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E. B.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über Depressionen und verwandte Störungen auf Universitätsniveau. Sie decken Symptome, Therapieansätze, biologische und psychologische Ursachen sowie verschiedene klinische Untertypen ab. Besonders hilfreich sind sie für Medizinstudenten und Psychologen, die sich mit der Diagnose und Behandlung von Depressionen vertraut machen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
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Université
Créé / Mis à jour
01.07.2023 / 05.06.2025

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Definition Depression

Die beiden Erkrankungsformen der Depression und der Manie werden unter dem Begriff der "Affektiven Störungen" zu einem Krankheitsbild zusammengefasst. Die bekanntere Form ist die Depression

Unterschie Depression Manien

Depression und Manie werden als affektive Störungen zusammengefasst. Man unterscheidet unipolare Verlaufsformen, das heißt nur die Depression oder - sehr selten - nur die Manie prägen das Krankheitsbild, und bipolare Verlaufsformen, die durch Wechsel von Depression und Manie charakterisiert sind.

Häufigkeit

Die Wahrscheinlichkeit im Laufe eines Menschenlebens an einer Depression zu erkranken beträgt etwa 8 - 12%, damit macht die Depression ungefähr 2/3 der affektiven Störungen aus. Reine Manien kommen nur in einem sehr geringen Ausmaß vor, so dass der bipolare Verlauf fast das restliche Drittel der affektiven Störungen ausmacht

Grundlagen und Ursachen

 

Die Entstehung affektiver Störungen ist im Sinne einer anlagebedingten Verletzlichkeit zu verstehen, die von vielen weiteren äußeren Faktoren beeinflusst wird. Ob ein Lebensereignis eine Depression auslöst, hängt also von der individuellen Disposition ab. Folgende Faktoren werden als ursächlich angesehen:

Genetische Faktoren

In Zwillings-, Familien-, und Adoptionsstudien konnte gezeigt werden, dass bei Verwandten ersten Grades von Patienten mit affektiven Störungen eine Häufung solcher Erkrankungen auftritt. 

Biologische Faktoren

Bei Patienten mit affektiven Störungen ist ein veränderter Neurotransmitterhaushalt festgestellt worden. Unter Neurotransmittern versteht man chemische Botenstoffe, die an der Weiterleitung von Nervenimpulsen beteiligt sind. So fand sich bei Depressiven ein Mangel an den Neurotransmittern Noradrenalin und Serotonin. 

Psychologische Erklärungen

Untersuchungen haben gezeigt, dass im Vorfeld von Depressionen gehäuft krisenhafte Ereignisse, wie der Verlust einer geliebten Person oder anhaltende Konflikte, aufgetreten waren. 

Symptomatik

  • Affektivität: Verstimmung im Sinne von Traurigkeit, Bedrücktheit, Herabgestimmtsein bis hin zu Gefühlen völliger innerer Leere, Verlust der affektiven Modulationsfähigkeit (Gefühl der Gefühllosigkeit, d. h. Unfähigkeit sowohl zu positiven Gefühlen z. B. gegenüber Bezugspersonen oder religiösen Inhalten als auch zu Traurigkeit, Weinen), Gefühle von Sinn- und Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung, Resignation (Es wird nie besser werden!); Unfähigkeit zur Freude und Verlust von Interessen. Gefühle von Insuffizienz und eigener Wertlosigkeit, aber auch Aggressivität gegenüber sich selbst (Suizidgefahr!). Häufig quälende innere Unruhe und/oder Angst (z. B. vor ganz alltäglichen Aufgaben, aber auch irreale und tiefe existentielle Angst). Tagesschwankungen (meist Morgentief mit abendlicher Besserung) von Stimmung und Antrieb
  • Antrieb: Antriebshemmung (gehemmte Depression): Energielosigkeit; Verlust
    von Initiative und Schwung: noch kürzlich bewältigte Alltagsaktivitäten werden zum Problem, erhöhte Ermüd- und Erschöpfbarkeit; Arbeitsunfähigkeit;
  • Denken:
    formal: Denkhemmung. Das Denken ist verlangsamt, einförmig, unproduktiv,
    reduziert auf wenige Inhalte (Schlaf, Stuhlgang, negative Kognitionen), geringe Aufnahmefähigkeit 
  • Kognitive Leistungen: subjektiv quälende Unfähigkeit zu Aufmerksamkeit,
    Konzentration, Auffassung und Lernen 
  • Vitalstörungen und vegetative Symptome: Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafen), zerhackter Schlaf, häufig mit Früherwachen (dann Grübelneigung), aber auch Hypersomnie (atypische Depression); Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme (aber auch -zunahme bei atypischer Depression), Verlust von Libido 

Klinische Untertypen

  • Gehemmte Depression: Diese Form ist gekennzeichnet durch reduzierte Aktivität, bis hin zur Bewegungslosigkeit.
  • Agitierte Depression: Sie zeichnet sich durch ängstliche Getriebenheit, Bewegungsunruhe und unproduktive Hektik aus.
  • Larvierte Depression: Bei dieser Erscheinungsformen stehen körperliche Beschwerden (z.B. Schwindel, Kopfdruck) im Vordergrund.
  • Psychotische Depression: Hierbei treten Wahnideen und Halluzinationen auf.
  • Dysthymia Bei dieser Störung handelt es sich um eine chronische depressive
    Verstimmung leichten Grades. Zwar klagt der Betroffene über Müdigkeit,

Depressions-Sonderformen

  • Spätdepression: Sie tritt nach dem 45. Lebensjahr auf, das Selbstmordrisiko ist besonders hoch.
  •  Altersdepression: Die Ersterkrankung liegt nach dem 60. Lebensjahr.
  • Wochenbettdepression: Nach der Geburt eines Kindes verfällt die Mutter in eine depressive Stimmung.
  • Erschöpfungsdepression: Sie tritt auf nach einer Dauerbelastung oder wiederholten schweren Schicksalsschlägen.

