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J. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der Migration, insbesondere im Kontext der Berufslehre. Sie behandeln Themen wie Migrationsprozesse, Theorien der Migrationspolitik, transnationale Migration, sowie individuelle und kollektive Entscheidungen im Zusammenhang mit Migration. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute, die sich mit den komplexen Dynamiken der Migration auseinandersetzen und deren Auswirkungen auf Gesellschaften verstehen möchten.
Flashcards
45
Students
0
Language
German
Category
Nature Studies
Created / Updated
09.06.2022 / 09.06.2022

Flashcards

Was war Mitte des 19 Jh wichtig?

Industrialisierung -> Es gab noch keinen Sozialstaat. Durch die Industrialisierung wurden Familien mit Kinder in die Armut getrieben -> Pauperismus.

Viele Personen zogen von dem Land in die Stadt -> Urbanisierung

Individualisierung

Schnellere Kommunikation, bessere Transportmittel.

60 Millionen Menschen wanderten von Europa aus. Begehrte Migrationsländer waren Süd-, Lateinamerika und in die USA. Weil durch die Industrialisierung Menschen reicher wurden (diejenige , die die Fabriken besitzen)

Historie CH Migration

  • CH zeigt im Vergleich zu EU ein hohes Mass an Emigration
    • Rothrist gingen 12% nach Nordamerika 
  • Ursachen: Prekäre Arbeitsbedingungen, Bevölkerungsdruck, Umstellung in der Landwirschaft, Armensteuer, Missernten, Textilindustrie als Zusatz
  • Wenn ich arm war, verlor ich meine politischen Rechte

Gastarbeiter*innenzeit

  • Es gab ein Rotationssystem 
  • 1934; Einführung ANAG Aufenthalt und die Niederlassung von Ausländern
  • CH fürchtete die Überfremdung
  • Saisoniers dürfen keine Mietverträge abschliessen.
  • Keine Kinder erlaubt
  • Kinder mussten den Beruf der Eltern angeben, vom Beruf waren auch die Noten abhängig.

Healthy Migrant effekt

Der psychische und physische Wille trotz widriger Umstände etwas zu schaffen. Also zu bleiben 

Migrationspolitik und Ausländerpolitik

Ausländerpolitk = Regelt Ein- und Ausreise sowie Anwesenheit von nicht CH-Staatsangehörigen in CH.

Migrationspolitik = Gezielter Versuch, mit staatlichen Instrumente, Einfluss auf die Migrationsentwicklung zu nehmen.

Arbeitsmigration

  • 1960: Andauernde wirtschaftliche Hochkonjunktur
  • Druck von den Herkunftsländern: Bessere Aufenthaltsbewilligungen
  • 1964: Zweites bilaterales Rekrutrierungsabkommen mit IT
  • Andauernde Wiederbelebung der Überfremdungsbewegung
  • Ölschock 1973 -> 
  • Ende 1970er erholung der Wirtschaft. Zuwanderung Spanien, Portugal, Türkei und 1990 Balkan
  • Kirche wurde instrumentalisiert

Bewilligungsarten

Grenzgänger -> G

Saisonnierbewilligung -> L

Für Drittstaaten: 

Asylsuchende N

Vorläufig Aufgenommene F

Bewilligung für Schutzbedürftige S

Aufenthaltsbewilligung mit Erwerbstätigkeit Ausweis Ci

über was entscheidet die wirtschaftliche Konjunktur?

Ob es eine eher liberale oder eher restriktive Einwanderungspolitik gibt 

Was steuert die Migrationspolitik?

1. Die wirtschaftliche Konjunktur entscheidet, wie auf Migration in der CH reagiert wird.

2. Nachkommen die humanitären übernationalen Forderungen, denen nachzukommen (Man muss Kinder in die Schule schicken).

3. Der innere Frieden, der innere Zusammenhalt. 

Welche Spannungsfelder ergeben sich in der Zulassungspolitik?

- dem volkswirtschaftlichen Anliegen, wirtschaftliches Wachstum zu ermöglichen und den Bedürfnissen der Wirtschaft nachzukommen

- dem aussenpolitischem Druck, die Lebens- und Arbeitsbedingungen von «Gastarbeitern» zu verbessern (Bsp. Familiennachzug)

- den eingegangenen internationalen Verpflichtungen, völkerrechtlichen Grundsätzen einzuhalten, zu entsprechen

- dem innenpolitischen Bestreben, den sozialen Zusammenhalt zu gewährleisten

Flucht & Asyl

  • 16 / 17 Jh. Hugenotten & protest. Flüchtlinge
  • 19 Jh: EU-Menschen, weil sie ins Exil mussten.
  • Verschlossene Grenzen während 2. Weltkrieg
  • 1955 Unterzeichnung Flüchtlingskonvention
    • CH orientiert sich an der Flüchtlingsdefinition von dort
  • Liberale Flüchtlingspolitik
  • 1981: Asylgesetz; Individuelle Asylverfahren
    • Wird immer restriktiver bei jeder Revision
    • Letzte Revision ging um Beschleunigung des Verfahrens 

Non_Refoulement

Verbot Wegweisung in unsichere Heimatstaat

Welche Gesetze sind für CH verbindlich?

