Bio 2
ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_Biologie 2
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Flashcards
Albumin
- 66 kDa, 584 AS, hoher Cystein gehalt, keine Glykolysierung
- Isoelektrischer Punkt 4,6
- Ampholyt
- Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Druckes
- Serum Taxi -> Transport von wasserunlöslichen Substanzen im Blut
- Blutpuffer
Albumin Verminderung
< 3,8 g/dL
- zu wenig Albumin produziert (Leber)
- Entzündungen/ Infektionskrankheiten
- Rheumatische Erkrankungen
- Kollagenkrankheiten
- Leberzirrose/ Lebererkrankungen
- Tumorerkrankunge
- Mangelernährung/ Proteinmangelernährung
- Albumin geht nach aussen verloren
- Eiweissverlust über Niere -> Nephrotisches Syndrom
- "Undichter" Darm
- ausgedehnte Verbrennungen/ andere "nässende" Hauterkrankungen
Alpha-1-Globulin
- Akutphasen-Proteinen
- Zu einer Erhöhung der alpha-1-Globuline kann es daher bei akuten Entzündungen verschiedener Ursache kommen:
- akute Infektionen wie Lungenentzündung
- "rheumatische" Erkrankungen / Autoimmunerkrankungen
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn
- Gewebsverletzungen →Verletzungen, Operationen
- Absterben von Gewebe wie bei einem Herzinfarkt
- Tumoren
- Bei längerdauernden (chronischen) Entzündungen ist eine Erhöhung seltener bzw. geringer ausgeprägt
- Verminderung
- erblichen alpha-1-Antitrypsinmangel
- Schädigung der Leber (Leberzirrhose) und der Lunge (Lungenüberblähung)
- Verminderungen kommen ferner bei Leberentzündungen, anderen akuten Leberschäden und bei Eiweißverlust (z.B. über die Nieren) vor
- erblichen alpha-1-Antitrypsinmangel
Alpha-2-Globulin
- Akutphasen-Proteinen
- Erhöhung
- Nierenerkrankungen mit Eiweißverlust im Harn (Nephrotisches Syndrom)
- bei bei Glomeruli Beschädigung kann auch Eiweiss im Harn verlorengehen
- alpha-2-Globuline sind gross und sperrig und gehen weniger gut verloren
Beta-Globulin- Erhöhung
- Entzündungen können eine Erhöhung bewirken
- Nierenerkrankungen mit Eiweißverlust im Harn (Nephrotisches Syndrom)
- Primär Biliäre Zirrhose (Lebererkrankung: Gallestauung durch autoimmunbedingte Entzündung der kleinen Gallengänge in der Leber)
- Andere Lebererkrankungen mit Gallerückstauung
- Erhöhung des Cholesterins
- Eisenmangel
- Im beta-Bereich einer Elektrophoresekurve oder im beta-gamma Übergangsbereich liegt nicht selten das (ev. abnorme) Eiweiß eines Antikörperproduzierenden Tumors (Plasmozytom, Multiples Myelom, Immunozytom)
- kann dann scheinbar die beta-Globulinkonzentration erhöhen.
- Transferrin
Gamma-Globulin
- Erhöhung
- Lebererkrankungen, besonders die Leberzirrhose
- Produktion von gamma-Globulinen durch Blutkrebserkrankungen: Plasmozytom (Multiples Myelom), Immunozytom, seltener andere Lymphome (Lymphdrüsenkrebs)
- Verminderung
- Angeborene oder erworbene Störungen des Abwehrsystems des Körpers
- Längerfristige Kortikoidbehandlung ("Kortisontherapie") bzw. Cushing-Syndrom (endogen zu hohe Kortikoidproduktion)
- Nach Bestrahlungen oder Chemotherapie
- Nierenerkrankungen mit Eiweißverlust im Harn (Nephrotisches Syndrom), ev. auch bei Eiweißverlusten im Darm
- Blutkrebserkrankungen (bestimmte Leukämien; auch Plasmozytome können die Produktion normaler gammaGlobuline vermindern. In manchen Fällen kann dies zu einer Verminderung der gamma-Globuline führen).
