SB Verkauf und Distribution 2
S B Verkauf und Distribution
S B Verkauf und Distribution
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Flashcards
Als 4. Punkt kennen wir die Distributionsstrategie.
Was verstehen wir darunter?
Als Nächstes wird die Distributionsstrategie bestimmt. Dabei wird entschieden, wie die Marktleistung vertrieben wird (direkter oder indirekter Vertrieb, welche Absatzkanäle, wie viele Distributionsstufen usw.). Des Weiteren müssen in diesem Schritt Entscheidungen bezüglich Logistik und Standort gefällt werden. Die wichtigsten Elemente aus der Distributionsstrategie werden in den nächsten Kapiteln erläutert.
Als 5. Punkt kennen wir die Massnahmenpläne.
Erläutern Sie.
Im Anschluss an die Distributionsstrategie werden die Massnahmen der physischen Distribution ermit-telt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den Lieferservice wie auch auf das Lager und auf den Transport gelegt.
Als 6. Punkt kennen wir "Bestimmung der Infrastruktur".
Erläutern Sie.
In einem nächsten Schritt wird überprüft, ob Änderungen an der Infrastruktur vorgenommen werden müssen, um die gewünschten Massnahmen umsetzen zu können. Dabei wird nicht nur der organisa-torische Aufbau der Logistikabteilung beurteilt, sondern auch technische Details.
Als 7. Punkt kennen wir "Durchführungsplan"
Die Massnahmen aus dem Konzeptschritt «Massnahmenpläne» werden anhand eines Durchführungs-plans detailliert aufgeführt, terminiert und auf die einzelnen Mitarbeiter verteilt, sodass auch die Verantwortlichkeiten für die Massnahmen schriftlich festgehalten sind.
Als 8. Punkt kennen wir "Budget".
Basierend auf den bisherigen Schritten, wird ein detailliertes ..... mit allen Distributionskosten erstellt.
Budget
Gemäss den Hauptaufgaben der Distribution werden die Kosten meist in die folgenden Bereiche gegliedert.
Welche?
• Lagerkosten
• Bestandskosten wie z. B. Stromkosten für Kühlelemente
• Auftragsabwicklungskosten wie Verpackungs- und Kommissionierungskosten
• Transportkosten
Als 9. Punkt kennen wir den Schritt Erfolgskontrolle.
Was verstehn wir darutner?
Dieser Schritt dient dazu, die vorgegebenen qualitativen und quantitativen Distributionsziele zu kon-trollieren und allfällige Korrekturmassnahmen auf den Marketingmix abstimmen zu können.
In der Distributionsstrategie müssen diverse Entscheide, basierend auf den Marketingvorgaben, gefällt werden. Diese Distributionsentscheide beziehen sich hauptsächlich auf die Fragen...
(3P)
Wie vertrieben wer-den soll (Vertriebsform), welche Händler für die Zusammenarbeit ausgewählt werden (Absatzkanäle) und wie intensiv das Produkt schlussendlich vertrieben wird (Distributionsdifferenzierung).
In der Distributionsstrategie muss in einem ersten Schritt die Art der Distribution, d. h. die Vertriebs-form, definiert werden. Dabei wird in erster Linie entschieden, ob das Produkt direkt oder indirekt über einzelne Handelsstufen vertrieben werden soll. Erläutern Sie alle verschiedenen Vertriebsarten.
Wir kennen den Direktvertrieb.
Der Direktvertrieb ist besonders für Produkte geeignet, die ...
(4P)
• eine hohe Komplexität aufweisen, d. h. einen hohen Erklärungsbedarf haben und somit intensive Kundenbetreuung benötigen
• sehr hochpreisig sind
• eine hohe Transportempfindlichkeit haben (Verderblichkeit, Bruchschaden usw.)
• einen kleinen Abnehmerkreis haben
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie der direkte Vertrieb umgesetzt werden kann.
Benennen Sie einige.
• Eigene Niederlassungen, eigene Läden
• Eigener Aussendienst
• Rampenverkauf, Verkauf ab Fabrik
• Versandhandel (Kataloge, Internet)
• Teilnahme an Messen und Märkten
Benennen Sie einige Vorteile des direkten Vertriebes.