Konvention der UNO über Menschenrechte (Kinder, Folter, Bürgerliche, politische Rechte), Europäsische Menschenrechtkonvention, Schengen / Dublin. 

Zielsetzung aller INtegrationsmassnahmen

- selbständige Lebensführung

- nachhaltige berufliche und soziale Integration

- wirtschaftliche Unabhängigkeit

 

Hauptziele der Integrationsförderung

- Erwerb der deutschen Sprache resp. einer Landessprache

- Berufliche Integration

- Soziale Integration

Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Konzept als Ersatz für die Unterscheidung zwischen in- und ausländischen Staatsangehörigen, die einzig auf der aktuellen Staatsangehörigkeit einer Person beruht und keinen Aufschluss darüber gibt, ob eine Person selbst eingewandert ist oder ob ein indirekter Migrationsbezug aufgrund der Migrationserfahrung ihrer Eltern besteht

Definition BFS: zur Gruppe «Bevölkerung mit Migrationshintergrund» gehören Personen ausländischer Staatsangehörigkeit und eingebürgerte Schweizerinnen und Schweizer – mit Ausnahme der in der Schweiz Geborenen mit Eltern, die beide in der Schweiz geboren wurden – sowie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit Eltern, die beide im Ausland geboren wurden

Definition Migration

ist ein Ausdruck von gesellschaftlichen Veränderungen & es löst auch Veränderungen aus. Migration soll nicht aussondiert werden, sondern wie ein Teil von Allem gesehen werden. Migration soll nicht als Sonderfall angesehen werden. Migrationsprozesse sind von normativen Zielen (Migrationspolitik) zu unterscheiden. Migration studies -> Als Reflexion einer Wirklichkeit, die sich von der migrationspolitischen Praxis absetzt. 

Migrationstypen

Interne Migration = Innerhalb der Grenze eines Nationalstaates

Externe Migration = Über Staatsgrenzen hinweg. Global und internationale Migration. 

Arbeitsmigration = innerhalb von Nationalstaatengrenzen

Fluchtmigration  = übertreten von nationalen Grenzen 

Migrant*in

Dauerhaft an einem anderen Ort sich niederlassen und dabei die Grenze eines Gemeinwesens überschritten haben. Irrelevant dabei: Dauer des Aufenthaltes, rechtlicher Status und Freiwilligkeit oder Unfreiwilligkeit.

Ausländer*in

Personen, die aus der Optik eines bestimmten Staates nicht dessen Staatsangehörigkeit besitzen.  

Binnenmigration

Innerhalb eines politischen Gemeinwesens

Typologien nach Kröhnert

Kausale Kriterien

Räumliche Kriterien

Zeitliche Kriterien 

Kausale Kriterien

Freiwillige und erzwungene Migration: Nicht gut abgrenzbar

Kontinuum zwischen den Polen proaktiv und reaktiv

Räumliche Kriterien

Binnenmigration und internationale Migration

Art von Herkunfts- und Zielregion. 

Zeitliche Kriterien

Zirkuläre Migration

nicht-permanente Migration / permanente Migration.

Typologie nach Treibel

-freiwillige (Arbeits-, Abenteuer-, Heirats-, Qualifikations-) und Zwangs-Migration (Flucht aus politischen, religiösen oder ökologischen Gründen, Vertreibung, Zwangsprostitution);

-Armuts- sowie ‚betterment‘- (Steigerung des Lebensstandards) und Expert*innen- oder Karrieremigration;

-Binnen- und internationale/interkontinentale sowie transnationale Migration;

temporäre, permanente und Pendelmigration

Ernst Georg Raventstein

Der erste, der eine Migrationstheorie aufgestellt hat. Migration war eng an das für Europa historisch bedeutsame Ereignis der Industrialisierung und die Entstehung von Nationalstaaten gekoppelt.

War ein Vertreter eines Makroansatzes -> Bedeutung der Frauen als Pionierfiguren.

Ökonomische Zwänge sowie auch Klima, Unterdrückung oder Sklaverei. 

Modernisierungstheorie Bedeutung

Migration als Ausdruck von Modernisierung. 