Entzündung
Unspezifische Antwort von biologischem Gewebe auf äußeren/inneren Reiz mit der Funktion, den Schädigungsreiz zu erkennen / neutralisieren / abzubauen / beseitigen und Gewebe zu reparieren
Tumor
Schwellung
Rubor
Rötung
Calor
Erwärmung
Dolor
Schmerz
Reaktion systemisch
- neurohumoral
- metabolisch
- immunologisch
Ursachen der akuten Entzündung
- Mechanisches Trauma
- Chemische Schädigung
- Säuren, Laugen, Phenole
- physiologische Substanzen am falschen Ort
- Ultraviolett- oder Röntgenstrahlung
- (Extreme) Kälte oder Hitze
- Reduktion des arteriellen Blutzuflusses
- Schädigung durch lebende Organismen
- Bakterien, Viren, Parasiten, Würmer, Pilze
- Immunologisch
- überschießende Reaktionen
- fehlgesteuert (z. B. autoaggressiv)
Ablauf der Entzündung
- Örtliche Zirkulationsstörung
- Ektasie (Erweiterung ) der Blutgefäße mit erhöhter Permeabilität
- Exsudation von Blutplasma ins umgebende Gewebe
- Transmigration von Blutzellen
- Neutrophile Granulozyten, Monozyten, evtl. Erythrozyten (hämorrhagisch)
- Proliferation und Differenzierung ortständiger Zellen und immigrierter Blutzellen
- Monozyten →Makrophagen, (oder FKR) etc.
- Proliferation kleiner Blutgefäße und Fibroblasten
Zellen der Entzündung
- Akute Entzündung (bakteriell)
- Neutrophile Granulozyten
- Monozyten (-> Makrophagen)
- Akute Entzündung (viral)
- Lymphozyten
- Chronische Entzündung
- Lymphozyten, Plasmazellen, (Eosinophile Granulozyten)
- Granulationsgewebe (Organisation)
- Neutrophile Granulozyten, Makrophagen, Fibroblasten, kleine Gefäße, ggf. Lymphozyten und Plasmazellen
- Granulomatöse Entzündung
- Lymphozyten, Epitheloidzellen (= spezialisierte Makrophagen), Riesenzellen
drei Phasen der Wundheilung
- Entzündungsphase
- Homöostase
- Vasokonstriktion
- Thrombozyten-Aggregation
- Thromboplastin macht Gerinnsel
- Entzündung
- Vasodilatation Phagozytose
- Homöostase
- Proliferative Phase
- Granulation
- Fibroblasten legen Bett aus Kollagen Füllt Defekte und produziert neue Kapillaren
- Kontraktion
- Wundränder ziehen zusammen, um Defekte zu reduzieren
- Epithelisierung
- Überquert feuchte Oberflächen Die Zelle bewegt sich ca. 3 cm vom Ursprungsort in alle Richtungen
- Granulation
- Umbau-Phase
- Es bildet sich neues Kollagen, das die Zugfestigkeit von Wunden erhöht
- Narbengewebe hat 80 Prozent Stärke des ursprünglichen Gewebes
Phase der vaskulären Antwort
- Direkt nach Verletzung kommt es zur Blutung → Wundbereich aussülen
- Nach Aktivierung durch Kollagenfasern in der Wunde setzen Thrombozyten die vasoconstriktiven Substanzen Serotonin und Thromboxan frei und bilden einen Blutpfropf (Thrombus), der das verletzte Gefäß verschließt
- Thrombozyten sekretieren Wachstumsfaktoren PDGF, EGF, TGF-β, VEGF → entlang dieser Mediatoren werden Monozyten, Makrophagen und Neutrophile Granulozyten zum Wundbett geleitet
- Der Blutpfropf enthält auch Fibrin, Fibronektin, Vitronektin und Thrombospondin, die eine vorläufige Gerüststruktur für die Einwanderung von Entzündungszellen, Fibroblasten, endothelialen Progenitor-Zellen, Endothelzellen und Keratinozyten darstellen
