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Distributionslogistik konzipieren und führen

Distributionslogistik konzipieren und führen

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Flashcards 10
Language Deutsch
Category Career Studies
Level Other
Created / Updated 09.07.2024 / 09.07.2024
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auf Basis der übergeordneten Strategievorgaben operative wirtschaftliche, ökologische und soziale Ziele für die Distributionslogistik formulieren;

  • Wirtschaftliche Ziele:

    • Kostenreduktion: Optimierung der Transport- und Lagerkosten, um die Gesamtkosten des Unternehmens zu senken.
    • Effizienzsteigerung: Verbesserung der Lieferkettenprozesse zur Erhöhung der Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit von Lieferungen.
    • Bestandsmanagement: Reduktion von Überbeständen und Vermeidung von Engpässen durch präzise Lagerhaltung und Nachschubplanung.

    Praxisbeispiel: Ein Unternehmen könnte durch den Einsatz eines automatisierten Lagerverwaltungssystems die Bestände in Echtzeit überwachen und somit die Lagerkosten um 15% reduzieren.

  • Ökologische Ziele:

    • Reduktion von CO2-Emissionen: Einsatz umweltfreundlicher Transportmittel wie Elektrofahrzeuge oder Schiffe mit geringem Treibstoffverbrauch.
    • Ressourcenschonung: Optimierung der Verpackungsmaterialien und Förderung des Recyclings.
    • Energieeffizienz: Implementierung energieeffizienter Technologien in Lagerhäusern, z.B. LED-Beleuchtung und energieeffiziente Kühlsysteme.

    Praxisbeispiel: Durch die Umstellung auf elektrische Lieferfahrzeuge könnte ein Unternehmen die CO2-Emissionen im Transportsektor um 20% verringern.

  • Soziale Ziele:

    • Mitarbeiterzufriedenheit: Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Schulungsangebote für Mitarbeiter im Bereich der Distributionslogistik.
    • Gesundheit und Sicherheit: Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen zur Reduzierung von Arbeitsunfällen in Lager- und Transportbereichen.
    • Soziale Verantwortung: Förderung fairer Arbeitsbedingungen und soziale Projekte im Umfeld der Lieferketten.

    Praxisbeispiel: Ein Unternehmen könnte durch die Einführung flexibler Arbeitszeiten und ergonomischer Arbeitsplätze die Mitarbeiterzufriedenheit steigern und gleichzeitig die Fluktuationsrate um 10% senken.

Kennzahlen in der Distributionslogistik (z.B. Liefermenge, Liefertermintreue, Liefermengenzuverlässigkeit, Transportschadenquote, gefahrene Kilometer, Lieferservicegrad, Transportkosten)

Zu den wichtigsten Kennzahlen in der Distributionslogistik gehören die Liefermenge, Liefertermintreue, Liefermengenzuverlässigkeit, Transportschadenquote, gefahrene Kilometer, Lieferservicegrad und Transportkosten.

Zum Beispiel:

  • Liefermenge: Im letzten Quartal haben wir 10.000 Einheiten ausgeliefert, was uns hilft, unsere Kapazitäten zu bewerten.
  • Liefertermintreue: Mit einer Termintreue von 95% können wir die Zuverlässigkeit unserer Prozesse sicherstellen.
  • Liefermengenzuverlässigkeit: Eine Zuverlässigkeit von 98% zeigt, dass unsere Bestands- und Kommissionierungsprozesse gut funktionieren.
  • Transportschadenquote: Eine niedrige Schadenquote von 1% zeigt, dass unsere Verpackungs- und Handhabungsmaßnahmen effektiv sind.
  • Gefahrene Kilometer: 500.000 Kilometer im letzten Jahr helfen uns, die Effizienz unserer Routen zu analysieren.
  • Lieferservicegrad: Ein hoher Servicegrad von 97% zeigt unsere Fähigkeit

rüfungsfrage: „Wie bewerten Sie die Effizienz der Distributionslogistik?“

Antwort:

„Ich bewerte die Effizienz der Distributionslogistik anhand mehrerer Kennzahlen:

