ZHAW Pflege _ BA.PF.D. 101 _ Geriatrie, Onkologie,

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F. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Geriatrie und Onkologie im medizinischen Kontext. Sie decken Themen wie Nierenfunktionen, Harnsteine, Dialyseverfahren, Niereninsuffizienz und deren Ursachen sowie die Behandlung von Harnwegsinfektionen ab. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Fachkräfte, die sich mit der Diagnose und Therapie von Nierenerkrankungen und verwandten Störungen vertraut machen möchten.
Flashcards
72
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
24.10.2023 / 03.09.2025

Flashcards

Was versteht man der Multimorbidität?

Multimorbidität bedeutet, dass eine Patientin oder ein Patient gleichzeitig unter mehreren Krankheiten leidet.

Was versteht man unter der Polypharmazie ?

Unter Polypharmazie versteht man die gleichzeitige und dauerhafte Einnahme von mindestens fünf verschiedenen Arzneimitteln. Sie ist meist die Folge einer Multimorbidität oder einer nicht ausreichend koordinierten Behandlung durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen.

Was ist der Unterschied zwischen der Gerontologie und der Geriatrie?

Gerontologie: Alters- oder Alternsforschung: beschäftigt sich mit den körperlichen, seelischen und sozialen Vorgängen des Alterns

Geriatrie: Lehre von den Krankheiten des alternden und des alten Menschen einschließlich Prävention (=Vorbeugung), Behandlung und Rehabilitation (=Wiederherstellung); gewissermaßen der medizinische Zweig der Gerontologie.

Nenne die 5 "geriatrische Riesen"

Geriatrische Riesen

  • - Immobilität
  • - Instabilität
  • - Latrogene Erkrankung  (Iatrogen bedeutet „durch einen Arzt verursacht“.)
  • - Inkontinenz
  • - Geistige Beeinträchtigung

Was versteht man unter einer Sarkopenie?

Als Sarkopenie bezeichnet man den degenerativen altersbedingten Abbau der Skelettmuskulatur.

Was ist die führende Ursache für Behinderung im Alltag (Geriatrie)

Stürze

Nenne den Test mit welchen man den orthostatischen BD überprüfen kann:

Schellong Test

Wie läuft der "Dual Task" Test ab und wann wird er eingesetzt?

Dieser Test wird zur Sturzrisikoeinschätzung durchgeführt.

1 - Patient läuft eine Strecke und fokussiert sich auf das Gehen

2 - Patient läuft die gleiche Strecke und muss z. Bsp. Tiere aufzählen

Der Unterschied im Gangbild und der Gangsicherheit gibt aufschluss auf das Sturzrisiko.

Definiere die Demenz

Chronisch progredienter Verlust intellektueller Fähigkeiten respektive kognitiver Funktionen mit einer Dauer über mindestens 6 Monate. Beeinträchtigung in den persönlichen Aktivitäten des
täglichen Lebens aber keine Bewusstseinseintrübung jedoch Störung des Antriebes, der Affektkontrolle oder des Sozialverhaltens

Was sind typische psychologische Symptome bei einer Demenz?

− Depressivität
− Ängstlichkeit
− Reizbarkeit
− Emotionale Labilität
− Apathie
− Verkennungen
− Halluzinationen

Was sind typische Verhaltenssymptome bei Menschen mit Demenz?

− Hyperaktivität
− Umherwandern
− Agitation
− Aggressivität
− Schlaf-Wach-Rhythmus
− Verweigerung
− Störung der Nahrungsaufnahme
− Sozial unangepasstes Verhalten

Welche 3 Formen des Delirs gibt es?

1 - Rein Hyperaktiv

2 - Rein Hypoaktiv

3 - Gemischte Form

Wie erkenne ein Delir?

Akuter Beginn und flukturierender Verlauf

Störung der Aufmerksamkeit

Denkstörung

Quantitative Bewusstseinstörung

Nenne die Risikofaktoren für ein Delir:

1 - Höheres Alter (65+)

2 - Demenz

3 - Andere Hirnerkrankunge (Stroke, Parkinson, Demenz ec.)

