NIN 5.3
Einrichtungen zum Trennen, Schalten, Steuern und Überwachen
Einrichtungen zum Trennen, Schalten, Steuern und Überwachen
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Lernkarten
Wie muss der IP-Schutz eines DBO im Minimum sein?
Die Schutzart eines DBO zur Innenraumaufstellung muss, wenn er nach den Angaben des
Herstellers des DBO aufgestellt ist, wenigstens IP 2XC sein. 5.3.9.1 (B+E)
(NIN 5.3.9.8.2.2)
Für welchen Verschmutzungsgrad müssen DBO erstellt werden?
Für DBO ist mindestens ein Verschmutzungsgrad 2 vorzusehen.
Verschmutzungsgrad 2:
Nur nicht leitende Verschmutzung. Es muss jedoch gelegentlich mit einer zeitweiligen Leitfähigkeit
durch Betauung gerechnet werden.
(NIN 5.3.9.7.1.3)
Gibt es besondere Bestimmungen wenn Kondensatoren geschaltet werden müssen?
Schalter für Kondensatoren müssen mindestens für den 1,5-fachen Bemessungsstrom bemessen
sein, es sei denn, es handelt sich um Schalter, die sich besonders für das Schalten von
Kondensatoren eignen.
(NIN 5.3.7.5.5)
Dürfen Steckvorrichtungen zum betriebsmässigen Schalten verwendet werden?
Steckvorrichtungen dürfen nur dann zum betriebsmässigen Schalten von Verbrauchsmitteln
vorgesehen und benützt werden, wenn sie den Bestimmungen von NIN 4.6.5.1.4 entsprechen und
zudem leicht zugänglich sind.
(NIN 5.3.7.5.6)
Wie müssen Not-Schalter gekennzeichnet sein?
Die Betätigungseinrichtungen (Druckknopf, Handgriff usw.) von Not-Ausschalt-Geräten müssen
eine rote Farbe mit gelbem Hintergrund haben.
(NIN 5.3.7.4.4)
Darf ein RCD des Types B nach einem RCD Typ A eingesetzt werden?
Den Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) des Typs B dürfen Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen
(RCDs) des Typs A nicht vorgeschaltet werden. (B+E)
(NIN 5.3.1.3.1)
Wie kann verhindert werden das Laien bei Schaltgeräte mit einstellbaren Überstrom-Auslösern den
eingestellten Wert verändern?
Schaltgeräte mit einstellbaren Überstrom-Auslösern, z. B. Leistungsschalter, Motorstarter, die von
Laien (BA1) benutzt werden können, müssen so ausgewählt und angeordnet werden, dass die
Einstellwerte der Überstrom-Schutzeinrichtungen nur mit Hilfe eines Schlüssels oder Werkzeugs
geändert werden können.
(NIN 5.3.3.4)
Wie muss eine SGK gekennzeichnet sein?
Folgende Angaben zu Schaltgerätekombinationen müssen auf Bezeichnungsschildern angegeben
werden:
a) Name des Herstellers der Schaltgerätekombination oder Warenzeichen
b) Typenbezeichnung oder Kennnummer oder ein anderes Kennzeichen, aufgrund derer die
notwendigen Informationen vom Hersteller der Schaltgerätekombination angefordert werden
können
c) Kennzeichnung zur Feststellung des Herstellungsdatums
d) Angabe der Produkte-Norm (4 EN 61439-3)
e) Bemessungsstrom des DBO mit dem Symbol I nA, z. B. I nA 250 A
f) Schutzgrad, sofern höher als IP 2XC.
(NIN 5.3.9.6.1)
Wie sind Wartungsschalter zu kennzeichnen?
Einrichtungen zum Schalten für Wartungsarbeiten müssen ihrer Funktion entsprechend angeordnet
und gekennzeichnet sein; ausserdem müssen sie in der Nähe des Eingrifforts angeordnet werden.
(NIN 5.3.7.4)
Dürfen Neutralleitertrenner oder PEN-Leitertrenner mittels Trennschalter ausgeführt werden?
Nein. Trennstellen im Neutral- bzw. im PEN-Leiter müssen so ausgeführt sein, dass sie nur mit
einem Werkzeug betätigt werden können.