Migrant*in bewegt sich von der Vormoderne hin zu Moderne, vom nichtmodernen Menschen zum modernen

generalisierter Prozess der Modernisierung ist linearer und von Fortschritt sowie Entwicklung begleitet

Migrant*in erfährt an sich Modernisierung und verkörpert sie gleichzeitig

bewegt sich von einem der Gemeinschaft verbundenen Wesen zu einem, das als Individuum in der Gesellschaft aufgeht

Klassische Erklärungsansätze Migrationsforschung

Makrotheoretische Ansätze

Makrotheoretische Ansätze aus der klassichen Ökonomie

Mikrotheoretische Ansätze aus der klassichen Ökonomie

Mikroökonomisches Humankapitalmodell

Fokussieren sich auf die ökonomische Dimension von Migration. Nachteil: Migrationsverhalten ist komplex, als dass es sich nur mit ökon. Modellen erkläre liesse. 

 

Makrotheoretische Ansätze (Klassisch) 

Fokus auf ganze Bevölkerung. Damit soll das Migrationsverhalten beschrieben werden. 

Kollektive Perspektive

Wanderungsgeschehen zw. zwei Regionen werden durch Kennziffern dieser Gebiete erklärt, basierend auf ökonomischen oder geografischen Kennziffern

- Push-Pull-Ansatz

 

Vorteil und nachteil Makrotheoretischer Ansatz

  • Anschaulisch, hoher Grad an Verallgemeinerung

 

Viele Phänomene können nicht erklärt werden

Makrotheoretische Ansätze aus der klassischen Ökonomie

Entscheidender Faktor für Migration: Differenz zwischen regionaler Lohnniveaus 

von tiefen Lohngebieten in hohe Lohngebiete (Hypothese) 

Langfristig Angleichung des Lohnniveaus -> In Zuwandersgebieten steigt das Arbeitkräfteangebot und in Abwanderungsgebieten gibt es einen Arbeitskräftemangel

Mikrotheoretische Ansätze aus der Ökonomie

Fokus: Individuelle Ebene, Entscheidungsebene Individuum. 

Dort hin, wo man den grössten Nutzen sieht. 

Push-Pull 

Theorie von Lee 

Wanderungen sind ein Wirkungskomplex aus vier unterschiedlichen Faktoren (Lee)

 

  • Herkunftsgebiet
  • Zielgebiete
  • Intervenierende Hindernisse
  • Individuelle Faktoren

gehört zur Mikrotheoretische Ansätze aus der Ökonomie. In dieser Theorie beschreibt er eine individualistische Interpretation. 

Mikroökonomisches Humankapitalmodell nach Sjaanstad

Migration = Individuelle Investition ins Humankapital. 

Emigration ist umso wahrscheindlicher:

  • je weiter die Erträge am Zielort über denen des Herkunftsortes liegen,
  • je mehr Jahre noch im Erwerbsleben verbracht werden
  • je geringer die Kosten für die Migration sind

Damit kann das Migrationsverhalten unterschiedlicher sozialer Gruppen erfasst werden.

Fokus stark auf Einkommen (gleichzeitig auch Kritik)

 

Von der Linie zum Netz

Nicht mehr linear, sondern Netzwerk (communities) / Kettenmigration. 

Zentral sind nicht mehr Push-Pull-Faktoren (waren rein ökonomisch). Sondern. Analyse von Migrationsverläufen auf individueller und kollektiver Ebene. 

Vertrauen in die Tragfähigkeit und der Langfristigkeit der gespannten Netze sind entscheidend. 

Netzwerke schaffen Vertrauen, beschaffen Infos und verringern Kosten & Risiken der Migration.

Es gibt auch Migration in gewissen Branchen -> Branch Mobilitie. z.B. Agrarsektor. 

 

Vorteil von der Linie zum Netz

Migrationsprozesse = langandauernde Entwicklungsprozesse. Sie sind nicht nur individuelle und Familienentscheide, sondern klären auch Strukturen im Herkunfts- und Aufnahmeland. 

Neue Erklärungsansätze in der Migrationsforschung

  • Von der Linie zum Netz
  • New Economics of Labor Migration (NELM)
  • Sozialkapital und Migration / Migrationsnetzwerke
  • Netz mit kumulativer Verursachung
  • Theorien internationaler Migrationspolitik und -systeme
  • Transnationalismus und Transmigration (Migration als Prozess)
  • Geschlechterverhältnisse

NELM

  • Migration als Strategie der ganzen Familie / Haushalt
  • Erweiterung Homo Oeconomicus
  • Haushalte senden das geeignetste Individuum
    • Bestes  Kosten-Nutzen-Verhältnis wird gewählt
  • Rationale Entscheidung, basiert aber auch auf subjektiven Entscheidungen 

Vorteil NELM

unbegrenzt erweiterbar

Study