Bio 2

ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_Biologie 2

ZHAW_BSc_BMLD22_FS23_Biologie 2

Diese Lernkarten decken fortgeschrittene biologische Themen auf Universitätsniveau ab, mit Fokus auf Zellbiologie, Hormonsysteme und Leberfunktionen. Sie behandeln die Rolle von Rezeptoren, Neuronen und Proteinen, sowie die Produktion und Freisetzung von Hormonen. Besonders relevant sind die Auswirkungen auf das Gehirn, das ZNS und die Leber, einschließlich der Pathologien wie Leberzirrhose und Fibrose. Diese Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Forscher, die ein tiefes Verständnis der zellulären und systemischen Prozesse im menschlichen Körper erlangen möchten.
Karten
329
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.02.2023 / 23.06.2024

Lernkarten

Schematische Darstellung der zwei Stressachsen

  • Ein Stresssignal wird über Noradrenalin (NA), Acetylcholin (Ach) und Serotonin an den Hypothalamus weitergeleitet und führt dort zur Freisetzung von Korticotropin-Releasing-Faktor (CRF), welcher wiederum aus dem Hypophysenvorderlappen (HVL) die Ausschüttung von Adrenocorticotropem Hormon (ACTH) veranlasst
  • Dieses gelangt über das Blut zur Nebennierenrinde und regt dort zur Ausschüttung on Kortisol an
  • Ebenfalls skizziert sind die verschiedenen negativen FeedbackMechanismen
  • Die Aktivität des schnelleren SAM Systems ist rechts eingezeichnet

Die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHNA)

  • zweite Stressachse, die vor allem durch die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol bekannt ist
  • Die Auslösung eines Stresssignals führt zunächst auf der Ebene des Hypothalamus zur Freisetzung des Corticotropin-Releasing-Hormons oder -Faktors (CRH oder CRF), welches dann die Hypophyse zur Ausschüttung des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) anregt
  • Über die Weiterleitung durch die Blutbahn gelangt ACTH zur Nebenniere und sorgt dort für die Freisetzung des Hormons Kortisol aus der Nebennierenrinde
  • Kortisol aus der Gruppe der Glucocorticoide unterliegt einer circadianen Rhythmik, wonach vor allem ein Abfall über den Tag hinweg sowie die sogenannte Cortisol Awakening Response (CAR) typisch und
  • bei Messung oder Induktion von Stress zu berücksichtigen sind
  • Kortisol kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und gelangt so auch ins Gehirn → dort angelangt wird dann unter anderem über Rezeptoren des Hippocampus über negative Feedbackmechanismen die Stressreaktion bzw. Aktivität der HHNA wieder herunter reguliert
  • Diese negativen Feedbackmechanismen sind wichtig, um ein „Überschießen“ der Stressreaktion zu verhindern. Nahezu alle Organe im Körper verfügen über Rezeptoren für Kortisol.
  • Die Reaktion der HHNA ist im Vergleich zum SAM die langsame Stressreaktion, da die Vermittlung humoral über das Blut vermittelt verläuft und nicht über elektrochemische Signale wie beim SAM
  • Die Spitzenwerte der Kortisol-Stressreaktion lassen sich je nach Messmethode (in Blut oder
    Speichel) erst nach Minuten nachweisen

sympathiko-adrenomedulläre System (SAM)

  • SAM, adrenomedullär = das Nebennierenmark betreffend) bildet eine der beiden Haupt-Stressachsen
  • zentralnervöse Aktivierung des Sympathikus -> direkt an die Organe weitergeleitet und über Aktivierung des Nebennierenmarks -> Adrenalin und Noradrenalin Ausschüttung
  • So versetzt die sympathische Stressreaktion den Körper in einen „Alarmzustand“
  • überlebens notwendigen Funktionen werden gefördert und der Körper auf ein „Fight-or-Flight“ vorbereitet
  • schnelle Stressreaktion
  • vagalen Bremse -> Einfluss des Sympathikus nimmt zu & Einfluss des Parasympathikus geht zurück
  • Nur so kann der Sympathikus seine Wirkung entfalten → verdeutlicht gleichzeitig die stressprotektive
    Wirkung des Parasympathikus, der auch bei den meisten Stressregulationstechniken stimuliert wird