4 - Delir in Vorgeschichte

5 - Psychiatrische Erkrankungen

6 - Nahrungs- und Flüssigkeitsmangel

7 - Seh- und Höhrschwäche

8 - Medikamente

Was sind auslösende Ursachen für ein Delir

  • 1 - Störungen des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushaltes
  • 2 - Medikamente
  • 3 - Immobilisation
  • 4 - Infekte, Stroke, Herzinsuffizienz, SZ
  • 5 - Harnverhalt
  • 6 - Seh- und Höhrstörungen
  • 7 - Unruhige Umgebung

Was kann man bei einem Delir machen?

Identifiziere und behandle reversible Faktoren
− Medizinische Ursachen beheben (Dehydrierung, Elektrolytstörungen, Infektionen u.a.)
− Medikamente kontrollieren
− Infektionen (Katheter möglichst entfernen, wenn möglich)
− Sauerstoffversorgung (Anämie, Hypoxie, Hypotension)
− Schmerzkontrolle
− Sensorischer Input (Hören, Sehen)
− Ausscheidung (Urin, Stuhl)
− Schlafhygiene
− Hydrierung, Ernährung

Was versteht man unter der Neoplasie?

Gewebsneubildung

Nenne das Fachwort für die Gewebsneubildung

Neoplasie

Was versteht man unter den benigne Tumore?

Benigner Tumor:

Tumorgewebe mit grosser Ähnlichkeit zum Ursprungsgewebe (differenziertes Gewebe),

Langsames und verdrängedes Wachstum aber kein Einbrechen in das umliegende Gewebe

Keine Metastasen

Was versteht man unter einem malignen Tumoren?

Maligner Tumor:

Zellen mit Atypien (unterschiedliche Zellgrössen mit unterschiedlichen Zellkernen)

Schnelles und invasives Wachsen

Bildung von Metastasen

Welche Bezeichnungen stehen immer für ein maligner Tumor?

Karzonome - epithelialem Gewebe ausgehend

Sarkom - mesenchymalem Gewebe ausgehend

Welche Gene spielen in der Tumorentstehung eine wichtige Rolle? (Schlüsselgene)

• Protoonkogene: «Normale» Gene einer Zelle, die meist für Wachstumsfaktoren kodieren. Durch eine Mutation können sie in Onkogene überführt werden und als solche zur Synthese von fehlregulierten Proteinen mit unkontrollierter Zellproliferation führen (unkontrolliertes Tumorwachstum).


• Tumorsuppressorgene: Für die Kontrolle von Zellteilung und Zellzyklus zuständige Gene, die ein unkontrolliertes Wachstum hemmen. Sie sind für die Reparatur eines DNA-Schadens oder aber, falls dieser nicht mehr zu reparieren ist, für das Absterben dieser Zelle (= Apoptose) zuständig.

Eine Mutation eines Tumorsuppressorgens erhöht somit die Möglichkeit einer
unkontrollierten Zellproliferation (analog zu einem mutierten Protoonkogen)

Welche zwei Viren zeigen einen Zusammenhang mit einer Tumorerkrankung?

Am besten untersucht sind bestimmte DNA-Viren und die mit ihnen assoziierten Tumoren:


• Humanes Papillomavirus (HPV): Prominentestes Beispiel: Zusammenhang zwischen HPV-Infektion und Zervixkarzinom;
• Hepatitis-B-Virus (HBV): Zusammenhang zwischen HBV-Infektion und hepatozellulärem Karzinom;

Die DNA-Viren entfalten ihre Wirkung v. a. durch eine Inaktivierung bestimmter wirtseigener Proteine der Zellzyklusregulation, sodass die Zelle
der physiologischen Regulation entzogen wird.

Nenne die 4 Stadien der Tumorentstehung:

Die Entwicklung von einer gesunden Zelle zum invasiven Malognom verläuft in volgenden Stadien:

1 - Dysplasie: Atypische Zelle mit Veränderungen

2 - Präkanzerose: Dysplastische Gewebeveränderungen mit einem erhöhten Entartungsrisiko

    * fakultative Präkanzerose: manchmal, aber nicht immer entwickelt sich ein maligner Tumor

    * obligate Präkanzerose: im Verlaufe der Zeit entwickelt sich immer ein maligner Tumor

3 - Carcinoma in situ: Maligner Tumor der die Basalmembrane noch nicht perforiert hat

4 - Früh- und Mikrokarzinome: Maligner Tumor welcher die Basalmembrane zwar durchbrochen hat, aber noch lokal begrenzt ist.

