FaGe Ausbildung, 1. Semester, Verdauungssystem

Verdauungssystem vom Mund bis zum Anus

Verdauungssystem vom Mund bis zum Anus


S. S.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über das Verdauungssystem auf Berufslehre-Niveau. Sie behandeln die Anatomie und Funktionen von Organen wie Leber, Magen, Speiseröhre, Dünn- und Dickdarm sowie die Gallenblase. Die Karteikarten erklären Krankheiten wie Gelbsucht, Hepatitis, Pankreatitis und Magenhernie sowie deren Ursachen und Behandlungen. Sie eignen sich für Auszubildende in der Pflege, um ein fundiertes Verständnis der Verdauungsorgane und häufiger Erkrankungen zu erlangen.
Karten
77
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
29.10.2024 / 01.03.2026

Lernkarten

Was sind die Hauptaufgaben des Verdauungssystems?

  • Die Entsorgung von festen Abfallstoffen
  • Die mechanische und chemische Verdauung sowie Resorption von Nährstoffen
  • Der Transport in den Magen –Darm-Trakt

Wo beginnt und endet das Verdauungssystem?

Das Verdauungssystem beginnt in der Mundhöhle (Cavitas Oris) und endet mit dem After (Anus)

Welche Organe gehören zum Verdauungssystem?

  • Mundhöhle (Cavitas oris)  
  • Speiseröhre (Oestophagus)   
  • Leber (Herpar)    
  • Magen (Ventriculus)    
  • Bauchspeicheldrüse (Pancreas)  
  • Gallenblase (Vesica fellea)        
  • Dünndarm (Intestinum tenue)    
  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)
  • Aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens)   
  • querer Dickdarm (Colon transversum)
  • Absteigender Dickdarm (Colon descendens
  • Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Blinddarm (Caecum)  
  • Mastdarm (Rectum)

Was sind die Aufgaben der ZUNGE?

  • "Fingerspitze des Verdauungssystems": Sie hat ein Geschmack- und Temperatur-Empfinden
  • Hilft bei den Kau- und Schluckbewegungen

Welche Geschmacksempfindngen hat die ZUNGE, wo liegen die vier Gebiete auf der ZUNGE?

  • süss
  • salzig
  • sauer
  • bitter

Wie ist der Aufbau der ZUNGE?

  • Die ZUNGE ist ein kräftiger Muskel, welcher mit Schleimhaut überzogen ist.
  • Die Schleimhaut enthält nebst Geschmacksknospen und Spüldrüsen auch verschiedene Papillen (Pilz-, Blatt-, Faden- und Wallpapillen)

Welche Speicheldrüssen kennst Du? 

Wieviele gibt es?

Es gibt drei Paare:

  • Unterzugenspeicheldrüse (Gladula sublingualis)
  • Unterkieferspeicheldrüse (Gladula submandubularis)
  • Ohrspeicheldrüse (Gladula parotidea)

Wie ist die Zusammensetzung der Speichelflüssigkeit? 4 Punkte

  • Wasser, verflüssigt Speisen
  • Schleimstoffe (Mucine): macht gleit- und schluckfähig
  • Enzyme; Amylase (KH) und Lipase (Fette): verdaut Stärke/ Kohlenhydrate (KH) und Fette
  • Bicarbonat (basisch): puffert die Magensäure

Nenne die unterschiedlichen Speicheldrüsentypen (3):

  • Serös (dünnflüssig)
    • Verdünnungs- und Verdauungspeichel
  • mukös (dickflüssig)
    • Gleitspeichel
  • gemischt

Wie ist die Lage des Kehldeckels beim Schlucken und in Ruhezustand?

siehe Bild

Wo verläuft die Speiseröhre (Oesophagus)

  • Beginnt hinter dem Ringknorpel des Kehlkopfdeckel (Larynx). Verläuft hinter der Luftröhre (Trachea) nach unten/ abwärts und dann durch das Zwerchfell in den Bauchraum und dort in den Magen.
  • Natürliche Engstellen: Ringknorpelenge, Aortenbogenenge, Hiatusschlinge (Diaphragma-, Zwerchfellenge)

Was liegt vor, hinter und neben der Speiseröhre?

