RSL - Medikamente Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika

Medikamentenlehre Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika

Medikamentenlehre Herz-Kreislauf - Antiarrhythmika


B. F.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über Antiarrhythmika, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Sie behandeln Medikamente wie Magnesium, Adenosin, Amiodaron, Metoprolol und Esmolol, deren Dosierung, Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Wirkmechanismen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich auf die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisieren, da sie detaillierte Informationen zu den Medikamenten und deren Anwendung bieten.
Karten
35
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
23.09.2022 / 04.08.2023

Lernkarten

Antiarrhythmika

  • Welche Klassen werden unterschieden?
  • und welche Medikamente gehören dazu?

Antiarrhythmika wirken auf die Reizbildungszentren am Herzen und beeinflussen Aktionspotentiale. Im Normalzustand kommt es bei der Erregung einer Myokardzelle (nicht zu verwechseln mit den Schrittmacherzellen) zu folgendem Ablauf:

  1. Depolarisation durch einem schnellen Natrium-Einstrom
  2. Plateauphase durch den Einstrom von Calcium
  3. Repolarisation durch Kalium-Ausstrom
  4. Wiederherstellung der Ausgangslage (Ruhemembranpotential) durch das Schliessen der Ionenkanäle und den Rücktransport der Ionen über die Zellmembran mittels Na+-K+-Pumpe

Dies erklärt die möglichen Angriffspunkte für antiarrhythmische Medikamente.

    Esmolol

    • Handeslnahme der Medikamente

    • Brevibloc
    • Esmolol

    Esmolol

    • Indikation
    • Wirkung

     

    • Indikation
      • Supraventrikuläre Tachykardie
      • Vorhofflimmern
      • Vorhofflattern
    • Wirkung
      • Blockade der ß1-Rezeptoren

    Esmolol blockiert (relativ) selektiv die kardialen ß1-Rezeptoren und vermindert so den sympathischen Einfluss auf das Herz. Dies führt zur Senkung der Herzfrequenz (negativ chronotrop), Verminderung der Kontraktilität (negativ inotrop) und Erregbarkeit (negativ bathmotrop), Verlangsamung der Erregungsleitung (negativ dromotrop) und Senkung des systolischen Blutdruckes.

    Esmolol

    • Kontraindikationen

    • Bradykardie
    • Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
    • AV-Blockierung
    • kardiogener Schock
    • dekompensierte Herzinsuffizienz
    • Hypotonie
    • obstruktive Atemwegserkrankungen

    Esmolol

    • Wirkeintritt
    • Wirkdauer

     

    • Wirkeintritt
      • 2 min
    • Wirkdauer
      • ca. 10 min

    Esmolol

    • Nebenwirkungen

    • Hypotonie
    • Bradykardie
    • AV-Block
    • Dyspnoe
    • Bronchospasmus
    • Somnolenz
    • Synkope
    • Nausea
    • Emesis
    • Kopf-SZ

    Esmolol

    • Dosierung
    • Ampulle SRZ

    • Dosierung
      • i.v. 5-20 mg weise alle 5 min bis zum gewünschten Effekt
    • Ampulle
      • 100 mg / 10 ml

    Esmolol

    • Spezielles

    • Nicht mit intravenösen Calcium-Antagonisten kombinieren
    • Vorsicht bei bronchospastischen Erkrankungen

    Metoprolol

    • Handeslnahme der Medikamente

    • Beloc
    • Lopresor

    Metoprolol

    • Indikation
    • Wirkung

     

    • Indikation
      • Herzrhythmusstörungen
      • insbesondere supraventrikuläre Tachykardien
    • Wirkung
      • Blockade der ß1-Rezeptoren

    Metoprolol blockiert (relativ) selektiv die kardialen ß1-Rezeptoren und vermindert so den sympathischen Einfluss auf das Herz. Dies führt zur Senkung der Herzfrequenz (negativ chronotrop), Verminderung der Kontraktilität (negativ inotrop) und Erregbarkeit (negativ bathmotrop), Verlangsamung der Erregungsleitung (negativ dromotrop) und Senkung des systolischen Blutdruckes.