- unabhängig, flexibel, schnell
- kontrollierbar
- hohe Marktnähe
- direkter Kundenkontakt
- Service in den eigenen Händen
- gute Steuerung
- hohe Fachkompetenz
- keine Gewinnteilung
Benennen Sie einige Nachteile des direkten Vertriebes.
- kleinere Auftragsmengen
- hohe Infrastrukturkosten
- eigene Lagerhaltung
- grosses Risiko
- grosse Kapitalbindung
- hohe Marktbearbeitungskosten
Was verstehen wir unter indirektem Vertrieb?
Bei dieser Vertriebsform wird die Marktleistung über mindestens eine Zwischenstufe vertrieben. Den indirekten Vertrieb findet man vorwiegend im Konsumgüterbereich
Beim indirekten Vertrieb gibt es verschiedene Zwischenstufen. Welche?
• Verkauf über den Detailhandel (einstufiger indirekter Vertrieb, Nr. 2).
• Verkauf über Grosshandel / Detailhandel (zweistufiger indirekter Vertrieb, Nr. 3).
• Verkauf über Importeur / Grosshandel / Detailhandel (mehrstufiger indirekter Vertrieb, Nr. 4)
• Verkauf über den Detailhandel (einstufiger indirekter Vertrieb, Nr. 2).
Benennen Sie einige Beispiele.
Verkauf über bekannte Absatzkanäle wie COOP, Migros, Drogerien, Optikergeschäfte usw.
• Verkauf über Grosshandel / Detailhandel (zweistufiger indirekter Vertrieb, Nr. 3).
Wer kennen wir darunter?
Ein Grosshändler (z. B. Top CC, Prodega usw.) bezieht bzw. importiert die Marktleistungen und verkauft sie an den Detailhandel weiter. Dieser bietet die Marktleistungen anschliessend dem Endkunden an.
• Verkauf über Importeur / Grosshandel / Detailhandel (mehrstufiger indirekter Vertrieb, Nr. 4).
Was verstehen wir darutner?
In dieser Vertriebsform bezieht ein Importeur die Marktleistungen aus dem Ausland und verkauft sie an den Grosshandel weiter. Dieser beliefert in einem nächsten Schritt den Detailhandel, wel-cher schlussendlich die Marktleistungen an den Endkunden vertreibt (z. B. im Spirituosenmarkt Dettling und Marmot als Importeur).
Als weitere Zwischenstufen im indirekten Vertrieb kommen auch in Frage....
(3P)
• Handelsvertreter
• Kommissionär
• Makler
Was verstehen wir unter Handelsvertreter?
Ein Handelsvertreter liefert in eigenem Namen die Marktleistungen eines Herstellers an Endkun-den. Diese Vertriebsform wird meist im B2B-Bereich eingesetzt.
Was verstehen wir unter Kommissionär?
Ein Kommissionär vertreibt die Marktleistungen eines Herstellers gegen eine Provision an Endkunden.
Was verstehen wir unter Makler?
Ein Makler verkauft die Marktleistungen gegen eine vorgängig definierte Gebühr. Diese wird aller-dings erst fällig, wenn das Geschäft erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Makler sind oft im Immobiliengeschäft tätig.
Auch der indirekte Vertrieb zeichnet sich durch einige Vor- und Nachteile aus.
Benennen Sie einige Vorteile.
- Grössere Auftragsmengen
- Risikoverteilung
- Breitere Marktpräsenz
- Geringere Kapitalbindung
- Niedrigere Infrastrukturkosten
- Hoher Distributionsgrad
- Handel übernimmt Service
Auch der indirekte Vertrieb zeichnet sich durch einige Vor- und Nachteile aus.
Benennen Sie einige Nachteile.
- Abhängigkeit vom Handel
- Kein Kontakt zum Endkunden
- Weniger Informationsfluss
- Unflexibel
- Handel muss geschult werden
- Teure Markteintrittskosten
- Kein direkter Einfluss auf den Kundendienst und auf den Service
- Geringere Erlöse (Handelsspanne)
Nebst den klassischen Vertriebswegen (direkt und indirekt) haben sich auch Mischformen entwickelt. Besonders bekannt sind drei. Welche?
Franchising, das Licensing, und das Multilevel-Marketing
Was verstehen wir unter Franchising?
