RSL - Medikamente Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika
Medikamentenlehre Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika
Medikamentenlehre Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika
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Lernkarten
Antiarrhythmika
- Welche Klassen werden unterschieden?
- und welche Medikamente gehören dazu?
Antiarrhythmika wirken auf die Reizbildungszentren am Herzen und beeinflussen Aktionspotentiale. Im Normalzustand kommt es bei der Erregung einer Myokardzelle (nicht zu verwechseln mit den Schrittmacherzellen) zu folgendem Ablauf:
- Depolarisation durch einem schnellen Natrium-Einstrom
- Plateauphase durch den Einstrom von Calcium
- Repolarisation durch Kalium-Ausstrom
- Wiederherstellung der Ausgangslage (Ruhemembranpotential) durch das Schliessen der Ionenkanäle und den Rücktransport der Ionen über die Zellmembran mittels Na+-K+-Pumpe
Dies erklärt die möglichen Angriffspunkte für antiarrhythmische Medikamente.
Esmolol
- Indikation
- Wirkung
- Indikation
- Supraventrikuläre Tachykardie
- Vorhofflimmern
- Vorhofflattern
- Wirkung
- Blockade der ß1-Rezeptoren
Esmolol blockiert (relativ) selektiv die kardialen ß1-Rezeptoren und vermindert so den sympathischen Einfluss auf das Herz. Dies führt zur Senkung der Herzfrequenz (negativ chronotrop), Verminderung der Kontraktilität (negativ inotrop) und Erregbarkeit (negativ bathmotrop), Verlangsamung der Erregungsleitung (negativ dromotrop) und Senkung des systolischen Blutdruckes.
Esmolol
- Kontraindikationen
- Bradykardie
- Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
- AV-Blockierung
- kardiogener Schock
- dekompensierte Herzinsuffizienz
- Hypotonie
- obstruktive Atemwegserkrankungen
Esmolol
- Wirkeintritt
- Wirkdauer
- Wirkeintritt
- 2 min
- Wirkdauer
- ca. 10 min
Esmolol
- Nebenwirkungen
- Hypotonie
- Bradykardie
- AV-Block
- Dyspnoe
- Bronchospasmus
- Somnolenz
- Synkope
- Nausea
- Emesis
- Kopf-SZ
Esmolol
- Dosierung
- Ampulle SRZ
- Dosierung
- i.v. 5-20 mg weise alle 5 min bis zum gewünschten Effekt
- Ampulle
- 100 mg / 10 ml
Esmolol
- Spezielles
- Nicht mit intravenösen Calcium-Antagonisten kombinieren
- Vorsicht bei bronchospastischen Erkrankungen
Metoprolol
- Indikation
- Wirkung
- Indikation
- Herzrhythmusstörungen
- insbesondere supraventrikuläre Tachykardien
- Wirkung
- Blockade der ß1-Rezeptoren
Metoprolol blockiert (relativ) selektiv die kardialen ß1-Rezeptoren und vermindert so den sympathischen Einfluss auf das Herz. Dies führt zur Senkung der Herzfrequenz (negativ chronotrop), Verminderung der Kontraktilität (negativ inotrop) und Erregbarkeit (negativ bathmotrop), Verlangsamung der Erregungsleitung (negativ dromotrop) und Senkung des systolischen Blutdruckes.
Metoprolol
- Kontraindikationen
- Bradykardie
- Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
- AV-Blockierung
- kardiogener Schock
- dekompensierte Herzinsuffizienz
- obstruktive Atemwegserkrankungen
Metoprolol
- Wirkeintritt
- Wirkdauer
- Wirkeintritt
- 3-4 min
- Wirkdauer
- 3-5 h
Metoprolol
- Nebenwirkungen
- Bradykardie
- Palpitationen
Subjektive Gefühl, dass das Herz zu schnell und zu stark bzw. unregelmäßig schlägt - orthostatische Störungen/Hypotonie
- Bronchospasmus
- Belastungsdyspnoe
- Nausea
- Emesis
- Parästhesien
Unangenehme, aber primär nicht schmerzhafte Körperempfindung, die nicht durch adäquate Reize ausgelöst wird - Müdigkeit
- Schwindel
- Kopf-SZ
Metoprolol
- Dosierung
- i.v. bis zu 5 mg langsam
kann alle 5 min wiederholt werden bis 15 mg
Ampulle 5 mg / 5 ml
Metoprolol
- Spezielles
- Nicht mit intravenösen Calcium-Antagonisten kombinieren
Amiodaron
- Indikation
- Wirkung
- Indikation
- Persistierendes Kammerflimmern oder persistierende pulslose Kammertachykardie
- instabile supraventrikuläre und ventrikuläre Tachykardien
- Wirkung
- Blockierung
- Kalium-
- Natrium-
- Calcium-Kanäle
- ß-Rezeptoren
- Blockierung
In seiner Hauptwirkung blockiert es Kalium-Kanäle, deshalb wird es der Klasse III der Antiarrhythmika zugerechnet.
Allerdings zeigt es auch Eigenschaften der anderen Klassen wie Blockade der Natrium-Kanäle, Calcium-Kanäle und ß-Rezeptoren, wodurch sein ausgeprägtes antiarrhythmisches Wirkprofil erklärt wird.
Amiodaron verzögert die Repolarisation, verlängert die Aktionspotentialdauer und die Refraktärstrecke der Herzmuskelzellen
Amiodaron
- Kontraindikationen
- Reanimation: keine!