5 - Invasives Malignom mit ev. Metastasen

Was versteht man unter den B - Symptome?

Drei Symptome treten bei Tumorerkrankungen gehäuft gemeinsam auf: Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme. Diese drei Krankheitszeichen werden unter dem Begriff B-Symptomatik zusammengefasst.

Nenne 3 Systemische Tumorfolgen:

• Tumorkachexie durch eine katabole Stoffwechsellage und Appetitverlust


• Tumoranämie, z. B. durch tumorbedingte Verdrängung des hämatopoetischen Gewebes, rezidivierende Tumorblutungen oder paraneoplastische Antikörper gegen Erythrozyten


• Tumorfieber, z. B. durch pyrogene Substanzen aus zerfallendem Tumorgewebe oder im Rahmen einer Sekundärinfektion

Was versteht man unter einem Phänotyp im Bezug der Tumordiagnostik?

Ursprungsgewebe des Tumors; Welches ist das Ursprungsgewebe?

Welche 3 Begriffe sind wichtig für die Diagnostik und Therapie in der Onkologie:

Phänotyp des malignen Tumors; Welches ist das Ursprungsgewebe?

Grad der Differenzierung (Grading): Bsp. G1 (wenig differenziert) - G4 (stark differenziert)

Stadieneinteilung (Staging); Tumorausbreitung im Körper Bsp. :TNM

T: Grösse des Primärtumors und Tiefe der Infiltration
N: Sind regionären Lymphknoten befallen und wenn ja, welche?
M: Fernmetastasen vorhanden, ja oder nein?

Nenne gezielte Untersuchungen bei Verdacht auf ein Tumorleiden: (4)

Bildgebende Verfahren (Sonographie, konventionelles Röntgen, CT, MR, PET-CT, Szintigraphie)

Endoskopische Verfahren (obere Panendoskopie, Koloskopie, Bronchoskopie, Thorakoskopie)

Punktion und/oder Biopsie des Tumors mit zytologischen und/oder histologischen Untersuchungen; allenfalls Suche nach Hormonrezeptoren (z.B. bei Mammakarzinom) oder nach Mutationen, die eine «gezielte» Chemotherapie erlauben (z.B. bei bronchialem Adenokarzinom)

Gezielte Laboruntersuchungen, z.B. Tumormarker:
• PSA bei Verdacht auf Prostatakarzinom
• Alpha-1-Fetoprotein bei Verdacht auf Leberzellkarzinom
• karzinoembryonales Antigen (CEA) bei Verdacht auf Kolonkarzinom

Was versteht man unter einem kolorektalen Karzinom?

Nahezu alle Formen im Dickdarm und Mastdarm (kolorektales Karzinom) sind Adenokarzinome, die sich auf der Schleimhaut im Dickdarm (Kolon) und Mastdarm entwickeln. Das kolorektale Karzinom beginnt als knopfähnliche Schwellung auf der Darm- oder Mastdarmschleimhautwand und wird Polyp genannt.

Erläutere die Funktion der Niere:

Entgiftung Entfernung von Stoffwechselendprodukten aus dem Blut (z.B. Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Na-, Cl- und H-Ionen) und von Medikamenten und deren Metaboliten.
Regulation Wasserhaushalt, Blutdruck, Elektrolyte, Säure-Basen-Haushalt
Produktion Synthese von Hormonen und Enzymen:
- Renin: reguliert über das Angiotensin-Aldosteron-System den Blutdruck und den Wasser-und Elektrolythaushalt
- Erythropoetin: Wachstumsfaktor der Erythropoese
- Calcitriol (aktive Form von Vitamin D): reguliert den Kalziumstoffwechsel

Aufbau der Niere: Was ist das Nephron?

Die funktionelle Einheit der Niere ist das Nephron, welches in den Nieren millionenfach vorkommt. Es besteht aus dem Glomerulum, wo der Primärharn (ca. 180 l/d) aus dem Blut abfiltriert wird, und dem Tubulus (proximaler Tubulus, Henle-Schleife, distaler Tubulus). Aus letzterem gelangt der Sekundärharn (ca. 1.5 l/d) via Sammelrohr ins Nierenbecken und den Ureter.


