv, Governance, Sicherheitseigenschaften), WAS ist zu tun? (Massnahme), WARUM ist es zu tun? (Zweck), WIE soll es getan werden? (Anleitung)

ISO 27002:2022 – Attribute & Werte

  •  Massnahmenart
    • Präventiv, Detektiv, Korrektiv
  • Informationssicherheitseigenschaften
    • Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit
  • Konzepte zur Cybersicherheit
    • Identifizieren, Schützen, Erkennen, Reagieren, Wiederherstellen (gem. NIST CSF)
  • Betriebsfähigkeit
    • Governance, Asset_Management, nformationsschutz etc.
  • Sicherheitsdomänen
    • Governance_und_Ökosystem, Schutz, Defence, Resilienz

ISO 27002:2022 – 11 neue Kontrollen

- 5.7 Informationen über die Bedrohungslage
- 5.23 Informationssicherheit für die Nutzung von Cloud-Diensten
- 5.30 IKT-Bereitschaft für Business-Continuity
- 7.4 Physische Sicherheitsüberwachung
- 8.9 Konfigurationsmanagement
- 8.10 Löschung von Informationen
- 8.11 Datenmaskierung
- 8.12 Verhinderung von Datenlecks
- 8.16 Überwachung von Aktivitäten
- 8.23 Webfilterung
- 8.28 Sichere Codierung

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik(BSI)

Unabhängige und neutrale Stelle für Fragen der Informationssicherheit in der Informationsgesellschaft
- Gründung 1991 per Gesetz als nationale Behörde für IT-Sicherheit (Standort Bonn)
- Jahresbudget: € 237.9 Mio. (2024)
- Mitarbeiter: 1’700 (2024)
- Kunden: Bundesverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bürger

BSI-Standards / IT-Grundschutz-Kompendium

IT-Grundschutz-Standards: Die BSI-Standards enthalten
Empfehlungen zu Methoden, Prozessen, Vorgehensweisen und Massnahmen zu
Informationssicherheit.
IT-Grundschutz-Kompendium: Das IT-Grundschutz-Kompendium ist die
modernisierte Fassung der IT-Grundschutz-Kataloge

BSI-Standards / IT-Grundschutz-Kompendium

BSI-Standards zur Informationssicherheit umfassen: BSI-Standard 200-1 (Managmenetssysteme für Informationssicherheit (ISMS), BSI-Standard 200-2 (IT-Grundschutz-Methodik), BSI-Standard 200-3 (Risikoanalyse au Basis von IT-Grundschutz), BSI-Standard 100-4 (Notfallmanagement)

BSI-Standards

- BSI-Standard 200-1:
Managementsysteme für Informationssicherheit (ISMS)
- BSI-Standard 200-2:
IT-Grundschutz-Methodik
- BSI-Standard 200-3:
Risikoanalyse auf der Basis von IT-Grundschutz
- BSI-Standard 200-4:
Business Continuity Management

BSI-Standards Prüfschema

ISO 27001-Zertifizierung auf der Basis von IT-Grundschutz

BSI-Standard 200-1:Managementsysteme für Informationssicherheit

- Zielgruppe: Management
- Definiert allgemeine Anforderungen an ein ISMS
- Kompatibel mit den entsprechenden Standards der ISO 2700x
Reihe
- Berücksichtigt insbesondere Empfehlungen aus ISO 27002
- Didaktisch sehr gut aufbereitet (leicht verständlich)
- Enthält diverse Hinweise zur Zusammenarbeit
Sicherheitsmanagement und Datenschutz

BSI-Standard 200-1

Managementsysteme für Informationssicherheit
- Zielgruppe: Management
- Definiert allgemeine Anforderungen an ein ISMS
- Kompatibel mit den entsprechenden Standards der ISO 2700x
Reihe
- Berücksichtigt insbesondere Empfehlungen aus ISO 27002
- Didaktisch sehr gut aufbereitet (leicht verständlich)
- Enthält diverse Hinweise zur Zusammenarbeit
Sicherheitsmanagement und Datenschutz

BSI-Standard 200-2:

IT-Grundschutz-Methodik
- Konkretisiert die Darstellung des ISMS nach BSI-Standard 200-1
- Beschreibt Aufbau und Betrieb eines ISMS in der Praxis
- Aufgaben des IT-Sicherheitsmanagements
- Aufbau von Organisationsstrukturen für die Informationssicherheit
- Gibt Anleitung
- Zur Erstellung eines Sicherheitskonzepts
- Zur Auswahl von angemessenen Sicherheitsmassnahmen
- Zum Aufrechterhalten und verbessern der Informationssicherheit

BSI-Standard 200-3:

Risikoanalyse auf der Basis von IT-Grundschutz
- Die Standard-Sicherheitsmassnahmen der IT-Grundschutz-
Kompendiums sind in der Regel ausreichend
- Es gibt allerdings auch Ausnahmen
- Objekte mit besonders hohen Sicherheitsanforderungen
- Objekte, welche im IT-Grundschutz-Kompendium nicht behandelt werden
- Objekte, welche in Einsatzszenarien betrieben werden, die im Rahmen
des IT-Grundschutzes nicht vorgesehen sind
- In diesen Fällen muss eine Risikoanalyse auf der Basis von IT-
Grundschutz durchgeführt werden

BSI-Standard 200-3: Grafik

BSI-Standard 200-4:

Business Continuity Management

- Anleitung zum Aufbau und Etablierung eines Business ContinuityManagement Systems (BCMS)

BSI-Standard 200-4 Grafik

 

  • Ziel von business continuity: Sicherstellung der Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsprozesse bei Notfällen, Krisen und Katastrophen

 

IT-Grundschutz-Kompendium

IT-Grundschutz-Kompendium
Kapitel 1: Vorspann
Kapitel 2: Schichtenmodell und Modellierung
Elementare Gefährdungen
Schichten
-Prozess-Bausteine
• ISMS – Sicherheitsmanagement
• ORP – Organisation & Personal
• CON – Konzepte & Vorgehensweise
• OPS – Betrieb
• DER – Detektion & Reaktion

-System-Bausteine
• IND – Industrielle IT
• APP – Anwendungen
• SYS – IT-Systeme
• NET – Netze & Kommunikation
• INF – Infrastruktur

Idee des IT-Grundschutzes

Abläufe und IT-Komponenten sind überall ähnlich
- Typische Gefährdungen, Schwachstellen und Risiken
- Typische Geschäftsprozesse und Anwendungen
- Typische IT-Komponenten
Darauf aufbauend kann ein Gerüst für das Sicherheitsmanagement erstellt werden
Zentrale Aspekte: Wiederverwendbarkeit, Anpassbarkeit, Erweiterbarkeit
Infrastrukturelle, organisatorische, personelle und technische Standard-
Sicherheitsmassnahmen helfen, ein Standard-Sicherheitsniveau aufzubauen, um
geschäftsrelevante Informationen zu schützen

Grundschutz Über-und unterschutz

Ein standardisiertes Sicherheits-Grundniveau für alle Systeme (Grundschutz), das je nach Schutzbedarf erhöht oder verringert wird (Über-/Unter-Schutz).

Schichtenmodell des IT-Grundschutzes

ISMS, Prozess-Bausteine, System-Bausteine und DER-Schicht (Detektion und Reaktion)

IT-Grundschutz: Schicht ISMS

Die Schicht ISMS (Sicherheitsmanagement) enthält als Grundlage für alle weiteren Aktivitäten im Sicherheitsprozess den Baustein Sicherheitsmanagement.

Étudier