  • Mit einer Liefermenge von 10.000 Einheiten im letzten Monat kann ich die Kapazität beurteilen.
  • Eine Liefertermintreue von 95% zeigt unsere Pünktlichkeit.
  • Eine Liefermengenzuverlässigkeit von 98% bedeutet, dass fast alle Lieferungen korrekt sind.
  • Eine niedrige Transportschadenquote von 1% zeigt sichere Transportprozesse.
  • Gefahrene Kilometer von 50.000 im letzten Monat helfen bei der Routenoptimierung.
  • Ein Lieferservicegrad von 97% zeigt hohe Kundenzufriedenheit.
  • Transportkosten von 15% der Gesamtkosten geben Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit unserer Logistik.“

Abhängigkeiten der Distribution von der Lagerlogistik (z.B. Zentralisierungsgrad, Lagerstufen, Standorte)

  • Zentralisierungsgrad:

    • Dezentrale Lagerhaltung: Verteilung der Lager an mehreren Standorten, was kürzere Lieferzeiten und höhere Flexibilität ermöglicht, jedoch zu höheren Lagerkosten führen kann.
    • Zentrale Lagerhaltung: Konzentration der Lager an einem oder wenigen zentralen Standorten, was zu geringeren Lagerkosten und besserer Kontrolle führt, aber längere Lieferzeiten und höhere Transportkosten verursachen kann.

    Praxisbeispiel: Ein Unternehmen entscheidet sich für ein zentrales Lager in der Mitte Deutschlands, um die Lagerkosten zu senken, akzeptiert jedoch längere Lieferzeiten für Kunden in Süddeutschland und Österreich.

  • Lagerstufen:

    • Einstufige Lagerhaltung: Alle Produkte werden in einem zentralen Lager gehalten und von dort aus verteilt. Dies vereinfacht die Lagerverwaltung und reduziert die Komplexität, kann aber die Flexibilität beeinträchtigen.
    • Mehrstufige Lagerhaltung: Verwendung von Haupt- und Nebenlagern, wodurch Produkte näher am Kunden gelagert werden können, was die Lieferzeiten verkürzt, aber die Lagerhaltungskosten erhöht.

    Praxisbeispiel: Ein Elektronikhersteller betreibt ein zentrales Lager für Hauptkomponenten und mehrere regionale Lager für Ersatzteile, um schnelle Reparatur- und Wartungsdienste zu gewährleisten.

  • Standorte:

    • Strategische Standortwahl: Die Lagerstandorte werden basierend auf Nähe zu Lieferanten und Kunden sowie auf infrastrukturellen Gegebenheiten wie Verkehrsanbindung und Verfügbarkeit von Arbeitskräften ausgewählt.
    • Standortoptimierung: Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Lagerstandorte zur Optimierung der Distributionskosten und -effizienz.

    Praxisbeispiel: Ein Online-Händler wählt Lagerstandorte in der Nähe großer Ballungszentren, um die Lieferzeiten zu minimieren und gleichzeitig die Transportkosten durch kürzere Wege zu senken.

Vertikale und horizontale Distributionsstruktur, Strukturierungskriterien

  • Vertikale Distributionsstruktur:

    • Definition: Bezieht sich auf die Anzahl der Zwischenstufen zwischen Hersteller und Endkunde.
    • Direkte Distribution: Der Hersteller verkauft direkt an den Endkunden ohne Zwischenhändler. Vorteil: höhere Kontrolle und Margen. Nachteil: höhere organisatorische Anforderungen.
    • Indirekte Distribution: Einbindung von Großhändlern, Einzelhändlern oder Distributoren. Vorteil: breitere Marktabdeckung und reduzierte Vertriebsaufwendungen. Nachteil: geringere Kontrolle und Margen.

    Praxisbeispiel: Ein Möbelhersteller verkauft seine Produkte sowohl über eigene Geschäfte (direkt) als auch über große Möbelhäuser (indirekt).

  • Horizontale Distributionsstruktur:

    • Definition: Bezieht sich auf die Anzahl und Art der parallel eingesetzten Vertriebswege.
    • Ein- oder Mehrkanalstrategie: Ein Kanal (z.B. nur Online-Verkauf) oder mehrere Kanäle (z.B. Online, Einzelhandel, Direktvertrieb).
    • Omnichannel-Ansatz: Integration aller Vertriebswege, um ein einheitliches Kundenerlebnis zu bieten.