Mit dem Alter nimmt die Anzahl der Nephrone physiologischerweise ab: mit 80 Jahren nur noch 2/3 der Nephrone vorhanden!

Aus was besteht Urin?

• 95% Wasser
• Harnstoff (aus Eiweiss-Abbau)
• Harnsäure (aus Nukleinsäure-Abbau)
• Kreatinin (aus Muskelstoffwechsel)
• Diverse Salze
• Phosphat
• organische Säuren (Oxalsäure)
• Diverse weitere Abbauprodukte aus Stoffwechsel/Medikamenten

Dysurie = ?

Erschwerte Miktion.

Dysurie ist eine schmerzhafte oder unangenehme Blasenentleerung, in der Regel verbunden mit Stechen und Brennen. Einige Erkrankungen verursachen eine schmerzhafte Schmerz über der Blase oder dem Perineum. Dysurie ist ein extrem häufiges Symptom bei Frauen, aber es kann auch bei Männern jeden Alters auftreten.

Nykturie = ?

Nykturie ist die medizinische Bezeichnung für nächtlichen Harndrang, wenn der Nachtschlaf für einen Toilettengang unterbrochen werden muss.

(Oft bei Herzinsuffizienz der Fall... in der Nacht entleert der Körper den am Tag eingelagerten in ödemen Flüssigkeit)

Nenne unspezifische Symptome bei fortgeschrittener Nierenerkrankung:

• Müdigkeit, Leistungsintoleranz
• Ödeme
• Trockene Haut, Juckreiz
• Nausea, Erbrechen
• Dyspnoe und Thoraxschmerzen (Perikarditis/Pleuritis)

Nenne die Leitsymptome bei Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege:

Diurese und Miktion:

  • Polyurie (> 2 l Urin/d)
  • Oligurie (< 500 ml Urin/d)
  • Anurie (< 100 ml Urin/d)
  • Algurie: Schmerzhafte Miktion
  • Dysurie: Erschwerte Miktion
  • Harnverhalt: keine Miktion möglich
  • Pollakisurie: häufige kleine Miktionen
  • Nykturie: häufige nächtliche Miktionen
  • Harninkontinenz: unwillkürlicher Harnabgang
  • Hämaturie: Blut im Urin

Flankenschmerzen

  • Koliken z.B. bei Ureterolithiasis
  • Dauerschmerz z.B. bei Pyelonephritis

Fieber

  • Infekt

Was sind Risikofaktoren für die Entwichlung einer chronischen Nierenerkrankung?

  • Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie
  • Familiäre Belastung für Nierenkrankheiten
  • Chronische/rezidivierende Harnwegsinfekte
  • Systemerkrankungen mit möglicher Nierenbeteiligung (Vaskulitis, Lupus erythematodes u.a.)
  • Therapie mit potentiell nephrotoxischen Medikamenten (NSAR, Antibiotika, Chemotherapien u.a.)

Wie nennt sich Glucose im Urin und wie kommt es dazu?

Als Glukosurie bezeichnet man eine unphysiologisch hohe Ausscheidung von Glukose mit dem Urin.


Diabetes mellitus: Die Nierenschwelle liegt bei einer Blutglucose von >9-10 mmol/l SGLT2-Hemmer (z.B. Empaglifozin) senken die Nierenschwelle
Erkrankung der Nierentubuli: Reduzierte Resorption der Glucose aus dem Primärharn
(Eine leichte Glucosurie ist bei Schwangerschaft normal.)

Was sind Ketone und wie kommt es zur Ketonurie?

Ketonurie
Ketone finden sich im Urin bei gesteigerter Fettverbrennung (Lipolyse) wegen
intrazellulärem Glucosemangel (Insulinmangel bei Diabetes mellitus oder
fehlende Glucosezufuhr beim Hungern)

Die Ursache einer Ketonurie liegt in der Störung des Kohlenhydratstoffwechsels und dem daraus resultierendem Glykogenmangel der Leber. Durch den verminderten Kohlenhydratstoffwechsel kommt es zu einer Vermehrung des Fettstoffwechsels, um den Energiebedarf des Körpers zu decken. Als Stoffwechselendprodukte der freien Fettsäuren fallen Ketonkörper und insbesondere Aceton an und werden mit dem Urin ausgeschieden.

Étudier