SB Produkt- und Preisgestaltung

Produkt- und Preisgestaltung

Produkt- und Preisgestaltung


S. M.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Produkt- und Preisgestaltung im Marketing und richten sich an Fortgeschrittene. Sie konzentrieren sich auf die Erfassung und Zuordnung von Kosten, die Abgrenzung zwischen Aufwand und Kosten, sowie die Betriebsabrechnung. Die Karteikarten erklären die Bildung von Kostenstellen und deren Rechnung, einschließlich der Unterscheidung zwischen Hilfs-, Vor- und Hauptkostenstellen. Sie eignen sich für Studierende und Fachleute, die ihr Verständnis der Kostenrechnung und des Rechnungswesens vertiefen möchten.
Karten
55
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Marketing
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
21.01.2023 / 22.01.2023

Cartes-fiches

Was ist der Unterschied zwischen Finanz- und Betriebsbuchhaltung?

Während in der Finanzbuchhaltung stark die Grundsätze der handelsrechtlichen Buchführung einge-halten werden müssen, werden in der Betriebsbuchhaltung die Werte des effektiven Verbrauchs-und der effektiven Leistungserstellung in den Vordergrund gerückt. Als wesentliches Abgrenzungs-merkmal gilt:

Die Finanzbuchhaltung ist für «aussen» bestimmt (Banken, Steuerbehörden, Aktionäre usw.) während die Betriebsbuchhaltung (= Kostenrechnung) nur internen Zwecken dient. 

Die Finanzbuchhaltung dient wozu?

Die Finanzbuchhaltung dient der systematischen Erfassung des laufenden Geschäftsverkehrs, der Ermittlung von Aktiven und Passiven zu einem bestimmten Zeitpunkt. Mit der Gewinn- und Verlust-rechnung wird der Erfolg einer einzelnen Rechnungsperiode ermittelt. Diese Angaben reichen jedoch nicht aus, um eine exakte Kalkulation durchzuführen. Es ist deshalb ein weiteres System in das Rech-nungswesen zu integrieren, welches genauere Angaben über die Kosten der Marktleistung liefert. Im Gegensatz zum handels- und steuerrechtlichen Jahresabschluss einer Unternehmung ist die Be-triebsbuchhaltung eine rein interne Rechnung. Sie stellt Unterlagen für die Kalkulation sowie für die Kostenkontrolle bereit.

Der unterschiedliche Charakter zwischen finanziellem und betrieblichem Rechnungswesen kann durch welche Merkmale verdeutlicht werden?

• Das betriebliche Rechnungswesen ist eine Kosten- und Leistungsrechnung. Sie umfasst keine neutralen Aufwände und Erträge (= Aufwände, die nichts mit der eigentlichen Betriebstätigkeit zu tun haben, z. B. «Was haben Depotgebühren mit der Herstellung von Büchern in einem Verlag zu tun?»), berücksichtigt demgegenüber aber kalkulatorische Kosten und Leistungen, die im fi-nanziellen Rechnungswesen fehlen.

• Das betriebliche Rechnungswesen liefert typischerweise kurzfristige Erfolgsrechnungen. Diese werden als Wochen-, Monats-, Quartals- oder Semesterrechnung, ganz selten als Jahresrechnung erstellt.

• Das betriebliche Rechnungswesen ist deutlich intern ausgerichtet. Das heisst, dass auf externe Einflüsse wie Steuern, Finanzierungspolitik usw. nicht Rücksicht genommen wird.

• Das betriebliche Rechnungswesen ist eine Ergänzung, nie Ersatz für das finanzielle Rechnungswe-sen

Ist die Betriebsbuchhaltung vom Geesetz vorgeschrieben?

Nein

In Abhängigkeit vom Informationsbedarf ist es also sinnvoll, eine Betriebsbuchhaltung zu führen, welche vom Gesetz jedoch nicht vorgeschrieben ist. 

Die Vorteile der Betriebsbuchhaltung liegen in der erweiterten betrieblichen ...

Informationsversorgung

Die Vorteile der Betriebsbuchhaltung liegen in der erweiterten betrieblichen Informationsversor-gung zu welchen Themen?

 

(5P)

• Preisbildung: Wie hoch muss der offerierte Preis in der Offertstellung mindestens sein, damit alle Kosten gedeckt sind?

• Preisbeurteilung: Kann der geltende Marktpreis die Produktionskosten decken? 