    Praxisbeispiel: Ein Elektronikhersteller bietet seine Produkte im eigenen Online-Shop, über Amazon und in physischen Elektronikfachmärkten an, wobei alle Kanäle synchronisiert sind.

  • Strukturierungskriterien:

    • Produktmerkmale: Größe, Gewicht, Verderblichkeit und Wert des Produkts beeinflussen die Wahl der Distributionsstruktur.
    • Marktanforderungen: Kundenanforderungen, geografische Marktabdeckung und Konkurrenzsituation.
    • Unternehmensziele: Strategische Ausrichtung des Unternehmens, wie z.B. Marktanteilsgewinnung oder Kosteneffizienz.
    • Technologische Entwicklungen: Einsatz von IT und Automatisierung in der Logistik.

    Praxisbeispiel: Ein Lebensmittelhersteller, dessen Produkte schnell verderben, nutzt eine horizontale Distributionsstruktur mit mehreren regionalen Lagern, um die Lieferzeiten zu minimieren und die Frische der Produkte zu gewährleisten

Relevante Rahmenbedingungen bei Güterverteilungen (z.B. Ware, Wert, Menge, Distanz, Zeit, Lageranforderungen)

Prüfungsfrage: „Wie entwickeln Sie Distributionsvarianten unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen?“

Antwort:

„Bei der Entwicklung von Distributionsvarianten berücksichtige ich:

  • Ware: Frische Lebensmittel -> Kühltransporte (LKW, Kühlcontainer auf Schiffen).
  • Wert: Hochwertige Elektronik -> gesicherte Luftfracht und LKW.
  • Menge: Große Mengen -> Container auf Schiffen, LKW/Züge regional.
  • Distanz: Lange Distanzen -> Schiffe/Flugzeuge, kombiniert mit LKWs.
  • Zeit: Eilige Lieferungen -> Luftfracht + Kurierdienste.
  • Lageranforderungen: Medikamente -> klimatisierte LKWs und Schiffe.

Diese Rahmenbedingungen ermöglichen die Auswahl passender Verkehrsträger und kombinierte Verkehre.

Transportrisiken, örtlich, zeitlich, quantitativ, qualitativ (z.B. Panne, Unfall, Streik, Havarie, Verderb)

Transportrisiken

  • Wahrscheinliche Risiken
  • Stau, Zollverzögerungen, Unfälle, ungünstige Wetterverhältnisse, Diebstahl.
  • Risiken bei externen Dienstleistern: Insolvenzen, Qualitätsprobleme, Kapazitätsengpässe

 

  • Seltene Risiken
  • Naturkatastrophen, geopolitische Risiken, technologische Störungen.

 

Risikominimierung

  • Einrichtung von Pufferlagerbeständen.
  • Prüfung von Partnerschaften.
  • Abschluss von Versicherungen.
  • Schulung der Mitarbeitenden.
  • Erstellung eines Notfallplans mit alternativen Verkehrsträgern und Lieferanten.

Transportkosten (z.B. Gewicht, Distanz, Kraft- stoffpreis, Lade-/Entladezeit, Wartezeit, Nacht- zuschlag), GU-Tarif der ASTAG

Kompakte Zusammenfassung

  1. Transportkostenfaktoren:

    • Gewicht: Die Transportkosten steigen proportional zum Gewicht der Fracht. Schwerere Güter verursachen höhere Kosten.
    • Distanz: Längere Transportwege erhöhen die Gesamtkosten durch höheren Treibstoffverbrauch und längere Fahrzeiten.
    • Kraftstoffpreis: Schwankungen im Kraftstoffpreis beeinflussen direkt die Transportkosten. Höhere Kraftstoffpreise führen zu höheren Gesamtkosten.
    • Lade- und Entladezeit: Die Zeit, die für das Be- und Entladen benötigt wird, kann die Kosten erhöhen, insbesondere wenn spezielle Ausrüstung oder zusätzliche Arbeitskräfte erforderlich sind.
    • Wartezeit: Verzögerungen und Wartezeiten bei der Beladung oder an Zollstellen können zusätzliche Kosten verursachen.
    • Nachtzuschlag: Transporte außerhalb der regulären Geschäftszeiten können zusätzliche Gebühren erfordern.

