ZHAW Pflege _ BA.PF.D. 101 _ Herz/Kreislauf/Verdauung

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F. C.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie, Pathologien und Therapien des Herz-Kreislauf- und Verdauungssystems, geeignet für Studierende der Medizin. Sie behandeln Symptome, Ursachen und Typen von Erkrankungen wie Hypertonie, Entzündungen und Leberzirrhose, sowie Fachbegriffe und Therapieansätze. Ideal für Medizinstudierende, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Fachwissen vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.09.2023 / 10.10.2023

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Was versteht man unter der Arterienverkalkung und wie ist das Fachwort dafür?

Verhärtung der Arterienwand unabhängig von der Ursache,  Atherosklerose

Wie nennt man die Arterienverkalkung in Fachsprache?

Arterienverkalkung: Laienbegriff für Arteriosklerose und für Atherosklerose

Wann nimmt ein Patient das Medikament "Aspirin" ein?

Wenn er irgendwo im Körper ein vaskuläres Problem hat (gem. Vorlesung)

Bsp. Eine Ruptur eines Arteriosklerosen Plaques welcher zu Thrombozyten (Trombus) führt. Durch das Aspirin möchte man dies vermeiden.

Was sind Risikofaktoren für die Entwicklung der Arteriosklerose? (5)

Hauptrisikofaktoren:
• arterielle Hypertonie
• Diabetes mellitus
• Fettstoffwechselstörungen, (erhöhtes LDL-Cholesterin, erniedrigtes HDL-Cholesterin)
• Rauchen
• positive Familienanamnese (Herz-Kreislauf-Erkrankung bei engeren Verwandten im Alter < 65 Jahren bei Frauen und < 55 Jahren bei Männern)
 

Risikofaktoren 2. Ordnung:
• männliches Geschlecht
• höheres Alter
• Übergewicht
• Bewegungsmangel
• Gicht
• Niereninsuffizienz
• Stress
• Alkoholabusus

Was ist die Substanz welche am ehestens einen Vasospasmus auslösen kann (kann bei einer Arteriosklerose zum Herzinfarkt führen)?

Cocaine

Wo ist die häufigste Lokalisationen (Arterie) für die Arteriosklerose?

Arteriosklerotische Läsionen finden sich am häufigsten an Stellen, an denen die laminare Blutströmung gestört ist, typischerweise an Stellen der
Gefässverzweigung.


Im klinischen Alltag häufig betroffen sind folgende Arterien(-Lokalisationen):
• A. carotis (v.a. Karotisgabel)
• Koronararterien
• Aortenbifurkation
• Femoralisgabel, Femoral- und Tibialarterien


Dementsprechend sind folgende Krankheitsbilder klinisch relevant:
• Schlaganfall
• Herzinfarkt
• periphere arterielle Verschlusskrankheit

Was versteht man unter einem Schlaganfall (Stroke)?

Definition: Folge einer meist «schlagartig» auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn mit regionalem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen (Glucose) und konsekutivem Absterben von Hirngewebe.

Synonyme: Hirnschlag, zerebraler Insult, zerebro-vaskulärer Insult, Apoplexie, «Stroke»

Nach welchen 4 Kriterien zeigt sich ein Stroke bzw. welche 4 Symtpome sollte man beachten?

FAST

F = Face (Halbseitenlähmung)

A = Arms (Arme können nicht seitgleich auf gleiche Höhe gebracht werden)

S = Speech (Sprachstörung / Aphasie)

T = Time (Jede Sekunde zählt !)

Was sind die Leitsymtpome der Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)?

Leitsymptom ist die Claudicatio intermittens. Wegen der arteriosklerotischen Stenose kann die Durchblutung bei erhöhtem O2 -Bedarf (z.B. beim
Gehen) nicht gesteigert werden. Dies führt zu (ischämisch bedingten) Schmerzen, die beim Stillstehen wieder verschwinden.

