B IV (Geretsried) - TEIL 1 2025 (Zugführer)
Fragenkatalog zur Prüfung TEIL 1 (Zugführer), ergänzt und überarbeitet mit den Themen 2025-03Keine Gewähr auf Vollständigkeit/Korrektheit
Fragenkatalog zur Prüfung TEIL 1 (Zugführer), ergänzt und überarbeitet mit den Themen 2025-03Keine Gewähr auf Vollständigkeit/Korrektheit
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Flashcards
291. Was müssen Sie bei der Anfahrt eines Gefahrgutunfalles beachten?
- Einsatzpläne
- Windrichtung
- Witterung
- Zeit
- Topographie
- SER
- Fahrzeugaufstellung / alarmierte Kräfte / Raumordnung
- Gefahrenbereich
- Messgeräte
- Informationsquellen (Nachschlagewerke, Datenbanken über ILS)
290. Was versteht man unter Amtshilfe?
- Amtshilfe ist die auf Ersuchen einer Behörde geleistete „ergänzende Hilfe“ durch eine andere Behörde und umfasst Hilfeleistungen rechtlicher und / oder tatsächlicher Art
289. Einsatzschwerpunkte im Bereich Planung?
- Einsatzschwerpunkt geplant aufgrund der Erkundungsphase
- Grundlage ist Gefahrenmatrix, aus welcher die größte Gefahr als Schwerpunkt abgeleitet wird
- Die Planung des Einsatzschwerpunktes richtet sich nach:
o Ressourcen
o Zeit
o Personal
o Effektivität
o Raumordnung
288. Führungssystem nach FwDV 100?
- Bestehend aus
o Führungsmittel
o Führungsvorgang
o Führungsorganisation
- Grundsätze des Führungssystems
o Aufgaben, Befugnisse und Mittel müssen abgestimmt sein
▪ Einsatztaktik zur Gefahrenbeseitigung
o Aufgabenbereiche überschaubar und klar abgegrenzt
▪ Abschnittsbildung zur Ausführung der Einsatztaktik
o Unterstellungs- und Weisungsbefugnisse klar abgegrenzt
▪ Führungsorganisation, Führungsebenen
o Zusammenarbeit mit nicht-unterstellten Kräften
o Führsorgepflicht und Erhalt der Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte muss gewährleistet sein
▪ Nachalarmierung, Versorgung, Ablöse
287. Welche Feuerwehrdienstvorschriften kennen Sie?
- FwDV 1 Grundtätigkeiten – Lösch- und Hilfeleistungseinsatz
- FwDV 2 Ausbilden in der freiwilligen Feuerwehr
- FwDV 3 Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz
- FwDV 7 Atemschutz
- FwDV 8 Tauchen
- FwDV 10 Tragbare Leitern
- FwDV 100 Führen und Leitung im Einsatz: Führungssystem
- FwDV 500 Einheiten im ABC-Einsatz
286. Welche zwei Arten von Einsatzplänen gibt es?
- Objektbezogener Einsatzplan
- Ereignisbezogener Einsatzplan
285. Welche Arten von Brandmelder gibt es?
- Ionisationsrauchmelder
- Optische Rauchmelder
- Wärmemelder
- Lineare Rauchmelder
- Flammenmelder
- Gasmelder
- Sondermelder
284. Welche FSD-Klassen gibt es?
- FSD-Klassen 1 bis 3
o In der Schutzstufe steigend
283. Welchen Wirkbereich haben Desinfektionsmittel?
A: Abtötung von Bakterien
B: Inaktivierung von Viren
C: Abtötung von Sporen des Milzbrandes
D: Abtötung von Sporen des Gasödems und Wundstarrkrampf
282. Welches Gesetz ist die Rechtsgrundlage bei einer Bio-gefährdung eine Person festzuhalten?
- Das Infektionsschutzgesetz IfSG
281. Welche Sicherheitsmaßnahmen sind innerhalb einer SER bei Bio-Gefährdungen einzuhalten?
- Nicht Anfassen
- Abstand halten
- Abschirmung nutzen
- Besondere Hygiene einhalten
280. Vorgehensweise bei Meldebild „Gasgeruch“ im Gebäude?
- Nicht in den Ex-Bereich einfahren
- Gefahrenbereich festlegen und sichern
- Gasversorger verständigen
- Gaszuleitung soweit möglich absperren
- Keine elektrischen Verbraucher (Klingeln, Türöffner, etc.) betätigen
- Vorgehen nur mit Ex-geschützten Geräten
- Haus ggfs. vorsorglich Räumen lassen!