    Praxisbeispiel: Ein Logistikunternehmen muss für einen Transportauftrag die Gesamtkosten kalkulieren, wobei es das Gewicht der Fracht (10 Tonnen), die Distanz (500 km), den aktuellen Dieselpreis (1.50 CHF/Liter), die Ladezeit (2 Stunden), Wartezeit an der Grenze (1 Stunde) und den Nachtzuschlag (10%) berücksichtigt.

  2. GU-Tarif der ASTAG:

    • Definition: Der GU-Tarif (Grundlagentarif) der ASTAG (Schweizerische Nutzfahrzeugverband) ist ein Referenzsystem zur Berechnung der Transportkosten in der Schweiz.
    • Kriterien: Der Tarif berücksichtigt verschiedene Faktoren wie Fahrzeugtyp, Transportstrecke, Zusatzleistungen (z.B. Hebebühne) und spezifische Kundenanforderungen.
    • Anwendung: Unternehmen nutzen den GU-Tarif, um wettbewerbsfähige und transparente Preiskalkulationen für ihre Transportdienstleistungen anzubieten.

    Praxisbeispiel: Ein Transportunternehmen verwendet den GU-Tarif der ASTAG, um den Preis für eine Lieferung von Zürich nach Genf zu bestimmen. Dabei werden die Transportdistanz, das Gewicht der Ladung und spezielle Anforderungen wie temperaturkontrollierte Lieferung berücksichtigt.

Gesamtkostenkalkulation für Güterverteilungen (z.B. Transportkosten, CO2-Abgabe, Leistungs- abhängige Schwerverkehrsabgabe LSVA, Personal, Verpackung, Versicherung)

  1. Transportkosten:

    • Definition: Kosten, die durch den Transport der Güter entstehen, einschließlich Treibstoff, Fahrzeugwartung, Fahrerlohn und Mautgebühren.
    • Praxisbeispiel: Ein Unternehmen berechnet die Transportkosten für eine Lieferung, indem es die Distanz (200 km), den Treibstoffverbrauch (8 Liter pro 100 km) und den Treibstoffpreis (1.50 CHF/Liter) berücksichtigt.
  2. CO2-Abgabe:

    • Definition: Kosten, die aufgrund von CO2-Emissionen anfallen, um umweltfreundliche Maßnahmen zu fördern.
    • Praxisbeispiel: Ein Logistikunternehmen kalkuliert die CO2-Abgabe basierend auf der Emission von 2 kg CO2 pro Liter Diesel und einem Abgabesatz von 0.08 CHF pro kg CO2.
  3. Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA):

    • Definition: Eine Gebühr, die in der Schweiz für schwere Nutzfahrzeuge erhoben wird und abhängig von der gefahrenen Strecke, dem Gewicht des Fahrzeugs und der Emissionsklasse ist.
    • Praxisbeispiel: Ein Transportunternehmen berechnet die LSVA für eine 500 km lange Strecke mit einem 18-Tonnen-LKW der Emissionsklasse Euro 6.
  4. Personalkosten:

    • Definition: Kosten für die Mitarbeiter, einschließlich Löhne, Sozialversicherungsbeiträge und Schulungen.
    • Praxisbeispiel: Ein Logistikunternehmen berechnet die Personalkosten für einen Fahrer, der 8 Stunden pro Tag arbeitet, bei einem Stundenlohn von 25 CHF.
  5. Verpackungskosten:

    • Definition: Kosten für Verpackungsmaterialien und -prozesse, um die Waren für den Transport vorzubereiten und zu schützen.
    • Praxisbeispiel: Ein Unternehmen kalkuliert die Kosten für Kartons, Polstermaterial und Paletten für den Versand von elektronischen Geräten.
  6. Versicherungskosten:

    • Definition: Kosten für die Versicherung der transportierten Güter gegen Schäden und Verluste.
    • Praxisbeispiel: Ein Logistikunternehmen schließt eine Versicherung ab, die 0.1% des Warenwerts als Prämie berechnet.