Hämatologie

BMA 21-24

BMA 21-24


V. K.
Diese Lernkarten decken das Fachgebiet der Hämatologie auf Universitätsniveau ab. Sie umfassen die Diagnostik und Morphologie von Erkrankungen wie Leukämie, Lymphomen und myelodysplastischen Syndromen (MDS), wobei auch die Bedeutung von Knochenmarkbefall und spezifischen Zelltypen wie Blasten und Plasmazellen betont wird. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Blutkrankheiten spezialisieren, da sie detaillierte Informationen zu Symptomen, Verläufen und genetischen Aberrationen bieten.
Karten
70
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
05.01.2024 / 01.10.2025

Lernkarten

Vervollständige den folgenden Satz:  Ein leukoerythroblastäres Blutbild ist...

Welche verdachtsdiagnostisch wichtige Auffälligkeit ist im oben aufgeführten Blickfeld aus dem Blutbild von Frau E. E. erkennbar? Wähle die korrekte Antwort

Bei Frau Ellensberger wurde in der Hämatologischen Klinik eine Knochenmarkpunktion durchgeführt, leider nicht sehr erfolgreich: die Aspiration war eine punctio sicca.

 Wie erklärst du dir diese punctio sicca bei Frau Ellensberger

Welcher der folgenden molekulardiagnostischen Pfade ist sinnvoll in der  Abklärung einer MPN? Wähle die korrekte Antwort. 

Welche der folgenden Aussagen ist korrekt?

Nenne grob die Einteilung der myeloischen Neoplasien nach WHO 2016

Akute myeloische Leukämien

Myeloproliferative Neoplasien

Myelodysplastische Syndrome

MDS/MPN Overlap Syndrom

Was sind Myeloproliferative Neoplasien – definiere

MPN sind eine Gruppe von Erkrankungen aufgrund erworbener, klonal entarteter Stammzellen im Knochenmark. Sie haben eine unkontrollierte Proliferation hämatopoetischer Zellen zur Folge, dabei reifen die Zellen aus

Nenne die vier klassischen MPN.

CML – chronische myeloische Leukämie

P. vera / PV – Polycythaemia vera

ET – Essentielle Thrombozythämie

PMF – Primäre Myelofibrose

Diagnose MPN – nenne die diagnostischen Schritte.

Grosses Blutbild inkl. Reti und Diff, KC Routine Parameter, LDH, Harnsäure, Knochenmarkaspirat und –biopsie, molekulargentische Diagnostik, ev. Zytogeneti

Die Molekulare Diagnostik macht einen entscheidenden Teil der MPN-Diagnostik aus. Zeige schematisch den Diagnosepfad auf, von den bei den klassischen MPN zu bestimmenden genetischen Veränderungen

BCR-ABL1 -> falls neg. -> JAK2 -> falls neg. -> CALR -> falls neg. -> MPL

CML-> erkläre die Pathogenese, was bewirkt die t9;22

Bewirkt überaktivierte ABL-Tyrosinkinase massive zytokinunabhängige Proliferation/Überproduktion der Granulopoese mit Ausreifung!

Gesteigerte Proliferation, verminderte Adhäsion und verminderte Apoptose

Therapie bei CML (BCR-ABL pos)

Tyrosinkinaseinhibitor: Hemmen kompetitiv die ATP - Bindungsstelle der BCR -ABL1 Tyrosinkinase – Hemmung der Proteinphosphorylierung – Signalübermittlungskaskade wird unterbrochen – Zelle geht in Apoptose

Antiproliferativ und selektiv

Nenne die drei Phasen der CML:

Chronische Phase: − Unter TKI heute praktisch normale Lebenserwartung

− Akzelerierte Phase: − zunehmende klinische Symptome, − Blastenzahl >10%, <19 %, − zunehmende Basophilie − Klinisch geringe Relevanz, wird in der neuen WHO-Klassifikaton wegfallen

− Blastenkrise: − > 20 % im PB und/oder KM, − Übergang in AML oder B-ALL

Nenne die BCR-Abl negativen MPN

PV, ET und PMF

Für was stehen die Buchstaben MPN?