    Metoprolol

    • Kontraindikationen

    • Bradykardie
    • Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
    • AV-Blockierung
    • kardiogener Schock
    • dekompensierte Herzinsuffizienz
    • obstruktive Atemwegserkrankungen

    Metoprolol

    • Wirkeintritt
    • Wirkdauer

     

    • Wirkeintritt
      • 3-4 min
    • Wirkdauer
      • 3-5 h

    Metoprolol

    • Nebenwirkungen

    • Bradykardie
    • Palpitationen
      Subjektive Gefühl, dass das Herz zu schnell und zu stark bzw. unregelmäßig schlägt
    • orthostatische Störungen/Hypotonie
    • Bronchospasmus
    • Belastungsdyspnoe
    • Nausea
    • Emesis
    • Parästhesien
      Unangenehme, aber primär nicht schmerzhafte Körperempfindung, die nicht durch adäquate Reize ausgelöst wird
    • Müdigkeit
    • Schwindel
    • Kopf-SZ

    Metoprolol

    • Dosierung

    • i.v. bis zu 5 mg langsam
      kann alle 5 min wiederholt werden bis 15 mg

    Ampulle 5 mg / 5 ml

    Metoprolol

    • Spezielles

    • Nicht mit intravenösen Calcium-Antagonisten kombinieren

    Amiodaron

    • Handeslnahme der Medikamente

    • Cordarone
    • Amiodaron

    Amiodaron

    • Indikation
    • Wirkung

     

    • Indikation
      • Persistierendes Kammerflimmern oder persistierende pulslose Kammertachykardie
      • instabile supraventrikuläre und ventrikuläre Tachykardien
    • Wirkung
      • Blockierung
        • Kalium-
        • Natrium-
        • Calcium-Kanäle
        • ß-Rezeptoren

    In seiner Hauptwirkung blockiert es Kalium-Kanäle, deshalb wird es der Klasse III der Antiarrhythmika zugerechnet.
    Allerdings zeigt es auch Eigenschaften der anderen Klassen wie Blockade der Natrium-Kanäle, Calcium-Kanäle und ß-Rezeptoren, wodurch sein ausgeprägtes antiarrhythmisches Wirkprofil erklärt wird.
    Amiodaron verzögert die Repolarisation, verlängert die Aktionspotentialdauer und die Refraktärstrecke der Herzmuskelzellen

    Amiodaron

    • Kontraindikationen

    • Reanimation: keine!
    • Sinusbradykardie
    • AV-Blockierung
    • Hypotonie
    • Herzinsuffizienz (Gefahr der Verschlechterung)
    • verlängertes QT-Intervall
    • Kardiomyopathie
    • schwere respiratorische Insuffizienz
    • Jod-Allergie
    • Hyper- und Hypothyreose

    Amiodaron ist strukturell eng verwandt mit dem Schilddrüsenhormon Thyroxin.

    Amiodaron

    • Wirkeintritt
    • Wirkdauer

     

    • Wirkeintritt
      • 2-5 min
      • Wirkmaximum nach 15 min
    • Wirkdauer
      • Wochenlang
        extrem lange Halbwertszeit (100 Tage)

    Amiodaron

    • Nebenwirkungen

    • Parenterale Einmalgabe:
      • BD-Senkung
      • AV-Blockierungen
    • längerfristiger Gabe
      • diverse
      • u.a. Schilddrüsentoxizität
      • Augen- und Lungenschäden

    Amiodaron

    • Dosierung
    • Ampulle SRZ

    • Reanimation
      • i.v. 300 mg Bolus nach 3. Defibrillation
      • i.v. 150 mg Bolus nach 5. Defibrillation
    • Tachykardie
      • i.v. 300 mg in Kurzinfusion
        über 10-20 (instabil) bzw. 20-60 min (stabil)
    • Ampulle
      • 150 mg / 3 ml

    Amiodaron ist fettlöslich und kann nur durch Zusatz von Polysorbat in Lösung gebracht werden. Deshalb schäumt es bei Bewegung der Ampulle => Ampulle möglichst ruhig halten vor dem Aufziehen.

