MeMi 2 Parasitologie

ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_MeMi 2

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Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Parasitologie auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Viren, Protozoen und Parasiten. Sie decken Themen wie Infektionen, Wirte, Diagnostikmethoden wie PCR und Antikörpernachweise sowie spezifische Krankheitserreger wie Influenzaviren und Hepatitis-Viren ab. Medizinische Fachkräfte und Studierende profitieren von diesen Karten, um ihr Verständnis der Parasitologie zu vertiefen und ihre diagnostischen Fähigkeiten zu verbessern.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
24.04.2023 / 12.05.2023

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Parasitismus

Lebewesen, die sich zeitweise oder dauernd auf oder in einem anderen, artfremden und meist grösseren Lebewesen (dem Wirt) aufhalten.

Pathogene Eigenschaften

Eukaryoten - Protozoen

Eukaryoten - Metazoen -> Hauptuntergruppen sind: Arthropoden, Nematoden, Plattwürmer

Einzellige Eukaryoten

Mehrzellige Eukaryoten

Kommensalismus

Wertneutrale Partnerschaften, bei denen der Wirt für Lebensraum und Nahrung seines Gastes sorgt, ohne dass ihm daraus Nutzen oder Schaden erwächst.

Beispiele: apathogene Protozoen im Darm von Säugetieren. 

Mutualismus 

Zusammenleben zweier Partner, bei dem beide Vorteile haben, aber die für sich allein ebenfalls lebensfähig sind.

Beispiele: Lebensgemeinschaft von Ameisen/Blattläuse. 

Symbiose 

Zusammenleben artverschiedener Organismen mit einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis.

Symbiose im engeren Sinne: Zusammenleben zweier Partner in einer engen Gemeinschaft, von der ihre Existenz abhängig ist. Beispiele: Natürliche Bakterien und Protozoen im Darm. 

Endoparasiten und Ektoparasiten

Endoparasiten: Im Wirtsinneren (Infektion)

Ektoparasiten: Auf der Oberfläche ihres Wirtes (Infestation)

Infektions- und Übertragungswege

Direkter Kontak Einfachste Form der Übertragung durch Kontakt von Wirt zu Wirt (Räudemilben)

Aktives Aufsuchen des Wirtes (Mücken, Flöhe) und Absetzen von infektösen Stadien auf der Haut (Fliegeneier)

Oraler und faeko-oraler Weg (passiv) Infektionsstadien, die aus dem Kot/Stuhl von Wirten stammen oder in Wasser und Nahrungsmittel enthalten sind, werden oral aufgenommen. (Protozoenzysten, Wurmeier, Larven)

Aerogener Weg (passiv) Tröpfcheninfektion (Viren, Bakterien)

Perkutane Infektion Aktives Eindringen von infektiösen Stadien eines Parasiten durch die Haut eines Wirtes (Larven von Nematoden, Trematoden, Insekten)

Vertikale und horizontale Übertragung Übertragung der Pathogene vom mütterlichen Organismus auf die nächste Generation bzw. Infektion von Individuen der gleichen Generation - Intrauterin und diaplazentär (Toxoplasmose) - Iatrogene Übertragung (z. Bsp. Blutparasiten via Transfusion) 

Vektoren: Diverse Parasiten absolvieren einen Teil ihres Lebenszyklus in Insektenvektoren und werden von diesen direkt in das Gewebe oder ins Blut neuer Wirte inokuliert 

Entwicklung in Lebenszyklen

Direkte Entwicklung Einfachste Form des Parasitismus, bei der nur ein Wirt (monoxen) genutzt wird. z. Bsp. Giardia

Indirekte Entwicklung Komplexe Lebensform des Parasitismus. Wechsel zwischen zwei oder mehreren Wirten (heteroxen)

Generationswechsel Wechsel zwischen verschiedenen Arten der Fortpflanzung (z. Bsp. Von geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung) eines Parasiten

 

Zoonose

Infektionskrankheit, deren Erreger unter natürlichen Bedingungen zwischen Mensch und Wirbeltier übertragbar sind (ev. mittels Vektoren) z. Bsp: Giardia, Rinderbandwurm. Nicht: Malaria

Endwirt und Zwischenwirt

Endwirt (definitiver Wirt) Wirt, in dem sich geschlechtliche Stadien entwickeln.

Zwischenwirt Wirt von ungeschlechtlichenStadien eines Parasiten, die sich durch Wachstum und Differenzierung weiterentwickeln oder sich vermehren, aber nicht die Geschlechtsreife erlangen.  

Infektion (Infestation)

Eintritt eines Parasiten in oder auf empfänglichen Wirt. Re-Infektion: erneute Infektion mit dem selben Erreger. Superinfektion: zusätzlich zu einer bereits bestehenden Parasitose erworbene Infektion mit derselben Art von Parasiten.