Myeloproliferative Neoplasien

Zeige die Unterschiede der 4 Entitäten (CML, PV, ET, PMF) auf

CML: vorherrschend Myelopoese gesteigert, Verlauf in drei Phasen (chronisch, akzeleriert, Blastenschub)

PV: vorherrschend Erythropoese gesteigert, Verlauf präpolyzythämisch, klassisch, postpolyzythämische Myelofibrose

ET: vorherrschend Megakaryopoese gesteigert

PMF: im Anfangsstadium Steigerung der Megakaryozyten, später Fibrosierung des Knochenmarks.

Erkläre die massive Milzvergrösserung, welche zu den typischen Symptomen einer PMF gehören.

Aufgrund der zunehmenden KM-Fibrose und der somit verdrängten Hämatopoese wandern hämatopoetische Stammzellen in Milz und Leber und beginnen mit einer extramedullären Blutbildung vorwiegend in der Milz und auch Leber. Daraus resultierte eine Splenomegal

Welche Rolle spielen die Megakaryozyten bei der Entstehung einer Primären Myelofibrose? Erkläre den Pathomechanismus.

Die entarteten Megakaryozyten sezernieren fibroblastenstimulierende Wachstumsfaktoren – die Fibroblasten proliferieren reaktiv - daraus resultiert die Fibrose im KM

Welche der folgenden Aussagen treffen zu? Kreuze die korrekten Antworten an

Nenne 3 mögliche Ursachen einer relativen Erythrozytose

Wiederholtes Erbrechen, anhaltender Durchfall, übermässiges Schwitzen

Nenne 3 mögliche Ursachen einer sekundären Erythrozytose.

Rauchen, COPD, Höhentraining, Gabe von rekombinantem EPO, Erythropoetinproduzierende Tumore

Mit dem Nachweis welcher Mutation kannst du eine P. vera bestätigen?

JAK2

Wie kommt es bei der P. vera zu einer erhöhten Erythrozytenzahl trotz tiefem Erythropoetinspiegel im Serum? Erklä

Die Mutation in der Januskinase Typ 2 hat einerseits eine wachstumsfaktorunabhängige Aktivierung des JAK-STAT Signalweges zur Folge, daraus ergibt sich die unkontrollierte autonome Überproduktion der Erythrozyten. Andererseits bewirken schon kleinste Mengen an EPO eine massive Proliferation der Erythropoese (hypersensitiv auf Zytokine)

Welche Aussagen treffen zu? Kreuze die richtigen Antworten an.

Was bezeichnen wir als eine Meningeosis leucaemica? Erkläre den Begriff. 

Infiltration des Liquorraums durch leukämische Zellen

Was ist eine Akute Leukämie? Erkläre kurz und präzise

= hochpathologische Proliferation von klonalen, abnorm transformierten hämatopoetischen Stammzellen

Was ist das für eine Zelle:

Faggot-Zelle -> Promyelozytenleukämie-> APL

Welcher Stoff ist essentiell in der frühen Therpie der Akuten Promyelozytenleukämie?

ATRA (all-trans Retinsäure)

Lässt die Promyelozyten ausreifen und verhindert so eine DIC

Erkläre die Pathogenese der MDS

Erste Defekte an hämatopoetischen Stammzellen führen zur genomischen Instabilität, welche wiederum weitere Defekte nachziehen – daraus folgt eine stufenweise maligne Entartung, eine schrittweise Akkumulation von genomischen Schäden. In frühen Stadien besteht eine gesteigerte Apoptose, welche die Zytopenien in der Peripherie zur Folge haben. In einer Gruppe der MDS-Patienten kommt es zudem zu einer Zerstörung der Vorläuferzellen durch T-Zellen. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu einem Proliferationsvorteil der entarteten Blasten, zu einer verminderten Apoptose und zur Verdrängung der gesunden Hämatopoese. Alteration des Mikroenvironment im KM: Auch das Knochenmarkstroma spielt eine wichtige Rolle. Zur Aufrechterhaltung der Erkrankung der MDS-Hämatopoese schafft die Knochenmarknische eine günstige Umgebung für die MDS-Hämatopoese.

Nenne drei Ursachen, die zu einem MDS führen können.

