NIN-Erklärt
Fragen und Antworten aus dem Bereich der Niederspannungsinstallationsbereich
Fragen und Antworten aus dem Bereich der Niederspannungsinstallationsbereich
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Lernkarten
1. Geltungsbereich Zweck Grundsätze-
In der NIN stehe Verweise zu HD-, SE, EN- und IEC Normen. Muss man alle Unterlagen Anschaffen um korrekt zu installieren? Wo bekommt man diese?
Es ist nicht nötig, alle zu kaufen, denn in der NIN sind alle Vorgaben auch aus den Internationalen Vereinbarungen und Nomen enthalten um Hausinstallationen im Sinne der NIV zu erstellen.
NIV art. 3 Verlang eine installation nach den anerkannten Reglen der Technik. Diese Regeln sind gültige IEC normen.
1. Geltungsbereich Zweck Grundsätzte
Welchen Stellenwert nehmen die SNG 491000 (Vormals InfoBlätter) von Electrosuisse in der Normenlanddschaft ein? Sind es Normen?
Mit Erklärungen und Beispielen aus der Praxis verbessern sie das Verständnis für Normen und Vorgaben .
Verständliche Erlätuerungen. mit Bildern und Beispielen
1. Geltungsbereich Grundsätze NIN 1.3.1.2
Durch welche grundsätzlichen Massnahmen kann der Schutz gegen elektrischen Schlag erreicht werden?
NIN 4.1
- Merkmal der zur verfügung stehenden Stromversorgung.
- Bedarf der Stromkreise (sicherheitsvorkehrungen notwendig?)
- Äussere Einflüsse
- Bemessung der Leiter
- Einbau der notwendigen Schutzeinrichtungen
- Auswahl und Platzierung der Betriebsmittel
- Einbau und Paltzierung der erforderlichen Schaltvorrichtungen- auch Notfall
- Vermeidung von Schädlichen Einflüssen
- Dokumentation
- Zugänglichkeit
2. Begriffsbestimmungen Brennbarkeit
Was versteht die NIN unter der Bezeichnung «Brennbarkeitsgrad »?
1:____
2:____
3:____
4:____
5:____ 5:(200°C)_____
6:____ 6q: _____
Der Brennbarkeitsgrad ist eine Einteilung der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen.
Diese klassieren in ihren Brandschutzrichtlinien verschiedene Baustoffe und Bauteile in Bezug auf die Brennbarkeit.
- 1 + 2 Leicht entzündbare oder rasch abbrennende Materialien
- 3: leichtbrennbar
- 4: mittelbrennbar
- 5: schwerbrennbar
- 6: Nichtbrennbar
- 6q Quasi nichtbrennbar
Vorteile der Schutzmassnahme System TN-S:
- Ein Unterbrechen oder Wackelkontakt des Schutzleiters bringt ohne weiteren Fehler keine sofortige Gefahr. Im Gegensatz dazu kann in einem Verteilsystem TN-C beim Unterbruch des PEN-Leiters das Gehäuse von fehlerfreien Verbrauchern bereits unter eine gefährliche Spannung geraten.
- Der Schutzleiter wird im ungestörten Betrieb nicht zur Stromführung benützt, es fliesst nur im Störungsfall ein Strom. Dadurch wird die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) verbessert.
- Die Isolationsmessung ist praktisch nur im Verteilsystem TN-S möglich
- Durch die getrennte Führung des Neutral- und Schutzleiters lässt sich im System TN-S die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung einsetzen.
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Verantwortung Netzqualität
Wer ist zuständig für die Einhaltung der Normen im Zusammenhang mit der Spannungsqualität in einem Verteilnetz bis zum Verknüpfungspunkt mit der
Hausinstallation?
Für welche Anschlüsse benötigt das EW ein Anschlussgesuch? TAG?
Grundsätzlich ist es die Netzbetreiberin. Sie erhält eine Installationsanzeige durch den Elektroinstallateur für sämtliche Installationen/Verbraucher mit
einem gesamten Anschlusswert > 3,7 kVA.