Adrenerge Rezeptoren

Wirkmechanismus Adrenalin an β2-adrenergen Rezeptoren

Adrenalin

  • Neurotransmitter
  • Zur Gruppe der Katecholamine gehörendes Hormon
  • Gebildet im Nebennierenmark
  • Bindung an Adrenozeptoren
  • Wirkungen:
    • Erhöhung des Gefäßtonus →↑ Blutdruck und Herzfrequenz
    • Wirkt katabol auf den Glykogen- und Glucosestoffwechsel
    • Abbau von Triglyceriden im Fettgewebe

Antwort auf kurzzeitigen Stress

Wirkung von Adrenalin und Nordadrenalin:

  1. Glykogenabbau zu Glucose, was den Blutzuckersiegel erhöht
  2. Blutdruckerhöhung
  3. Atmung wird verstärkt
  4. Stoffwechsel beschleunigt sich
  5. Durchblutungsänderungen; erhöhen die Alarmbereitschaft und reduzieren Verdauung und Nierentätitgkeit

Stressbewältigung mit der Nebenniere

Stoffwechselwirkungen von Kortisol

  • Stimulation der Lipolyse, dadurch werden Fettsäuren freigesetzt, die in der Leber z. T. zur Bildung von Ketonkörpern oder zur Bildung von VLDL (very low density lipoproteins) verwendet werden
  • Hemmt die Aufnahme von Glukose in Fettzellen und die Lipogenese
  • Im Muskel werden Aufnahme und Verbrauch von Glukose eingeschränkt
  • Durch Abbau von Proteinen in der Peripherie (Bindegewebe, Muskel und Knochengrundsubstanz) werden Aminosäuren bereitgestellt → Aminosäuren werden in der Leber z. T. zur Glukoneogenese eingesetzt

Androgene

  • Androgene, insbesondere Testosteron führen zur Ausprägung der Sexualmerkmale beim Mann und werden für die Schambehaarung bei der Frau benötigt
  • In der Zona reticularis beider Geschlechter wird die Vorstufe für die Androgene gebildet und sezerniert
  • Die Nebennierenrinde produziert normalerweise nur geringe Mengen an Androgenen
  • Die eigentliche Bildung der Hormone erfolgt in den peripheren Geweben und den Geschlechtsdrüsen

Effekte von Aldosteron

  • Nieren: vermehrte Expression von Na-K-ATPasen, erhöhte luminale Membranpermabilität für Na+
  • Schweißdrüsen: stimuliert die Na+- and Wasser-Rückresorption im Austausch für K+
  • Darm: stimuliert die Na+- and Wasser-Rückresorption im Austausch für K+

Sexualhormone (Geschlechtshormone, Sexualsteroide) 

  • spielen eine Rolle bei der sexuellen Entwicklung, dem Geschlechtstrieb und dem Proteinaufbau (Anabolismus)
  • Die adulte Nebennierenrinde sezerniert Sexualhormone in vernachlässigbaren Mengen → die Hauptproduzenten sind die Gonaden

Glucocorticoide

beeinflussen den Blutzuckerspiegel sowie andere Aspekte des Fett-, Protein- und Kohlenhydratstoffwechsels

Mineralcorticoide

beeinflussen das Ionengleichgewicht in den extrazellulären Flüssigkeiten ➔ relevant für die Nierenreabsorption von Salzen

Cortisol

Wichtigstes Glucocorticoid (Hydrocortison) → entscheidend für die Stoffwechselreaktionen des Körpers auf Stress

  • Während Adrenalin und Noradrenalin zu einem plötzlichen Anstieg des Blutdrucks führen, bewirkt Cortisol eine anhaltende Blutdruckerhöhung
  • Cortisol stimuliert Gluconeogenese ➔ zirkulierende Glucose im Blut steht dem Nervensystem und der Skelettmuskulatur zu Verfügung (diabetogen)
  • Steroidhormon aus der Gruppe der Glukokortikoide
  • lebensnotwendig
  • Cortisol wird in der Nebennierenrinde (Zona fasciculata) gebildet Anregung der
    Cortisolproduktion:
    • Hypothalamus durch das CorticotropinReleasing-Hormon (CRH)
    • Hypophyse durch das adrenocorticotrope Hormon (ACTH)
  • Zirkadianern Cortisolspiegel-verlauf →Hormon wird nicht kontinuierlich produziert