    Amiodaron

    • Spezielles

    • Als Trägerlösung unbedingt Glucose 5% verwenden

    Adenosin

    • Handeslnahme der Medikamente

    • Krenosin

    Adenosin

    • Indikation
    • Wirkung

     

    • Indikation
      • Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardien
        Das Herz schlägt regelmäßig und zu schnell (160 bis 220 Schläge pro Minute). Die Störung beginnt plötzlich und hört ebenso plötzlich wieder auf. Sie entsteht im Herzgewebe außerhalb der Ventrikel.
        Paroxysmale = Anfallsartig
    • Wirkung
      • Überleitungsverzögerung am AV-Knoten

    Die Wirkweise von Adenosin ist hochkomplex und bis heute nicht vollständig geklärt
    Es verhindert die Depolarisation im Sinusknoten und verlängert die Überleitungszeit am AV-Knoten (kurzzeitig totaler AV-Block).

    Es wirkt dementsprechend negativ chronotrop, negativ dromotrop und ausserdem negativ inotrop.
    Weiterhin relaxiert Adenosin die glatte Muskulatur der Gefässe, insbesondere der Koronarien.

    Adenosin

    • Kontraindikationen

    • AV-Block II. oder III. Grades
    • Sick Sinus Syndrom (Sinusknoten arbeitet fehlerhaft)
    • Bradykardie
    • obstruktive Lungenerkrankungen (Asthma bronchiale)
    • verlängertes QT-Intervall
    • schwere Hypotonie
    • dekompensierte Herzinsuffizienz

    Adenosin

    • Wirkeintritt
    • Wirkdauer

     

    • Wirkeintritt
      • nach wenigen Sekunden
    • Wirkdauer
      • ca. 10 sec.

    Adenosin

    • Nebenwirkungen

    • Dyspnoe
    • Angina Pectoris Beschwerden
    • Rhythmusstörungen (Bradykardie, Asystolie, Sinus-Stillstand)
    • Kopf-SZ
    • Schwindel
    • Angstgefühl
    • Nausea
    • Flush

    Adenosin

    • Dosierung
    • Ampulle SRZ

    • Dosierung
      • i.v. 6 mg Bolus
      • i.v. 2x Repetition mit 12 mg möglich
    • Ampulle
      • 6 mg / 2 ml

    Rapid i.v.-Push (max. 2 sec), Injektion so zentral wie möglich direkt an Venflon sofort mit NaCl/Ringerfundin spülen mittels vorbereiteter Spritze am Dreiwegehahn.

    Adenosin

    • Spezielles

    • Applikation nur unter Rea-Bereitschaft

    Magnesium

    • Handeslnahme der Medikamente

    • Magnesiumsulfat

    Magnesium

    • Indikation
    • Wirkung

     

    • Indikation
      • Torsades de pointes
        Sonderform der ventrikulären Tachykardie
      • Präeklampsie/Eklampsie
        Als Präeklampsie bezeichnet man das gemeinsame Auftreten einer Hypertonie mit mindestens einer weiteren Organmanifestation während der Schwangerschaft.
      • ultima Ratio Status asthmaticus
    • Wirkung
      • Wirkt als Calcium-Antagonist
        • muskelentspannend
        • krampflösend
        • verzögert kardiale Überleitung

    Wirkt als ein physiologischer Calcium-Antagonist und senkt den Tonus der glatten und der quergestreiften Muskulatur. Es wirkt beruhigend, antitetanisch und krampflösend. Am Herzen verlängert es die Überleitungszeit.

    Magnesium

    • Kontraindikationen

    • Myasthenia gravis
    • AV-Blockierung
    • Vorsicht bei schwerer Niereninsuffizienz

    Magnesium

    • Wirkeintritt
    • Wirkdauer

     

    • Wirkeintritt
      • sofort
    • Wirkdauer
      • keine Angaben

    Magnesium

    • Nebenwirkungen

    • Bradykardie
    • Blutdruckabfall
    • Überleitungsstörung
    • Flush
    • Hohe Dosis / schnelle Injektion
      • Bradypnoe
      • Emesis
      • Kopf-SZ
      • Schwindel
      • Unruhe
      • Wärmegefühl

    Magnesium

    • Dosierung
    • Ampulle SRZ

    jeweils als Kurzinfusion mit Glucose 5% oder NaCl

    • Torsades de pointes
      i.v. 2 g über 10-20 min (bei Pulslosigkeit im Bolus)
    • Status asthmaticus
      i.v. 2 g über 10-20 min
    • Präeklampsie/Eklampsie
      i.v. 4-6 g über 10-20 min
    • Ampulle
      2 g / 10 ml

     

    Lernen