• kritische Geräte wie Punktschweissgeräte,
• frequenzregulierte Motoren,
• Induktionskochherde,
• PV-Anlagen,
• Ladestationen für Elektrofahrzeuge,
• Warmepumpen.
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Notwendigkeit von Ersatzstromversorgungen
Welche Instanzen können, neben der NIN, eine Sicherheitsbeleuchtung oder Ersatzstromversorgung vorschreiben?
Sie können verlangt werden:
• vom Anlagebesitzer/Inhaber,
• den örtlichen Behörden (z.B. Gemeinde),
• der Schweizerischen Unfallversicherung (Suva),
• der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherer (VKF).
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Sicherheitsbeleuchtung
Welche Anlagen sind mit einer Sicherheitsbeleuchtung auszurüsten?
Grundsätzlich müssen alle Fluchtwege und Ausgänge von Räumen oder Bauten mit starker Personenbelegung (300) mit Sicherheitsbeleuchtungen ausgerüstet werden.
Hierzu zählen:
- Industrie-, Gewerbe- und Verwaltungsbauten,
- Kinos und Theater,
- Hallenbäder,
- Sporthallen mit Publikum,
- Restaurants und Hotels.
3. Bestimmugen Allg. Merkmale - Sidos und Sch0
Wir haben eine SIDOS an eine alteTN-C-lnstallation angeschlossen. Nun ist die Diskussion entstanden, ob wir die Brücke vom Neutralleiter auf die Schutzleiterklemme überhaupt anschliessen sollen. Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass man das besser nicht tun sollte.
Sie müssen die Brücke einlegen. Körper müssen mit dem Schutzleiter verbunden werden.
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Gegenseitige Beeinflussung
Wie können sich spezielle Betriebsmittel nachteilig auf andere Betriebsmittel oder Apparate auswirken oder sogar die Stromversorgung beeinträchtigen?
NIN 3.3.1
Die NIN zählt Eigenschaften auf, welche zu einer Beeinträchtigung führen
können:
- transiente Überspannung (Schalthandlungen),
- Lastunsymmetrien,
- Unterspannung,
- schnelle Lastwechsel,
- Einschalt- und Anlaufströme,
- Oberschwingungsströme,
- DC-Rückleiterströme,
- hochfrequente Ströme (Stossströme),
- Ableitströme gegen Erde,
- Notwendigkeit zusätzlicher Erdverbindungen (Funktionserdung),
- hohe Schutzleiterströme, welche nicht durch Fehler verursacht werden(betriebsbedingte Schutzleiterströme).
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Stromquellen für Sicherheitszwecke.
Welche Stromquellen kommen für Sicherheitszwecke in Frage?
NIN 3.5.1
- Primärelemente für einfache Notleuchten ohne Lademöglichkeit,
- Akkumulatoren mit Lademöglichkeit für einfache Notleuchten,
- Generatoren für ganze Anlagen oder Beleuchtungskreise ganzer Geschoss oder Gebäude,
- eine getrennte Einspeisung aus dem Stromversorgungsnetz, welche von der normalen Stromversorgung unabhängig ist
3. Bestimmung Allg. Merkmale - RCD's sinnvoll aufteilen
Gilt die Bedingung der sinnvollen Unterteilung der Stromkreise von Installationen auch für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen {RCD's) oder nur für Überstromunterbrecher?
Die Forderung der Unterteilung hat zum Ziel, dass im Fehlerfall nicht unbeteiligte Installationsteile abgeschaltet werden, sondern nur direkt betroffene Bereiche. Daraus ergibt sich folglich, dass Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's) bei der Unterteilung ebenfalls berücksichtigt werden müssen.
3. Bestimmung Allg. Merkmale - Instandhaltung
Um die Häufigkeit der Instandhaltung einer bestimmten Anlage festzulegen, erwähnt die NIN drei bestimmende Kriterien.