Das Franchising ist eine hybride Verkaufsform; das bedeutet, es enthält Elemente aus dem direkten und dem indirekten Verkauf. Franchising ist eine Vertriebsform, bei der zwei rechtlich selbständige Unternehmen zusammenarbeiten, um wirtschaftlich expandieren zu können. Der Franchisegeber verkauft dem Franchisenehmer die Nutzung des Geschäftskonzepts für den Ver-trieb von Waren oder Dienstleistungen. Das Geschäftskonzept umfasst meist die Beschaffung, die Pro-duktion, die Organisation und das Marketing. Der Franchisenehmer baut hingegen ein eigenständiges Unternehmen auf und tritt im Sinne des entsprechenden Systems nach aussen auf.
Wir unterscheiden zwischen drei Franchisevarianten. Welche?
- Produktfranchising
- Vertriebsfranchising
- Dienstleistungsfranchising
Erläutern Sie "Produktfranchising". Und benennen Sie ein Beispiel, welche firma dies betreibt.
Bei dieser Franchisevariante steht die Herstellung eines Produkts im Mittelpunkt. Das Konzept umfasst daher nicht nur die Rechte (Lizenzen), die der Franchisenehmer braucht, um das Produkt herzustellen, sondern auch das Wissen für diese Herstellung. Sehr häufig wird in der Praxis das Produktfranchising mit dem Vertriebsfranchising kombiniert.
Beispiele: Coca-Cola, Pepsi usw.
Erläutern Sie "Vertriebsfranchising". Und benennen Sie ein Beispiel, welche firma dies betreibt.
Hierbei wird der Vertrieb aus Sicht des Franchisegebers erweitert: Für den Kunden ist nicht erkennbar, ob er in einer Filiale des Unternehmens (Franchisegeber) ist oder bei einem Anbieter, der auf eigene Rechnung arbeitet.
Beispiele: OBI-Baumärkte, Fressnapf, Mango usw.
Erläutern Sie "Dienstleistungsfranchising". Und benennen Sie ein Beispiel, welche firma dies betreibt.
Der Franchisenehmer bietet eine Dienstleistung unter dem Namen des Franchisegebers an, wobei er gewisse Richtlinien und Vorgaben einhalten muss.
Beispiele: Schülerhilfe, Kieser Training, Senioren-Betreuung usw.
Wir kennen Vorteile des Franchising-Systems für den Franchisegeber. Benennen Sie drei.
1. Expansion – finanziert durch den Franchisenehmer: Franchisenehmer bauen ihre Betriebe selbst auf. Sie finanzieren die Betriebe und tragen folglich das unternehmerische Risiko eigenverantwortlich. Somit sorgen sie für eine – im besten Falle – flächende-ckende Präsenz im Markt. Durch den einheitlichen Auftritt werden sie vom Markt als eine «Filiale eines Konzerns» wahrgenommen.
2. Motivierte Unternehmer statt angestellte Filialleiter: Als Selbständige haben Franchisenehmer üblicherweise mehr Elan, als dies von Angestellten erwartet werden kann, denn ihre Existenz ist vom Erfolg ihres Betriebs abhängig
3. Auf viele Schultern verteiltes Risiko Jeder Franchisenehmer führt seinen Betrieb rechtlich selbständig. Für Verluste übernimmt der Fran-chisegeber üblicherweise keine Verantwortung. Einzelne Insolvenzen gefährden daher meist nicht das gesamte Netzwerk, können allerdings dem Image schaden.
Wir kennen Vorteile des Franchising-Systems für den Franchisenehmer. Benennen Sie vier.
1. Erprobtes Geschäftsmodell
2. Etablierte Marke
3. Netzwerk-Know-how
4. Kapitalbeschaffung
Erläutern Sie was wir unter "erprobtes Geschäftsmodell" verstehen.
Durch ein erprobtes Geschäftsmodell, das laufend optimiert und den Markterfordernissen angepasst wird, vermeidet der Franchisenehmer meist klassische Anfängerfehler wie z. B. falsche Produktange-bote. Weiter sind die schlanken und oft standardisierten Geschäftsprozesse für die Franchisenehmer einfach und profitabel umzusetzen. Durch diese Entlastung von Aufgaben wie Einkauf, Ladengestal-tung, Marketing usw. kann sich der Franchisenehmer auf seine eigentliche Tätigkeit, das Verkaufen, konzentrieren.
Erläutern Sie was wir unter "etablierte Marke" verstehen.