Entzündungsphase
- Tag 1 -10
- Vasodilation
- Anreicherung von Thrombozyten auf der gebildeten Wundmatrix
- Sekretion chemotaktischer Faktoren, welche Leukozyten anlocken
- Schwellung (Tumor), Rötung (Rubor), Erwärmung (Calor)
- Freisetzung von Histamin & Prostaglandinen (verletztes Gewebe), Bradykinin (aus Blutplasma)
- Erhöht Durchlässigkeit der Gefässe
- Exsudat tritt aus → bildet Wundschorf
- sensibilisieren Nozizrezeptoren -> Wundschmerz (Dolor)
- Leukozyten, Thrombozyten, Zytokine, Wachstumsfaktoren seznieren in der tiefe entzündeter Gewebe
- Neutrophile Granulozyten phagozytieren Keime und locken andere Immunzellen an
- sezenieren antimikrobielle substanzen
- werden von Makrophagen unterstützt (andern ca. 3 Tage nach der Verletzung ins Gewwebe)
- sezernieren Wachstumsfaktoren und zytokine
- phagozytieren pathogene, nekrotische Gewebeteile und Zellfragmente
- nehmen Wundheilungsphänotyp an (Endee der Entzündungsphase)
- anti-inflammatorische Zytokine -> Suppression des immunsystems
- ohne Wundheilung stark verzögert
Proliferative Phase
- Granulationsphase
- 3. - 24. Tag
- Ausbildung eines Blutgefässreichen, zellreichen Granulationsgewebes
- Wundverschluss
- Wiederherstellung elastischer Eigenschaften
- Neuaufbau Bindegewebe
- Fibroblasten, Granulozyten, Makrophagen
- Fibroblasten -> extrazelluläre Matrix -> Zellen adhärieren, wandern und differenzieren
- Kreatinozyten bewegen sich entlang des Fibrin-Netzes von den Wundrändern her
- Re-Epithelialisierung
- Durch intensive Kapillarisierung und Durchblutung erscheint das Gewebe rötlich
- kann durch geringer Organisationsgrad der Kollagenfasern leicht verletzt werden
- gegen Ende bildet sich Granulationsgewebe
- ersetzt provisorische Wundmatrix (Fibrin und Fibronektin)
Reparative Phase
- bis zu einem Jahr andauernder Prozess
- Reduktion der Blutgefässe
- Rötung nimmt ab
- Apoptose oder Umwandlung zu Myofibroblasten der Fibroblasten
- Myofibroblasten verkleinern Fläche des entstehnden Narbengwebes
- ECM: Kollagen III (proliverative Phase) wird durch Kollagen I ersetzt -> parallel angeordnet
- Granlationsgewebe wandelt sich in Narbengeewebe um (mehrere Monate)
Remodellierung der Narbe
- Jahr oder länger
- Fibroblasten regulieren
- Abbau der Wundmatrix durch Matrixmetalloproteinasen (MMPs)
- Synthese neuer ECM
- erhöht zugfestigkeit der Wunde
- Narbe nie mehr als 80% Zugfestigkeit von unverletztem Gewebe
- abnorme Narbenbildung durch Ungleichgewicht des Remodeling
Narbe
- Ansammlung von Kollagenfasern
- hypertrophe Narbe/ Keloide
- zu viel an der richtigen Stelle
- Fibrose
- Organfibrose
- fibrotische Reaktion auf Implantate und künstlich hergestelltes Gewebe
- zu viel am falschen Ort
Myofibroblasten
- Wundheilung
- übermässige Aktivierung kann zur Fibrose führen (ungewollte Narbenbildung)
- besitzen Aktinfilamente
- entstehen aus Fibroblasten (Aktivierung)
- Produziert Kollagen I
Fibrose
- Überwucherung
- Verhärtung &/ oder Vernarbung
- übermässige Ablagerung von extrazellulären Matrixbestandteile, inkl. Kollagen
- einzelne Gewebe/ Organe oder ganze Organsysteme