NIN 3.4
Wird eine regelmässige Instandsetzung einer Anlage durch den Besitzer/Betreiber verlangt, gibt die NIN die folgenden Punkte an:
- Die Kontrolle, Prüfung, Wartung muss leicht und sicher ausgeführt werden können. Dies ist bereits bei der Installation zu beachten. So kann z.B. durch das Anbringen von Steckdosen für Betriebsmittel wie Ventile, Pumpen und dgl. eine Wartung wesentlich erleichtert werden.
- Die Wirksamkeit der Schutzmassnahmen soll während der ganzen Lebensdauer der Anlage sichergestellt werden. Hier könnte als Massnahme z.B. hochflexible Zuleitungen zu Geräten mit Vibrationen helfen, diese Vorgaben zu erfüllen.
- Die Zuverlässigkeit von Betriebsmitteln soll über die vorgesehene Lebensdauer der Anlage gesichert sein. Dies könnten z.B. Schaltschützen sein, welche eine Bemessungsstufe höher gewählt werden, um die Lebenserwartung zu erhöhen.
Verbotszeichen: richten sich an Laien
Warnzeichen: Nähe von spannungsführenden Teilen, höheren bemessungsspannungen >300V :PE; > 400V : L1-2 (bei extremen leitungslängen- Motoren Kieswerk)
Zusatzzeichen: informieren über weitere el. Gefahren. (Fremdspannung)
Hilfeleistung: el. betriebsräumen, maschinenräumen, Industrie und Gewerbe mit über 300V :PE,
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Basisschutz
Welche Möglichkeiten sieht die NIN vor, um eine zufällige, direkte Berührung spannungsführender Teile in Installationen, Geräten und an Betriebsmitteln ausschliessen zu können?
NIN 4.1.A1 + 4.1.B
Zu den Schutzvorkehrungen für den Basisschutz gehören die folgenden Möglichkeiten:
- das Isolieren aktiver Teile (Basisisolierung),
- das Anbringen von Abdeckungen und/oder Gehäusen,
- Hindernisse, die den zufälligen Zugang zu aktiven Teilen verhindern,
- Montage der spannungsführenden Teile mit genügendem Abstand zu zugänglichen Bereichen in elektrischen Betriebsräumen.
Als minimaler IP-Schutzgrad für Umhüllungen aller Art gibt die NIN IP 2X oder IP XXB an. Bei horizontalen Abdeckungen können die Benützer Gegenstände wie kleine Schrauben, Sicherungspatronen usw. lagern. Daher ist der höhere Schutzgrad IP 4X oder IP XXD verlangt. Hier sind die Öffnungen mit 1 mm 0 klein genug, dass kleine Teile nicht auf die Verdrahtung oder Betriebsmittel fallen können.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Abdeckungen
Für alle Abdeckungen gilt ein Grundsatz hinsichtlich der Demontage. Welche Bedingung stellt die NIN?
NIN 4.1 A2
Alle Abdeckungen, welche spannungsführende Teile abdecken, dürfen sich nur durch Werkzeuge oder Schlösser entfernen lassen.
Als weitere Variante wäre es möglich, dass Endschalter angebracht werden, welche beim Entfernen von Verschalungen die spannungsführenden Teile sofort frei schalten.
4.1 Schutz gegen el. Schlag -ungefährliche Berührungsspannung
Bei welchen drei Massnahmen kann an Teilen einer Anlage oder an Betriebsmitteln keine gefährliche Berührungsspannung entstehen?
Bei einzelnen Installationsteilen oder bei Betriebsmitteln kann durch Anwendung einer der folgenden Massnahmen keine zu hohe Berührungsspannung auftreten:
• durch Anwendung von Kleinspannung ELV,
• durch Einsatz von Betriebsmitteln der Schutzklasse II,
• bei Anwendung der Schutztrennung.