• Inventar: Mit welchen Werten sind die im Lager liegenden Halb- und Fertigfabrikate zu bilanzieren? •

Verfahren, Erhöhung der Wirtschaftlichkeit: Soll ein anderes, kostengünstigeres Verfahren für die Produktion eingesetzt werden?

• Grundsatzentscheid: Welche Produkte sollen nicht mehr selbst produziert, sondern zugekauft werden (Make or Buy), respektive ab welcher Menge lohnt sich eine Eigenproduktion? 

Der Begriff «Betriebsbuchhaltung» ist weder in der Theorie noch in der Praxis mit einer einheitlichen Begriffsumschreibung anzutreffen und kommt deshalb in den Unternehmen in den verschiedensten Ausprägungen vor.

Benennen Sie einige.

• als Abkürzung «BeBu»

• Kostenrechnung

• interne Unternehmensrechnung

• Kosten- und Erlösrechnung

• Kosten- und Leistungsrechnung

• Management Accounting, Cost Accounting

 

Nachfolgend werden die Begriffe Betriebsbuchhaltung und Kostenrechnung synonym verwendet. 

• oft auch im Zusammenhang mit dem Begriff «Controlling» 

Zu den Hauptaufgaben der Betriebsbuchhaltung (Kostenrechnung) gehören ...

 

(4P)

• Erfassung der Kosten der betrieblichen Leistungserstellung

• Ermittlung der Zuschlagsätze als Grundlage für die Kalkulation

• Ermittlung des Produkterfolges (Kostenträgererfolgsrechnung)

• Bereitstellung von Unterlagen für die Kontrolle der Kosten und der Wirtschaftlichkeit 

Die Kostenrechnung befasst sich in erster Linie mit drei Leitfragen.

Benennen und erklären Sie diese.

1. Was für Kosten sind entstanden? Die in der Finanzbuchhaltung erfassten Aufwände sind geprägt von den handelsrechtlichen und steuerlichen Überlegungen. Diese Aufwände sind mit den betriebswirtschaftlichen Überlegungen abzugleichen, anzupassen und als Kosten in die Kostenrechnung zu übertragen.

2. Wo sind die Kosten angefallen? Der Betrieb wird in Kostenbezirke und weiter in Kostenstellen aufgeteilt. Den von Kostenstellen-leitern geführten Kostenstellen werden die angefallenen Kosten möglichst verursachergerecht belastet.

3. Wer muss die Kosten tragen? Damit ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Abteilung Kostenträger sein kann, muss diese eine Bedingung erfüllen: Sie muss einen Erlös (Umsatz) aufweisen. Die Differenz zwischen der für die Herstellung bzw. Bereitstellung der verkauften Leistung verursachten Kosten und dem Erlös stellt den Erfolg dar.

In der Auswertungsphase sind zwei weitere Fragen von Bedeutung.

Welche?

1. Wie viel kostet eine Einheit (Stück, Stunde, Meter usw.)? Als Basis für die Kalkulation ist es wichtig zu wissen, was eine Einheit in der Herstellung kostet, um den Verkaufspreis festlegen zu können. Die Vollkostenrechnung liefert die langfristige Preis-untergrenze (= die Selbstkosten eines Produkts).

2. Welche Kosten sind fix, welche variabel? Um die kurzfristige Preisuntergrenze berechnen zu können, müssen die Kosten in variable (von der hergestellten Menge abhängig) und fixe (von der hergestellten Menge unabhängig) Kosten unterteilt werden. Die variablen Kosten eines Produkts stellen die kurzfristige Preisuntergrenze dar. 

Eine Kostenrechnung besteht aus wie vielen Teilen, die im Ablauf zusammengehören und deshalb auch als .... bezeichnet werden. 

Drei

Kostenrechnungssystem

Eine Kostenrechnung besteht aus drei Teilen, die im Ablauf zusammengehören und deshalb auch als Kostenrechnungssystem bezeichnet werden. 

 

Benennen Sie die drei Teile und erläutern Sie diese.

- Kostenartenrechnung Zusammenfassung aller gleichartigen Kosten (z. B. Materialaufwand, Personalauf-wand, Raumaufwand usw.) in einem oder mehreren Konten.

- Kostenstellenrechnung In der Kostenstellenrechnung wird aufgezeigt, an welcher Stelle im Unternehmen die Kosten entstanden sind. Kostenstellen sind in der Regel organisatorische Einhei-ten.