Wie sieht die operative Therapie bei PAVK aus?

Intervention: Perkutane transluminale Angioplastie (= PTA) mit oder ohne zusätzlicher Platzierung eines Stents (Gefäss-Stütze; Gittergerüst aus Metall oder Kunstfasern)

Was versteht man unter dem PAVK - Akuter Arterienverschluss, wie zeigt er sich und wie sieht die Therapie aus?

Myokardinfarkt und Schlaganfall sind typische Beispiele für einen akuten Arterienverschluss. Ein solcher kann aber auch in peripheren Arterien,
z.B. in Beinarterien auftreten. Ursache ist meist ein Embolus, der aus dem Herzen (z.B. bei Vorhofflimmern) oder aus einer Arterie (meist Aorta) stammen kann.

Klinik: Plötzlich auftretender, heftigster Schmerz mit Parese/ Parästhesien des betroffenen Beines. Befund: Kaltes, weisses (nicht geschwollenes!) Bein.

Therapie: Meist chirurgisch (Entfernung des Thrombus oder des Embolus).

Was sind die wichtigsten Symptome der PAVK: Akuter Arterienverschluss? (3Stk)

Das Körperteil ist weiss, ist kalt und bringt starke schmerzen mit sich

Was versteht man unter einem Aneurysma und einer Dissektion?

Definitionen:
• Aneurysma: Krankhafte, umschriebene Ausweitung eines Gefässes (fast immer einer Arterie)
• Dissektion: Aufspaltung der Wandschichten einer Arterie

Nenne die Phatologie, Ursache, Lokalisation, Diagnostik und Therpapie des Aneurysma verum:

Aneurysma verum
Pathologie: Alle drei Schichten der Gefässwand (Intima, Media,Adventitia) sind ausgesackt.
Ursache: Meistens Arteriosklerose.
Lokalisation: Aorta (thorakal und abdominal), Beinund Halsarterien.
Diagnostik: Palpation, Ultraschall, CT-Angiographie.
Komplikationen: Grössenzunahme, Thrombosierung innerhalb des Aneurysmas, arterielle Embolie, Ruptur.
Verlaufsbeobachtung: Wegen der möglichen Grössenzunahme sind nach Erstdiagnose regelmässige Kontrolluntersuchungen (Ultraschall) nötig.
Therapie: Endovaskuläre Behandlung mit Einlage einer Gefässprothese, operative Einlage einer Gefässprothese.

Nenne die Phatologie, Ursache, Lokalisation, Diagnostik und Therpapie des Aneurysma spurium:

Aneurysma spurium (Synonym: Falsches Aneurysma)
Pathologie: Arterienverletzung mit Austritt von Blut und Bildung eines Hämatoms. Dieses wird narbig umgebaut und bildet so die Aneurysmawand.
Ursache: Trauma, Arterien-Punktion.
Lokalisation: Alle Arterien. Häufigste Lokalisation: Im Bereich einer Punktionsstelle (z.B. A. femoralis).
Diagnostik: Palpation (Schwirren), Auskultation (systolisch-diastolisches Strömungsgeräusch), Ultraschall.
Therapie: Kompression, Ultraschall-gesteuerte Injektion von Thrombin oder von Coils (= Metallspiralen), evtl. Operation.

Was versteht man unter einem Aneurysma dissecans/Arteriendissektion (Phatologie, Ursache gesucht)

Begriff: Der Begriff «Aneurysma dissecans» sollte durch den Begriff «Arteriendissektion» ersetzt werden, da eine Dissektion auch ohne aneu-
rysmatische Erweiterung einer Arterie entstehen kann.
Pathologie: Riss in der Intima (= Entry) der Arterie und Einströmen von Blut in die Media. Fortschreitende Aufsplitterung der Gefässwand. Bildung eines „falschen“ Lumens (neben dem „echten“ Lumen). Das Blut kann durch einen zweiten Intimariss (= Reentry) in das ursprüngliche Gefässlumen zurückströmen. Oder es kann zu einem zweiten Riss nach aussen mit akuter Blutung kommen: Rupturierte Arteriendissektion.
Ursachen/Risikofaktoren: Arteriosklerose, arterielle Hypertonie. Verletzung durch Katheter während einer Intervention. Angeborene Bindegewebsschwäche (Marfan-Syndrom, Medianekrosis Erdheim-Gsell)