Die Wirkungsweise einer Schutzmassnahme wird in der Regel vom möglichen Körperstrom, welcher im Fehlerfall über ein Lebewesen fliessen kann, beurteilt. Bei der doppelten Isolation und bei der Schutztrennung kann keine Berührungsspannung entstehen
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Verzicht auf PE
Die NIN erwähnt kleine, leitfähige Teile, bei denen ein Anschluss des Schutzleiters nicht notwendig ist. Wie gross dürfen die Abmessungen solcherTeile im Maximum sein?
NIN 4.1.0.3.9
Es handelt sich um kleine, leitfähige Teile mit einer Abmessung von etwa 50 x 50 mm. Hier darf der Anschluss des Schutzleiters entfallen, wenn ein bedeutender Kontakt mit dem menschlichen Körper als unwahrscheinlich erscheint und ein Umfassen nicht möglich ist. Ein typisches Beispiel sind Kabelverschraubungen aus Metall.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Betriebsmittel oder Installationsteil ohne Schutzleiter
Die NIN verlangt, dass alle elektrischen Betriebsmittel grundsätzlich in eine Massnahme zum Schutz gegen indirekte Berührung einbezogen werden. Welche Betriebsmittel bzw. Installationsteile benötigen keinen Schutzleiter?
4.1.A.3 B+E
Die folgenden Betriebsmittel benötigen keinen Anschluss des Schutzleiters:
- Betriebsmittel der Schutzklasse II,
- Betriebsmittel in Stromkreisen mit Schutztrennung, OIO
- Teile von Betriebsmitteln, die wegen ihrer kleinen Abmessung ( etwa 50 x 50 mm) oder wegen ihrer Anordnung nicht umfasst bzw. nicht in bedeutendem Kontakt mit dem menschlichen Körper gelangen können. Dabei muss der Anschluss des PE-Leiters entweder erschwert oder nicht zuverlässig und dauerhaft möglich sein,
- Metallrohre oder Metallumhüllungen zum mechanischen Schutz von Leitungen oder Betriebsmitteln. Ausgenommen sind leitende Rohre in die Leitern mit einfacher Isolation eingezogen sind,
- Anlagen mit Kleinspannung SELV, für PELV gelten Einschränkungen.
Die NIN schreibt den Schutz gegen elektrischen Schlag für Personen und Nutztiere vor. Dabei wird verlangt, dass gefährliche Spannungen im Fehlerfall rasch abgeschaltet werden.
Dieser Grundsatz gilt bei Betriebsspannungen über 50 V - als erfüllt, wenn folgen
- Eine zufällige Berührung spannungsführender Teile erscheint durch geeigneten Basisschutz als ausgeschlossen.
- Die Abschaltzeit wird im Fehlerfall begrenzt auf:, 0,4 s für alle Steckdosen und fest angeschlossenen Verbraucher mit IN > 32 A. Für fest angeschlossene Verbraucher mit IN > 32 A gilt eine maximale Abschaltzeit von 5 s. Dabei sind für spezielle Installationen wie z. B. in der Tierhaltung und im medizinischen Bereich Ausnahmen zu beachten.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - RCD-Steckdosen
Welche Steckvorrichtungen sind grundsätzlich durch RCD's zu schützen? Wie gross ist der l△N des RCD's zu wählen?
NIN 4.1.1.3.3
Es sind sämtliche freizügig verwendbaren Steckvorrichtungen mit IN ≤ 32 A mit einem zusätzlichen Schutz über Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's) zu betreiben. Der maximale IN des RCD's beträgt 30 mA.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Installation ohne RCD
In welchen Situationen ist der Einsatz von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) trotz eindeutiger Forderung der NIN nicht sinnvoll oder sogar gefährlich? Welche Alternativen schlägt die NIN in solchen Fällen vor?