(NIN 5.3.7.2.10)
Muss ein SPD eine Statusanzeige aufweisen?
Es muss eine Einrichtung vorgesehen werden, die anzeigt, dass die ÜberspannungsSchutzeinrichtung (SPD) nach dem Ansprechen keinen Schutz mehr bietet bei Überspannungen
− entweder durch eine Anzeigeeinrichtung an der Überspannungs-Schutzeinrichtung (SPD) selbst,
− oder durch eine gesonderte Schutzeinrichtung für die Überspannungs-Schutzeinrichtung (SPD),
wie sie in 2 5.3.4.2.4 beschrieben ist.
(NIN 5.3.4.2.8)
Was für Schaltgerätekombinationen werden in den NIN 2020 beschrieben?
− DBO sind für eine Bedienung durch Laien vorgesehen (z. B. Schalthandlungen und Auswechseln
von Schmelzeinsätzen)
− die Abgangsstromkreise enthalten Kurzschluss-Schutzeinrichtungen, die für die Bedienung
durch Laien vorgesehen sind
− die Bemessungsspannung gegen Erde beträgt höchstens 300 V AC
− der Bemessungsstrom (Inc) der Abgangsstromkreise beträgt höchstens 125 A und
− der Bemessungsstrom (InA) des DBO beträgt höchstens 250 A
− sie sind für die Verteilung der elektrischen Energie vorgesehen
− geschlossen, ortsfest
− Installationsverteiler müssen mindestens der Überspannungskategorie III entsprechen
− für Innenraum- oder Freiluftaufstellung.
DBO dürfen auch Steuer- und/oder Meldegeräte in Verbindung mit der Verteilung der elektrischen
Energie enthalten. (B+E)
(NIN 5.3.9.1)
Welche Sicherungssysteme mit Schmelzeinsätzen dürfen von Laien bedient werden?
Sicherungssysteme mit Schmelzeinsätzen, die auch für das Auswechseln durch Laien bestimmt sind,
müssen der 4 EN 60269 entsprechen. Diese Sicherungssysteme dürfen nur in Verbindung mit
Passeinsätzen (Passring oder Passschraube) verwendet werden, die verhindern, dass
Sicherungseinsätze mit unzulässig hohen Bemessungsströmen eingesetzt werden.
(NIN 5.3.3.3)
Was müssen Schaltkontakte mehrpoliger Einrichtungen im Allgemeinen erfüllen?
Die Schaltkontakte mehrpoliger Einrichtungen, die sowohl zum Schalten und Trennen dienen,
müssen mechanisch so gekoppelt sein, dass sie praktisch gleichzeitig schliessen und gleichzeitig
öffnen. Kontakte von mehrpoligen Schalteinrichtungen, die für den Anschluss des Neutralleiters
gekennzeichnet sind, müssen mit den zugehörigen Kontakten gleichzeitig öffnen und schliessen.
Die Kontakte für den Neutralleiter dürfen auch vor den anderen Kontakten schliessen und nach den
anderen Kontakten öffnen.
(NIN 5.3.0.2)
Darf der Überlastschutz eines RCDs im Zuge der Leitung und ausserhalb einer
Schaltgerätekombination verbaut werden?
Wenn der Schutz gegen Kurzschlussstrom und Überlaststrom durch die nachgeschalteten
Überstrom-Schutzeinrichtungen sichergestellt ist. In diesem Fall müssen:
− die nachgeschalteten Überstrom-Schutzeinrichtungen in der gleichen Schaltgerätekombination
eingebaut sein wie die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD), oder bei Montage ausserhalb
einer Schaltgerätekombination darf die Verbindung zwischen Fehlerstrom-Schutzeinrichtung
(RCD) und Überstrom-Schutzeinrichtung nicht länger als 3 m sein und
− der Bemessungsstrom der grössten der nachgeschalteten Überstrom-Schutzeinrichtungen darf
nicht grösser sein als der Bemessungsstrom der vorgeschalteten Fehlerstrom-Schutzeinrichtung
(RCD) und
− die Summe der Bemessungsströme der nachgeschalteten Überstrom-Schutzeinrichtungen,
multipliziert mit dem zutreffenden Gleichzeitigkeitsfaktor der NIN Tabelle 5.3.5.2.3.1 darf nicht
grösser sein als der Bemessungsstrom der vorgeschalteten Fehlerstrom-Schutzeinrichtung
(RCD).