Nenne die Lokalisation, Symptome und Therapie der Arteriendissektion

Lokalisation: Vorwiegend Aorta (Aorta ascendens, Aortenbogen und Aorta descendens, seltener Aorta abdominalis). Seltener Halsgefässe (z.B.
posttraumatisch) und Viszeralgefässe. Selten Koronararterien (durch Katheter).
Symptome der Aortendissektion: Akut einsetzender, reissendender, von proximal nach distal wandernder Schmerz. Aorta ascendens: eher Thoraxschmerz, Aorta descendens: eher Rückenschmerz.
Symptome der Karotisdissektion: Temporaler, einseitiger Kopfschmerz. Evtl. Hirnnervenausfälle.
Symptome der Vertebralisdissektion: Okzipitaler Kopfschmerz, Übelkeit und Erbrechen.
Diagnostik: Angio-CT.
Therapie Aortendissektion: Blutdrucksenkung, Analgesie, evtl. Operation.
Therapie Karotis-/Vertebralisdissektion: Heparin, orale Antikoagulation, Thrombozytenaggregationshemmer. Selten Stent oder Operation.

Was versteht man unter dem Raynaud-Syndrom (Erkrankungen der Arterien: Spasmen)?

Raynaud-Syndrom: Anfallsartig (v.a. bei Kälte) auftretende Spasmen von Fingerarterien während einiger (höchstens 30) Minuten mit schmerzhafter
Weissfärbung der Finger (meist ohne Daumen). Unangenehm, aber harmlos.

Was versteht man unter dem Sekundäres Raynaud-Syndrom: (Erkrankungen der Arterien: Spasmen)

Sekundäres Raynaud-Syndrom: Identische Symptome, aber auf Basis einer organischen Veränderung (z.B. Vaskulitis). Daumen evtl. mitbeteiligt. Wegen Gefahr einer Nekrose abklärungs- und behandlungsbedürftig.

Warum kommt es zu Kokain-bedingte Arterien-Spasmen?

Kokain-bedingte Arterien-Spasmen: Von klinischer Bedeutung ist v.a. der Kokain-bedingte Myokardinfarkt. Kokain kann Koronarspasmen auslösen, was zusammen mit einer Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck und dem damit erhöhten O 2 -Bedarf zum Infarkt führen kann.

Nenne die Definition, Phatogenese, Symptomatik, Diagnostik und Therapie bei Vaskulitis?

Definition: Entzündung der Gefässwand.
Vorkommen: Arterien und Venen; grosse, mittelgrosse oder kleine Gefässe; der Befall von Arterien ist häufiger und von grösserer klinischer Relevanz.
Pathogenese: Autoimmunprozess.
Symptomatik: Sehr unterschiedlich; abhängig vom Ausmass der Entzündung und vom Organ, das betroffen ist/die betroffen sind (klinische Regel: eine Mitbeteiligung der Nieren ist immer mit einer ernsteren Prognose behaftet).
Diagnostik: Labordiagnostik: Entzündungsparameter und - je nach Krankheitsbild - spezifische Antikörper, z.B. ANCA (anti-neutrophile cytoplasmatische Antikörper) bei Granulomatose mit Polyangiitis (= Morbus Wegener); Biopsie eines betroffenen Organs (z.B. Haut, Niere oder Arterie).
Therapie: Immunsuppressiva (Prednison, Zytostatika, Immunglobuline, Biologika wie TNF-α-Blocker).