NIN 4.1.0.3.3. Anmerkungen
Bei einem Isolationsfehler löst eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) sofort aus. Das Gerät nimmt dabei keine Rücksicht auf angeschlossene Installationen oder Betriebsmittel. Falls Geräte vor dem Ausschalten zuerst in eine Parkposition gefahren werden müssen, könnte dies negative Auswirkungen haben. Vorstellbar sind die negativen Auswirkungen einer Auslösung einer Baustellenbeleuchtung. Durch die fehlende Beleuchtung könnten im Dunkeln lebensgefährliche Stürze die Folge sein. In solchen Situationen verzichtet die NIN auf den Einsatz der Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's), verlangt aber den Einsatz von anderen zusätzlichen Schutzmassnahmen wie z. B. die Anwendung von Geräten der Schutzklasse II. Für Maschinen, welche in Parkpositionen gefahren werden müssen, liegt eine Alarmierung durch Differenzstrom-Überwachungsgeräte (RCM) mit Stromwandlern nahe. Fliesst ein unzulässiger Differenzstrom, erfolgt eine Alarmierung, die gefährliche Situation kann behoben werden, ohne dass eine direkte Abschaltung mit gefährlichen Auswirkung erfolgt.
Das Bild 4.1.5 zeigt einen Fehlerfall, bei welchem die Zuleitung verletzt und der blanke Aussenleiter direkt berührt werden kann. Hier schützt der Schutzleiter nicht. Der Personenschutz kann nur durch Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen (RCD's) erreicht werden. Als Schutz bei direkter Berührung kann eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) nur gelten, wenn sie keinen grösseren Bemessungsdifferenzstrom I△N als 30 mA aufweist
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Leitende Gehäuse ohne Schutzleiter
Bei welchen Sonderfällen wird bei Geräten mit leitendem Gehäuse auf den Schutzleiter verzichtet?
NIN 4.1.2.2.2.4
An Geräten der Schutzklasse II dürfen keine Schutzleiter angeschlossen werden. Auch bei Installationen mit Kleinspannung SELV ist ein Anschluss des Schutzleiters unzulässig.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Neuer Begriff für Nullung
Die alte Schutzmassnahme Nullung wird in der NIN mit einem neuen Ausdruck bezeichnet. Welcher Begriff wird dafür verwendet?
NIN 4.1.1
Beim Auftreten eines Fehlers soll die Schutzmassnahme verhindern, dass die gefährliche Situation zu lange bestehen bleibt und die fehlerhafte Installation in der zulässigen Zeit abschaltet. Die NIN spricht vom Schutz durch automatische Abschaltung.
Für alle Steckvorrichtungen und fest angeschlossenen Verbraucher mit IN ≤ 32 A sowie für Steckvorrichtungen bis 63 A gibt die NIN eine maximale Abschaltzeit von 0,4 s vor. Für fest angeschlossene Verbrauchsmittel mit IN > 32 A beläuft sich die maximale Abschaltzeit auf 5 s.
Das Bild zeigt die Abhängigkeit der Abschaltzeit t(s) von der Berührungsspannung UB (V~), die auf einen Menschen oder ein Nutztier einwirkt. In der Skizze ist die Abschaltzeit von 0,4 s und auch die zugehörige, maximale Berührungsspannung von 160 V~ mit Pfeilen hervorgehoben. Die Aussage ist deutlich. Die von rechts unten ansteigende Linie zeigt, dass eine Berührungsspannung < 50 V~ ungefährlich ist. Steigt sie über 50 V, wird die zulässige Abschaltzeit sukzessive kürzer, bei einer Berührungsspannung von etwa 160 V~ liegt sie bei 0,4 s, bei noch höherer Spannung noch kürzer.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Wirkung des SPA
Welche Wirkung steht bei der Massnahme Schutzpotenzialausgleich bei indirekter Berührung im Vordergrund?
Der Schutzpotenzialausgleich verbindet sämtliche fremden leitfähigen Teile miteinander. Dabei wird eine mögliche Berührungsspannung gesenkt. Die vorgeschriebenen Abschaltzeiten der automatischen Abschaltung gelten auch mit vorhandenem Schutzpotenzialausgleich. Somit ist das Ziel erreicht, dass ein Mensch bei gleichzeitigem Berühren keine Spannung abgreifen kann.