  • Vor der Speiseröhre liegt die Trachea                    
  • Hinter der Speiseröhre liegt die Wirbelsäule                    
  • Neben der Speiseröhre liegen die Lungen

Welches sind die Oberbauchorgane (5)?

  • Leber (Herpar)
  • Magen (Ventriculus)
  • Milz (Lien, kein Verdauungsorgan)
  • Bauchspeicheldrüse (Pancreas)                                            
  • Gallenblase (Vesica fellea)

Benenne die verschiedenen Magenabschnitte/Anteile (5)

  • Cardia (Mageneingang)
  • Corpus (Magenkörper)
  • Pylorus (Ringmuskel des Pförtners)
  • Magenwand
  • Längsfalten der Magenschleimhaut

Nenne den Aufbau der Magenschleimhaut (3):

Schleimhautepithel (einreihiges Zylinderepithel)

  • Schleimbildende Nebenzellen 
    • Magenschleim und Bicarbonat (Schutz vor Salzsäure)
  • Säurebildende Belegzellen
    • Salzsäure und Glykoprotein
  • Pepsinogen bildende Hauptzellen
    • Salzsäure + Pepsinogen = Pepsin/ spalten Eiweisse

Nenne die drei Teile des Dündarmes:

Der Dünndarm (Intestinum tenue) besteht aus drei Teilen:

  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)

Wie ist der Dickdarm aufgebaut (5 plus Unterteilung)?

Teile des Dickdarms (Intestinum crassum) sind:

  • Der Grimmdarm (Colon):
    • Aufsteigender Dickdarm (Colon ascendens)
    • Querer Dickdarm (Colon transversum)
    • Absteigender Dickdarm (Colon descendens)
    • S-förmiger Dickdarm (Colon sigmoideum)
  • Ileozäkalklappe / Bauhin-Klappe (Valva ileocaecalis)
  • Blinddarm (Caecum)
  • Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
  • Mastdarm (Rectum)

Was sind die Utnerschiede zwischen Dick- und Dünndarm (2)?

Dünndarm:

  • Die Schleimhaut besteht aus Ringfalten (Kerckring-Falten). Auf diesen befinden sich Zotten und Krypten. Oberflächenvergrösserung!

Dickdarm:

  • In der Schleimhaut des Dickdarms findet man keine Zotten mehr, sondern besonders tiefe Einstülpungen (Dickdarmkrypten).
    Im Colon hat es sehr viele Bakterien (z.B. Colibakterien)

Nenne die 4 Hauptaufgaben des Dünndarms:

  • Hauptort der Verdauung
  • Resorption von Nahrungsbestandteilen und Verdauungssäften
  • Transportieren des Nahrungsbreis
  • Immunabwehr (im Ileum) 

Nenne die 4 Hauptaufgaben des Dickdarms:

  • Rückresorption von Wasser und Elektrolyten                                   
  • Eindicken des Darminhalts
  • Speicherung des halbfesten Stuhls im Mastdarm
  • Langsames Transportieren des Darminhalts

Bitte zeichne die Lage des Dick- und Dünndarms:

Nenne mir den Aufbau der Darmwand (9)

  • Mesenterium
  • Blutgefässe
  • Nerven
  • Serosa
  • Längs- und Ringmuskelschicht
  • Schleimhaut (Mukosa)
  • Schleimhautmsukulatur
  • Schleimhauteptihel
  • Drüsen in der Schleimhaut

Wie ist der Aufbau der Darmschleimhaut?

  • Enorme Oberflächenvergrösserung der Schleimhaut durch hohe, ringförmig verlaufende Falten (Kerckring-Falten), auf diesen Falten befinden sich die Zotten (Ausstülpungen) und Krypten (etwas kürzere Einstülpungen). Zusätzlich tragen die Schleimhautzellen (Enterozyten, Saumzellen) zur Oberflächenvergrösserung bei.
  • Im Zentrum der 4 Mio. Zotten findet sich jeweils ein Lymphgefäss (Transport der Darmlymphe).

Was bedeutet Resorption?

  • Resorption = Aufnahme von Nahrungsstoffen in den Organismus (Darm-> Blut)

Was bedeutet Sekretion?

  • Sekretion = Abgabe von Flüssigkeit aus dem Körper (Schleim, Schweiss, Verdauungssäfte, Tränenflüssigkeit, Hormone)

Was bedeutet Exkretion?