Was versteht man unter der Arteriitis temporalis und nenne die Definition, Symptomatik, Therapie und Komplikationen (Ueli Maurer :D )

Arteriitis temporalis
Definition: Entzündung einer (oder beider) Temporalarterien.
Symptome: Uncharakteristisch. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, depressive Verstimmung, Fieber, temporale Kopfschmerzen (nicht obligat!).
Befunde: Verdickte, bei Palpation teilweise schmerzhafte Temporalarterien. BSR massiv erhöht, kein spezifischer AK.
Diagnosebestätigung: Biopsie der Arterie.
Therapie: Bereits bei Verdacht auf Arteriitis temporalis hoch dosiert Prednison.
Komplikation: Irreversible Erblindung infolge einer AION (= anteriore ischämische Optikus Neuropathie).

Was versteht man unter Varizen und der Varicosis und welche Stammvarizen gibt es?

Definition: Varizen sind oberflächliche Venen, die sackförmig erweitert sind, deshalb knotig erscheinen und geschlängelt verlaufen.
 

Einteilung: Nach Erscheinungsbild und Lage werden verschiedene Varizentypen unterschieden:
• Stammvarizen (V. saphena magna und V. saphena parva)
• Seitenastvarizen (kleinere Äste der V. saphena magna und parva)
• retikuläre Varizen (netzartig angeordnete oberflächliche Varizen)
• Besenreiservarizen (kleinste Varizen auf Hautniveau)

Was versteht man unter der VenenThrombose und welche zwei "Arten" von Venenthrombose unterscheidet man?

Thrombose: Lokale, intravasale und intravitale (= während des Lebens auftretende) Gerinnung (Blutpfropfbildung) in einer Vene (= Phlebo-
thrombose) oder in einer Arterie (= arterielle Thrombose).
(Beachte: Der Begriff „Thrombose“ wird sowohl von Fachleuten wie von Laien nahezu immer bei einer venösen Problematik verwendet. Dabei liegt auch bei einem Blutgerinnsel in einer Arterie eine Thrombose vor (siehe oben). Hilfsmittel zur Differenzierung: Welches Medikament wurde eingesetzt? Aspirin → Problem im arteriellen System; Marcoumar/DOAK/LMWH → Problem im Venensystem.

Tiefe Venenthrombose (= TVT oder Phlebothrombose): Verschluss einer tiefen Vene durch eine Thrombose.
Zu 90 % in den tiefen Bein- und Beckenvenen auftretend, wobei
• in ca. 60 % die Beine und
• in ca. 30 % der Beckenbereich betroffen ist.
Oberflächliche Venenthrombose (= Thrombophlebitis): Entzündung und Verschluss einer oberflächlichen Vene.

Was versteht man unter der Phlebitis?

Definition: Entzündung einer oberflächlichen Vene mit Bildung eines Thrombus und Verschluss der Vene.

Nenne die Phatogenese, Symptome und Komplikation bei der Phlebitis

Pathogenese:
• mechanische oder infektiöse Reizung (Venenkatheter)
• chemische Reizung (Infusion von Medikamenten, z.B. Kalium)
• traumatische Reizung (v.a. im Bereich von Varizen)
• systemische Erkrankungen (z.B. paraneoplastisch bei Malignomen: Phlebitis saltans)
Symptome/Befunde: Klassische Zeichen einer Entzündung (Schmerz, Schwellung, Rötung, Überwärmung)
Komplikation: Lokale Abszessbildung und Sepsis. Am Arm keine Gefahr einer Lungenembolie, hingegen bei Thrombophlebitis am
Bein (Ausbreitung über Perforansvenen).

Die Entstehung einer Phlebothrombose wird vorwiegend durch welche drei Faktoren begünstigt (Virchow-Trias)?

