HK A1

Siehe Lernziele A1

Siehe Lernziele A1


M. M.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen der Pflege in der Berufslehre und beleuchten historische Entwicklungen, Modelle wie die ATLs sowie rechtliche Aspekte. Sie behandeln Themen wie Juchlis Pflegeverständnis, Delegationsprinzipien, Pflegesysteme und Zeitmanagement-Methoden wie das Eisenhower-Prinzip. Pflegekräfte profitieren davon, um professionelle Standards zu verstehen und anzuwenden.
Karten
22
Lernende
52
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
11.02.2023 / 18.05.2026

Lernkarten

Welche Regeln gibt das Datenschutzgesetz Spitälern und Heimen vor? Nennen Sie mindestens 3!

  • Alle Klientendokumentationen und Krankengeschichten unterliegen dem Datenschutz und gelten als besonders schützenswerte Daten

 

  • Klientinnen und Klienten dürfen jederzeit in ihre Dokumente Einsicht verlangen.

 

  • In Ausnahmesituationen ist das Weiterleiten von Informationen durch Fachpersonen erlaubt. Dazu muss in der Regel bei der zuständigen Aufsichtsbehörde ein Antrag auf Aufhebung des Berufsgeheimnisses gestellt werden. Meldepflicht bzw. Melderecht besteht beispielsweise bei Fällen, die auf ein Verbrechen gegen Leib und Leben oder auf einen Verstoss gegen die körperliche oder die sexuelle Integrität schliessen lassen

Beschreiben Sie 4 Möglichkeiten, wie Sie die Regeln zum Datenschutz in Ihrem Arbeitsalltag konkret einhalten!

  • Keine Telefonische Auskunft bei unbekanntem Anrufer
  • Dokumente nicht herumliegen lassen
  • Patienten bei Bedarf über ihr Recht auf Einsicht aufklären
  • bei grosser Gefährlichkeit einer Person sowie bei Verhaltensstörungen im Fall von bekannter Gefährlichkeit wie auch bei Fahruntauglichkeit aus gesundheitlichen Gründen oder wegen Alkohol- oder Drogenproblemen kann die Schweigepflicht umgangen werden und die entsprechende Instanz informiert werden.

Erklären Sie, was die „Schweigepflicht“ ist und welchem Zweck diese dient!

  • Alle Personen im Gesundheitswesen sind der Schweigepflicht, dem Berufsgeheimnis nach unterstellt. Das bedeutet, dass alle Informationen, die eine Fachfrau oder ein Fachmann Gesundheit von und über ihre Klienten erhält, vertraulich behandelt werden müssen. Informationen dürfen nur mit Einverständnis des betroffenen Klienten weitergegeben werden. Dies gilt auch für Angehörige.

Erläutern Sie die wichtigsten Rechte von Klienten in Institutionen?

  • Klientinnen und Klienten dürfen jederzeit in ihre Dokumentationen Einsicht verlangen.
  • Sie haben auch das Recht auf eine verständliche Erklärung ihrer Befunde.
  • Klientinnen und Klienten haben das Recht, unabhängig von ihrem physischen, psychischen oder geistigen Zustand respektiert und geachtet zu werden.
  • Klientinnen und Klienten haben das Recht zur Einwilligung oder Ablehnung sämtlicher pflegerischer und medizinischer Massnahmen (beispielsweise ein Medikament einzunehmen oder nicht).
  • Im Fall einer Urteilsunfähigkeit einer Klientin müssen die im Voraus formulierten Willensäusserungen berücksichtigt werden, diese finden sich, falls vorhanden, in der Patientenverfügung.
  • Klientinnen und Klienten haben das Recht auf Schutz der Privatsphäre und die freie Äusserung eigener Werte und Gefühle.

Planung und Organisation haben im Pflegealltag einen hohen Stellenwert. Weshalb ist eine professionelle Arbeitsplanung im Pflegebereich so wichtig?

 

  • Prioritäten Setzung – wichtiges zuerst erledigen!
  • Fixzeiten einhalten z.B. bei der Medikamenten Verabreichung
  • Viele Tätigkeiten müssen erledigt werden und dürfen nicht vergessen werden
  • Viele Tätigkeiten können miteinander kombiniert werden
  • Vorrausschauende Arbeitsplanung ermöglicht effizientes Arbeiten
  • Arbeitsablauforganisation müssen auf die individuellen Bedürfnisse der Klientinnen abgestimmt werden

Für die Arbeitsplanung und Prioritätensetzung stehen Ihnen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Welche kennen sie?