- Kostenträgerrechnung Die Kostenträgerrechnung zeigt, welchen Produkten die Kosten belastet worden sind und weist somit den Erfolg der Produkte und Leistungen nach. 

Werden die gesamten in einer Periode angefallenen Kosten (Gemein- und Einzelkosten) auf die Kos-tenträger weiterverrechnet, so spricht man von einer .... . Durch Gegenüberstellung von Erlös und Vollkosten kann der Betriebserfolg pro Kostenträger ausgewiesen werden. 

Vollkostenrechnung

Werden die gesamten in einer Periode angefallenen Kosten (Gemein- und Einzelkosten) auf die Kos-tenträger weiterverrechnet, so spricht man von einer Vollkostenrechnung. Durch Gegenüberstellung von Erlös und Vollkosten kann der Betriebserfolg pro Kostenträger ausgewiesen werden. 

 

Erläutern Sie ein Praxisbeispiel dazu.

Edupool.ch interessiert nicht nur das gesamte erzielte Betriebsergebnis sondern auch wieviel die einzelnen Leistungsbereiche (= Kostenträger) dazu beigetragen haben wie z. B. das Ergebnis aus dem Lehrmittelverkauf oder das Ergebnis aus der Organisation und Durchführung von Prüfungen. 

Die Betriebsbuchhaltung hat die Aufgabe, die Kostenarten möglichst verursachergerecht den einzel-nen Kostenstellen und Kostenträgern zuzurechnen. Dabei wird unterschieden zwischen zwei Punkten unterschieden. 
Welche?

• Kosten, die dem Kostenträger direkt (=Einzelkosten) und

• Kosten, die indirekt via Kostenstellen auf den Kostenträger (= Gemeinkosten)

verrechnet werden. 

Was verstehen wir unter "Einzelkosten (EK)"?

Einzelkosten (EK) Alle während dem Leistungsprozess für ein bestimmtes Produkt (Kostenträger) entstandenen Kosten, welche sich diesem direkt zuordnen lassen. Diese Kosten werden auch als direkte Kosten oder Primärkosten bezeichnet. 

Was verstehen wir unter "Gemeinkosten (GK)"?

Gemeinkosten (GK) Alle während dem Leistungsprozess entstandenen Kosten, welche sich nicht einem bestimmten Produkt zu-ordnen lassen, sondern zur Erstellung mehrerer Produkte angefallen sind. Es ist nur bekannt, in welchem Be-reich sie entstanden sind. Diese Kosten werden auch als indirekte Kosten oder Sekundärkosten bezeichnet. 

Erläutern Sie in einem Praxisbeispiel den unterschied von EK und GK.

Ein Pizza-Kurier zahlt Miete für die Backstube, für den Verkaufsladen inklusive Sitz-gelegenheiten und für das Lager. Die Mietkosten können somit nicht einem einzel-nen Produkt zugeordnet werden und sind deshalb Gemeinkosten. Die Materialkos-ten für eine «Pizza Prosciutto» wie Teig, Mozzarella, Schinken usw. können dem Produkt aufgrund der verbrauchten Menge genau zugeordnet und als Einzelkosten erfasst werden. 

Die Kostenartenrechnung beantwortet die Frage ....

Was für Kosten und wieviel Kosten sind in einer bestimmten Periode entstanden? 

In der Kostenartenrechnung werden die Kosten

In der Kostenartenrechnung werden die Kosten

• erfasst und in Einzel- und Gemeinkosten eingeteilt,

• periodengerecht (= zeitliche Abgrenzung) und

• objektiv (= sachliche Abgrenzung) abgegrenzt sowie

• nach Kostenartengruppen zusammengefasst. 

Das Ziel der Kostenartenrechnung besteht in der ...

Das Ziel besteht in der Ermittlung der Gesamtkosten (= Selbstkosten) als Grundlage für die Kalkulati-on. Ebenfalls sollen die Bewertungsdifferenzen zwischen Finanz- und Betriebsbuchhaltung festgehal-ten werden. 

Von der Finanzbuchhaltung fliessen die Ergebnisse aus dem Betriebsaufwand in die .... .

Warum

Kostenartenrechnung.

Da Aufwand im seltensten Fall gleich Kosten ist, muss eine Abgrenzung in der Kostenar-tenabrechnung erfolgen. 

Was verstehen wir unter der Kostenartenrechnung?