Infektion ≠ Krankheit (Inkubationszeit)

Präpatenz und Patenz

Präpatenz Mindestzeit zwischen Infektion eines Wirtes mit einer Parasitenart bis zur ersten Nachweismöglichkeit von Geschlechtsprodukten oder Entwicklungsstadien (z. Bsp. Eier, Larven, u.ä.)

Patenz Dauer der Ausscheidung und der Nachweismöglichkeit von Geschlechtsprodukten oder Entwicklungsstadien eines Parasiten (Wurmeier, Oozysten im Kot).

Pathogenität

Virulenz

Pathogenität (Parasitenart) ( Resistenz) Fähigkeit einer Parasitenart, in einem Wirt eine Krankheit hervorzurufen (durch genetisch fixierte immunologische, biochemische und biphysikalische Faktoren definiert) Bsp. Babesia canis ist nur für den Hund pathogen; der Hund ist resistent gegen Babesia divergens (pathogen in Rindern und Menschen)

Virulenz (Suszeptibilität) Ausmass der Pathogenität von Parasiten-Population oder Stamm. (durch genetisch fixierte Bedingungen bestimmt) Bsp. Unterschiedliche Virulenz von Stämmen von Giardia duodenalis

Wirtsspezifität

 Unterschiedliches Mass an Spezialisierung von Parasiten auf ein Leben in einem bestimmten Wirt. Wirtsspezifität verschiedener Stadien einer Parasitenart kann unterschiedlich sein.

Protozoen - Giardia

weltweit, Zonoose, direkte infektiöse Zyste

Giardia Entwicklung

-> aus Nahrung aufgenommen -> im Mensch Trophozoit (asexuelle vermehrung) -> ausgeschieden als Zyste -> von Tieren oder Nahrung aufegnommen -> geht in Umwelt

Zyste (8-14um) als diagnostisches Stadium

Giardia duodenalis Morphologie

Trophozoit
5-20um
Birnenförmig
Doppelkern
Ventrale Haftscheibe
Mediankörper
8 Flagellen

Zyste
8-14um
Oval
4 Kerne
Mediankörper
8 Flagellen

Giardia duodenalis klinik

Asymptoatisch
(akute) Diarrhö
faulig riechender Stuhl
Blähungen
Abdominal Krämpfe
Erbrechen
Appetitlosigkeit, gewichtsverlust
Postinfektiös Reizdarm
Sekundäre laktose Intoleranz
Urticaria
 

Diagnostischer Nachweis

Direkt Nachweis 
-Mikroskopie (SAFC-Methode)
-Antigennachweis (ELISA)
-(q)PCR

Stuhlprobe: Stuhl fixieren in SAF-Lsg (Sodium acetate acetic acid formalin)

Giardiose

25 Zysten
6-9 Tage Präpatent
Wochen Patenz

wässrige Diarrhö

Entamoeba histolytica Zyklus

keine Zoonose

-Zyste
-Amöbe schlüpft aus Zyste (Vermmehrung/Entwicklung im Dünndarm
-Trophozoit
-Zystenbildung
-Zyste über Stuhl ausgeschieden
-Aufnahme oral

 

Diagnostik bei Zyste 10-16um

Cryptosporidium Klinik

Immunkompetenz
Asymptomatisch (oft)
Symptomatisch: Inkubationszeit ca. 1 Woche (1-28 Tage) • Durchfall, 2-26 Tage, selbstlimitierend • Oozystenausscheidung bis 2 Wochen nach Ende Durchfall

Immundefizienz
Voluminöser, wässriger, langanhaltender Durchfall (Cholera-ähnlich, ev. fatal)
Dehydrierung
Starker Gewichtsverlust
Bauchschmerzen, Nausea, Erbrechen, leichtes Fieber, ...
Oozystenausscheidung über Wochen bis Monate
Extraintestinale Infektionen (selten): Gallenblase, Gallengänge, Pankreasgänge, Magen, Respirationstrakt
Asymptomatische Formen selten 

Diagnostik Cryptosporidien

Direkter Nachweis

SAF-Stuhl Mikroskopie
ELISA (Antigennachweis)
(q)PCR

Toxoplasmose

Toxoplasma gondii

Endwirt: Katze
Zwischenwirt: Nager,Vögel
 

Zyste überlebt mehrere Tage im Fleisch, mehrer Monate in Aussenwelt

Toxoplasmose: Labordiagnose

Immungesunde: Serologie • Akute Infektionen: spezifische IgM, IgA, Aviditätstests • Chronische Infektion: IgG (persistieren Lebenslang)