(NIN 5.3.6.2.3.2)
Ist die Prüftaste bei RCD gemäss NIN zu betätigen?
Nach der Errichtung der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) entsprechend den
Herstellervorgaben muss die Prüfeinrichtung leicht zugänglich sein und die Herstellerempfehlung
an den Betreiber, die Prüfeinrichtung regelmässig zu bedienen, muss gut sichtbar sein.
Um die Funktionsfähigkeit von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen über lange Zeit zu erhalten, sind
diese regelmässig gemäss Angaben der Hersteller durch Betätigen der Prüftaste zu testen.
Wo solche Angaben fehlen wird empfohlen, die Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen mindestens
einmal pro Jahr zu testen.
(NIN 5.3.1.3.4)
Wo sind Wartungsschalter bei Hebe – und Förderanlagen einzubauen?
Bei Hebe- und Förderanlagen muss der Schalter für Wartungsarbeiten im ortsfesten Teil der
elektrischen Anlage angeordnet werden.
(NIN 5.3.7.3.6)
Welche Länge dürfen die Anschlussleitungen von SPD nicht überschreiten?
Mit zunehmender Länge der Anschlussleitungen für die Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs)
reduziert sich die Wirksamkeit des Schutzes bei Überspannung. Um einen optimalen Schutz bei
Überspannung zu erreichen, müssen die Anschlussleitungen zu den ÜberspannungsSchutzeinrichtungen (SPDs) so kurz wie möglich sein. Leiterschleifen sollen vermieden werden (2
Fig. 5.3.4.2.9.1). Die gesamte Anschlusslänge a + c soll 0,5 m nicht überschreiten. Alternativ kann
das Anschlussschema nach 2 Fig. 5.3.4.2.9.2 angewandt werden, vorausgesetzt, dass die
Anschlusslänge c vorzugsweise 0,5 m nicht überschreitet.
(NIN 5.3.4.2.9)
Dürfen Halbleiterelemente zum Trennen verwendet werden?
Halbleiter dürfen nicht als Einrichtungen zum Trennen eingesetzt werden.
(NIN 5.3.7.2.3)
Müssen RCDs gegen Überlast geschützt werden?
Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) ohne integrierten Schutz bei Überstrom müssen
entsprechende Überstrom-Schutzeinrichtungen zugeordnet werden. Der Bemessungsstrom und die
Art der Überstrom-Schutzeinrichtung müssen nach den Angaben des Herstellers der FehlerstromSchutzeinrichtung (RCD) ausgewählt werden.
(NIN 5.3.6.2.3)
Wann ist der Back-UP-Schutz eingehalten?
Wenn der unbeeinflusste Kurzschlussstrom am Einbauort der nachgeschalteten ÜberstromSchutzeinrichtung deren Bemessungsschaltvermögen übersteigt, muss eine geeignete
Schutzeinrichtung als Back-up Schutz zugeordnet sein. Dies wird erreicht, wenn bei allen
Überströmen bis zum Kurzschlussausschaltvermögen der Kombination die nachgeschaltete
Überstrom-Schutzeinrichtung die Anforderungen an das Kurzschlussschaltverhalten erfüllt sind und
der Übernahmestrom IB nicht grösser ist, als das Bemessungsschaltvermögen der
Schutzeinrichtung, für die der Back-up Schutz erforderlich ist.
Anmerkung:
Der Übernahmestrom IB ist der Strom im Schnittpunkt der jeweils oberen Ausschalt-StromKennlinien von zwei Überstrom-Schutzeinrichtungen in Reihe.
Wenn für die Kombination ein höheres Schaltvermögen angegeben wird als das der
Schutzeinrichtung für den Back-up Schutz, muss durch geeignete Massnahmen die Gefahr eines
Kurzschlusses in der Verbindung zwischen den Geräten durch kurzschlusssichere Verlegung auf ein
Minimum reduziert werden.