- Elektrostatische Aufladung vermeiden
- Nicht Rauchen
- Rückmeldung an Leitstelle
- Löschwasserversorgung aufbauen (Pulver)
- Stromversorgung außerhalb des Gefahrenbereichs unterbrechen
- Fenster und Türen öffnen
- Bei Niederdruckleitungen: Gasaustritt -soweit möglich- provisorisch unterbinden Gasansammlungen in Räumen, Schächten, Kellern etc. beachten
- Gebäude erst freigeben, wenn keine Gaskonzentration nachzuweisen ist
279. Gefahren der Einsatzstelle?
- Gefahren der Einsatzstelle können auftreten für:
o Menschen / Tiere / Umwelt / Sachwerte
o Einsatzkräfte / Geräte
- Aufgaben von taktischen Einheitsführern besteht darin:
o Gefahren erkennen, richtig beurteilen und zielführende Maßnahmen einleiten
o Die richtigen Mittel zur richtigen Zeit am richtigen Ort
o Gefährdung der Einsatzkräfte zu minimieren
o UVV (soweit möglich) einhalten
o Verhältnismäßige, zielführende Maßnahmen treffen
- Eine Gefahr besteht nur dann, wenn ein Ereignis über eine Gefahrenwirkung auf ein gefährdetes Objekt wirkt
278. Aus welchen Punkten besteht die Gefahrenmatrix?
- Ausbreitung
- Angstreaktionen
- Atemgifte
- Atomare Gefahren Chemische Gefahren Explosion
- Elektrizität
- Einsturz
- Erkrankung
277. Aus welchen Bereichen besteht der vorbeugende Brandschutz?
- Baulicher Brandschutz
o Rettungswege, Trennwände, Brandwände, Decken, etc.
- Anlagentechnischer (systemtechnischer) Brandschutz
o Brandmeldeanlagen, Feuerlöschanlagen, etc.
- Organisatorischer Brandschutz
o Brandschutzordnung, Brandschutzbeauftrage, etc.
276. Was sind die Schutzziele des vorbeugenden Brandschutzes? Nennen Sie je zwei Beispiele!
- Entstehung eines Brandes vorbeugen
o Bauteile in bestimmter Ausführung/Dimensionierung (z.B. F90)
o Blitzschutzanlagen / konforme elektrische Installation
- Ausbreitung von Rauch und Feuer vorbeugen
o Abschottungsprinzip
o Brandschutzklappen / -türen / - wände
- Menschen- und Tierrettung ermöglichen
o Sicherheitstreppenräume
o Notwendige Flure / Treppenräume
o Anleiterstellen
- Wirksame Löscharbeiten ermöglichen
o Wandhydranten/ Steigleitungen
o BMA
o Löschanlagen
275. Was sind die Schutzziele einer BMA? (DIN 14675)
- Entdeckung des Brandes in der Entstehungsphase
- Lokalisierung des Brandortes
- Räumung des betroffenen Bereichs durch schnelle Alarmierung der betroffenen Menschen mit Signal- und Warneinrichtungen
- Automatische Auslösung von Brandschutzeinrichtungen
- Frühzeitige Alarmierung der Rettungskräfte
270. Welche Gefahrstoffklassen gibt es?
1 Explosionsgefährliche Stoffe
2 Gasförmige Stoffe
3 Entzündbare flüssige Stoffe
4.1 Brennbare feste Stoffe
4.2 Selbstentzündliche Stoffe
4.3 Stoffe die bei Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln 5.1 Entzündend wirkende Stoffe
5.2 Organische Peroxide
6.1 Giftige Stoffe
6.2 Ansteckungsgefährliche Stoffe
7 Atomare Stoffe
8 Ätzende Stoffe
9 Verschiedene gefährliche Stoffe
269. Welche Bauteilarten gibt es?
- Tragende Bauteile
- Nicht-Tragende Bauteile
- Aussteifende Bauteile
- Raumabschließende Bauteile
- Sonderbauteile
- Dekotrationsbauteile
267. Formulieren Sie eine Anordnung mit Sorfortvollzug!
- Ich ordne an, dass sie dieses Tor sofort aufsperren und die auf dem Hof gelagerten Kanthölzer der Feuerwehr überlassen. Das ist eine Notstandsmaßnahme, die für sofort vollziehbar erklärt wird!