- Sinusbradykardie
- AV-Blockierung
- Hypotonie
- Herzinsuffizienz (Gefahr der Verschlechterung)
- verlängertes QT-Intervall
- Kardiomyopathie
- schwere respiratorische Insuffizienz
- Jod-Allergie
- Hyper- und Hypothyreose
Amiodaron ist strukturell eng verwandt mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin.
Amiodaron
- Wirkeintritt
- Wirkdauer
- Wirkeintritt
- 2-5 min
- Wirkmaximum nach 15 min
- Wirkdauer
- Wochenlang
extrem lange Halbwertszeit (100 Tage)
- Wochenlang
Amiodaron
- Nebenwirkungen
- Parenterale Einmalgabe:
- BD-Senkung
- AV-Blockierungen
- längerfristiger Gabe
- diverse
- u.a. Schilddrüsentoxizität
- Augen- und Lungenschäden
Amiodaron
- Dosierung
- Ampulle SRZ
- Reanimation
- i.v. 300 mg Bolus nach 3. Defibrillation
- i.v. 150 mg Bolus nach 5. Defibrillation
- Tachykardie
- i.v. 300 mg in Kurzinfusion
über 10-20 (instabil) bzw. 20-60 min (stabil)
- i.v. 300 mg in Kurzinfusion
- Ampulle
- 150 mg / 3 ml
Amiodaron ist fettlöslich und kann nur durch Zusatz von Polysorbat in Lösung gebracht werden. Deshalb schäumt es bei Bewegung der Ampulle => Ampulle möglichst ruhig halten vor dem Aufziehen.
Amiodaron
- Spezielles
- Als Trägerlösung unbedingt Glucose 5% verwenden
Adenosin
- Indikation
- Wirkung
- Indikation
- Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien
Das Herz schlägt regelmäßig und zu schnell (160 bis 220 Schläge pro Minute). Die Störung beginnt plötzlich und hört ebenso plötzlich wieder auf. Sie entsteht im Herzgewebe außerhalb der Ventrikel.
Paroxysmale = Anfallsartig
- Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien
- Wirkung
- Überleitungsverzögerung am AV-Knoten
Die Wirkweise von Adenosin ist hochkomplex und bis heute nicht vollständig geklärt
Es verhindert die Depolarisation im Sinusknoten und verlängert die Überleitungszeit am AV-Knoten (kurzzeitig totaler AV-Block).
Es wirkt dementsprechend negativ chronotrop, negativ dromotrop und ausserdem negativ inotrop.
Weiterhin relaxiert Adenosin die glatte Muskulatur der Gefässe, insbesondere der Koronarien.
Adenosin
- Kontraindikationen
- AV-Block II. oder III. Grades
- Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
- Bradykardie
- obstruktive Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale)
- verlängertes QT-Intervall
- schwere Hypotonie
- dekompensierte Herzinsuffizienz
Adenosin
- Wirkeintritt
- Wirkdauer
- Wirkeintritt
- nach wenigen Sekunden
- Wirkdauer
- ca. 10 sec.
Adenosin
- Nebenwirkungen
- Dyspnoe
- Angina Pectoris Beschwerden
- Rhythmusstörungen (Bradykardie, Asystolie, Sinus-Stillstand)
- Kopf-SZ
- Schwindel
- Angstgefühl
- Nausea
- Flush
Adenosin
- Dosierung
- Ampulle SRZ
- Dosierung
- i.v. 6 mg Bolus
- i.v. 2x Repetition mit 12 mg möglich
- Ampulle
- 6 mg / 2 ml
Rapid i.v.-Push (max. 2 sec), Injektion so zentral wie möglich direkt an Venflon sofort mit NaCl/Ringerfundin spülen mittels vorbereiteter Spritze am Dreiwegehahn.
Adenosin
- Spezielles
- Applikation nur unter Rea-Bereitschaft
Magnesium
- Indikation
- Wirkung
- Indikation
- Torsades de pointes
Sonderform der ventrikulären Tachykardie - Präeklampsie/Eklampsie
Als Präeklampsie bezeichnet man das gemeinsame Auftreten einer Hypertonie mit mindestens einer weiteren Organmanifestation während der Schwangerschaft. - ultima Ratio Status asthmaticus
- Torsades de pointes
- Wirkung
- Wirkt als Calcium-Antagonist
- muskelentspannend
- krampflösend
- verzögert kardiale Überleitung
- Wirkt als Calcium-Antagonist
Wirkt als ein physiologischer Calcium-Antagonist und senkt den Tonus der glatten und der quergestreiften Muskulatur. Es wirkt beruhigend, antitetanisch und krampflösend. Am Herzen verlängert es die Überleitungszeit.
Magnesium
- Kontraindikationen
- Myasthenia gravis
- AV-Blockierung
- Vorsicht bei schwerer Niereninsuffizienz
Magnesium
- Wirkeintritt
- Wirkdauer
- Wirkeintritt
- sofort
- Wirkdauer
- keine Angaben
Magnesium
- Nebenwirkungen
- Bradykardie
- Blutdruckabfall
- Überleitungsstörung
- Flush
- Hohe Dosis / schnelle Injektion
- Bradypnoe
- Emesis
- Kopf-SZ
- Schwindel
- Unruhe
- Wärmegefühl
Magnesium
- Dosierung
- Ampulle SRZ
jeweils als Kurzinfusion mit Glucose 5% oder NaCl
- Torsades de pointes
i.v. 2 g über 10-20 min (bei Pulslosigkeit im Bolus) - Status asthmaticus
i.v. 2 g über 10-20 min - Präeklampsie/Eklampsie
i.v. 4-6 g über 10-20 min - Ampulle
2 g / 10 ml