NIN 4.1.1.3.1.2 B+E
Der zusätzliche Schutzpotenzialausgleich wirkt in der gleichen Art wie der Schutzpotenzialausgleich. Er senkt eine allfällige Berührungsspannung noch weiter. Ein zusätzlicher Schutzpotenzialausgleich verhindert selbst geringe Spannungsdifferenzen. Die Wirkung lässt sich anhand des Bildes erklären. Entsteht ein Körperschluss beim Punkt 1, kann durch die kurze, niederohmige Leiterverbindung zwischen dem Schutzleiter (hier PEN-Leiter) und der mit dem Schutzpotenzialausgleichsleiter verbundenen, metallischen Wasserleitung keine Potenzialdifferenz entstehen. Besteht der Körperschluss hingegen beim Punkt 2, ist die Verbindung sehr lang. Im Fehlerfall entsteht eine Spannungsdifferenz zwischen dem PEN-Leiter und der als Schutzpotenzialausgleich dienenden Wasserleitung. Ein zusätzlicher Schutzpotenzialausgleich an Punkt 2 schafft Abhilfe und verhindert die erwähnte, kritische Situation.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Erdfreier, örtlicher SPA
Wo begegnet man einem «erdfreien, örtlichen Schutzpotenzialausgleichsleiter» und was ist der Unterschied zum normalen Schutzpotenzialausgleich?
NIN: 4.1.C.2 +3
Ein erdfreier, örtlicher Schutzpotenzialausgleichsleiter wird z. B. bei einer Speisung mehrerer Steckdosen ab einem Trenntransformator angewandt. Sein Anwendungsbereich ist begrenzt. Das Bild zeigt die erwähnte Möglichkeit. Der Unterschied besteht darin, dass weder eine direkte, noch eine indirekte Verbindung über leitende Teile zur Erde aufgewiesen werden darf.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Was darf als SPA-Leiter verwendet werden?
Dürfen fremde leitende Teile als Bestandteil des Schutzpotenzialausgleichs verwendet werden? - bzw. des zusätzlichen Schutzpotenzialausgleichsleiters verwendet werden?
NIN: 4.1.1.3.1.2 B+E
Ja, vorhandene Metallteile, wie metallene Rohrsysteme und andere Metallteile dürfen sowohl für den Schutzpotenzialausgleich wie auch für den
zusätzlichen Schutzpotenzialausgleich verwendet werden. Dies gilt jedoch nicht für Gasleitungen. Diese dürfen weder für den Schutz-PA noch für den
zusätzlichen Schutz-PA eingesetzt werden. Die beiden nachstehenden Bedingungen dürften klar sein:
- Der für den Schutzpotenzialausgleichsleiter vorgeschriebene minimale Querschnitt muss eingehalten und dauernd gewährleistet sein.
- Ausbaubare Konstruktionsteile wie Wasserzähler, Ventile müssen überbrückt werden, so dass bei einem allfälligen Ausbau durch eine nichtelektrische Fachkraft kein Unterbruch entsteht.
Leitungen mit brenn- oder entzündbaren Inhalten werden einmal an den SPA angeschlossen und dürfen nicht als Bestandteil des SPA-Leiters verwendet werden.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Dimensionierung des SPA
Welche Regeln gelten für die Dimensionierung des Schutzpotenzialausgleichsleiters?
Die Dimensionierung bezieht sich auf den Querschnitt des massgebenden Stromkreises. Ist eine Blitzschutzanlage angeschlossen, ist der minimale
Querschnitt 10 mm2
- Halber Querschnitt des Hauptschutzleiters
- Mindestens 6mm2 bei Blitzschutz 10mm2
- Maximal 16mm2
NIN: 5.4.4.1 B +E
Der Querschnitt des zusätzlichen SPA richtet sich nach folgenden Punkten:
- Grundsätzlich muss der zusätzliche SPA nie grösser als der Querschnitt des Schutz-PA gewählt werden.