266. Wenn ein Feuerwehreinsatzleiter nach Art. 23 oder Art. 24 BayFwG handelt muss er was anordnen?
- Er muss einen Verwaltungsakt aussprechen
- Wichtig: „Aufgrund einer Notstandsmaßnahme mit sofortigem Vollzug!“
- Hierdurch entfällt das Anhörungsrecht des Betroffenen
Wie und wann soll eine Einsatz- und Übungsnachbesprechung ablaufen bzw. abgehalten werden? Warum wird sie gemacht?
- Wenn möglich: unmittelbar nach Einsatz oder Übung
- Alle Mitarbeiter die beteiligt waren (NUR Beteiligte!!)
- Feedbacknehmer sollte
o Feedback erbitten
o Lernbereit zuhören (keine Rechtfertigungen)
o Aktiv zuhören (Verständnisfragen erlaubt)
o Bei Feedbackgeber bedanken
- Feedbackgeber sollte
o Nur Feedback geben wenn erwünscht
o Nur eigene Wahrnehmungen
o Keine Spekulationen
o Ich-Perspektive
o Konkret bleiben, nicht verallgemeinern
o Auch Positives rückmelden
o Feedbacknehmer direkt ansprechen
- Warum Einsatznachbesprechung:
o Unklarheiten aufdecken
o Legenden und Gerüchten vorbeugen
o Konflikte vermeiden
o Positives Feedback
o Andere Blickwinkel
Welche Möglichkeiten der Hilfe gibt es bei Belastungsstörungen?
- Führungskraft als offener Gesprächs- und Ansprechpartner
- Zwischen Betroffenen und entsprechenden Angeboten/Fachleuten vermitteln
- SKB-Team (BF München)
- Krisenintervention
- Prävention.
o Aktive Bewältigungs- und Belastungsthematisierung schon im Vorfeld
o Einsatznachbesprechungen
o Entlastung von betroffenen Mitarbeitern
Nennen Sie Merkmale einer Anpassungsstörung!
- Durch Stressoren möglich, unterhalb der Akutebene
- Subjektives Leiden und emotionale Beeinträchtigung mit
- Einschränkung der sozialen Funktionen und Leistungen, auf
- Lebensveränderungen oder Lebensereignisse
- Einzelne oder mehrere Belastungsfaktoren
- Wiederkehrend oder kontinuierlich auftretend
- Beginn meist innerhalb eines Monats bis 3 Monate nach Ereignis
- Dauer nicht länger als 6 Monate
- Keine spezifischen Symptome (Depressionen, Angstzustände, Störung des Sozialverhaltens)
Nenne Sie Merkmale einer akuten Belastungsstörung!
- Vorrübergehende Störung auf außergewöhnliche physische oder
- psychische Belastung
- Symptombeginn im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach Ereignis
- Abklingen innerhalb von Stunden bis Tage
- Symptomatik gemischt und wechselnd
- „Betäubung“
- Bewusstseinseinengung
- Eingeschränkte Aufmerksamkeit
- Unfähigkeit Reize zu verarbeiten
- Desorientiertheit
Nennen Sie Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)!
- Erleben eines Traumas
- Unwillkürliche und belastende Erinnerung an Trauma im wachen und schlafenden Zustand, wiederkehrende/eindringliche Erinnerungen, Bilder, Gedanken, Wahrnehmungen, Flashbacks, Träume
- Intensive emotionale körperliche Reaktion
- Vermeidungsverhalten und allgemeiner emotionaler Taubheitszustand Reduziertes Interesse an Aktivitäten wie vor Ereignis
- Anhaltende physiologische Übererregung
- Erhöhte Reizbarkeit und Vigilanz (Wachheit)
- Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsprobleme
- Beginn: wenige Wochen nach Ereignis
- Symptome dauern länger als 1 Monat an
- ALLE Symptome müssen gemeinsam vorliegen!
Welche Probleme können nach einem belastenden Ereignis/Einsatz auftreten? Erkläre kurz!
unmittelbare Stressreaktion
- direkt nach dem Ereignis
- körperliche Reaktionen wie Zittern, Übelkeit etc.
- Angst, Furcht, Hoffnungslosigkeit
aktue Belastungsstörung
- kurz nach einem Ereignis, nicht länger als einen Monat
- u.A. Reizbarkeit, wiederkehrende belastende Erinnerungen und Träume, keine positiven Gefühle möglich
Anpassungsströung
- bis zu 6 Monate nach Ereignis
- u.A. nicht angemessenes Handeln, Rückzug aus sozialen Kontaken
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
- beginnt wenn Symptome nach einem Monat nicht abklingen, durchschnittliche Dauer 36 Monate (Langzeitproblematik!)