(NIN 5.3.6.1.3)
Unter welchen Bedingungen ist ein automatisches Wiedereinschalten von Geräten zum Schutz
gegen elektrischen Schlag durch automatische Abschaltung zulässig?
Automatisches Wiedereinschalten von Geräten zum Schutz gegen elektrischen Schlag durch
automatische Abschaltung ist ausschliesslich in Installationen zulässig, zu denen nur
elektrotechnisch unterwiesene Personen (BA4) oder Elektrofachkräfte (BA5) Zugang haben.
(NIN 5.3.1.1)
Was für einen Querschnitt müssen die Anschlussleitungen von SPDs im Minimum aufweisen?
Die Erdungsleiter von Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPDs) sind wie Schutzleiter des
zugehörigen Stromkreises zu dimensionieren.
Ist ein Blitzschutzsystem vorhanden, dann ist für die Anschlussleitungen zu den ÜberspannungsSchutzeinrichtungen (SPDs)-Typ 1 nach 4 EN 61643-11 mindestens ein Querschnitt von 10 mm²
Kupfer oder ein leitwertgleicher Querschnitt eines anderen Materials gefordert.
(NIN 5.3.4.2.10)
Was ist ein AFDD?
Ist in elektrischen Anlagen mit besonderen Brandschutzanforderungen und/oder besonderen
Anforderungen an die Verfügbarkeit mit Störlichtbögen zu rechnen, sollten spezielle
Schutzeinrichtungen ausgewählt werden, welche Störlichtbögen erkennen und bei Eintritt eines
Störlichtbogens innerhalb kürzester Zeit die Löschung des Störlichtbogens einleiten und gleichzeitig
die Fehlerstelle vom Netz trennen.
Werden AFDD (Arc Fault Detection Device) verwendet, so müssen diese Geräte den Anforderungen
nach 4 EN 62606 entsprechen.
Anmerkung:
Um Fehlauslösungen vorzubeugen, sollte die Löschung des Störlichtbogens erst erfolgen, wenn ein
Stromanstieg und die Lichtwirkung des Störlichtbogens erfasst wurden. Die Ansprechwerte sollten
einstellbar sein.
(NIN 5.3.2.7)
Bei welchem Bemessungsdifferenzstrom darf ein 30mA RCD noch nicht auslösen?
Um unerwünschtes Abschalten durch Schutzleiterströme und/oder Erdableitströme zu vermeiden,
darf deren Summe auf der Lastseite der Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) nicht mehr als das
0,4-fache des Bemessungsfehlerstroms I Dn betragen. Gegebenfalls muss eine Aufteilung der
Stromkreise auf mehrere Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) erfolgen.
(NIN 5.3.1.3.3)
Was für einen Bemessungsdifferenzstrom müssen RCD für den Brandschutz aufweisen?
Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) müssen NIN 5.3.1.3 entsprechen.
Sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) als Massnahme für den vorbeugenden Brandschutz
gefordert, müssen solche mit einem Bemessungsdifferenzstrom I Dn 0 300 mA eingesetzt werden.
Für den vorbeugenden Brandschutz müssen Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) vom Typ A, B
oder Typ F eingesetzt werden.
Sind in der elektrischen Anlage glatte Gleichfehlerströme zu erwarten, müssen FehlerstromSchutzeinrichtungen (RCDs) Typ B verwendet werden.
(NIN 5.3.2.2)
Was für verschiedene Typen von RCD unterscheidet die NIN 2015?
Die Art des Fehlerstroms hat Einfluss auf die Funktion von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs).
Aus diesem Grund wird zwischen den folgenden Typen unterschieden:
− Typ AC zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen. Diese dürfen gemäss 2 5.3.1.3.2
in der Schweiz nicht eingesetzt werden.
− Typ A zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen und bei pulsierenden
Gleichfehlerströmen;
− Typ B zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen, pulsierenden Gleichfehlerströmen
und glatten Gleichfehlerströmen in Wechselspannungsnetzen.
− Typ F zum Schutz bei sinusförmigen Wechselfehlerströmen, bei pulsierenden
Gleichfehlerströmen, zusammengesetzten Wechselfehlerströmen unterschiedlicher
Frequenzen und glatten Gleichfehlerströmen. (B+E)
(NIN 5.3.1.3.1)