• verlangsamter Blutstrom (Stase): u.a. Immobilisierung (z.B. Bettlägrigkeit, lange Flugreise) oder schwere Herzinsuffizienz
• Schädigung der Gefässwand: u.a. Operation oder Verletzung
• Veränderung der Blutzusammensetzung (bzw. erhöhte Gerinnungsneigung): u.a. Schwangerschaft oder angeborene Gerinnungsstörung

Da der Blutfluss in den Beinen schwerkraftbedingt bereits verlangsamt ist, was im Sitzen oder Stehen noch verstärkt wird, ist das Risiko einer Thrombose in den Beinvenen viel höher als in den Armvenen.

Wann kann es zu Armvenenthrombosen kommen?

Armvenenthrombosen können nach extremen Belastungen des Armes entstehen („thrombose par effort“) 

sowie durch Fremdkörper (Venenkatheter, Schrittmachersonde) 

oder durch einen Engpass im Schultergürtel („thoracic outlet syndrome“) begünstigt werden.

Nenne die Risikofaktoren für eine Venenthrombose (11 Stk.)

• angeborene Gerinnungsstörung (z.B. Protein-C- oder Protein-S-Mangel)
• positive Familienanamnese (DD: angeborene Gerinnungsstörung in der Familie)
• Alter
• Trauma, Operation
• Immobilisation (z.B. Langstreckenflug)
• Apoplexie
• Malignom
• Infektion
• orale Kontrazeptiva
• Schwangerschaft, Wochenbett
• Adipositas

Nenne die Symptome und Befunde der Venenthrombose

Symptome: Schmerz, Spannungsgefühl und Schwellung.
Befunde: Schwellung, verstärkte Venenzeichnung, livide Verfärbung (diese 3 Befunde auch im Stehen beurteilen), subfasziales Ödem, Druckdolenz. Immer im Seitenvergleich untersuchen.

Was für Anamnese Zeichen gibt es bei der Venenthrombose (Clinical Assessment) ?

Anm.: Spezielle Zeichen (mit nicht sehr hoher Sensitivität und Spezifität):
• Meyer-Zeichen: Wadenkompressionsschmerz
• Homan-Zeichen: Wadenschmerz bei Dorsalextension des Fusses
• Payr-Zeichen: Fusssohlenschmerz bei Druck auf die mediale Fusssohle

Was für Laborwerte können Aufschluss geben ob eine Venenthrombose vorliegt?

Labor: Bestimmung der D-Dimere. Mit der Entstehung eines Blutgerinnsels setzt auch seine Auflösung ein (= Fibrinolyse). Dabei werden Eiweisse (Abbauprodukte von Fibrin) freigesetzt, deren kleinste Fragmente als sogenannte D-Dimere im Blut nachgewiesen werden können. Ein negativer D-Dimer-Wert schliesst eineThrombose aus, ein positiver Wert kann verschiedene Ursachen haben (TVT, postoperativ, Malignom u.a.) und erfordert eine weitere Abklärung.

Negative D - Dimere Resultat = Keine Thrombose !

Was für eine appartive Diagnostik kann man bei einer Venenthrombose durchführen?

Kompressionssonographie

Tiefe und oberflächliche Venen von Becken, Ober- und Unterschenkel werden sequentiell im Querschnitt komprimiert. Eine fehlende Komprimierbarkeit spricht für einen Thrombus in der Vene.

Nenne das Therapieziel und die Therapie bei einer Venenthrombos:

Therapieziel: Verhinderung von Frühkomplikationen (weitere Ausbreitung der Thrombose und/oder Lungenembolie) und von Spätkomplika-
tionen (Ausbildung eines postthrombotischen Syndroms und/oder einer pulmonalen Hypertonie).
Therapie:
• Kompressionstherapie (Kompressionsbinden, Kompressionsstrümpfe)
• Antikoagulation
• LMWH (= subkutanes niedermolekulares Heparin; z.B. Fragmin®, Clexane®)
• DOAK (= direkte orale Antikoagulantien; z.B. Xarelto®, Eliquis®)
• (unfraktioniertes Heparin (Liquemin®) eher veraltet
• (Vitamin-K-Antagonisten (z.B. Marcoumar®; initial zusammen mit Heparin) eher veraltet
• Bettruhe: Unter ausreichender Antikoagulation und Kompression ist keine Bettruhe notwendig. Selbst Patienten mit Lungenembolie können ambulant behandelt werden.