Bei der Erfassung des Quellbeleges in der Finanzbuchhaltung werden bereits die Kostenstellen bzw. Kostenträger erfasst. 

In der Betriebsbuchhaltung spricht man von Kosten, in der Finanzbuchhaltung von Aufwand. Der Aufwand bezieht sich immer auf die Gesamtunternehmung, das heisst ... .

auch betriebsfremde (neutra-le) oder ausserordentliche Aufwände werden erfasst.

In der Betriebsbuchhaltung spricht man von Kosten, in der Finanzbuchhaltung von Aufwand. Der Aufwand bezieht sich immer auf die Gesamtunternehmung, das heisst auch betriebsfremde (neutra-le) oder ausserordentliche Aufwände werden erfasst. Die Kosten hingegen beziehen sich nur auf den Teil, der mit der betrieblichen Leistungserstellung zu tun hat, das heisst .... .

betriebsfremde (neutrale) oder ausserordentliche Aufwände werden nicht als Kosten in der Betriebsabrechnung berücksichtigt. 

Die Finanzbuchhaltung ermittelt den ..... . Die Betriebsbuchhaltung ermittelt die .... . 

Aufwand

Kosten

Die Finanzbuchhaltung ermittelt den Aufwand. Die Betriebsbuchhaltung ermittelt die Kosten. Differenzen entstehen durch die unterschiedlichen Perspektiven der beiden Buchhaltungen: Die Finanzbuchhaltung bewertet nach anderen Gesichtspunkten (zum Beispiel ..... was ) als die Betriebsbuchhaltung. Die so entstehenden Abgrenzungen sind zu unterscheiden nach sachlichen und zeitlichen Abgrenzungen

Reserve-, Steuer- und /oder Dividendenpolitik

Was verstehen wir unter zeitliche Abgrenzung?

Die Betriebsabrechnung sollte wegen der Kostenkontrolle möglichst kurze Zeiträume umfassen (ei-nen Monat, höchstens ein Quartal), damit Abweichungen festgestellt und korrigiert werden können. Die Finanzbuchhaltung erstellt während des Jahres oft keine Zwischenabschlüsse. Dadurch wird es nötig, in der Kostenrechnung manche unregelmässigen oder nur in grösseren Zeitabständen anfallenden Kosten in der Betriebsabrechnung vorzusehen.  Zeitlich abzugrenzen sind Stunden- und Akkordlöhne, weil die Auszahlung zwangsläufig erst einige Tage nach Abschluss einer Periode erfol-gen kann. In der Finanzbuchhaltung werden im Laufe des Jahres nur die ausbezahlten Löhne ver-bucht. Die Betriebsbuchhaltung interessiert sich aber für die Lohnkosten, für welche in der Abrech-nungsperiode entsprechende Leistungen erbracht wurden. 

Zeitliche Abgrenzungen sind auch notwendig für periodenübergreifende Aufwände wie ...

 

(2P)

• Werbeaufwände

• Versicherungen 

Stimmt diese Ausaage?

Ja

Die zeitlichen Abgrenzungen werden in der Finanzbuchhaltung über die aktive und passive Rech-nungsabgrenzung (transitorische Aktiven und Passiven) verbucht. 

Stimmt diese Ausage?

Ja

In der Praxis sind die zeitlichen Abgrenzungen durch die Finanzbuchhaltung vorzunehmen, so dass sich die Betriebsbuchhaltung vorwiegend nur mit .... Anpassungen auseinandersetzen muss.

sachlichen

In der Praxis sind die zeitlichen Abgrenzungen durch die Finanzbuchhaltung vorzunehmen, so dass sich die Betriebsbuchhaltung vorwiegend nur mit sachlichen Anpassungen auseinandersetzen muss. 

 

In der Beziehung zwischen Aufwand und Kosten unterscheidet man einige Fälle. Sie können alle diese fälle erläutern und erklären.

S19 folgt

Erläutern Sie Fall 1.