  • Pflegedokumentation
  • Eisenhower Prinzip
  • Pflegeprozess
  • Medikamenten Schema
  • Patienten Übersicht
  • Pflegediagnosen
  • Interne Standards z.B. Visitenzeiten

Nennen und beschreiben Sie die „sechs Schritte einer ganzen Handlung“! Überlegen sie sich auch welchen konkreten Nutzen „dieses Modell“ für Sie hat?

1Informieren (nötigen Informationen beschaffen)

2Planen (sinnvollen und zielorientierten Arbeitsablauf erstellen, was braucht es alles?)

3Entscheiden (Welchen Lösungsweg nehme ich?)

4Ausführen

5Kontrollstufe (Soll-Ist-Vergleich)

6Beurteilung (Arbeitsergebnis bewerten, reflektieren)

Beschreiben Sie das Eisenhower-Prinzip?

Das Eisenhower-Prinzip ist eine Zeitmanagement-Methode. Damit kann eingeschätzt werden, wie dringlich eine Aufgabe ist.

 

Im Arbeitsalltag kann es somit ideal zur Priorisierung genutz werden. A Aufgaben haben Priorität, D Aufgaben können zurück gestellt werden. 

Was sind A-, B- C- und D-Aufgaben (Eisenhower / Priorisierung)?

  • A-Aufgaben sind wichtig und müssen sofort erledigt werden (dringend), z. B. eine Klientin ist gestürzt und braucht Hilfe.
  • B-Aufgaben sind wichtig, müssen aber nicht sofort erledigt werden, wie z. B. die Medikamentengabe um 10.00 Uhr oder die Pflegedokumentation führen.
  • C-Aufgaben können delegiert werden, wie z. B. die Begleitung einer Klientin zum Coiffeur.
  • D-Aufgaben sind Aufgaben, die weder wichtig noch dringlich sind, wie z. B. das Aufräumen des Schranks mit den Blumenvasen.

Welche Merkmale zeichnen „funktionelle“  Pflegesysteme aus? 

Welche Merkmale zeichnen  „klientenzentrierte“ Pflegesysteme aus?

Nennen sie zwei Vorteile und zwei Nachteile der klientenzentrierten Pflege? 

+ klare Verantwortung bei einer oder wenigen Pflegenden

+auf Patientenbedürfnisse wird individueller eingegangen

-Arbeit orientiert sich am Patienten und nicht auf die Tätigkeiten somit weniger effizient.

-Erschwerte Dienst Planung (z.B. bei der Bezugspflege)

Nennen sie zwei Vorteile und zwei Nachteile der Funktionspflege? 

 

+ Schnelle Arbeisabläufe

+ klare Zuständigkeiten

- Pat. bekommt viele Pflegende zu Gesicht

- Ansprechperson fehlt

Erläutern Sie die 3 Grundprinzipien des Delegierens! Anhand was entscheidet man was Deligiert werden kann? Was versteht man unter den Grundprinzipien? 

3 Prinzipien 

  • Aufgaben (um welche Aufgabe handelt es sich?)
  • Kompetenzen (liegt die Aufgabe in der Kompetzenz der jeweiligen Person?)
  • Verantwortung (Wer trägt die Verantwortung? Gebe ich diese ab oder bleibt sie bei mir?)

Das Grundprinzip der Delegation besagt, dass sich Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung genau entsprechen müssen, oder, anders formuliert, „kongruent" sein müssen.

 

Aspekte der Delegation

  • nur an geeignete Personen Aufgaben delegieren, d. h. an Personen, die für die Aufgabe auch qualifiziert sind
  • Aufgabe muss klar abgegrenzt sein, d. h. klar formuliert, was konkret gefordert ist
  • klare Zielsetzungen (was, welche Qualität, wann, … Schritt für Schritt)
  • Aufgaben und Kompetenzen müssen sich decken

Erklären Sie die beiden Begriffe „Anordnungs-„und „Durchführungsverantwortung“? Überlegen sie sich Beispiele dazu aus der Praxis!  

Die Pflegefachkraft hat bei der Ausführung einer ärztlichen Anordnung die Durchführungsverantwortung. Kommt bei der Durchführung der Patient zu Schaden, haftet (auch) die durchführende Pflegefachkraft.

Der Verordnende Arzt hat dabei die Anordnungskompetenz. Auch Pflegende haben je nach Tätigkeit und Ausbildung Anordnungsverantwortung.