- auch ohne blutende Wunde
- Infektion (bakteriell, viral, pilzartig)
- Bestrahlung (UV, Röntgen, Ionisation)
- chemisch (Entzündungsreaktion)
- Fremdkörper
- Immunantwort
- Ischämie (Verminderung/ Unterbrechung der Durchblutung) /Nekrose (Myokardinfarkt)
Entstehung der Fibrose
Lungenfibrose
- Sekundärfolge anderer Krankheiten
- Autoimmunerkrankung
- Infektionen (Tuberkulose)
- Einatmen von Schadstoffen, Quarzstaub, Asbestfasern
- Rauchen
- COVID-19 Erkrankung
- ohne bekannte Ursache -> idiopatische Lungenfibrose
- die meisten Fälle
- erschwerter Sauerstofftransport
- vernarbtes und verdicktes Gewebe zwischen den Lungenbäschen (Alveolen)
Leberfibrose
- entsteht durch chronische Leberschädigung
- Anhäufung ECM-Proteinen
- verzerrt Leberarchidektur -> faserige Narbe -> Knötchen (Zirrhose)
- aus sich regenerierenden Hepatozyten
- Anhäufung ECM-Proteinen
- Hauptursachen
- chronische Hepatitis-C-Virus-Infektionen
- Alkoholmissbrauch
- nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) [Fettleber mit Entzündung]
- entzündliche Lymphozyten infiltrieren hepatisches Parenchym
- Hepatozyten werden apoptotisch
- Kupffer Zellen werden aktiviert und setzen fibrogene Mediatoren frei
- HSC proliferieren & werden aktiviert -> sondern viel ECM Proteine ab
- erhöhter Widerstand gegen den Blutfluss im hepatischen Sinusoid
- sinusoidale Endothelzellen verlieren Fenestration
Hepatozyten (Wiederholung)
- Etwa 60-80 % der Leberzellen
- werden "parenchymale" Zellen genannt
- Erfüllen die meisten Funktionen der Leber
- Eiweißsynthese
- Stoffwechselgleichgewicht (Lipid und Glukose)
- Stoffwechsel
- Entgiftung (Amonium und Bilirubin)
Kupffer Zellen (Wiederholung)
- ca. 10-15 % der Leberzellen
- Nicht-"parenchymale" Zellen
- Kupfferzellen sind ansässige Makrophagen
- säumen die Thesinusoide
- Verschlucken Partikel und Erreger → sind eine primäre Verteidigung für die Leber
- Sekretion von Zytokinen (Entzündungsreaktion)
Hepatische Sternzellen (Wiederholung)
- ca. 5 % der Leberzellen
- Nicht-"parenchymale" Zellen
- Dendritische Zellen
- Funktionen:
- Vitamin-A-Speicher
- Antigenpräsentation
- Phagozytose
- Bildung von Narbengewebe (ECM)
Störung der Funktion
functio laesa
Einfluss der hepatischen Sternzellen (HSC)
- bei chronischer Entzündung werden HSC (hepatische Sternzellen) aktiviert
- durch lösliche Mediatoren von Kupfferzellen, Endothelzellen oder Lyphozyten begünstigt
- typischer Aktivierungsmarker; α-Smoothmuscle-Aktin
- kontraktile Eigenschaften
- pro-inflammatorische Zytokinsynthese erhöht (aktivieren entzündungsprozesse)
- gesteigerte Synthese von Wachstumsfaktoren
- gesteigerte Synthese von ECM Proteine => Kollagen
- Fibrozyten (aus dem Knochenmark) wandern in die Leber -> differenzieren Zellen zu ECM produzierenden hepatischen Zellen um
TGF-β
- stimuliert Aktivierung von HSC zu Myofibroblasten
- steigert Matrixexpression
- inhibiert Matrixmetalloproteinase (MMP) [baut ECM ab]
- Hepatozytenapoptose
- hemmt Leberzellprofileration (Neuaufbau des Lebergewebes)
PDGF
- Proliferation aktivierter HSC -> ECM Synthese