Viele Franchise-Systeme sind in ihrer Nische Marktführer. Im Idealfall hat die Marke national oder so-gar international hohe Bekanntheit und sichert dem Franchisenehmer dadurch von Anfang an ein gutes Kundenpotenzial.
Erläutern Sie was wir unter "Netzwerk-Know-how" verstehen.
Franchisenehmer sind untereinander «Kollegen» und keine Konkurrenten. Wer als Franchisenehmer einen Betrieb gründet, kann daher auf das Wissen seiner «Kollegen» zurückgreifen. Auch bei kurzfris-tigen Ausfällen (Ferien, Krankheit usw.) können in vielen Franchise-Systemen «Springer» helfen und vorübergehend die Geschäftsführung übernehmen. Ein Notfallplan ist nicht unüblich im Franchising.
Erläutern Sie was wir unter "Kapitalbeschaffung" verstehen.
Seit einiger Zeit gelten hohe Anforderungen für die Eigenkapitaldecke der Banken sowie für ihre Kre-ditvergabe. Ohne einen Erfolg versprechenden, professionellen Businessplan und einen fundierten Fi-nanzierungsplan sind Kreditzusagen wie Fördermittel schwierig zu erhalten. Beim Franchising-System gehören die Unterstützung bei Finanz- und Geschäftsplanung sowie Hilfe oder Begleitung bei Bankge-sprächen zum Leistungspaket der Franchisegeber für neue Partner. Zudem erhalten Franchising-Sys-teme, welche bereits Dutzende oder Hunderte von Partnerbetrieben aufweisen, meist einen Vertrau-ensvorschuss von den Banken.
Wir kennen drei Nachteile des Franchising-Systems für den Franchisegeber.
1. Aufwendiger Aufbau der Zentrale: Gemäss Franchise-Experten benötigen selbständige Unternehmen, die ein Franchise-System aufbauen möchten, ca. neun oder mehr Monate, um eine Zentrale mit minimalem Personalbestand einzurichten. Arbeitsprozesse müssen standardisiert und multipliziert, das Schulungskonzept und die Know-how-Dokumentationen erstellt sowie ein eigener Stammbetrieb als Ausbildungs- und Pilotbetrieb aufgebaut werden. Weiter müssen an Franchise-Messen Kontakte mit potenziellen Franchisenehmern ge-knüpft werden. Von der Auswahl eines Franchisenehmers bis zur Vertragsunterzeichnung und Ge-schäftseröffnung vergehen im Regelfall mehrere Monate. Bis sich die Startinvestition in eine Franchise-Zentrale refinanziert hat, vergehen nicht selten drei bis fünf Jahre und es müssen durchschnittlich zehn bis zwanzig Franchisenehmer ins System integriert worden sein.
2. Keine absolute Kontrolle: Franchisenehmer sind Unternehmer und möchten daher auf «Augenhöhe» kommunizieren statt wie Angestellte behandelt zu werden. Der Franchisegeber schreibt ihnen zwar die Umsetzung seines Ge-schäftsmodells vor und kann ihnen bei Missbrauch oder Verstössen die Lizenz entziehen, im täglichen Geschäftsbetrieb kann er sie jedoch kaum überwachen und leiten. Eine absolute Kontrolle mit Wei-sungsbefugnissen wie in einem Filialsystem ist also nicht gegeben.
3. Mögliche Gefährdung von Ruf und Markenimage durch schwarze Schafe: Fehlbares Verhalten einzelner Franchisenehmer kann den Ruf des gesamten Netzwerkes und der Marke negativ beeinflussen.
Wir kennen drei Nachteile des Franchise-Systems für den Franchisenehmer.
1. Die fremde Geschäftsidee
2. Franchise-Gebühren
3. Schwarze Schafe gefährden das Geschäft
Unter den Nachteile des Franchise-Systems für den Franchisenehmer kennen wir die fremde Geschäftsidee.
Erläutern Sie diese.
Franchising bedeutet für den Franchisenehmer Selbständigkeit und Unternehmertum, aber nicht völ-lige Entscheidungsfreiheit und Selbstverwirklichung. Er kreiert nicht seine Marke und seinen Firmen-namen, er setzt auch keine eigenen Geschäftsideen um. Er hat sich jederzeit an die Vorgaben des Ge-schäftsmodells zu halten. Der Franchisenehmer muss sich folglich mit einer fremden Geschäftsidee identifizieren und sich für diese engagieren.