 

Studieren sie die Grafik bezüglich der „Anordnungs-„und „Durchführungsverantwortung“ am Beispiel einer ärztlichen Verorndung. Wenn sie die Grafik verstehen gilt die Antwort als richtig beantwortet. 

Was verstehen sie unter dem Modell des Lebens und wozu dient es in ihrem Pflegealltag?

Studieren sie die Grafik genau und bringen sie die verschiedene Faktoren ATL, Lebenspanne, Faktoren welche die Lebensaktivität beeinflussen und das Abhängigkeits / Unabhängigkeitskontinium miteinander in Verbindung. 

Gut merken können sie sich das Ganze anhand einer konkreten Situation. Z.B Wie alt ist Bewohner X? Bei welchen ATL`s benötigt er unterstützung? Wie abhängig / unabhängig ist er in den jeweiligen ATLs? etc. 

Dieses Modell kommt gerne an QV`s... 

Aufgrund aller Informationen zu den ATL, der Lebensspanne und den Einflussfaktoren kann für jede Klientin und jeden Klienten eine individuelle Pflege geplant und durchgeführt werden.

Beschreiben sie die vier Einflussbereiche und wozu diese dienen?

Studieren sie dazu die Grafik? 

  • Die Einflussfaktoren sind wichtige Aspekte, um die Pflege zu individualisieren
  • Die ATL werden, neben der Lebensspanne, von einzelnen Faktoren beeinflusst.
  • Liliane Juchli unterteilte diese in vier Gruppen: körperliche, geistig-seelische, ökologische und sozial-wirtschaftlich-kulturell-politische Faktoren. Die Einflussfaktoren werden immer in Beziehung zu den ATL gesetzt.

Beschreiben sie einen kurzen geschichtlichen Abriss des Pflegeberufs? > Pflegepionierin 

Schauen sie dazu den Video: 

The story of Florence Nightingale - YouTube

 

Florence Nightingale (1820 – 1910), Tochter einer wohlhabenden, bürgerlichen englischen Familie, setzte sich für eine umfassende Ausbildung für das Pflegepersonal ein. Sie wird heute als Pionierin der modernen Krankenpflege gesehen. 

Vor ihrer Zeit gabe es noch kaum ein Verständniss von professioneller Pflege. 

 

 

Wer ist Henry Dunant? Was hat er gegründet? Wie war er an der Schlacht von Solferino (Sardinien) beteiligt? Woher kommt er?


Video unbedingt schauen zur beantwortung der Fragen. 

Henry Dunant - YouTube

Henry Dunant (1828 – 1910) gründete in der Schweiz das Rote Kreuz. Die Grundidee war, mithilfe von ausgebildeten Helferinnen und Helfern die Militärsanitäter während Kriegszeiten zu unterstützen.

 

Nennen sie die 12 ATL`s und zeigen sie Anwendungsbereiche in ihrer Pflegepraxis auf?

Diese geben Bedürfnisse jedes Menschen wieder. Die einzelnen ATL werden nicht isoliert betrachtet, sie sind voneinander abhängig und miteinander vernetzt. Die ATL beeinflussen sich gegenseitig.

Wer ist Schwester (Sr) Liliane Juchli (1933-2020) und wie hat sie den Pflegealltag in der Deutschschweiz geprägt? Was hat sie mit dem „Thiemes Pflege“ Standardwerk zu tun? 

Liliane Juchli † 30. November 2020 in Bern war eine Schweizer Krankenschwester und römisch-katholische Ordensschwester  und Pflegewissenschaftlerin.

Nicht nur pflegebedürftige Menschen, sondern auch Generationen von Pflegefachkräften haben von der Erfahrung und dem herausragenden persönlichen Engagement Liliane Juchlis profitiert.

Sie baute in den 1960er-Jahren das Ausbildungsangebot für Pflegekräfte auf. Liliane Juchli erstellte ein  500-seitigen Manuskript zu ihrem Verständniss von Pflege. Ein vergleichbares, sämtliche Inhalte der Pflege umfassendes Lehrmaterial hatte es bis dahin nicht gegeben. Der Georg Thieme Verlag erkannte das Potenzial dieses Kompendiums und brachte 1973 auf dieser Grundlage die erste Auflage von „Krankenpflege“ heraus. Es gilt bis heute als Standardwerk und ist mittlerweile in der 12. Auflage unter dem Titel „Thiemes Pflege“.

Lernen