Pränatale Infektion: Parasitennachweis aus Fruchtwasser oder Nabelschnurblut (PCR oder Kultivierung + Mikroskopie)

Bei Neugeborenen: Serologie, Parasitennachweis

Toxoplasmose und Schwangerschaft

Infektionsrisiko des Ungeborenen steigt mit dauer der Schwangerschaft

Schwere der Krankheit nimmt ab im Verlauf der Schwangerschaft

Klinik bei Neugeborenen: Chorioretinitis, intrazerebrale Verkalkungen, Hydrozephalus

Toxoplasmose: Risiko 

-rohes/ungenügend erhitztes Fleisch
-Katzen geringes Risiko

 

Arthropoden (Gliederfüssler)

Allergie,Giftwirkung (Juckreiz)

Psychische Belastung

Vektoren: Viren, Bakterien, Parasiten

Parasitenwahn

Psychische Belastung 

monosymptomatische Psychose
1) die Wahngedanken seit mindestens 3 Monaten bestehen
2) die allgemeinen Kriterien für eine Schizophrenie (F20.0- F20.3 G1) nicht erfüllt sind
3) und andere anhaltende Halluzinationen jeglicher Sinnesmodalität nicht vorkommen

Vektoren

Anopheles (Malaria durch Plasmodien übertragen)

Phlebotomus (Sandmücke übeträgt Leishmanien)

Ixodidae (Schildzecke überträgt Babesien, Borrelien, Viren)

Läuse

Flügellose Insekten
• 1,5 – 4,5 mm lang
 Dorsoventral abgeplattet
• 5-gliedrige Antennen
• Reduzierte Augen
• Stechend-saugende Mundwerkzeuge
• Klammerfüsse
• Permanente Parasiten (alle Stadien)
• Weibchen und Männchen sind hämatophag und benötigen häufig Blutmahlzeiten (2-4 x pro Tag)
• Streng wirtsspezifisch und sogar habitatsspezifisch
• Keine Zoonosen 

Läuse Entwicklung

Ei (Nisse) -> 3 Larvenstadien -> Adulte

Entwicklungsdauer: ca. 17 Tage (im Haar)
Lebensdauer: 1 Monat,  ohne Wirt:  2 Tage (Dehydration)

Läuse beim Menschen

Pediculus humanus capitis (Kopflaus) (selten: Bartbereich)

Pediculus humanus humanus (Körper-/Kleiderlaus)

Phthirus pubis (Filzlaus, Schamlaus)  (selten Abdominal-, Axillar- und Bartregion, Augenbrauen und Augenwimpern)

Flöhe (Ektoparasiten)

Flügellose Insekten, 2 - 5 mm, seitlich abgeplattet
• Ctenidien (Kopf & 1. Thorakalsegment)
• Nur Adulte parasitisch
• Stechend-saugende Mundwerkzeuge
• Blutmahl - Start direkt nach Kontakt mit Wirt - 14 ul/Tag ( 20 x KGW)
• Hinterbeine als Sprungbeine ausgebildet (max. 160 g, bis 50 cm; Resilin: Gummi-ähnliches Protein) 

Pulex irritans, Menschenfloh
Ctenocephalides canis Hundefloh
Ctenocephalides felis Katzenfloh
Archaeopsylla erinacei Igelfloh
Ceratophyllus gallinae Vogelfloh
Xenopsylla cheopis Rattenfloh

Floh Entwicklung

Ei
Larve
Freie Puppe
Puppe in Kokon
Floh - infiziert jetzt Wirt (Hund, Mensch,..)

3 Wochen bis Monate

Flohstich

Hautreaktion und Allergie - Juckreiz bis Erythem

übertragung Viren, Bakterien, Rickettsien

Arachnida (Spinnentiere)

Zecken und Milben

Körper nicht gegliedert
Keine Antennen
Keine Flügel
4 Beinpaare bei Adulten und Nymphen (3 Beinpaare bei Larven)
Mundwerkzeuge:Pedipalpen (1 Paar), Cheliceren (1 Paar)

Zecken

Ektoparasiten

Vektoren für FSME, Borrelien, Babesien, Anaplasma, Rickettsien

häufigster in CH: Ixodus ricinus (Holzbock)

Zecken Entwicklung

Larve

Wirt 1

Wirt 2

Wirt 3

 

über 60% aller Zecken im Mensch sind Nymphen (vor Adult/Imago)

Malaria Zyklus

Aus dem Vektor (Mücke) gehen die Sporozoiten über das Blut in die Leber
Entwickeln sich zu Merozoiten
asexuelle vermehrung (Schizogonie) (Merozoiten-Trophozoiten-Schizonten-Merozoiten)
sexuelle Vermehrung (Gamezozyten)

Étudier