- u.A. Vermeidungsverhalten, schlechte Gemütslage (Symptome können stark variieren!)
259. Wie sollte ein Mitarbeitergespräch durchgeführt werden?
- Darstellung der Gesprächsziele
- Rückblick, beidseitige kritische Analyse
- Formulierung von Entwicklungspotential (vor allem von Arbeitgeberseite aus)
- Bewerbung um neue Aufgabenstellungen/Ziele
- Vereinbarung notwendiger Zwischenschritte
- Beidseitige Zusammenfassung bisheriger Ergebnisse
- Nächste Schritte
- Wichtig:
o Ruhige Atmosphäre
o Kein Zeitdruck
o Zeitfenster im Vorfeld bekannt
o Gegenseitige Wertschätzung
258. Wie oft sollte ein Mitarbeitergespräch stattfinden? Welche Inhalte sind sinnvoll?
- Mitarbeitergespräch sollte 1 x jährlich stattfinden, mit eventuel zusätzlichen Review-Terminen
- Oder bei Bedarf
Inhalte:
o Zielvereinbarungen
o Leistungsbeurteilungen
o Weiterbildungen
o Persönliche Rückmeldungen
o Entwicklungsmöglichkeiten
o Offene Fragen
254. Nennen Sie die Merkmale eines notwendigen Flures!
- Keine Brandlasten
- Trennwände zu anderen Nutzungseinheiten in F30
- Verglasung F30
- Rauchabschnitte max. 30 m mit RS-Türen
- Türen zu Nutzungseinheiten dichtschließend
- Stichflure bei Sicherheitstreppenräumen max. 15 m
253. Erläutern Sie den Begriff „Sicherheitstreppenraum“!
- Darstellung des ersten und zweiten Rettungsweges (Hochhaus)
- Zugang über Schleuse oder das Freie
- Überdruckbelüftung bei innenliegenden Sicherheitstreppenräumen
- Sicherheitsbeleuchtung
- In der Bauart einer Brandwand (F90)
252. Was sagt der Art. 54 Abs.3 BayBO aus und welche Bedeutung hat dieser für den vorbeugenden Brandschutz?
- Im Einzelfall können weitergehende Anforderungen zur Abwehr erheblicher Gefahren und im Sonderbau auch zur Abwehr von Nachteilen erlassen werden
- „Jokerartikel“ in der BayBO nachdem der VBG Anforderungen durchsetzen kann, die in den eigentlichen Artikeln nicht ausdrücklich beschrieben sind
251. Kann im Rahmen eines Brandes die Aufgabe eines Raumes, einer Nutzungseinheit, eines Brandabschnittes oder des Gebäudes als „wirksame Löscharbeiten“ bezeichnet werden?
Ja!
Wenn aufgrund der Brandentwicklung besagte Bereiche aufgegeben werden müssen und die benachbarten Räume, Nutzungseinheiten, Brandabschnitte, Brandbekämpfungsabschnitte, Gebäude durch die Feuerwehr geschützt werden konnten
250. Was ist der Unterschied zwischen Räumung und Evakuierung?
Räumung
o Personen müssen ihren augenblicklichen Aufenthaltsort für die Dauer einer bestimmten Tätigkeit z.B. des Löscheinsatzes der Feuerwehr verlassen und können zu späterem Zeitpunkt wieder an diesen zurückkehren
o Ungeplantes Verlassen eines Bereiches
Evakuierung
o Personen werden längerfristig, anderweitig untergebracht, versorgt und betreut, da vorliegende Situation dies erfordert
o „geplanter“ Vorgang z.B. Feuerwehreinsatz bei Bombenfund
249. Wer ist im Brandfall in Sonderbauten für die rechtzeitige Räumung (Evakuierung) zuständig?
- Der Betreiber ist für den ordnungsgemäßen Ablauf der Räumungs- und Evakuierungsmaßnahmen verantwortlich
248. Welche Faktoren sind für eine Räumung (Evakuierung) vieler Menschen aus großen Gebäuden wichtig?
- Zeit
- Vermeidung von Staus
- Anordnung (Lage und Anzahl) und Breite der Ausgänge
247. Was ist mit der baurechtlichen Forderung „in bestimmte Räume darf kein Rauch eindringen“ gemeint?
- Hier sind Maßnahmen zur Rauchfreihaltung gemeint
- Rauchableitung wird nicht verlangt