Manie

Diese affektive Störung ist durch folgende Symptome gekennzeichnet: unangemessen gehobene Stimmung, Antriebssteigerung, beschleunigtes Denken und Selbstüberschätzung (bis hin zum Größenwahn)

  • Affektivität: gehobene Stimmung (Hochgefühl, beste Laune, Tendenz zu anhaltender, mitreissender, grundloser Heiterkeit), Selbstüberschätzung
  • Antrieb: starke Antriebssteigerung (erhöhte Aktivität, Tatendrang, Rededrang,
    unermüdliche Betriebsamkeit), evtl. starke (psychomotorische) Erregung, Enthemmung, Promiskuität (Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
  • Denken: formal: Ideenflucht (Denken beschleunigt, häufig auch das Sprechen, Gedankenjagen, ständig neue Einfälle, dabei leichte Ablenkbarkeit und Sprunghaftigkeit
  • Hypomanie: Zustand von deutlich gehobener oder gereizter Stimmung und anderen Symptomen der Manie, der mindestens vier Tage anhält, symptomatisch insgesamt weniger ausgeprägt ist und damit weniger stark in das Leben des Betroffenen eingreift

Zyklothymia (bipolare affektive Störung)

anhaltende Störung, die im frühen Erwachsenenalter beginnt und chronisch verläuft. Es handelt sich um eine Instabilität der Stimmung mit zahlreichen Perioden leichter Depression und leicht gehobener Stimmung.

Verlauf

Affektive Störungen verlaufen phasenweise, d.h. es kommt zu mehr oder weniger ausgeprägten Symptomschüben mit (bei der Zyklothymia abwechselnder) gedrückter oder gehobener Stimmung, die aber nach einer Weile abklingen, so dass die Stimmung bis zur nächsten Phase auf ein normales Niveau zurückkehrt.

Therapie

  • Biologische Verfahren: Lichttherapie,Korrektur des gestörten Wach-Schlaf- Rhythmus, Elektrokrampftherapie
  • Medikamentöse Therapie: Dabei spielen unter anderem die angenommenen Entstehungsfaktoren eine wichtige Rolle. Häufig wird Depression medikamentös durch den Einsatz von Antidepressiva behandelt. Die Auswahl eines Antidepressivums richtet sich nach den erwarteten Nebenwirkungen (z.B. Mundtrockenheit und Blutdrucksenkung), insbesondere aber nach dem Erscheinungsbild. 
  • Psychologische Verfahren: interpersonalen Therapie geht es darum, die negativen Realitäts- und Selbstbewertungen zu prüfen und zu korrigieren. Dabei werden Alltagsprobleme des Betroffenen betrachtet und untersucht, wie der Patient denkt, erlebt und mit seiner Umwelt in Kontakt tritt. Dadurch sollen unrealistische Erwartungen und depressive Gedankenverzerrungen entdeckt werden

Stadien von Depression

  • schweren depressiven Hemmung liegt der Aktivitätsgrad fast vollständig darnieder. In dieser Phase sind Antidepressiva
  • mittelschweren Stadium, d.h. wenn die Antriebssteigerung zugenommen hat und eine Stimmungsaufhellung festgestellt werden kann, stehen strukturierende Maßnahmen im Vordergrund. Es gilt, dem Betroffenen die Möglichkeit zu bieten, wieder aktiv zu werden.
  • leichten bis mittelschweren Depression geht es um die Stärkung des nicht depressiven Verhaltens, um die Förderung der positiven Lebenselemente als Gegenpol zu den negativen. Hier geht es auch um das Hinschauen Bearbeiten der depressionsauslösenden Situationen und Lebensmuster: Beziehungsprobleme, Selbstzweifel, Minderwertigkeit und Versagensängste werden sich als Inhalt der Gespräche anbieten

Umgang mit depressiven Menschen

  • das psychotherapeutische Basisverhalten: • Beachtung der eigenen Gefühle gegenüber Patienten (Leere, Ärger, Mitleid)
    • anteilnehmende Beobachtung (Empathie und innere Distanz)
    • dem Patienten Zeit lassen, sich Zeit nehmen
  • das „helfende Gespräch“: aktives“ zuhören, ernst nehmen
    • Verständnis zeigen
    • Fragen stellen, die das Gefühlsleben des Patienten ansprechen 1. helfen, Situation klar darzustellen und zu erkennen
    • fördert der „Auseinandersetzung mit sich selbst“
    • Gegenfragen stellen, bis Patient sich selbst klarsieht
    • auf paradoxe Kommunikation achten 2. Lösungsmöglichkeiten suchen lassen
    • keine Ratschläge, keine Lösungsangebote von außen!!
    • verschiedene Varianten suchen und gegeneinander abwägen lassen
    • Konsequenzen überdenken lassen
    3. Patient soll Entscheidungen über mögliche Lösungen selber treffen

Étudier