Alter, jahrzehntelange Benzolexposition, Radioaktive Strahlenexposition, nach Chemo- und Radiotherapie, (eine spezifische Ursache, welche zur klonalen Entartung führt, ist oftmals unbekannt)

Nenne die vier minimalen diagnostischen Kriterien für ein MDS

Zytopenien (eine oder mehrere): HB <100 g/l, Neutro < 1,8 G/l, Tc <100 G/l Dysplasien in einer oder mehreren Zellreihen im KM oder peripheren Blut Blasten <20 % Ausschluss anderer hämatopoetischer oder nichthämatopoetischer Erkrankungen, welche Zytopenien und /oder Dysplasien verursachen können

Bei den MDS siehst du im Labor häufig im PB (peripheren Blut) eine Zytopenie, im Knochenmark jedoch eine Hyperplasie. a. Wie bezeichnet man diese Diskrepanz?  b. Erkläre, wie es bei den MDS dazu kommt.

a) Ineffektive Hämatopoese

b) Durch die klonale Entartung der hämatopoetischen Stammzellen kommt es zu einer Fehlbildung der Hämatopoese und in Anfangsstadien zu einer erhöhten Apoptose im Knochenmark.

Wieso gestaltet sich die Diagnose MDS als schwierig?

Die Diagnostik besteht aus einem konsequenten Ausschluss anderer Erkrankungen, welche ebenfalls die Symptome eines MDS auslösen können

Beschreibe die diagnostisch sinnvollen Schritte bei Verdacht auf MDS (Vd. a. MDS).

• Blutstatus, mikroskopische Differenzierung, Retikulozyten • Parameter der klinischen Chemie (z.B. Vitamin B12, CRP usw.) • Knochenmarkzytologie inkl. Eisenfärbung, ev. auch PAS-, Peroxidase- und Esterasefärbung • Zytogenetik aus KM-Aspirat • Molekulare Diagnostik: NGS  • Immunphänotypisierung aus Knochenmark zur Bestimmung aberranter Reifungsmuster der Myelopoese, Quantifizierung und Bestimmung des Expressionsmuster der Blasten, ev. Ausschluss eines PNH-Klons • KM-Biopsie • Klin. Chem. Parameter: Vit. B12, Ferritin, EPO, LDH

Welche Therapiemöglichkeiten bei MDS kennst du? Nenne 5 davon

Erthrozytenkonzentrate und Eisenchelattherapie - EPO, G-CSF - Immunsuppressiva - Lenalidomid bei isolierter del(5q) - Vidaza - Allogene Stammzelltransplantation 

Die MDS gelten als präleukämisch." Stimmt diese Aussage? Begründe

Ja: es kommt zu einer schritt-/stufenweise Entartung, welche in fortgeschrittenen Stadien zu einer Proliferationssteigerung und Antiadoptose der Blasten führt (multistep leucaemogenesis).

Wie lautet die Mindestanforderung an die Dysplasiezeichen, damit eine Zellreihe bei den MDS als dysplastisch gilt?

Mind. 10 % der Zellen einer Zellreihe müssen Dysplasiezeichen aufweisen

Wie unterscheidest du eindeutig ein MDS von einer Akuten myeloischen Leukämie?

Anzahl Blasten: ab 20 % Blasten im KM oder PB spricht man von einer AL

! Ausnahme: folgende Aberrationen gelten unter anderen als AML auch bei geringerer Blastenzahl t(8;21), inv16, t(15,17), s. Phase 4 Akute Leukämien.

Beurteile folgende Abbildungen: a. Benenne die Färbung, bzw. den Test. b. Beschreibe das Bild. c. Zeige den Bezug zum MDS auf

a. Eisenfärbung (Berliner-Blau-Reaktion) b. Ringsideroblasten erkennbar c. = Dysplasiezeichen der Erythropoese, beim MDS oft aufgrund von mut. SF3B1, daraus folgt eine Eisenverwertungsstörung und das Ferritin wird kernzirkulär in Mitochondrien abgelagert. (Ringsideroblasten können auch reversibel bei chron. Alkoholismus auftreten, ohne Mutationsnachwei

Was ist ein LPL? Definiere

= lymphoplasmazytisches Lymphom. Entartung lymphoplasmazytischer B-Zellen und Plasmazellen, wobei es zur Bildung eines monoklonalen IgM kommt Morbus Waldenström

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