2GM03 Geriatrie
RVF015
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Lernkarten
Erläutern den Begriff Geriatrie und Multimorbidität
Geriartrie: Altersheilkunde, Beschäftigt sich ausschliesslich mit den Krankheiten des Alters
Geriartrische Medizin: Geriatrische Medizin geht über einen organzentrierten* Zugang hinaus und bietet zusätzliche Behandlung in einem interdisziplinären Team an. Hauptziel dieser Behandlung ist die Optimierung des funktionellen Status des älteren Patienten mit Verbesserung der Lebensqualität und Autonomie.
Multimorbiditiät: Multimorbidität bezieht sich auf das Vorhandensein von mehreren chronischen Gesundheitsproblemen oder Erkrankungen bei einer Person gleichzeitig. Diese Erkrankungen können miteinander in Verbindung stehen oder unabhängig voneinander auftreten. Die Behandlung von multimorbiden Patienten kann komplex sein, da verschiedene Erkrankungen unterschiedliche Anforderungen an die medizinische Versorgung stellen und sich gegenseitig beeinflussen können.
- erklären die Geriatrischen Leitsymptome
- Kennen den Unterschied zwischen primäre und sekundäre Demenz
Primäre Demenzformen
Ursachen sind Primäre Erkrankung des Gehirns (irreversibel)
Neuro-degenerativ: Häufigste Ursache Alzheimer-Demenz, Fronto-temporale Demenz, Parkinson-Demenz
Vaskulär: Zum Beispiel Multiinfarkt-Demenz oder nach Hirnschlag, Morbus Binswanger
Sekundäre Demenzform
Ursache für Hirnbeteiligung ensteht im Rahmen einer anderen eigenständigen somatischern Erkrankung
--> Im Rahmen einer anderen Krankheit mitbeteiligt, deshalb sekundär
z.B. Hormonelle Störungen, Mangel an Vitaminen, Infektionen im ZNS, Hirn-Tumore, Schädelhirntrauma
- Erklären Ursache, Symptome, Stadien der Demenz anhand der Alzheimerdemenz
Ursachen:
sind vielfältig, in den meisten Fällen liegen neurodegenerative Erkrankungen vor.
Hauptrisiko ist das hohe Alter (ab 65 Jahren)
Symptome:
Klinische Diagnosekriterien der Demenz:
- A. Fortschreitende Gedächtnisstörung (Merkfähigkeit, biografisches und semantische Gedächtnis)
-B. Zusätzlich mindestens eines der folgenden Merkmale
- >Beeinträchtigung des abstrakten Denkens und Urteilsvermögens sowie der Orientierung
- >Beeinträchtigung anderer höherer kognitiver Funktionen (Aphasie, Apraxie, Agnosie, Alexie)
- >Persönlichkeitsveränderung und andere sog, nichtkognitive Störung (emotionale Labilität, depressive Symptome, Sinnestäuschungen, Wahnbildungen
> A und B sind so schwer ausgeprägt, dass sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Alltagskompetenz und Sozialbeziehungen führt.
> Chronizität (>6 Monate) und ungetrübtes Bewusstsein
> Ausschluss anderer Ursachen (beispielsweise: Delir, depressive Pseudodemenz, Depression)
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Stadien der Demenz
- Leicht = Es besteht eine kognitive Beeinträchtigung und leichte Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten (z.B. Finanzen, Reisen) gegenüber früher. Der Pat. lebt weitgehend unabhängig zuhause.
- Mittel = Die kogn. Beeinträchtigung & Alltagsbeeinträchtigung sind so stark, dass der Erkrankte punktuell bzw. öfters auf Hilfe angewiesen ist (z.B. Telefonieren, Medikamenteneinnahme, Kleiderpflege, organisieren von Mahlzeiten). Die Lebensführung zuhause ist mit Unterstützung möglich.