Aldosteron

  • Mineralcorticoid
  • lipophil, gelangt durch passive Diffusion in die Zielzelle und bindet an nukleäre Steroidrezeptorproteine → aktivierte Steroidrezeptoren binden an spezifische DNA-Sequenzen (hormone response elements, HRE) und führen zur vermehrten Genexpression
  • Retention von Wasser und Natrium (Niere)
  • erhöht die Kaliumausscheidung

 

  • stimuliert die Expression von Na+/K+-ATPase, Na+- und K+-Kanälen sowie der Serum und Glukokortikoidinduzierbaren Kinase SGK1
  •  Die SGK1 fördert den Einbau und verzögert teilweise den Abbau der Transportproteine in die
    Zellmembran

Nebennierenrinde (NNR)

  • wird überwiegend von dem adrenocorticotropen Hormon (ACTH) aus der Adenohypophyse kontrolliert.
  • Zellen produzieren aus Cholesterol (Cholesterin) drei Klassen von Steroidhormonen, die gemeinsam als Corticosteroide bezeichnet werden
    • NNR kann Cholesterin aus Acetat herstellen
    • oder verwendet Cholesterin aus zirkulierenden LDL-Partikeln
  • (Die vierte Klasse ist Vitamin D)

Nebennierenmark (NMM)

  • Liegt im Inneren der Nebenniere
  • Gehört zum sympathischen Nervensystem
  • produziert Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin
    • Diese Hormone werden in kleinen Körnchen im Bereich der Zellen (Granula) gespeichert → können so rasch ins Blut abgegeben werden
  • neuroektodermaler Ursprung, im Prinzip ein sympathisches Ganglion

Osteoblasten

Definition: Produzenten der Knochengrundsubstanz, die noch nicht im Knochen eingemauert sind

Funktionen:

  • Produzieren Osteoid (= organische Knochengrundsubstanz) und lagern dieses in Schichten auf bereits bestehender mineralisierter Matrix ab
  • Steuern die Mineralisation des Osteoids (Entstehung von Hydroxylapatit)
  • Regulieren den Knochenumbau
  • Sondern Substanzen ab, die Verkalkungsinhibitoern zerstören
  • induzieren einen lokalen hohen Ca2+ und PO43- Gehalt
    • OH-Apatit-Kristall wirken als "Keim" (Frühe Kristalle) für das Wachstum der Minerablagerung

Lokalisation: Immer auf freier, knöcherner Oberfläche in den Knochenhüllen
(Periost und Endost)

ZELLEN, DIE FÜR DIE VERKALKUNG VERANTWORTLICH SIND

OSTEOBLASTEN & (CHONDROZYTEN) -> Knochen

WIE FIBROBLASTEN SIND SIE MESENCHYMALEN URSPRUNGS

Wichtigste Ionensubstitutionen

Diese Substitutionen sind je nach Angebot, Bedarf in der Wachstumsphase usw.
möglich

Anorganischer Teil des Knochens

  • Entfernung von organischen Bestandteilen hinterlässt verkalkten anorganischen Gerüststbau
  • sehr kleine Kalziumhydroxylapatit Kristalle (max. 2,5 x 25 nm bis 5 nm x 50 nm)
  • Ein erheblicher Anteil von nicht-kristallinem
    Kalziumphosphat kann auch vorhanden sein

Zusammensetzung des Knochens (wichtig)

  • 69% Mineral
  • 20% Kollagen
  • 9% Wasser
  • 2% Nicht-kollagene Proteine
    • Osteocalcin Knochen Gla-Protein
    • Matrix Gla-Protein
    • Osteonectin SPARC, BM-40
    • Osteopontin Sialoprotein I
    • Knochen Sialoprotein, Sialoprotein II
    • Biglycan
    • Decorin 

Nebennieren (NNR)

  • paarige Hormondrüse
  • befinden sich auf den oberen Nierenpol
  • sind gemeinsam mit den Nieren von der Fettkapsel und der Nierenfaszie umgeben
  • bestehen aus dem Nebennierenmark und Nebennierenrinde
  • Separate Hormondrüse mit eigener arterieller Versorgung (nicht von Niere abhängig)
  • mesodermale Zellen