Nenne die Definition, Phatogenese und Therapie der Chronisch venöse Insuffizienz

Definition: Sammelbegriff für die Folgen einer chronischen Abflussbehinderung im venösen System der unteren Extremität.
Pathogenese: Meist Spätfolge einer Thrombose (postthrombotisches Syndrom), seltener als Folge länger bestehender Varizen. Langsame Entwicklung (über Jahre):
• Abflussbehinderung
• chronische Stauung
• Störung der Mikrozirkulation und des Lymphabflusses
• Entstehung von Hautveränderungen (siehe unten)
Therapie:
• Kompressionstherapie
• Therapie einer allfälligen Varicosis
• bei Ulcus cruris: Wundbehandlung

Was versteht man unter einem Lymphödem?

Definition: Subkutane Flüssigkeitsansammlung infolge eines gestörten Lymphabflusses.

Welche zwei Formen des Lymphödems gibt es und welche Symtpome zeigen sich?

Einteilung und Pathogenese: Aufgrund von unterschiedlichen Entstehungsmechanismen werden zwei verschiedene Formen unterschieden:
• Primäres Lymphödem: ungenügende oder ganz fehlende Anlage von Lymphbahnen in einem oder beiden Beinen; Auftreten des Ödems von der Pubertät bis ins junge Erwachsenenalter; Frauen viel häufiger betroffen als Männer.
• Sekundäres Lymphödem: mechanisches Abflusshindernis infolge Tumor oder Trauma (z.B. Operation wie Axillaausräumung bei Mammakarzinom).
Symptome/Befunde: Schmerzlose Schwellung, die sich unbehandelt mit der Zeit verhärtet. Die Zehen sind mitbetroffen (quaderförmig angeschwollen = Kastenzeichen), und die Haut lässt sich über der 2. und/oder 3. Zehe nicht oder nur sehr schwer abheben (= Stemmer-Zeichen).

Nenne die Definition, Phatogenese, Symptome und Therapie der Lymphangitis

Definition: Entzündung der Lymphgefässe in Cutis und in Subcutis.
Pathogenese: Übergreifen von Erregern aus lokalen Infektionsherden in die Lymphbahnen.
Symptome/Befunde: Streifenförmige und schmerzhafte Rötung entlang der Lymphbahnen. Bei Mitbeteiligung der regionalen Lymphknoten: Schwellung und Druckdolenz der Lymphknoten.
Therapie: Lokale Massnahmen (Ruhigstellung, Kühlung) und Behandlung des Infektes (antibiotisch und allenfalls chirurgisch).

Nenne 5 Ursachen für eine Ödembildung (5Stk) (Wichtig ;)

Mögliche Ursachen einer Ödembildung:
1 (erhöhter Druck in Arteriole)
2 gesteigerte Kapillarpermeabilität (bei einer Entzündung)
3 verminderter kolloid-osmotischer Druck (Albumin zu niedrig)
4 venöse Abflussstörung (Abflussstörung)
5 gestörter Lymphabfluss

Wie nennt sich die grösste Lymphbahn (Wo fliesst die Lymphflüssigkeit hin?)

Ductus thoracicus

Der Ductus thoracicus ist das größte Lymphgefäß des menschlichen Körpers. Es nimmt die Lymphe der zuführenden Lymphgefäße aus der unteren, sowie der linken oberen Körperhälfte auf und mündet in der Regel in den linken Venenwinkel.

Der deutsche Name "Milchbrustgang" ist auf die weißliche Färbung der Lymphe durch ihren Lipidgehalt zurückzuführen.

Étudier