- Schwer = Die Kognition & Alltagsaktivitäten sind so stark beeinträchtigt, dass eine kontinuierliche Betreuung notwendig ist (z.B. Nahrungsaufnahmen, Körperpflege, Kontinenz)
- ich kann herausforderndes Verhalten (BDSP) und deren mögliche Ursachen erkennen
80- 90% der dementen Menschen entwickeln vorübergehend oder für immer eine Verhaltensstörung
Im klinischen Alltag ist die Betreuung der Demenzerkrankten Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten besonders herausfordern.
Verhaltensstörungen zeigen sich:
Agitation, Apathie, Herumirren, Misstrauen, Feindlichkeit, Aggression, Schlafstörungen, sexuelle Verhaltensstörung (Enthemmen), motorische Unruhe
Psychiatrische Verhaltensstörung: Angst, Halluzination, Wahn, Depression
Als Auslöser gelten vielfältige Ursachen wie Stress, Infektionen, Umgebungswechsel, Operationen, Wechsel der Bezugspersonen, kognitive Veränderung usw.
Grundsätzlich gilt bei BPSD immer zuerst die Ursache suchen und nicht einfach medikamentös behandeln. Nichtmedikamentöse Interventionen sind besser und immer erste Wahl -> Sie sind erfolgreicher und haben keine Nebenwirkungen
Neuroleptika Risiken:
- Erhöhen 2-4 x mehr die Gefahr eines Schlaganfalls
- Mortalität ist erhöht
- extrapyramidale (anticholinerge) Nebenwirkungen (=Dyskinesien, Stürze)
- orthostatische Hypotonie, Diabetes Gewichtszunahme
- Kennt das Serial Trial Intervention (STI) und kann dieses anwenden
Serial Trial Intervention (STI)
Das STI ist ein 5-stufiges Modell und soll dem Betreuungspersonen helfen, gezielt die Ursachen eines herausfordernden Verhaltens zu erfassen und entsprechende Massnahmen einzuleiten.
1. Schritt: Körperliches Assessment
Es wird geprüft, ob unbefriedigende körperliche Bedürfnisse vorliegen.
2. Schritt: affektives Assessment
Dieser Schritt ist in der Akutsituation häufig relevant, denn affektive Bedürfnisse beschreiben den psychischen Zustand und beeinflussen das Wohlbefinden.
3. Schritt: Nicht medikamentöse Interventionen
Pflegende nutzen nichtmedikamentöse Massnahmen wie Massagen, ASE, Ablenkung, Beschäftigung, Biographiearbeit
4. Schritt: Versuchsweise Gabe eines Schmerzmittels
Wenn alles Bisherige nichts nützt, sollte man die Schmerzmedikation anschauen, anpassen.
5. Schritt: Beratung mit Arzt und versuchsweise Gabe eines Psychopharmakas
Wenn bis jetzt keinen Erfolg erzielt wurde, ist jetzt nach Rücksprache ein Psychopharmaka. Versuchsweise möglich.
- Kennt Grundlagen zu Betreuung demenzerkrankten Menschen im Akutspital
gemäss Kitwood zentral
"Im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen ist es wichtig, nicht die eigene Wahrheit und Realität als Grundlage für die Beziehung zu nehmen, wie dies normalerweise in der Beziehung zu anderen Menschen geschieht. Der an Demenz leidende Mensch hat seine eigene Wahrheit und Realität, die nicht immer leicht zu erkennen ist. Deshalb ist die Gefühlsebene entscheidend für eine positive Beziehungsgestaltung. Seine Gefühle müssen wahrgenommen und angesprochen werden, so kann Vertrauen und Sicherheit aufgebaut werden.
Wichtig ist dabei, dass sich die Pflege nicht an objektiven Bedarf orientiert, sondern die individuellen Bedürfnisse/ Wünsche des an Demenz erkrankten Menschen. Dies kann zu einem Widerspruch zwischen bestehenden Auflagen, Regeln stehen.“