Reservoirfunktion des Skeletts

  • 99% des gesamten Kalziums
  • 85% des Phosphors
  • 60% des körpereigenen Magnesiums
  • 50% des Natriums des Körpers

Funktionen des Knochens

  • Stützfunktion
  • Schutzfunktion
  • Speicherfunktion (Kalziumreservoir)
  • Blutbildung

Physiologische Verkalkung

  • Physiologische Verkalkung tritt während des Knochenwachstums und auch während der Reparatur nach einer Schädigung des Skeletts auf
  • Mineral, das in den "Lücken" oder "Intervallen" in fibrillären Kollagenfasern und auf ihnen abgelagert wird
  • Die Kollagenfasern verbleiben nach der Verkalkung im Gewebe
    (mit Ausnahme des Zahnschmelzes)

Aminosäurederivate

  • kleine Moleküle, die aus einer einzelnen Aminosäure synthetisiert werden
  • Tyrosinabkömmlinge: Adrenalin und Thyroxin
    • Thyroxin ist lipidlöslich
    • Adrenalin ist wasserlöslich
  • Unterschiedliche Transportmechanismen und Lokalisation
    der Rezeptoren

Proteohormone und Peptidhormone

  • lipidunlöslich/lipophob
  • Beispiele Insulin, EPO und PTH

Steroidhormonbiosynthese

  • Einteilung in 4 Gruppen
    • [1] Cholesterin -> Ausgangsmolekül für alle Steroidhormone
    • [2a] Progestagene ->  Über Pregnenolon und Progesteron entstehen daraus die Mineral- und Glucocorticoide und die Androgene (männliche Sexualhormone)
    • [2b] Kortikoide (Mineral- und Glucocorticoide) werden in der Nebennierenrinde synthetisiert
    • [3] Androgene -> Ausgangsmolekül für Östrogene
    • [4] Östrogene (weibliche Sexualhormone)

Wirkmechanismus über nukleäre Rezeptoren – Typ 1

  • Der Rezeptor stellt einen Transkriptionsfaktor dar, welcher eine Liganden (Hormon) Bindungsdomäne und eine DNA Bindungsdomäne aufweist (komplexiert mit einen Hitzeschockprotein)
  • Typ 1 Rezeptoren (Beispiel: Androgenrezeptor) binden an den Rezeptor und veranlassen dadurch die Freisetzung des Hitzeschockproteins
  • Nach Dimerisierung, Translokation in den Nucleus und Bindung von Co-Faktoren
    kann er die Transkription veranlassen

Wirkmechanismus über nukleäre Rezeptoren – Typ 2

  • Schilddrüsenhormone diffundieren direkt in den Zellkern, wo der Rezeptor bereits an die DNA
    gebunden ist

Wirkmechanismus Peptidhormone

  • Bindung an einen Rezeptor
  • Intrazelluläre Antwort über
    • Proteinkinase Aktivitäten des Rezeptors
    • G-Protein und second messengern (z.B. cAMP, IP3)
  • Rezeptor stellt einen Ionenkanal da, der Leitfähigkeit für bestimmte
    Ionen verändert

Hierarchie des Hormonsystems

  • Tätigkeit von einigen Hormondrüsen wird über das Hypothalamus-Hypophysensystem gesteuert
    • hypothalamisch-hypophysär-gonadotrope Achse
    • hypothalamisch-hypophysär-adrenotrope Achse
    • hypothalamisch-hypophysär-thyreotrope Achse

Hypothalamus

  • bestandteil des Zwischenhirns
  • gehört zum Hypothalamus-Hypophysen-System (Übergeordnete Struktur für viele Drüsen zur Regulation der Hormonfreisetzung)
  • Produktion von 2 Hormonen
    • ADH -> Rückgewinnung von H2O in der Niere
    • Oxytocin -> Kuschelhormon
    • Beide Hormone werden im Hypohphysenhinterlappen gespeichert
  • Produktion von Inhibiting- und Releasinghormonen (Bsp.: GnRH, FSH, LH in HLV)
    • Reguliert damit die Hormonfreisetzung in der Adenophyse (Hypohysenvorderlappen und Mittellappen)

Lernen