(2P)

Fall 1: Aufwand, der keine Kosten darstellt (Neutraler Aufwand) 

In der Finanzbuchhaltung werden neutrale Aufwände erfasst, welche nicht zu den Kosten zählen:

• Betriebsfremder Aufwand: Er dient nicht der betrieblichen Leistungserstellung. Beispiele: Aufwand im Zusammenhang mit betriebsfremden Liegenschaften, Wertschriftenge-schäften und Beteiligungen 

• Ausserordentlicher betrieblicher Aufwand: Aufwände, die im normalen Betriebsablauf nicht zu erwarten sind, gelangen nicht als Kosten in die Betriebsabrechnung. Beispiele: Ausserordentliche Verluste auf Warenlager oder Debitoren, Verluste aus dem Verkauf von Anlagen, ungedeckte Feuer- und Elementarschäden 

Erläutern Sie Fall 2.

Fall 2: Aufwand (Grundkosten)

Der Aufwand kann aus der Finanzbuchhaltung ohne Abänderungen in die Betriebsabrechnung übernommen werden. Es handelt sich vor allem um Aufwand für Dienstleistungen des Personals (Löhne) und für Dienstleistungen anderer Betriebe (Drittleistungen) sowie externer Dienste (Strom, Telefon, Porti, Mieten). 

Erläutern Sie Fall 3.

Fall 3: Aufwand > oder < Kosten (Anderskosten)

Die Bewertung in der Finanzbuchhaltung wird durch rechtliche, steuerliche und unternehmenspoliti-sche Gesichtspunkte beeinflusst. In der Betriebsabrechnung werden nach Möglichkeit die wirklichen, objektiven Werte eingesetzt. Unterschiedliche Bewertungen kommen vor allem bei den Vorräten und Anlagen vor. Sie führen zur Bildung oder Auflösung von stillen Reserven.

Beispiele für überhöhte Aufwände: Abschreibungen, Material- oder Warenaufwand 

Erläutern Sie Fall 4.

 

Kosten, die nicht oder unvollständig erfasst wurden (Zusatzkosten) In der Betriebsabrechnung sind allenfalls auch Kosten einzusetzen, die in der Finanzbuchhaltung gar nicht oder nur unvollständig erfasst wurden

Fall 4: Kosten, die nicht oder unvollständig erfasst wurden (Zusatzkosten) In der Betriebsabrechnung sind allenfalls auch Kosten einzusetzen, die in der Finanzbuchhaltung gar nicht oder nur unvollständig erfasst wurden.

Benennen Sie diese vier Punkte

• Unternehmerlohn: In der Einzelunternehmung und manchmal auch bei Personengesellschaften wird für die Tätigkeit des Unternehmers oder der Unternehmer in der Finanzbuchhaltung kein oder ein zu tiefer Lohn verrechnet. Für die Betriebsabrechnung ist jedoch ein angemessenes Ar-beitsentgelt zu berücksichtigen. Die Höhe bemisst sich nach dem Lohn, den man einem Ange-stellten vergüten müsste, der die gleichen Funktionen als Geschäftsführer ausüben würde, wobei auch die anderen (orts-)üblichen Bedingungen (Spesen, Geschäftsauto usw.) zu berücksichtigen sind.

• Eigenkapitalzins: Der Zins für das im Betrieb investierte Eigenkapital gehört zu den Kosten. Die Höhe des Zinssatzes ist so anzusetzen, wie wenn der Unternehmer sein Geld auf dem freien Kapi-talmarkt investiert hätte (Zinssatz für langfristige Kapitalanlagen). 

• Unternehmerrisiko: Die Abgeltung für das Unternehmerrisiko sollte grundsätzlich über den Ge-winn erfolgen. Sind jedoch solche Kosten vorgesehen, so sind sie als Prozentsatz in der Eigenkapi-talzinsberechnung (je nach Branche unterschiedlich; in der Regel 3–5 %) zu berücksichtigen.

• Miete: Ist der Betrieb in der geschäftseigenen Liegenschaft untergebracht, so wird in der Finanz-buchhaltung meist nur der von den Steuerbehörden festgelegte Eigenmietwert verbucht. Dieser wird nur periodisch, wenn eine Neueinschätzung der Liegenschaft vorgenommen wird, ange-passt. Der meist zu tiefe Eigenmietwert ist zu korrigieren, indem auf den ortsüblichen Quadrat-meterpreis abgestellt wird.

Die Anderskosten oder Zusatzkosten werden in der Betriebsbuchhaltung oft auch als «kalkulatorische Kosten» bezeichnet. 

Halten Sie ein Ablaufdiagramm zur Erfassung der objektiven Kosten für die Betriebsabrechnung vor Augen. Sie könnten eines zeichnen.

S21 folgt

Aufgaben S22 im buch lösen.

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Étudier