- Wenn der zusätzliche Schutz-PA zwischen einem elektrischen Gerät und einem metallenen Teil eine Verbindung herstellt, muss sein Querschnitt mindestens dem halben PE-Leiterquerschnitt zum Gerät entsprechen. Bei zwei Geräten gilt der kleinere PE-Leiterquerschnitt auch für den zusätzlichen SPA als Mindestquerschnitt. Dabei gelten zusätzlich folgende Bedingungen:
- Der zusätzliche SPA darf bei mechanisch geschützter Verlegung z.B. in Rohren nicht kleiner als 2,5 mm2 gewählt werden.
- Für eine mechanisch ungeschützte Verlegung z.B. direkt auf Gebäudeeile gilt 4 mm2 als Mindestquerschnitt.
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Schutzeinrichtungen im TN-System
Welche Schutzeinrichtungen werden im System TN eingesetzt, um die vorgeschriebenen Abschaltzeiten einzuhalten?
NIN: 5.3.1.1
Die vorgeschriebenen Abschaltzeiten der automatischen Abschaltung werden durch Schutzeinrichtungen wie Schmelzsicherungen, Leitungsschutzschalter, Leistungsschalter erreicht. Diese schalten den Stromkreis beim Auftreten eines Fehlers sofort ab. Dies gilt auch für Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD's).
4.1 Schutz gegen el. Schlag - Belastbarkeit von Mehrfachsteckdosen.
Dürfen Zweifachsteckdose von zwei Netzpolen oder eine Dreifachsteckdosen von drei Netzpolen gespeist werden darf. Die einen geben vor, dies sei gängige Installationspraxis, die andern melden Bedenken an, wegen der möglichen hohen Stromsumme auf dem Neutralleiter.
Steckdosen Typ 12 und 13 haben folgende Kenndaten: L + N + PE 250 V 10 A
Steckdosen Typ 23 und 25 haben folgende Kenndaten: L + N + PE 250 V 16 A
Sie beziehen sich auf die Gesamtheit aller zu einer Einheit zusammengefassten Einzelsteckdosen. Zwar werden diese auch einzeln geprüft entsprechend dem Gesamtbemessungsstrom.
Die Prüfung der dielektrischen Festigkeit und die Beurteilung der Luft- und Kriechabstände erfolgen aufgrund der Bemessungsspannung von 250 V.
Auf Grund der Prüfung nach der geltenden Norm SN 441011 ist es nicht zulässig, Mehrfachsteckdosen aus mehr als einem Polleiter anzuspeisen.
Die NIN spricht von den Schutzklassen Obis III. Die vier Schutzklassen haben folgende Eigenheiten:
- Schutzklasse 0: Der Schutz wird allein durch die Basisisolierung erreicht. Weil sie weder einen Schutzleiteranschluss noch eine zweite Isolierung besitzen, dürfen solche Geräte nur in Räumen mit nicht leitendem Bereich benützt werden. Die Geräte der Schutzklasse O sind in der Schweiz nicht mehr zugelassen. •
- Schutzklasse I: Diese Geräte besitzen eine Basisisolierung und alle leitenden Körper sind durch Anschluss an den Schutzleiter gegen indirektes Berühren geschützt.
- Schutzklasse II: Sie ist bei Handgeräten am meisten verbreitet. Zusätzlich zur Basisisolierung wird eine zweite oder verstärkte Isolierung angebracht, sodass die Bedingungen der Schutzisolierung erfüllt sind. Ein Anschluss des Schutzleiters ist unzulässig.
- Schutzklasse III: Hier besteht der Schutz durch den Einsatz von Kleinspannung ELV. Aktive Teile dürfen berührbar sein, weil keine Spannungen über 5O V - auftreten. Als weitere Bedingung muss es sich bei der eingesetzten Kleinspannung um Sicherheits-Kleinspannung SELV oder Schutz-Kleinspannung PELV handeln.