  • Exkretion = Ausscheiden von Stoffwechselprodukten aus dem Körper (z.B. Harn)

Was heisst/bedeutet Diffusion?

ist die rein zufällige Durchmischung von Schwebestoffen, die zum Konzentrationsausgleich der beiden beteiligten Stoffe führt, sofern alle Voraussetzungen hierfür erfüllt sind.

Was ist eine Osmose?

 Bei der Osmose bewegt sich Wasser von Bereichen niedrigerer zu Bereichen höherer Teilchenkonzentration. Die Osmose erfordert eine semipermeable Membran, durch die nur bestimmte Teilchen passieren könne

Wozu dient eine Membrane?

Filtration: Die Membran hat eine bestimmte Porengrösse, wodurch nur bestimmte Moleküle durch die Membran hindurch können.

Osmose: Die Membran ist nur für bestimmte Stoffe durchlässig (Wasserdiffusion)

Wie sieht die Leber und die Gallenblase aus?

s. Bild

Was hat die Leber mit der Gallenblase zu tun?

Die Gallenblase speichert Galle aus der Leber  dickt diese ein. Die Galle wiederum hilft im 12-Fingerdarm, Fette aus der Nahrung zu spalten und aufzunehmen

Die Gallenflüssigkeit wird wo gebildet?

Wo fliesst diese hin?

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet.

Und fliesst zur Speicherung in die Gallenblase und wird zur Fettverdauung in den 12-Fingerdarm ausgeschüttet

Was sind die 2 Hauptaufgaben der Galle?

  • Dient der Fettverdauung und der Fettresorption

was ist die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit?

Eine Mischung aus Gallensalzen, Bilirubin, Cholesterin, Lecithin, u. a.

Zeichne/Beschreibedie Blutversorgung der Leber?

  • Erhält sauerstoffreiches Blut über die A. hepatica propria
  • Erhält sauersoffarmes Blut des Pfortadersystems über die V. portae
  • Sauerstoffarme Blut fliesst über die Vv. Hepaticae ab und mündet dann in die V. cava inferior ab

Nenne/zeichne die Blutversorgung des Darms:

Der Darm verfügt über eine sehr reiche Blutversorgung.
Die Blutversorgung des Darms erfolgt über direkte Abgänge aus der Bauchschlagader. Der obere Magen-Darm-Trakt wird dabei aus dem ersten Schlagaderabgang im Bauch versorgt (Truncus coeliacus). Der untere Gastrointestinaltrakt wird über die obere und untere Mesenterialarterie versorgt.

Was ist die Pfortader oder das Pfortadersystem?

  • Es ist die Sammelstelle für venöses Blut der unpaaren Bauchorgane (Magen, Dick- und Dünndarm, Bauchspeicheldrüse sowie Milz)
  • Das sauerstoffarme Blut des Pfortadersystem ist nach dem Essen reich an Nährstoffen und Abbauprodukten.
  • In den Kapillaren der Leber mischt sich das nährstoffreiche Blut aus der Pfortader mit dem sauerstoffreichen Blut aus der Leberarterie und steht so dem Stoffwechsel der Leberzellen zur Verfügung.

Zeichne die Bauchspeicheldrüse und die benachbarten Organe.

s. Bild

Welche Drüsen-Arten gibt es in der Pakreas?

Die Bauchspeicheldrüse (Pancreas) besteht aus einem endokrinen (ins Blut) und einem exokrinen (in den Darm) Teil. Der endokrine Teil produziert unter anderem die Hormone Insulin und Glucagon, der exokrine Teil Verdauungsenzyme und andere Proteine, die mit dem alkalischen Pankreassekret in den Dünndarm abgegeben werden

Beschreibe die Drüsenfunktionen des Pankreas

In den Darm (exokrin):

  • Verdauungsenzyme spalten Eiweisse, Fette und Stärke auf
  • Bicarbonat neutralisiert den sauren Mageninhalt (Darm verträgt diesen sonst nicht)

Ins Blut (endokrin):

  • Glukagon aus A-Zellen, erhöhen den Blutzucker
  • Insulin aus B-Zellen, senken den Blutzucker
  • Somatostatin aus D-Zellen, hemmen Glukagon und Insulin

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